Forum Kunst und Literatur Musik Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....

Musik Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....

enigma
enigma
Mitglied

Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von enigma
Kürzlich habe ich festgestellt, wie viele Gedichte sehr schön vertont worden sind.

Da könnten wir doch mal wieder sammeln?

Ich fange mal an mit einem meiner Lieblingslyriker, William Butler Yeats.
Da seine Texte seit Beginn dieses Jahres gemeinfrei sind, kann man die erfreulicherweise auch einstellen.

Ein für mein Empfinden schönes Gedicht, musikalisch interpretiert von einem Italiener, Angelo Branduardi, möchte ich einstellen.
Und ich finde, dass er es nicht schlecht macht.

Hört mal rein - Linktipp!

Und hier der Text, leider nur auf Englisch:

THE SONG OF WANDERING AENGUS
by: W.B. Yeats
WENT out to the hazel wood,
Because a fire was in my head,
And cut and peeled a hazel wand,
And hooked a berry to a thread;
 
And when white moths were on the wing,
And moth-like stars were flickering out,
I dropped the berry in a stream
And caught a little silver trout.
 
When I had laid it on the floor
I went to blow the fire a-flame,
But something rustled on the floor,
And some one called me by my name:
It had become a glimmering girl
With apple blossom in her hair
Who called me by my name and ran
And faded through the brightening air.
 
Though I am old with wandering
Through hollow lands and hilly lands,
I will find out where she has gone,
And kiss her lips and take her hands;
And walk among long dappled grass,
And pluck till time and times are done
The silver apples of the moon,
The golden apples of the sun.


Gruß zur Nacht

--
enigma
pilli †
pilli †
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von pilli †
als Antwort auf enigma vom 10.08.2009, 22:33:39
da dürfen sie nicht fehlen, die vertonten texte von Carl Michael Bellmann:

Carl Michael Bellman (* 4. Februarjul./ 15. Februar 1740greg. in Stockholm; † 11. Februar 1795 ebenda) war ein schwedischer Dichter und Komponist. Er ist der berühmteste Liederdichter Schwedens und gilt in der schwedischen Literatur bis heute als Nationaldichter.

geschrieben von youtube


zum einen aus den "Episteln 25 - Raste an dieser Quelle" gesungen von Manfred Krug

Bellmann
und im link dann Hannes Wader mit "Schau wie die Nacht"

1969 hat Wader die CD "LIEBE, SCHNAPS, TOD – WADER SINGT BELLMAN" mit Reinhard Mey und Klaus Hoffmann aufgenommen die er den texten von Bellmann gewidmet hat.

mehr dazu bei wiki:

Bellmann CD


--
pilli
chris
chris
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von chris
als Antwort auf enigma vom 10.08.2009, 22:33:39


Ich denke an die Winterreise von Franz Schubert.

Einiges daraus wurde ja zu Volksliedern.

Einsamkeit

Der Lindenbaum

Gute Nacht

Noch mehr Lieder zur Winterreise findet man unter youtube.


--
chris

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enigma
enigma
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Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von enigma
als Antwort auf chris vom 11.08.2009, 06:26:00
Danke,

heute möchte ich einstellen Oliver Steller, der Literatur und Musik miteinander verknüpft.

Nachdem Steller 3 Jahre in Chicago gelebt hatte und zu dieser Zeit u.a. Aufnahmen mit Bands wie Santana, Charmaine Neville, Robert Irving, Miles Davis und Lousiana Red entstanden, traf er nach seiner Rückkehr nach Deutschland auf Lutz Görner, mit dem er erst gemeinsam auftrat, später dann alleine.

Inzwischen ist er schon mit vielen Lyrik-Musik-Projekten aufgetreten und hat die Darbietung von Lyrik mit Musik zu seinem Kennzeichen gemacht.
Wie hier mit Rilke "Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen".


Text:
„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.“
Rainer Maria Rilke


Gruß

--
enigma
longtime
longtime
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von longtime
als Antwort auf enigma vom 11.08.2009, 07:27:18
"Was doch heut Nacht ein Sturm gewesen..."

Oscar Werner trägt vor (mit Musikalität, ohne Noten):

Eduard Mörike: Begegnung ...


--
longtime
Medea
Medea
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von Medea
als Antwort auf longtime vom 11.08.2009, 07:50:59
Längst zum Volkslied geworden
Der Lindenbaum - Ich habe als Interpretin
Nana Mouskouri gewählt. In meiner Familie wurde
dieses Lied sehr viel gesungen.
--
M.

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enigma
enigma
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Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von enigma
als Antwort auf Medea vom 11.08.2009, 08:06:03
Danke Longtime,

für das schöne Gedicht von Mörike.

Oscar Werner fand ich als Schauspieler großartig und auch seine Stimme mit ihrer ganz eigenen Klangfärbung und ihrem Rhythmus, liebe ich sehr.

Und jetzt noch ein Gedicht von Lord Byron, gesungen vor längerer Zeit von Joan Baez.
Das Gedicht heißt “So we'll go no more a-roving“.
Hier ist es.

Und dazu habe ich auch den Originaltext und eine Übersetzung gefunden, die ich auch einstellen darf, denn vor Jahren hatte ich per E-Mail Kontakt mit dem Übersetzer, der ein sehr netter Herr zu sein scheint, denn er stimmte sofort zu, um die englischsprachige Lyrik auch außerhalb dieses Sprachraums etwas bekannter zu machen. Offenbar stammte er aus Wien.

Jetzt der deutsche Text:

„So werden wir
nicht mehr schweifen
So werden wir nicht mehr schweifen
Umher in der späten Nacht,
Wenn das Herz auch noch verliebt ist
Und der Mond noch immer lacht.
Denn das Schwert verschleißt seine Scheide
Und die Seele verschleißt die Brust,
Und das Herz muß ruhn um zu atmen
Und Liebe rasten von Lust.
Ist die Nacht auch gemacht für die Liebe
Und der Tag folgt zu schnell der Nacht,
So werden wir doch nicht mehr schweifen,
Wenn der Mond vom Himmel lacht.“
Lord Byron:


Originaltext und Übersetzung sind abrufbar hier:

PS

Danke auch Dir, Medea. Das ist ein Lied, was vermutlich immer Bestand haben wird.
Und Nana Mouskouri interpretiert es auch sehr schön.

Gruß

--
enigma
longtime
longtime
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Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von longtime
als Antwort auf enigma vom 11.08.2009, 08:27:01
Hugo Wolf:Mörike-Lieder

"Begegnung"

Werner Güra - Tenor
Jan Schultsz - Piano
--
longtime
Drachenmutter
Drachenmutter
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Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von Drachenmutter
als Antwort auf enigma vom 10.08.2009, 22:33:39
Ein schönes Thema.

Dazu fällt mir spontan dieses ein:

Detlev von Liliencron

Trutz, blanke Hans

Heut bin ich über Rungholt gefahren,
die Stadt ging unter vor fünfhundert Jahren.
Noch schlagen die Wellen da wild und empört,
wie damals, als sie die Marschen zerstört.
Die Maschine des Dampfers zitterte, stöhnte,
aus den Wassern rief es unheimlich und höhnte:
Trutz, blanke Hans.


Von der Nordsee, der Mordsee, vom Festland geschieden,
liegen die friesischen Inseln im Frieden.
Und Zeugen weltenvernichtender Wut,
taucht Hallig auf Hallig aus fliehender Flut.
Die Möwe zankt schon auf wachsenden Watten,
der Seehund sonnt sich auf sandigen Platten.
Trutz, blanke Hans.



Im Ozean, mitten, schläft bis zur Stunde
ein Ungeheuer, tief auf dem Grunde.
Sein Haupt ruht dicht vor Englands Strand,
die Schwanzflosse spielt bei Brasiliens Sand.
Es zieht, sechs Stunden, den Atem nach innen,
und treibt ihn, sechs Stunden, wieder von hinnen.
Trutz, blanke Hans.



Doch einmal in jedem Jahrhundert entlassen
die Kiemen gewaltige Wassermassen.
Dann holt das Untier tiefer Atem ein
und peitscht die Wellen und schläft wieder ein.
Viel tausend Menschen im Nordland ertrinken,
viel reiche Länder und Städte versinken.
Trutz, blanke Hans.



Rungholt ist reich und wird immer reicher,
kein Korn mehr faßt selbst der größte Speicher.
Wie zur Blütezeit im alten Rom
staut hier täglich der Menschenstrom.
Die Sänften tragen Syrer und Mohren,
mit Goldblech und Flitter in Nasen und Ohren.
Trutz, blanke Hans.



Auf allen Märkten, auf allen Gassen
lärmende Leute, betrunkene Massen.
Sie ziehn am Abend hinaus auf den Deich:
»Wir trutzen dir, blanker Hans, Nordseeteich!«
Und wie sie drohend die Fäuste ballen,
zieht leis aus dem Schlamm der Krake die Krallen.
Trutz, blanke Hans.



Die Wasser ebben, die Vögel ruhen,
der liebe Gott geht auf leisesten Schuhen.
Der Mond zieht am Himmel gelassen die Bahn,
belächelt der protzigen Rungholter Wahn.
Von Brasilien glänzt bis zu Norwegs Riffen
das Meer wie schlafender Stahl, der geschliffen.
Trutz, blanke Hans.



Und überall Friede, im Meer, in den Landen.
Plötzlich wie Ruf eines Raubtiers in Banden:
Das Scheusal wälzte sich, atmete tief
und schloß die Augen wieder und schlief.
Und rauschende, schwarze, langmähnige Wogen
kommen wie rasende Rosse geflogen.
Trutz, blanke Hans.



Ein einziger Schrei - die Stadt ist versunken,
und Hunderttausende sind ertrunken.
Wo gestern noch Lärm und lustiger Tisch,
schwamm andern Tags der stumme Fisch.
Heut bin ich über Rungholt gefahren,
die Stadt ging unter vor fünfhundert Jahren.
Trutz, blanke Hans?

Vertont und gesungen hat es Achim Reichel.

Wenn ich das höre, läuft mir jedesmal die Gänsehaut über den Rücken.



--
woelfin
longtime
longtime
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Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von longtime
als Antwort auf Drachenmutter vom 11.08.2009, 09:03:07
Fontanes "Herr von Ribbeck ..." lohnt sich nicht nur in Achim Reichels Vortrag - s. TIPP:

sondern auch in dieser Fassung:

"Herr von Ribbeck..." - Vortrag


--
longtime

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