Forum Allgemeine Themen Plaudereien Abenteuer "Einhüten"

Plaudereien Abenteuer "Einhüten"

Medea
Medea
Mitglied

Abenteuer "Einhüten"
geschrieben von Medea
Die "kleine Familie" verbrachte die wohlverdienten Ferien auf Kreta, ich hatte mich bereiterklärt, gemeinsam mit meiner Schwester
Lilly (die rote Katze), Haus und Garten zu hüten, damit die vier einen sorglosen Urlaub verbringen konnten. Das ist normalerweise kein Problem, denn ich mache es ja öfter. Doch dieses Mal war es anders. Ich hatte nicht mit den vielen elektrischen Neuanschaffungen gerechnet.

Es begann gleich mit dem Kühlschrank, der kurze Zeit nach dem Öffnen energisch zu piepen begann und den ich
sogleich vor Schrecken wieder schloß -

dann sah ich eine wunderbar blanke italienische Kaffeemaschine mit Aufschäumer und frisch zu mahlenden Bohnen, wie um himmelswillen war die ingangzusetzen? -

irgendwo klingelte das Telefon, eins von dreien, aber wo standen die? - aha: Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Küche -
ein völlig anderes Modell als mein bewährtes, die besprochene Nachricht ließ sich nicht herauslocken -
verdammich aber auch -

ich wollte den Herd einweihen, um Kaffeewasser zu kochen,
aber es gab nirgends meine mir vertrauten Schalter für die Platten, dafür aber auf der linken Seite geheimnisvolle Symbole, die ich nicht zu drücken wagte.
Ich entdeckte in einem Schrank den guten alten Schnellwasserkocher, so konnte ich den mitgebrachten Nescafe Gold aufbrühen. -

Im Wohnzimmer lagen gleich vier! Fernbedienungen auf dem Tisch - Herrschaftszeiten, ich versuchte den TV anzustellen, nix ging, allerdings stand auf der beigen "Fenster", aha die war zum Öffnen für das große Fenster gedacht,

die andere mit den roten Knöpfen gehörte zu dem roten Kasten, dem modernen Radio, übrig blieben die beiden
für den Fernseher. -

Nun, glaubt es oder nicht, es war nicht hinzukriegen, Bild oder Ton zu produzieren, mein Besuch am nächsten Tag
in einem Elektrofachgeschäft, dem ich die Dinger zeigte,
konnte auch nicht weiterhelfen.

So blieben wir ohne die "Nachrichten aus aller Welt" und es hat nicht geschadet, denn Bücher gab es genug.

Immerhin gelang es mir, die chromblitzende Dusche zu bedienen, doch fast hätte ich mich an dem kochenden Wasser verbrannt.

Ich fand ein altes kleines Radio vor Olims Zeiten mit Batterie, mir sehr vertraut - das Wetter war herrlich,
die Nachmittage und Abende auf der großen Terrasse ebenfalls, der knorrige Apfelbaum trug rote Früchte
- es ging uns prächtig -

und zu guter Letzt habe ich durch berühren und herumexperimentieren mit den Symbolen
auch noch den Herd zum Kochen gebracht ....... .

Das nächste laute Piepen zeigte an, daß der Geschirrspüler und der Wäschetrockner seine Arbeit getan hatten ..... -

Auf mein nächstes "Einhüten" bin ich schon gespannt,
wer weiß, was mich dann wieder erwartet - gg -


Entschuldigt bitte die Länge dieses Berichtes -

vielleicht hat die eine oder der andere auch "spezielle" Erfahrungen beim "Einhüten" gemacht und mag davon erzählen.

Medea.
olga64
olga64
Mitglied

Re: Abenteuer "Einhüten"
geschrieben von olga64
als Antwort auf Medea vom 08.09.2011, 15:30:31
Arme Medea - das war ja ein richtiger Abenteuer-Urlaub!
Ich hüte auch gerne Ferienwohnungen z.B. auf Mallorca ein. Um gegen solche Dinge gewappnet zu sein, lassen mir meine Freunde die Gebrauchsanleitungen da - da ich ausserdem über einige dieser modernen Geräte selbst verfüge und immer gerne etwas ausprobiere (ohne grosse Angst) klappt dies meist auch; wenn nicht frage ich Nachbarn, die ich auch seit Jahren kenne.
In dem Gästeappartment, das ich bewohnen darf, gibt es noch die älteren Utensilien, insbesondere in der Küche, damit ich nicht auf den von mir sehr verhassten Nescafe ausweichen muss. Und für alle Fälle - es gibt ja Restaurants, dann bleibt die hochmoderne Küche halt kalt. Olga
Medea
Medea
Mitglied

Re: Abenteuer "Einhüten"
geschrieben von Medea
als Antwort auf olga64 vom 08.09.2011, 15:48:26
Nescafe liebe Olga ist auch bei mir nur notfallbedingt - gg
Aber ich fand eine wunderbare Glaskanne mit einem "Runterdrücker" des gemahlenen und kochend aufgebrühten Kaffees, sah auch noch attraktiv auf dem Tisch aus,
aus Studentenzeiten - und der morgendliche und nachmittägliche Kaffeegenuß war gerettet.

Ein besonderes Schmankerl war auch das Weinfest in Unkel am Rhein und die Spaziergänge im Siebengebirge.

Medea.


Anzeige

olga64
olga64
Mitglied

Re: Abenteuer "Einhüten"
geschrieben von olga64
als Antwort auf Medea vom 08.09.2011, 15:58:05
Diese Kannen kenne ich auch noch - ich konnte sie irgendwie nie bedienen und hatte immer den Kaffeesatz im Mund; zu meinen Studenten-/WG-Zeiten hatten wir die versiffte, silberne Espresso-Kanne, die wahres dunkelschwarzes Gift ausströmte (auch mit solchen Geräuschen). Im Alter habe ich mir einen Kaffeeautomaten zugelegt und freue mich täglich mehrmals über dessen Arbeit. Ciao Olga
digizar
digizar
Mitglied

Re: Abenteuer "Einhüten"
geschrieben von digizar
Das erste, was mir bei einem Besuch passierte (wo, spielt keine Rolle, aber ich glänzte dort im vroaus als Technikfreak) war:

"Machma den Fernseher an."
Das ging schnell, zu schnell; denn mit nur ein paar Handgriffen waren ALLE SENDEREINSTELLUNGEN WEG, und der Weg zur Schüssel war auch nicht mehr zu finden.
Das lag wohl daran, daß die Anlage auch simples Radio spielen konnte?
Das ging nach meiner wirklich einschneidenden Aktion auch nicht mehr.

Es kam der lokale TV-Experte.

Blamage total.
So geht es, wenn man kein TV hat.
Von dem Schnullikram hab ich nicht die Bohne Ahnung.
Und ich will auch nicht.

Es gibt den Spruch:
Je dicker die Bedienungsanleitung, desto beschissener das Gerät.
Nun gibt es bei Windows standard keine Bedienungsanleitung;
eben weil das auch ohne die selbige besch.... ist.
eleisa
eleisa
Mitglied

Re: Abenteuer "Einhüten"
geschrieben von eleisa
als Antwort auf Medea vom 08.09.2011, 15:30:31

Vor vielen Jahren hüteten wir drei Wochen ein Haus mit Hund.
Unser kleiner Sohn tobte draußen mit dem Hund Stöckchen werfen. Plötzlich lautes
Hundegewimmere der Hund hatte ein Stück in seinem Halse festsitzen und wir
trauten uns nicht an seine Schnauze.
Wir haben dann einen Tierarzt angerufen - der hat mit einem gekonnten Griff
das Stück aus dem Rachen entfernt.
Das war Stress pur...

Eleisa

Anzeige