Forum Kunst und Literatur Musik Morgen würde Herbert von Karajan 100 Jahre alt

Musik Morgen würde Herbert von Karajan 100 Jahre alt

silhouette
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Re: Noch eine Ergänzung ...
geschrieben von silhouette
als Antwort auf niederrhein vom 06.04.2008, 16:20:00
Ich glaube nicht, Bertha, dass hier in dieser Diskussion (und auch sonst eher selten) gesagt wurde, welches die alleinseligmachende Interpretation ist. Meistens geht es doch um einen Geschmack, eine Vorliebe, die sehr individuell ist und viele emotionale Komponenten beinhaltet. Irgendwann kaufen alle die Schallplatten von Karajan und können es eigentlich nicht begründen.

Allerdings kann sie relativ leicht unbewusst "gemacht" werden, durch subtile PR-Arbeit, bei der es auf einen effizienten Multiplikator ankommt. Dann wird auch "die Gesellschaft" und "das Publikum" schnell seine Meinung und seinen Geschmack haben. Da müssen natürlich auch der "Spiegel", die "Bunte" undundund mitmachen. So ungefähr auf die Weise, wie der "Spiegel" mit dem Namen Harnoncourt gegen Karajan verfahren ist. Auch der Spiegel wollte von diesem System gut leben.

Wie so ein Image gemacht wird, zeigt das jüngere Beispiel der Anna Netrebko und ihres angeblichen Traumpartners, Mr. Kuhblick (sorry, ich bin beese, denk einfach an Krrreisler). Weder ihre Ausnahmestellung, aber noch weniger seine sind in einem solchen Ausmaß objektiv gerechtfertigt, sondern ein Marketing-Produkt.

Karajan hat immerhin auch objektiv seine Spitzenstellung verdient, wenn auch nicht als einziger Stern am Dirigentenhimmel des 20. Jahrhunderts.

Luchsi: Heute 19.00 Uhr auf ARTE!
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silhouette
luchs35
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Re: Noch eine Ergänzung ...
geschrieben von luchs35
als Antwort auf silhouette vom 06.04.2008, 16:50:02


Danke für den Hinweis, Silhouette, ich freu mich schon drauf. Vor allem jedoch bin ich gespannt, denn die Einspielung von der "Fünften" stammt noch von 1966, wo es noch nicht die ganzen technischen Finessen gab wie heute.
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luchsi35
ingo
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Schreib' bitte weiter,marina
geschrieben von ingo
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 06.04.2008, 16:26:56
Ich gehöre wohl zu den Letzen, deretwegen hier jemand das Schreiben aufhören sollte....da gibt's noch 25 vor mir :o)). Tut mir leid, falls ich Dich missverstanden haben sollte.....So einfach ist das....aber so problematish ist halt das Internet. Wenn wir an einem Tisch gesessen hätten, gäb's diesen "Disput" mit Sicherheit nicht. Nochmal: Wir würden gewiss gemeinsam in ein Konzert mit Karajan und mit Bernstein gehen....wenn sie denn noch leben würden...
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kreuzkampus

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silhouette
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Re: Noch eine Ergänzung ...
geschrieben von silhouette
als Antwort auf luchs35 vom 06.04.2008, 18:26:50
Na Luchsi? Also wenn du mich fragst, ich habe nichts vermisst, nicht einmal die Farbe. Zeitweilig habe ich nicht geschaut, nur gehört, weil wir noch gegessen haben und vom Esstisch nicht auf den Bildschirm schauen können, absichtlich so gemacht. Aber an den Fernseher kann man die Bose-Akustik dranhängen, und die war voll ausgelastet.

War das einer der Anfänge der richtigen Bildregie bei Konzerten, die diesen Namen verdient?

Der Samt-und-Seide-Klang bei den langsamen Beethoven-Sätzen ist bis heute unerreicht und kein bisschen aus der Mode. Und was mir auch wieder aufgefallen ist, ist die deutliche Zeichengebung. Ein Musiker könnte bei abgeschaltetem Ton vermutlich ganz schnell sagen, um welches Stück es sich handelt, denn die Musik wird förmlich "gezeichnet". Und er ist der einzige Dirigent, bei dem ich als Orchestermitglied nicht zu früh wäre, bei den anderen wäre ich zu früh. Warum fangen die erst an, wenn der Dirigent schon auf der halben Länge nach oben ist??? Bei Karajan spielen sie so, wie ich spielen würde. Ist das schon mal jemandem aufgefallen mit dieser seltsamen Schlagtechnik der anderen?
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silhouette
niederrhein
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Re: Noch eine Ergänzung ...
geschrieben von niederrhein
als Antwort auf silhouette vom 06.04.2008, 16:50:02
[...] welches die alleinseligmachende Interpretation ist

Das ist es eben ... jeder musikhörende Mensch oder auch jede Zeit findet vermutlich seine/ihre Interpretation.

Natürlich gehört es offenbar zu jeder neuen/jüngeren Generation, das bescheuert zu finden, was eben die/eine ältere Generation selbst für gut oder ausgezeichnet empfand.

Und Schicksal scheint es eben zu sein, wenn etwas - sei aus dem Bereich der Musik und/oder ihrer Interpretationen, sei es aus dem Bereich der Literatur, bildenden Kunst etc. - wieder in die Vergessenheit gerät. (Daß dies eben älteren Menschen unter Umständen weh tut, liegt in der Natur dieses Vorgangs ... mir zumindest geht es dann so - als wenn etwas von einem selbst geht, wenn ich erlebe und/oder erfahre, daß etwa ein bestimmter Musiker, ein Schriftsteller etc. gestorben ist.)

Meistens geht es doch um einen Geschmack, eine Vorliebe, die sehr individuell ist und viele emotionale Komponenten beinhaltet.

Genau das wird's interessant und auch amüsant, wenn man dies etwa in Bezug auf's eigene Leben reflektiert: Wann, warum etc. habe ich zu jenem Zeitpunkt dies besonders gern gemocht? Inwiefern hat es mich beeindruckt? Oder sogar beeinflußt, geprägt?

[...] durch subtile PR-Arbeit, bei der es auf einen effizienten Multiplikator ankommt.

Das scheint wohl heute ... sollte ich mich irren, dann lasse ich mich gerne korrigieren ... besonders der Fall zu sein, was man eben an dem Rummel um "Anna Netrebko und ihres angeblichen Traumpartners" feststellen kann.
Die jungen Interpreten (nicht nur die weiblichen) werden wohl nur noch über die Cover-Bildchen verkauft ...

B.
silhouette
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Re: Noch eine Ergänzung ...
geschrieben von silhouette
als Antwort auf niederrhein vom 06.04.2008, 21:12:59
@ Bertha
Der Ausdruck "alleinseligmachende Interpretation" stammte von dir, ich habe ihn zitiert, weil ich ihn nicht gelten lassen wollte, weil eben unser Geschmack sich ändern kann, durch welchen Einfluss auch immer. Wenn ich da an die Entwicklungen bei den Chopin-Interpretationen (da kenne ich mich ganz gut aus) seit Beginn der Tonaufzeichnungen bis heute denke, oioioi.

Es gibt auch Persönlichkeiten, die nicht nur dem "Cover-Bildchen-Test" gerecht werden, sondern wo außer der Verpackung auch der Inhalt stimmt. Bei den Tenören empfehle ich dir Juan Diego Florez und Jonas Kaufmann, bei den Sopranistinnen fällt mir spontan Angela Gheorghiu ein, wo beides zutrifft.

Hei, und wir müssen zugeben, dass A.S. Mutter zwar vermutlich die Beste ist, dass ihr aber ihr Äußeres incl. Schulterfreiheit nicht geschadet hat.

Nein, kein link zu Youtube. Der Ton ist zu schlimm dort.
--
silhouette

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luchs35
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Re: Noch eine Ergänzung ...
geschrieben von luchs35
als Antwort auf silhouette vom 06.04.2008, 20:02:20
Na,Luchsi?


Gänsehautfeeling !
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luchsi35

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