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PC-Expertenforum Wenn schon Daten in der "Cloud", dann lieber in der eigenen

det
det
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Wenn schon Daten in der "Cloud", dann lieber in der eigenen
geschrieben von det
Im neuesten Heft der Computerzeitung c't geht es u.a. darum, wie man seine eigene Cloud einrichten kann, um seine Daten überall verfügbar zu haben, sie aber trotzdem nicht einem Provider anvertrauen muß. Die vorgestellte Lösung heißt "Owncloud" und ist ein Open-Source-Produkt zum Betreiben eines eigenen Cloud-Servers. Es gibt zwar sichere Systeme wie Boxcryptor, um Daten bei Dropbox oder in der Apple-Cloud transparent zu verschlüsseln, trotzdem muß man sie dem jeweiligen Betreiber anvertrauen.

Wem das nicht sicher genaug ist, für den bietet Owncloud eine Lösung, um seinen eigenen Cloud-Server zu Hause auf einem Mini-PC oder sogar einem Raspberry-Pi zu betreiben.
Diese Lösung setzt allerdings eine ausreichend schnelle Internetverbindung voraus und die hat nicht jeder. Als Alternative kann man bei einem Provider einen Webspace mieten, der lediglich PHP bieten muß, denn Owncloud ist eine in PHP geschriebene Anwendung.

Was ich hier beschreibe ist natürlich keine Lösung für jedermann, denn sie setzt Hard- und Softwarekenntnisse voraus. Wer die allerdings mitbringt und zusätzlich noch Lust am Basteln hat, dem bietet sich hiermit ein schönes Projekt an.

Deine Cloud - Was Owncloud kann und wie Sie starten (kostenpflichtiger Artikel in der c't)

Anleitung zur Installation von Owncloud auf einem Webspace (hier Strato) (Blogbeitrag beim Schockwellenreiter)

Viel Spaß beim Experimentieren

det
digi
digi
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Re: Wenn schon Daten in der "Cloud", dann lieber in der eigenen
geschrieben von digi
als Antwort auf det vom 23.09.2014, 16:01:57
test
ionas
ionas
Mitglied

Re: Wenn schon Daten in der "Cloud", dann lieber in der eigenen
geschrieben von ionas
Hallo det,

dies ist in der Tat ein super spannendes und aktuelles Thema.

Wer will angesichts dieser Tatsachen noch seine digitalen Daten in den Clouds kommerzieller Anbieter ablegen:
* Die amerikanischen Sicherheitsbehörden haben, dank weitreichender gesetzlicher Ermächtigung, mehr oder weniger direkten Zugang auf die Speichern von Apple, Google, Dropbox und Co.
* Google, Facebook und Co. durchsucht die Email-Accounts, die persönlichen Eintrage und Daten und kann darauf Persönlichkeits- und Bewegungsprofile erstellen.
* Das deutsche Telekommunikationsgesetz (§110 TKM) schreibt es auch deutschen Cloud-Anbietern vor, ein Hintertürchen offen zu halten, damit - im Falle eines Verdacht - die privaten Daten durch Strafverfolgungsbehörden ausgeschnüffelt werden können.

Was angesichts dieser Situation zu tun ist, ist ziemlich klar: Raus aus den kommerziellen Clouds und her mit der privaten Cloud. Nur: Der Weg dorthin ist steinig und beschwerlich. Jeder der mal selber versucht hat, eine private Cloud (mittels ownCloud oder ähnlicher Software) einzurichten, weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt. Ein Network-Attached Storage (NAS) ist auch nicht der Stein der Weisen, denn ein NAS synchronisiert ausschliesslich Dateien und Ordner, nicht aber Kalender- und Kontaktdaten sowie weitere Daten und Einstellungen. Ausserdem tauscht man mit einem NAS regelmässig die Abhängigkeit von einem kommerziellen Dienstleister durch die von einem anderen Anbieter aus. (Hintergrund: Das NAS hängt ja für gewöhnlich hinter dem privaten Router. Damit Zugriffe von außen auf das NAS möglich werden, wird der Traffic über die Server der NAS-Anbieter geroutet.)

Wenn also weder NAS noch ownCloud für den Durchschnittcomputernutzer Optionen sind, was dann? Ich halte drei Projekte für besonders spannend:
1.) Die Sher.ly - Box: Ein "crowdgefundetes" private cloud-Projekt aus den USA Sherlybox
2.) Der ionas-Server: Der ionas-Server ist die erste käuflich verfügbare sichere, offene, plattformübergreifend, persönliche Cloud-Lösung für "Jedermann" ionas-Server (Disclaimer: Ich bin einer der Firmengesellschafter)
3.) Qabel: Ein openSource-Projekt, welches von der Firma Praemandatum aus Hannover vorangetrieben wird. Die Qabel-Initiative hat das Ziel, ein "schlüsselfertiges Ökosystem mit inhärentem, echtem Datenschutz" zu sein Qabel. Ich selber habe das Projekt Qabel mit einer Spende unterstützt, weil ich den Ansatz goldrichtig finde.

Bin gespannt auf Deine Meinung.

Viele Grüsse,
Ralf
www.ionas.com

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det
det
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Re: Wenn schon Daten in der "Cloud", dann lieber in der eigenen
geschrieben von det
als Antwort auf ionas vom 30.10.2014, 19:45:23
Hallo Ralf,

mir gefällt die Idee einer Appliance wie dem ionas-Server recht gut. Damit können auch Nicht-Techniker kostengünstig eine Online-Lösung zur Synchronisation von Daten aufbauen. Eurer Argumentation gegen ein NAS für diese Zwecke vermag ich allerdings nicht ganz zu folgen. Meine QNAP-Box zum Beispiel kann nicht nur Dateien synchronisieren, sondern bietet auch Webserver, sogar mit Joomla, Drupal oder Wordpress, und man kann auch owncloud installieren. (Wenn man dann die Box noch in eine DMZ hängt, dann ist man auch auf der sicheren Seite. Der versierte Bastler greift dann zu IPCop )

Aber natürlich habt Ihr Recht, daß das keine Lösung für den Normalbürger ist. Nur wird der Normalbürger auch eine Appliance brauchen, die ihm die Synchronisationsmöglichkeit bietet? Einen kleinen Schwachpunkt sehe darin, daß ihr zwar ein "geschlossenes" System anbietet, Otto Normalbürger das aber im Normalfall nicht selbst administrieren kann und deshalb doch wieder Fremden, in diesem Fall Euch, Zugang zu seinem System gewähren muß. Vielleicht wäre es bei entsprechender Nachfrage eine Zukunftsidee, ein GUI für die Konfiguration zu entwickeln, mit dem der besagte Normaluser seine Appliance komplett selbst installieren kann - im Prinzip so etwas wie die Community-Version von Zentyal.

Auf jeden Fall wünsche ich Euch viel Glück mit Eurer Geschäftsidee.

det
ionas
ionas
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Re: Wenn schon Daten in der "Cloud", dann lieber in der eigenen
geschrieben von ionas
als Antwort auf det vom 31.10.2014, 16:06:13
Hallo det,

vielen Dank für Deine guten Wünsche. Wir freuen uns, wenn Du den Ansatz des ionas-Servers interessant findest. Du hast absolut recht, das Produkt (ebenso wie z.B. die Sherlybox aus den USA) richtet sich zuallererst an Computer-Laien, die mit der Einrichtung einer eigenen Synchronisationslösung (sei dies nun auf Basis von ownCloud oder etwas anderem) überfordert sind oder sich nicht zuerst zum IT-Experten fortbilden wollen, bevor sie Ihre Daten aus der kommerziellen in eine private Cloud umziehen. Für Personen wie Dich, die einen reichen Wissens- und Erfahrungsschatz mitbringen, ist es natürlich weniger attraktiv. Wobei es auch in solchen Fällen interessant sein kann, weil man ein komplett vorkonfiguriertes System bekommt, welches innerhalb von wenigen Minuten konfigurieren lässt. Die aufwändig Kompletteinrichtung "auf der grünen Wiese" entfällt damit. (Die versierten Nutzer können auch das Root-Passwort des Linux-Systems erhalten und dann machen, was Sie wollen.)

Eine Frage vorab: Hast Du auf Deinem NAS ownCloud installiert? Bist Du zufrieden? Ich frage, weil ich nur eine (computerversierte) Person in meinem unmittelbaren Kreis kenne, die dies probiert hat. Nach 2 durchgemachten Nächten lief dann das System, aber so ganz problemlos ist es immer noch nicht. Ein Leserbrief in der jüngsten CT zeigt auch, dass dies wohl kein Einzelfall ist. Daher bin ich an Deiner Erfahrung interessiert.

Nun zurück: Der Vergleich zwischen dem ionas-Server/der Sherlybox mit einem typischen NAS ist natürlich naheliegend. Zum einen, da die ehemals ziemlich monofunktionalen NAS in den letzten Jahren massiv an Funktionsumfang zugelegt haben. Zum anderen da die Hersteller immer breiter ihre Produkte bewerben. Der Werbespot von Western Digital für die MyCloud zur besten Sendezeit ist bestes Beispiel dafür.

Wir sehen bei den derzeit verfügbaren NAS primär zwei Nachteile:
1. Die Startseite der Geräte mag zwar noch recht übersichtlich sein (ein Beispiel für ein QNAP-NAS ist hier: www.ionas-server.com/public/nas_adminbereiche/qnap_details.png), aber sobald man in einen der Menüpunkte abspringt, wird man bombardiert mit Fachbegriffen (hier ein solches Menü für das gleiche QNAP-NAS: www.ionas-server.com/public/nas_adminbereiche/qnap_details.png). Welcher Computer-Laie kann schon was mit Begriffen wie Domain Controller, Quota, FTP, DLNA Media Server, LDAP, SMB, WebDAV ... etwas anfangen? In dem Fall muss dann doch wieder die technische Hotline des Herstellers kontaktiert werden, was im Fall von QNAP mit €1,49 zu Buche schlägt.
2. Bei vielen NAS muss man zusätzliche Ports am Router freigeben, um auch von ausserhalb des Heimnetzwerks Zugriff auf die Daten des NAS zu haben. Dies sollte aus Sicherheitsgründen selbstverständlich zu weit wie möglich unterbleiben. Alternativ muss man sich bei einem Dienst des NAS-Herstellers anmelden. Dies jedoch macht jede private Cloud per Definition schon mal deutlich weniger privat.

Dass ein Produkt wie der ionas-Server nicht die Eierlegendewollmilchsau ist, wollen wir dabei gar nicht verheimlichen. Der Tatsache, dass Sicherheit und Komfort bei der Einwicklung einem Zielkonflikt unterliegt, kann sich niemand entziehen. Wir hoffen aber, dass wir mit dem ionas-Server eine Lösung anbieten, die den Bedürfnissen einiger Menschen entspricht.

Das System wir beim Nutzer normalerweise innerhalb von 20-30min endkonfiguriert. Dann läuft es stabil mit den gewünschten Funktionen. Ein Dank an die Vorkonfiguration! Extrakosten fallen dafür nicht an. Im Rahmen der individuellen Einrichtung kann auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers eingegangen werden.

Auch ist wichtig zu erwähnen, dass zahlreiche Einstellungen durchaus direkt vom Nutzer konfiguriert werden können. Der ionas-Server ist somit kein komplett geschlossenes System. Grundlegende Einstellungen wie z.B. ein weiterer Benutzer für die Synchronisation oder ein weiterer Synchronisationsordner kann selbst und ohne externe Hilfe angelegt werden. (Eine GUI für weitere Basisfunktionen ist übrigens schon in der Planung.)

Viele Grüsse,
Ralf
www.ionas.com
det
det
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Re: Wenn schon Daten in der "Cloud", dann lieber in der eigenen
geschrieben von det
als Antwort auf ionas vom 03.11.2014, 13:37:16
Hi Ralf,

nee, owncloud auf dem QNAP habe ich mir mal angesehen, aber es hat mich nicht wirklich interessiert. Falls ich mich dazu aufraffen könnte, dann würde ich versuchen, es auf einem Webspace zu installieren. Aber in einer reinen Apple-Umgebung, da läuft die Synchronisation eh über die iCloud. Klar, da haben die Schnüffler garantiert die Nase drin, trotz allen Gejammers, daß sie bei iOS 8 keinen Zugriff mehr hätten. Vielleicht finde ich eine Möglichkeit, Adressbuch und Kalender durch Boxcryptor in die iCloud zu leiten, dann könnte ich den Schnüfflern doch wieder 'ne Nase drehen.

Mit den modernen NAS-Systemen stimme ich deiner Kritik voll und ganz zu. Ich wollte nur eine Box mit 4 Platten, die Samba mit AFP, SMB und vielleicht Time Machine beherrscht, weil ich zu faul war, mich beim Eigenbau in die Tricks zum Stromsparen einzuarbeiten. Statt der gewünschten Funktionen bekam ich eine Kiste, die außer Kaffee kochen und Kinder kriegen so ziemlich alles anbietet. Ich kann mir schon vorstellen, wie Otto Normaluser bei so etwas 'ne Krise bekommt. Zumal ich es gewagt finden würde, eine Box mit einem recht schmalbrüstigen ARM-Prozessor mit einem Sack voll Apps in Betrieb zu nehmen.

Trotz der geäußerten Vorbehalte finde ich Eure Idee des ionas-Servers ansprechend. Vielleicht kommen wir mal ins Geschäft. Ich habe immer weniger Lust, selbst zu basteln.

det

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