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Plaudereien Club der Nightwriter und Nightreader

Tine1948
Tine1948
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Tine1948
als Antwort auf old_go vom 16.01.2018, 00:00:07

Liebe Gudrun, ich hab geweint. Das war sooo lieb von dir und hat mich sehr berührt- Danke, Barbara

Tine1948
Tine1948
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Tine1948
als Antwort auf Roxanna vom 12.01.2018, 21:01:22

Wie es dir , Bruny, geht, möchte ich fragen,
Gehts dir schlecht und hats dir die Sprache verschlagen?
Alle guten Wünsche schicke ich dir und hör der Eulen Frage:
Wenns dir besser geht, dann schnell eine grosse Ansage
Das Eulennest ist ohne dich nicht wirklich warm
Wir verharren in traurigem Harm

Drum: Jetzt (fast) ohne Reim: Wie geht es dir? 
Alle guten Wünsche für deine Gesundheit schicken wir dir

Die Tine, und sie denkt: das Eulennest ist ohne dich soo leeeeeeer. 

johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Montag 15.1.
Am Morgen - es regnet, alles ist grau. Wir wollen weiter. Eigentlich ist Griechenland für Autofahrer ein teures Land. Die Autobahngebühr beträgt bis jetzt schon ca. €45.- und wir sind bereits nach Patras auf der Höhe von Kamares von der Autobahn abgefahren.
Doch zuerst fuhren wir bereits viel früher auf die Nebenstrassen ab, weil wir Gasflaschen füllen lassen wollten. In einem kleinen Ort hielten wir bei einer Kirche an - der Kirchplatz war gross genug. Dann überquerten wir die Strasse und betraten einen kleinen Laden. Wir erkannten ihn auch nur, weil vor der Tür Steigen mit Obst und Gemüse war. In diesem Laden sah ich frisches Brot, suchte vergeblich Tee. Aber sie hatten Obst und Gemüse. Uwe fragte nach Gas. Die Frau zeigte ihm eine kleine Flasche. Uwe hatte vorher die grandiose Idee, die Gasflaschen des Wohnwagens zu fotografieren, jetzt deutete er ihr auch noch die Größe an.
Die Frau verschwand im rückwärtigen Teil und kam mit ihrem Mann wieder. Nach einem kurzen Wortwechsel mit Händen und Füssen schnappte sich der Mann einen Schraubenschlüssel und ging mit Uwe zum Wohnwagen. Uwe suchte die Adapter heraus, dann ging es wieder in den Laden. Der Adapter, die Anschlüsse, alles passte. Wir kauften eine volle Gasflasche. Jetzt waren wir nach griechischem Standard damit voll ausgerüstet. Obendrein hatte ich bereits die grosse Tüte mit Abfall (Trockenklo) entsorgt. Uwe meinte dann, jetzt nur noch eine frische Einstreu, dann ist der Stall wieder in Ordnung. Wir lachten über diesen Ausspruch. Vorräte an Obst und Brot waren auch aufgefüllt. Der kleine Laden wurde von Obi zu Opi umbenannt, denn wenn erst etwas unmöglich erscheint dann kommt Opi und richtet es bis es passt. Das war schon in Slano so, als wir mit Opi die Geschäfte wegen dem Standplatz des Caravan klar machten.
Bei einem der seltenen Rasthöfe an der Autobahn tranken wir einen Tee. Der Tee wurde in jeweils zwei Bechern abgefüllt. Einen der Becher nahm Uwe mit um sich im Waschraum die Zähne zu putzen. Ich nahm dazu beide Hände. Man muss die Gelegenheiten nutzen, wann immer sie sich bieten. Die Toilettennutzung in Griechenland ist gewöhnungsbedürftig. Egal ob grosses oder kleines Geschäft das Papier muss separat entsorgt werden und gehört nicht in die Toilette.
Bei Diakopto fanden wir dann einen Standplatz direkt am Strand. Weit und breit keine Menschenseele obwohl hier ein Haus neben dem anderen steht. Alles ist auf Sommerbetrieb eingerichtet. So dachten wir…….Uwe fielen dagegen wieder sofort einige Dinge auf. Wo sonst kann man sich treffen, wenn nicht an einem langen Strandabschnitt! Poppen.de lässt grüssen….lol
Der weitere Tag war erst einmal Regenpause. Erst am Abend konnten wir einen Strandspaziergang unternehmen. Der Kieselstrand ist sehr sauber, kein Plastikmüll zu sehen. Und später als wir gemütlich im warmen Wagen sassen wurde diese Strandallee als Rennstrecke von kleinen Möchtegern-Schumis genutzt. Die vielen herrenlosen Katzen die hier herumstreifen leben gefährlich.


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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Dienstag 16.1.
Heute morgen wachten wir mit Sonnenschein auf. Auch der Wind erschien uns nicht mehr so kalt. Wir hatten uns für den heutigen Tag die Besichtigung eines Klosters vorgenommen. Ein Kloster welches teilweise in den Fels hineingebaut wurde und ein Museum besitzt. Da TomTom diesen Wallfahrtsort nicht kennt, gab ich am gestrigen Abend den Ortsnamen ein, der diesem Ausflugsziel am nächsten liegt. Wenn es hier nur vernünftige Strassenkarten geben würde, wäre das schon die halbe Miete.
Das schöne Wetter muss man ausnutzen, also machten wir uns schnell fertig für die Abfahrt. Strassenkarte hatte ich im Wohnwagen liegen gelassen und auch vergessen aufzuschreiben in welchem Ort wir den Wohnwagen am Strand zurück gelassen haben. Zuerst machte mich dieser Fehler sehr nervös, doch dann genoss ich die Fahrt. Enge Serpentinen, steile Abhänge, waldbewachsene Schluchten und immer wieder ein grossartiger Rundumblick auf den Golf von Korinth. Wasserleitungen, die auf den Feldern verlegt sind sieht man über weite Strecken. Wo immer genug Platz ist, stehen Bienenstöcke. Honig wird hier sehr viel verkauft und verarbeitet. Zu dem Bergdorf welches wir ansteuerten, führt auch eine Eisenbahnstrecke. Manchmal sieht man für eine kurze Zeit das Gleisbett. An den Berghängen sieht man wo Erdrutsche zu Tal donnerten, ein Teil einer Asphaltstraße war abgebrochen. Der gestrige Regen war sicherlich im Bergland heftiger, denn wir sahen auch entwurzelte Bäume. Sie fanden in dem abrutschenden  Erdreich mit den Wurzeln keinen Halt mehr. Baumspitzen die durch Schneelast abgebrochen waren. Die Landschaft mag im Sonnenlicht zauberhaft sein, aber bei Regen, Sturm oder Schnee möchte ich hier bestimmt nicht leben. Wir sahen ca. 10 km vor unserem eigentlichen Ziel ein Restaurant. Ein Bus stand neben einigen anderen Autos auf dem Parkplatz. Da sah ich das Hinweisschild für das Kloster: mega spileo kalavrita.
Wir versuchten erst über die schmale Zufahrtsstraße hinauf zu fahren, entschieden uns dann aber für den Fussmarsch. Der letzte Abschnitt bis zum Eingang des Klosters waren dann noch einmal 65 stufen. Die Tür wird von zwei Löwen flankiert, bevor man den ersten Raum betritt. Hier ist in der Mitte ein abgesperrtes Rondell. Ein Taufbecken und dahinter ein Heiligenbild. Man geht über Marmortreppen in das nächste Stockwerk. Die Wände der grossen Räume sind über und über mit Bildern aus der Geschichte der Religionen  bemalt. Von diesem grossen Raum geht eine messingbeschlagene Tür zu einem Museum ab. bei dieser Tür sind alle Figuren aus dem Messing herausgearbeitet, Blumen und Ranken, Ziselierungen in feinster Arbeit und grosser Anzahl. In dem Museum sind nicht nur Bilder sondern auch andere Kostbarkeiten wie silberbeschlagene Bibeln und Gesangbücher ausgestellt. Man sieht wertvolle, prächtige Popegewänder. Auf Stoff gemaltes und gesticktes. Ein grosser Kelch mit einem Kreuz ist ausgestellt und dazu die Beschreibung welche aussagt, dass der Künstler 11 Jahre daran arbeitete, bevor er erblindete.
In einer Felsengrotte ist die Geburt Christi beleuchtet dargestellt sowie sein Leben. Bei dieser Grotte sieht man den ursprünglichen Felsen über den Köpfen.
Ein grossartiges Erlebnis diese Kostbarkeiten zu sehen. Wir waren Mal wieder ganz allein in dem Museum und der Museumswächter schloss den Raum nach unserem Besuch ab.
Nach dem Besuch des Klosters und einem guten Essen fuhren wir weiter in die nächste Ortschaft. In Kalavrita ist das meiste auf Fremdenverkehr ausgerichtet. Hier fand ich in einem Buchladen Schreibblöcke. Meine mitgenommen Reserven sind dahingehend langsam aufgebraucht.
Kalavrita hat eine schöne Kirche und ist Endstation einer Eisenbahn.
Auf dem Nachhauseweg füllten wir bei einem öffentlichen Wasserspeier - es war eher ein abgebrochener Brunnenkopf - unsere Wasservorräte auf. Am Wohnwagen angekommen sahen wir eine etwas rauhere See, die in Strandnähe eine Braunfärbung angenommen hatte. Der Wind rüttelte manchmal schon ganz heftig am Caravan.

johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Abenteuer Bahn
In Kalavryta sahen wir gestern die Endstation einer Bahnstrecke. Dieser Ort ist nicht nur als Hochburg darf Skibegeisterten  bekannt, sondern war auch mit der deutschen Geschichte auf schreckliche Weise verknüpft. Ganz in der Nähe gibt es ein grosses Mahnmal. Nicht die Platte mit den Namen, die wir gestern im Kloster Mega Spileo sahen, sondern etwas ausserhalb des Ortes. Dort ist dieses grosse Denkmal errichtet. Hier wurden im Dezember 1943 die Einwohner auf grausame Art fast gänzlich ausgerottet. Ein Buch welches ich heute in der Bahnstation anlesen konnte beschreibt die Erinnerungen eines Überlebenden dieses Massakers.
Doch zurück zu dieser Bahn, die mit einer Spurweite von 0,75 m als höchste Gebirgsbahn Griechenlands gilt und streckenweise als Zahnradbahn betrieben wird.
Von Kalavryta geht diese Bahnstrecke bis hinunter ans Meer nach Diakopto. Eine wunderschöne Strecke die teilweise nur mit einer Geschwindigkeit  von 6 km/h und 12 km/h befahren werden kann. Sie führt an engen Schluchten vorbei, führt durch schmale Felsentunnel hindurch und folgt in ihrem Verlauf dem Bett des Flusses Vouraikos. Zahllose kleine und grosse Wasserfälle kann man während der Fahrt sehen. Oft teilt sich der Fluss in mehrere Arme auf. Beim Betrachten des Flussverlaufs und der schäumenden Gischt kam mir unwillkürlich die Musik “Forellenquintett” in den Sinn. Felsbrocken, donnerndes herabströmendes Wasser, Baumstämme, das mehrfach geteilte Flussbett, das klare Wasser welches von den Bergen herab fliesst - alles passte dazu. Neben der Strecke Felswände, die auf der einen Seite hoch in den Himmel ragen, auf der anderen Seite den reissenden Fluss als Begleiter. Diese Bahn fügt sich der natürlichen Umwelt so harmonisch ein, als ob sie schon immer dort gewesen wäre. Die Konstruktionsweise besteht nur aus Holz und Stein, ist also selbst für die heutige Zeit absolut ökologisch. Eine nicht nur für damalige Zeit technische Meisterleistung. Die Bahn wurde von französischen Technikern gebaut und 1896 eingeweiht.
Wir fuhren die Strecke von Kalavryta bis Diakopto und mit dem nächsten Zug wieder zurück. Auch bei dieser zweiten Fahrt haben wir wieder neues entdeckt und waren aufs neue begeistert.
Es gibt Bahnstationen auf diesem Weg wo der Zug Passagiere aufnimmt. Auch beim Kloster Mega Spileo ist ein Halt. Der Zug fährt täglich mehrfach diese Strecke.
Nach unserer Rückkehr fanden wir eine neuere voll Zitronen und kauften einen Sack Orangen. Die Zitronen lagen einfach am Strassenrand. Aus den Orangen wurde Saft gepresst.
Ich muss sagen, wir leben gesund. Auch zweierlei Honig haben wir auf der Rückfahrt erstanden.
Bienenvölker, Olivenhaine, Zitronenbäume die übervoll mit Früchten beladen sind, Orangen und Mandarinenbäume die niemand aberntet und zu schätzen weiss. Ein Reichtum der Natur wohin man schaut.
Heute heult der Wind sehr kräftig, der Caravan wurde während unserer Abwesenheit vom Wind weitergeschoben. Unglaublich welche Kräfte hier am Meer herrschen.

CharlotteSusanne
CharlotteSusanne
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von CharlotteSusanne
als Antwort auf johanna vom 17.01.2018, 20:04:06

Liebe Johanna, vom 16.12.17 an hast Du uns bis heute 19 interessante, "plastische" und
humorvolle Reiseberichte zukommen lassen ! Hab herzlichen Dank dafür !

Ich hoffe ja, daß noch mal so viele mindestens dazu kommen, denn ich glaube, Ihr seid ja noch
bis Februar unterwegs, wozu ich Euch  vor allem ALLZEIT GUTE FAHRT wünsche.

Ich habe einen kurzen Clip mit dem Forellenquintett gefunden und will Dir damit ein klein wenig
danken ! Wünsche Euch weiterhin alles Gute !
 


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CharlotteSusanne
CharlotteSusanne
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von CharlotteSusanne
als Antwort auf CharlotteSusanne vom 17.01.2018, 23:34:22

Habe mal geguckt, wie das Kloster im Felsen so aussieht.  Sehr beeindruckend !
Liebe Grüße an Johanna und alle, die das Eulennest anfliegen !
 





Tine1948
Tine1948
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RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Tine1948
als Antwort auf CharlotteSusanne vom 17.01.2018, 23:34:22

Da möchte ich mich mit meinem Dank anschliessen, liebe Johanna. Es ist jeden Abend spannend, zu erfahren, was du erlebst. Danke auch für das Forellenquintett, Charlotte. Und nun noch liebe Grüsse an Bruny, die diesen Nachtort eröffnet hat. Bruny, ich hoffe, es geht dir besser und die Eulen sind bald hier mit dir wieder vereint. Justus überlegt schon mal, ob dir Wein guttut, oder soll ich dir einen Hexentee brauen? Wir halten dir das Eulennest frei, auch stellen wir gerne einen Heilpraktiker oder einen Doc zur Verfügung, wir werden schon einen finden. Auf jeden Fall all unsere Fürsorge, wir wissen ja, du kannst das auch selber ....aber die Hoffnung ist, dass wir deinen Flügelschlag bald wieder hören und dann wieder hier landest. Ich denke, ich darf das für alle Eulen sagen, und sag es jetzt auch von mir. Die Tine

johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Donnerstag 18.1.
Die Umkehr
Gestern fanden wir eine Wäscherei - es war Mal wieder Zeit, Betten frisch zu beziehen und vor allen Dingen persönliche Kleidung zu waschen oder waschen zu lassen. Wir haben zwar viel zu viele Klamotten mitgenommen, aber wenn zwei Beutel voll Wäsche vorhanden sind kann man das waschen nicht mehr auf die lange Bank schieben. Die Dame hat nach eigenen Aussagen den Betrieb nicht jeden Tag geöffnet, aber heute wollte sie ihre Maschinen laufen lassen. Ab acht bis neun Uhr würde sie anwesend sein.  Unser Aufbruch heute morgen kam einer Flucht gleich. Die ganze Nacht hatte der stürmische Wind am Caravan gezerrt und gerüttelt. Als wir gestern spät nachmittags von unserem Ausflug zurück kamen, war der Caravan trotz der zwischen den Rädern gelegten Holzblöcke um einige Meter verschoben. Die Nacht über konnte Uwe kaum schlafen, weil er ständig auf die donnernden Geräusche hörte. Das wackeln des Caravans war trotz ausgefahrenen Stützen und dem anhängen am Auto besorgniserregend. Wir bekamen ständig volle Breitseite aus Richtung Meer ab.
Die beiden Wäschesäcke sowie die Bettwäsche lieferten wir in der Wäscherei ab und fragten die Besitzerin nach einem Campingplatz. Keine Chance  - alle näheren Campingplätze sind geschlossen. Winterpause. Als wir ihr von unserem bisherigen Standplatz am Meer erzählten, rollte sie erschreckt die Augen. Aber als ich ihr erklärte, dass wir bald lernen konnten zu fliegen, lachte sie über meine Gesten.
Nach der Wäscherei suchten wir erst einmal einen ruhigeren, windstillen Platz für den Tag, denn wir hatten auf einer Karte etwas von einem See in einer Höhle gelesen. Lake cave wollten wir uns noch ansehen, bevor wir diese Gegend verlassen.
Auf dem Weg nach Kalavryta fanden wir direkt neben der Durchgangs-/Hauptverkehrsstraße einen etwas breiteren Streifen, den man mit viel guten Willen als Parkplatz bezeichnen könnte. Hier stellten wir den verschlossenen Wohnwagen ab. Mit dem Auto fuhren wir weiter Richtung Kalavryta. TomTom kennt Lake cave nicht, also fragte ich bei einer Tankstelle hinter dem Ort nach dem Weg. Verfahren….. zurück und eine andere Strasse suchen. In einer Apotheke erhielt ich dann eine genaue Beschreibung, aber wieder einmal haben wir beide ein Schild übersehen. Griechisches Alphabet ist nicht einfach und englische Bezeichnung nicht überall vermerkt. Mit Google Maps fanden wir den Weg - aber was für Strassen!! Eng, holprig, Schlaglöcher sind die Normalität, Steine die auf die Strasse rollen bleiben liegen - Spitzkehren. Mit Caravan zu fahren eine Unmöglichkeit. Wir kamen zur Hauptstrasse, die sich immer weiter ins Gebirge zu einem Skigebiet hoch schraubt. Es wurde kälter. Die Sicht in die verschiedenen Schluchten, auf die schneebedeckten Gipfel atemberaubend.
Dann fing es an, Schnee auf der Straße, es wurde glatt und rutschig und als wir auf der Höhe ankamen, standen Autos quer durcheinander. Manche Autos mit durchdrehenden Reifen versuchten etwas an Höhe zu gewinnen. Fahrer legten ihren Autos Schneeketten an, denn ohne war kein weiterkommen für sie. Ein Autofahrer versperrte mit durchdrehenden Rädern die Strasse so, dass Uwe nur mit Mühe vorbeikam. Uwe stieg aus, sah dass dieser Autofahrer ziemlich hilflos bei seinem Wagen stand. Sommerreifen zu haben wenn man in ein Skigebiet fahren will ist gefährliche Dummheit! Uwe holte aus dem Auto ein Abschleppseil und musste diesem Autobesitzer erst erklären wo und wie man das Abschleppseil befestigt. Dabei war dieser Autobesitzer so stolz auf sein deutsches Auto. Uwe schaltete den Allradantrieb ein, zog das Auto bis zur Passhöhe, damit die Strasse nicht noch länger versperrt und den nachfolgenden Fahrern der Schwung genommen wird. Dann fuhren wir weiter.
Es sollten bis Lake cave noch weitere 12 km - ca. 40 Minuten Fahrtzeit sein. An der Zeitangabe kann man den Zustand der Strassen ermessen.
Doch als wir weiter fuhren sahen wir, wie vereist die Straße war und waren einhellig der Meinung,dass es uns das nicht wert ist. Auf so einer vereisten und auch teilweise durch Steinschlag “verzierten” Strasse zu einer Höhle zu fahren. Die ja evtl dann auch noch wegen der Wintersaison geschlossen sein kann.
Also kehrten wir um, fuhren langsam zurück und schlugen den Weg durch die zerklüftete Bergwelt ein. Die Straßen wie gehabt, Schlaglöcher, schmal mit teilweise umgestürzten Bäumen am Strassenrand. Ein grosser Schneepflug schob das herabgefallene Erdreich samt Steinen einfach über den Rand der Strasse, fertig war die Strassenreinigung. Auf der anderen Seite des Berges hatten wir später eine herrliche Aussicht auf vereinzelte Gehöfte, Schafställe die aus allem, was man findet und benutzen kann, gebaut sind. Man sieht in der Ferne schneebedeckte Gipfel und auf der anderen Seite das Meer.
Den halben Tag haben wir mit dieser ca. 90 km langen Rundfahrt verbracht und waren immer wieder über die unterschiedlichen  Berg-/Talformationen die sich nach jeder Kurve zeigten begeistert.
Gebaut wird überall - neue Strommasten werden an den unmöglichsten Stellen gesetzt. Auch die Wäschereibesitzerin arbeitet heute bis abends halb neun. Manche Tage wenn viel zu tun ist auch bis 23 Uhr, besonders in der Saison. Es gab an der von uns abgefahrenen Strecke viele kleine Läden, die sicher alle ihr Auskommen haben. An einem Laden sahen wir eine Werbung von Edeka…..
Unser jetziger Platz taugt nur für eine Nacht, dann werden wir weiter fahren.

johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Freitag 19.1.
Geschäfte mit Omi
Gestern Abend suchte ich im Netz den Campingplatz Akrata. Wenn man bei Google Liste der Campingplätze in Griechenland eingibt steht dieser gleich an erster Stelle. Nur eine Adresse ist nicht auszumachen. Die schlechte Internetverbindung brachte mich nahezu zum verzweifeln. Ich hatte auch keine Chance Mails mit Tagesbericht zu verschicken. Mein web.de gab den Geist auf und verschwand auch auf unerklärliche  Weise  von meinem Smartphone. Mit hot-spot-verbindung zu meinem Tablet war wegen unseres geschützten Nachtplatzes in der Bergregion auch nicht zu rechnen. Sogar die einheimischen Fahrer meiden nachts diese Hauptverkehrsstraße in die Berge nach Kalavryta. So dunkel und so ruhig hatten wir bisher noch keine Nacht gestanden.
Uwe hatte zwar am Tag einen Wasserkanister aufgefüllt, aber zum trinken und kochen war das Nass absolut nicht geeignet. Unser Resümee: sauberes Wasser ist ein kostbares Gut! Und wie verschwenderisch und sorglos geht man damit in Deutschland um. Ich nehme mich damit nicht aus. Eines habe ich aber aus dieser Fahrt gelernt: nichts als selbstverständlich hinzunehmen, dankbar zu sein für die täglichen Dinge, seien sie auch noch so gering. Auch eine stets zur Verfügung stehende saubere Toilette gehört dazu. Man glaubt nicht, wie wichtig es ist, das Verdaute entsorgen zu können.
Nachdem wir alles gut verstaut und fest gezurrt hatten, fuhren wir auf der Küstenstraße Richtung Xilokastro bis Kiato weiter. In Xilokastro der erste wirklich grosse Supermarkt in welchem wir in Griechenland einkauften. Ein Angebot wie bei einem kleinen Edeka oder Lidl. Man isst mehr Fisch wie Fleisch oder Wurst. Danach ist auch das Angebot ausgerichtet. Für heute Abend kauften wir zwei grosse Fischfilets, einiges an Salat, Butter und Wasser in Flaschen.
In Kiato wollten wir auf die Autobahn, aber bei dem Kreisverkehr vor der Zufahrt verfuhren wir uns und die erste Abzweigung endete im Nichts. Uwe konnte nicht mit dem Caravan wenden, er musste rückwärts bis zum Kreisverkehr und darüber hinaus ruckwarts um den halben Kreisverkehr bevor er normal weiter fahren konnte.
Wir wollten die Gegend südlich von Korinth erkunden, deswegen wechselten wir auf die Autobahn Richtung Tripoli. Das war für diesen kurzen Autobahnabschnitt eine teure Sache. Beide Strassenabschnitte kosteten 16,- € an Mautgebühr. Mikinos, Argos und Nauplia war unser Ziel. Wir fuhren an riesigen Orangen- und Zitronenplantagen vorbei. Die Äste der Bäume bogen sich zum grossen Teil unter der Last der Früchte. Grosse Lastwagen standen vor den Feldern und werden mit vollen Obstkisten bis oben hin beladen. Wir konnten einen Lastwagen beobachten, bei dem man einfach die vollen Obstkisten oben hineinschüttete , eine Kiste nach der anderen. Saft dürfte das Ergebnis sein, denn so ein riesiger Lkw fasst einige Zentner. Zitronen und Orangen werden trotzdem Säckeweise von Händlern am Strassenrand an Durchreisende verkauft.
Bei Mikinos fuhren wir von der Verbindungsstraße Nr. 7 auf eine Nebenstrassen zu einem Dorf ab. Da standen wir plötzlich vor dem von mir gesuchten Campingplatz Artreus. Zwar ist der Platz geöffnet, aber sauber und ordentlich ist anders. Dabei stelle ich bestimmt keine grossen Ansprüche. Andererseits ist noch keine Saison. Trotzdem waren wir froh einen Standplatz zu haben. Die Rezeption war nicht besetzt. Wir suchten das Gelände ab und kamen am Ende zu einem Privathaus. Diesmal war nicht Opi unser Gesprächs- und Verhandlungspartner, sondern Omi strahlte uns an. Natürlich könnten wir hier bleiben. Die Sonne würde heute scheinen, also gäbe es auch warmes Wasser. Der Sohn würde morgen kommen.
Die Stromleitungen funktionierten. Toilettenspülung dagegen nicht. Wir zapften Wasser aus einem Hahn in einen Eimer damit wir wenigstens “Toilettenspülung" haben. Legten ein Stück Seife neben den Hahn zum Hände waschen. Dusche? Kaltes Wasser zum Duschen im Hochsommer geeignet - in der Winterszeit eher nicht. Und in die Toilette brachten wir eine Rolle Klopapier.
Wir warten ab was der Sohn morgen sagt, vielleicht bekommen wir Toilettenspülung und warmes Wasser und dann sehen wir, wieviel Platzmiete er pro Tag haben will.
Nach dem Einrichten unseres Platzes mit Campingstühlen und Tisch erkundeten wir die nähere Umgebung. Der Obstgarten Griechenlands umgibt uns - so scheint es. Kilometerweit sieht man nur Plantage , die erst zu einem kleinen Teil abgeerntet sind. Orangen liegen wie Fallobst unter den Bäumen, für uns ein ungewohntes Bild. In einem Laden sahen wir endlich eine Strassenkarte, allerdings sind sämtliche Namen in kyrillischer Schrift. Ein Bildband über Monumente einst und jetzt komplettiert mit einer CD unser Wissen über die Region Korinth - Mykene, Tyrins - Epidauros. Und wir fanden hier in der Nähe nicht nur ein archäologisches Museum, sondern einige ausgeschriebene Sehenswürdigkeiten, die wir in den nächsten Tagen besuchen wollen.
Für unsere Rückkehr haben wir uns bereits mit leeren Kanistern eingedeckt. Diese sollen dann mit gutem Olivenöl gefüllt mit uns die Heimreise antreten.


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