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Plaudereien Club der Nightwriter und Nightreader

Tine1948
Tine1948
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RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Tine1948
als Antwort auf Tine1948 vom 29.11.2018, 22:42:40

Liebe Eulen zum morgigen 1. Advent habe ich für euch vom Weihnachtsmarkt ein weisses Eulenbaby mitgebracht. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, Tine
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johanna
johanna
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RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Erfurter Weihnachtsmarkt 29.11.

Freitag hatte Uwe die Idee, mir den Erfurter Weihnachtsmarkt zu zeigen. Da aber alles erst bei Dunkelheit wirklich wirkt – fuhren wir am Nachmittag los. In Erfurt angekommen suchten wir zuerst IKEA auf – Kaffee oder heisse Schokolade und ein Stück Kuchen war unser Begehr. Danach liefen wir durch den Laden, denn ich wollte noch für die Enkelin ein paar Kleinigkeiten erstehen. Leider fand ich nicht genau das, was ich wollte. Wir fuhren weiter Richtung Zentrum.

Wir kamen auf der Strasse zum Domplatz angefahren und ich sah Reisebus an Reisebus am rechten Strassenrand stehen – linke Strassenseite war auch zugeparkt, bis auf eine kleine Lücke, die Uwe mit dem Auto gleich ausnutzte.
Deutschland ist für seine Weihnachtsmärkte bekannt. Doch auch in anderen Europäischen Ländern wird die Tradition der stimmungsvollen Märkte im Advent gelebt. Als einziger aus Thüringen ist der Erfurter Weihnachtsmarkt für den Titel „Bester Weihnachtsmarkt Europas 2018“ nominiert.
Die Deutsche Konkurrenz kommt aus Köln, Dresden, Nürnberg und Leipzig. In den vergangenen drei Jahren hatte Zagreb den Titel gewonnen.
Noch war etwas Tageslicht – hinter dem Dom ein kleiner Markt. Buden die Getränke, Essbares anboten. Buden mit kleinen Holzfiguren zum Schmücken des Tannenbaumes – eben das, was einen Weihnachtsmarkt ausmacht. Klein, gemütlich und bald hatten wir die Stände hinter uns gelassen und erstiegen die Treppe zum Erfurter Dom.

Oben angekommen umrundeten wir den Dom und hatten eine phantastische Aussicht auf die erleuchteten Marktstände. Ein Riesenrad war aufgebaut – die Buden und die Gassen die sich über den Platz zogen waren zwar gut besucht, aber es war nicht überfüllt. Am Sonnabend und Sonntag wäre hier kein Durchkommen sagte Uwe – deswegen sind wir heute hier! Direkt vor der Treppe die zum Dom hinaufführte war ein sehr grosser dicker Adventskranz – jetzt sah man auch schon die Lichter funkeln. Alles war in warmes Licht getaucht.
An der Kirchentür ein Schild, dass um 18:30 Uhr die Nacht der Lichter wäre. Wir konnten uns darunter nichts vorstellen, aber wir beschlossen uns bei der Information am Dom zu erkundigen. Die Nacht der Lichter wurde uns gesagt wäre Musik und es wird auch gesungen, das dauert eine halbe Stunde. Ich schaute Uwe an, das wird aber spät – wir müssen doch noch nach Hause und der Weg ist nicht gerade kurz. Trotzdem beschlossen wir uns die Nacht der Lichter anzuschauen. Dann liefen wir die Treppe zum Domplatz hinunter.

Sehr viele Stände boten kleine geschnitzte, bemalte Holzfiguren an – Käthe Wohlfahrt hatte hier auch einen grossen Auftritt. Fahrgeschäfte für die Kleinen – Autoscooter, Karrussell, grosse Tannenbäume. Lauschaer Kugeln, grosse bemalte Kugeln die als Tischlampe oder Nachttischleuchte dienen konnten, Seifen in allen möglichen Duftnoten wurden u.a. angeboten. Bei den Seifen habe ich mich über die Namen amüsiert – eine Seifensorte hiess sinnigerweise „Pharao“ - ein anderes „freche Früchtchen“. Handgemacht, aber in meinen Augen ziemlich teuer.

Champignon und Grünkohlhütte war ebenso zu finden wie Thüringer Rostbratwürste in gross und in klein. Fleischerei Zitzmann, mir aus dem Internet wohl bekannt hatte hier auch einen grossen Stand und verkaufte Brätel und Rostbratwürste. Tee und Gewürze – der Duft zog in die Nase und verleitete mich zum Kauf von diversen Teesorten.

Es gab nicht nur die kleinen bunten Holzfigürchen, auch Räuchermännchen in allen möglichen Varianten, schöne schlichte Krippenfiguren. Da ich zu Hause eine schlichte Holzkrippe habe wollte ich mir ein oder zwei Figuren kaufen, aber der Preis hielt mich davon ab. Eine Krippe mit fast lebensgrossen Figuren zog die Massen an. Halbe Glaskugeln die durch die Muster und die Beleuchtung sehr schön wirkten. Pferdefuhrwerke, Landschaften, grosse Rosenblüten, Kinder waren abgebildet – ein Glas war schöner wie das andere. Oben offene Glasballons in schwarz mit weissen Bildern, durch die das Licht schimmerte – ein überreiches Angebot. Und vor allem Tannenbaumschmuck, Kugeln, Zapfen, in allen möglichen Formen und Farben. Silberne Ketten und goldener Schmuck für den Tannenbaum in grosser Auswahl.
Stände die Kerzen anboten, Meisterhaft gezogene bunte Kerzen in Rosenformen, Lilienformen und man konnte sich die Hände mit Wachs überziehen und einen Abruck herstellen lassen. So einen Abdruck schenkten mir die belgischen Enkelkinder vor zwei Jahren – beleuchtete Hände…..Und dann standen wir vor einem Stand der Mechanisches anbot. Ein Pferd, Autos, ein Uhrwerk und andere Dinge. Man musste die auf Sperrholz aufgedruckten Teile genau aussägen, ineinander stecken oder auch leimen und wenn wirklich alles passte, dann konnte man mittels Batterie diese Stücke zum laufen bringen. Das ausgestellte Uhrwerk sah phantastisch aus, wir stellten fest, dass man hier zum Zusammenbau sehr viel Geduld benötigt.
Nachdem wir ungefähr ein drittel der Weihnachtsbuden angeschaut hatten brauchten wir eine Kaffeepause.

Anschliessend stellten wir uns beim Riesenrad an um den Markt auch von ganz oben zu betrachten. Die Aussicht war wunderschön wir hatten einen bombastischen Überblick – der Wind war eisig. Der beleuchtete Dom erhob sich majestätisch über die klein wirkenden geduckten Weihnachtsbuden. Wieder den Boden unter den Füssen sah ich meine Leidenschaft…..einen Marzipanstand – Ein sehr grosser und reich bestückter Marktstand mit Marzipan – Marzipan in allen möglichen Geschmacksrichtungen – mit Rum-Kirsche, mit Eierlikör, mit Kaffee – französischer Nougat – türkischer Honig. Beim türkischen Honig kamen Kindheitserinnerungen an Hamburg hoch – das wurde damals einfach so auch per „Bauchladen“ auf der Strasse verkauft. Nein, hier habe ich meinen inneren Schweinehund bekämpft – das musste jetzt wirklich nicht sein, aber leicht fiel es mir nicht zu verzichten. Marzipan ist eben eine Schwäche von mir…..

Wie lange war ich nicht auf einem Weihnachtsmarkt – Uwe meinte ein paar Mal ich würde richtig strahlen und wüsste nicht, was ich mir zuerst anschauen soll. Der Markt war sehr angenehm, da nicht so viele Menschen anwesend waren, aber das sollte sich bald ändern. Der Dom wurde auch angestrahlt und alles machte einen sehr warmen und gemütlichen Eindruck. Und dann war es auch schon so weit, dass wir zur Nacht der Lichter aufbrechen mussten. Wir kamen zur Eingangstür aber noch war es nicht so weit – eine grosse Menschenmenge hatte sich eingefunden. Und was uns sehr erstaunte – in der überwiegenden Anzahl waren es junge Leute, die sich hier auch teilweise verabredet hatten.







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johanna
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RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Die Nacht der Lichter –

Als die Kirchentür geöffnet wurde, suchten wir uns einen Platz von dem wir einen guten Überblick hatten. Wir stellten fest: ökumenisch – viele junge Leute waren unter den Besuchern, die Menschen strömten in Massen in die Kirche.

Direkt am Eingang standen Jugendliche und Erwachsene, die lange schmale Kerzen und ein Blatt mit Liedtexten ausgaben. Uwe holte zwei Kerzen. Mit Nacht der Lichter werden Gebete mit Gesängen aus Taizé bezeichnet, die im Herbst und Winter in vielen Gemeinden stattfinden und auf die europäischen Jugendtreffen über den Jahreswechsel einstimmen und zur Vorbereitung auf diese Treffen dienen. Es wird jährlich ein Text-Vorschlag für die Gestaltung einer solchen „Nacht der Lichter“ herausgegeben.

Der Hochaltar war durch grosse bunte Tüchter abgedeckt – es sah fast wie ein Lettner aus, diese Abgrenzung. Davor waren viele brennende Kerzen auf den Stufen aufgestellt. Rechts von uns waren Musiker, die wir bereits am späten Nachmittag im Dom gesehen und gehört hatten. Junge Leute, die in ihrer Freizeit hier übten. Und die Tür wurde immer noch nicht geschlossen, da ständig mehr Menschen den Dom betraten. Die Kälte kam ungebremst bis zu uns - so ideal war der Platz nun doch nicht. Es wurde darum gebeten, die Handys auszuschalten – die Tür geschlossen zu halten – und dann wurde kurz der Ablauf angesprochen. Die Leute waren wirklich sehr diszipliniert – in den 5 Minuten die um absolute Stille gebeten wurde klingelte nicht ein Handy! Vorbildlich!

Wir wunderten uns, die jungen Leute kannten den Text, die Melodie der Lieder die gesungen wurden. Das Liedblatt beinhaltete lateinischen, englischen, deutschen und spanischen Text.
Beides war uns vollkommen unbekannt, aber es war erhebend – ging unter die Haut und verhalf mir zu Gänsehaut. Ich bin nicht sehr kirchlich – die Hierarchie der Kirche, der Steinbau das sagt mir nicht zu – aber hier war es anders. Die jungen Leute waren eingebunden in die Andacht. Gegen Ende wurde das Licht im Dom gelöscht – eine Kerze wurde angezündet und von dieser Kerze aus wurde das Licht an alle ausgeteilten Kerzen der Kirchenbesucher weitergegeben. Leider waren einige Erwachsene so unvernünftig und verliessen den Dom durch die Tür, die man eigentlich geschlossen halten sollte. Erst als einer der Pastoren aufstand und die Tür nachdrücklich schloss, wurde es besser. Die Zugluft brachte die Kerzen zum Flackern und meine Füsse wurden Eisklumpen.

Am nächsten Tag las ich in der Thüringer Allgemeinen Zeitung folgenden Artikel:

Die Evangelische Jugend und die katholische Dekanatsjugend laden heute, 18.30 Uhr, zu einer Nacht der Lichter in den Dom ein. Der Gottesdienst wird von Jugendlichen vorbereitet und gestaltet. Tausende Kerzen werden den Dom erleuchten lassen, dazu werden Lieder und Gebete aus gesungen. Alle Taizéfans und Interessierte sind willkommen. Die Nacht der Lichter klingt mit Gesprächen bei Snacks und Tee im Gemeindehaus von St. Severi auf dem Domberg aus.
Die ökumenische Communauté de in Südburgund ist für ihre meditativen Gesänge bekannt und jährlich Ziel Tausender Jugendlicher aus vielen Nationen. Die Nacht der Lichter findet jedes Jahr in Verbundenheit zu der Gemeinschaft von Taizé statt.
Wir haben uns kurz in der Kirche umgesehen – die Bänke waren überall gut besetzt – wenn man alles überschlug dann waren bestimmt 700 bis 800 Personen im Dom. Kinder, kleine Kinder liefen herum, Kinderwagen wurden ebenso in den Dom geschoben. Jede Kirchengemeinde wäre froh um so einen Besucherandrang.
Die Communauté de Taizé ist ein internationaler ökumenischer Männerorden in Taizé, ungefähr zehn Kilometer nördlich von Cluny in Frankreich. Bekannt ist die Gemeinschaft vor allem durch die ökumenischen Jugendtreffen, zu denen jährlich rund 100.000 Besucher vieler Nationalitäten und Konfessionen kommen. Die Treffen werden in Taizé und verschiedenen anderen Orten ausgerichtet.
Im Zentrum des Lebens in Taizé steht das drei Mal am Tage stattfindende Gebet. Die Brüder sitzen im Mittelgang auf Meditationshockern oder am Boden, die Jugendlichen – nur abgetrennt durch eine Buchsbaumhecke – auf dem Boden im restlichen Teil der Kirche, der je nach Teilnehmerzahl vergrößert werden kann. Der Charakter des Gebets ist einfach gehalten: Eine kurze Bibellesung in den Sprachen der an den Jugendtreffen teilnehmenden Jugendlichen, ein mehrsprachiges kurzes Gebet durch den Prior. Einen großen Teil des Gebets nehmen die Gesänge ein. Zentrum eines jeden Gebets ist die etwa zehnminütige Stille. Das Gebet hat durch das wiederholte Singen der einfachen Verse, die Stille und die ruhige Atmosphäre einen meditativen Charakter.
Die Communauté hat heute knapp 1000 Mitglieder aus über 25 verschiedenen Ländern. Die Brüder von Taizé bestreiten ihren Lebensunterhalt aus dem Erlös ihrer Arbeit. Bekannt sind vor allem die Töpferwerkstatt und andere künstlerische Arbeiten wie das emaillierte Taizé-Kreuz, das es in unterschiedlichen Farben und Größen gibt. Das Taizékreuz verbindet zwei Symbole, das Kreuz und die Taube. Das Kreuz erinnert an Tod und Auferstehung – die Taube ist Sinnbild des Friedens. Zudem verkaufen die Brüder zahlreiche Bücher und Tonträger mit den „Gesängen aus Taizé“. Die Brüder nehmen keine Spenden an und Erbschaften werden an Bedürftige weitergereicht.
Roger Schutz, der Gründer des Ordens, trug maßgeblich zur Popularität bei, die sich ungebrochen fortsetzt. Bis zu seiner Ermordung im Jahr 2005 war Schutz Prior der Gemeinschaft.







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johanna
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RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Weihnachtsmärchen Winterwald

Der Weihnachtsmarkt in Fulda unterscheidet sich grundlegend vom Weihnachtsmarkt in Erfurt.

In Fulda wurde bereits bei unserem letzten Stadtbesuch die grosse Pyramide auf dem Universitätsplatz aufgestellt, bevor man die kleinen Hütten und die ganze Dekoration aufstellen konnte. Wieviele unterschiedlich grosse Tannenbäume mussten gefällt werden, um einen Winterwald in der Stadt erstehen zu lassen. Die Wege waren mit groben Holzschnitzen bestreut, sodass man den Eindruck hatte hier habe es geschneit. Grob geschnitzte Holzfiguren taten ein übriges dazu.
Der Meister der Zwerge schnitt mit der Säge die groben Konturen aus dicken Holzstämmen und wir sahen ihn mit einer Schleifmaschine die Ecken und Kanten glätten. Dieser Zwerg hob grüssend einen Arm – trug eine Zipfelmütze wie seine anderen Kollegen, die wir zwischen den Bäumen ab und zu sahen. Ein Tannenbaum aus Holzscheiten – auch grosse Engelsfiguren oder Joseph und Maria waren auf diese Art aus Holzstämmen herausgearbeitet.

In den diversen Buden gab es die gleichen Dinge wie überall – Weihnachtsschmuck – Kerzen, Kugeln, Räuchermännchen, Allerdings sahen hier die Weihnachtsbuden unterschiedlich aus und nicht wie in Erfurt alle im gleichen Stil. An einem Stand wurde gefilmt – hier gab es Flammlachse – offenes Feuer war auch an verschiedenen Stellen zu sehen. Die Beleuchtung – die Tannen dazwischen – es war heimelig, gemütlich!

Vor dem Schloss eine sehr grosse Tanne die auch über und über mit Kerzenlicht bestückt war. In einer Schautafel neben dem Schlosseingang eine Krippe. Der Weihnachtsmarkt zog sich hier über einige Strassen hin – er war nicht so kompakt zusammengefasst, sondern sehr aufgelockert.zog sich über den Jesuitenplatz zum Borgiasplatz hin – auch Nebenstrassen waren weihnachtlich geschmückt. Am Borgiasplatz war ein Kinderkarrussell aufgebaut – mit weissen Pferden, die mit den Köpfen nickten – kleine Kutschen, Autos waren darauf.

Der traditionelle Weihnachtsmarkt war rings um die Pyramide aufgebaut. Die Pyramide hatte im „Erdgeschoss“ eine Bar, man konnte dort allerlei Getränke zu sich nehmen. Auch der erste Stock den man über eine Treppe erreichen konnte war mit Stehtischen ausgerüstet.

Wir verliessen den Weihnachtsmarkt und liefen Richtung Dom – dort sahen wir bei der Michaelskirche an einem Gebäude einen Erker in welchem ein kleines Feuer brannte. An der Michaelskirche war eine Tafel angebracht, auf der Totenköpfe – jede Menge kleine Totenköpfe zu sehen waren,. Aber es gab keine Inschriften. Diese Kirche wurde im vorromanischen karolingischen Baustil in den Jahren 820 – 822 erbaut. Sie gilt als der älteste Nachbau der Grabeskirche in Deutschland. Sie diente als Totenkapelle des 744 gegründeten Klosters Fulda, eines der führenden kulturellen Zentren des frühen Mittelalters. Die Kirche hat einen runden Altarraum, die Stühle der Betenden sind im Kreis an der Wand angeordnet. In dieser Art habe ich orthodoxe Kirchenräume gesehen. Auch hier stützen die Säulen den darüber gebauten runden Turm. Wenn man sich in die Mitte stellt und hoch zu dem grossen runden Leuchter schaut dann sieht man erst wie hoch die Decke – der Abschlußstein ist. In den Nischen sind ebenfalls kleine Altäre. Auf einer Seite steht eine kleine Orgel, daneben ist im Fußboden eine Heizung eingelassen und hier geht auch eine Treppe hinunter in die Krypta.

Die Tafel m8it den Totenköpfen gedenkt der Toten des ersten Weltkriegs wie wir erfuhren und das Licht – die Flamme im vorherigen Gebäude brennt im ganzen Monat November. Denn dieser Monat ist bei den Katholiken der Totenmonat, in welchem der Verstorbenen gedacht wird. Diese Flamme brannte am 30.11. das letzte Mal für dieses Jahr. Wir liefen weiter und sahen die Bibliothek, die 1771 – 1778 im Auftrag des Fürstbischofs Heinrich von Bibra erbaut wurde. Heute ist es die Theologische Fakultät Fulda.

Ein wunderschöner Türumbau war an einem der anderen Bauten zu sehen. Rechts und links der hohen Tür grosse Säulen, die Kapitelle sehr aufwendig verziert. Dazwischen die Inschrift „Deo Optimo Maximo“ den ganzen darunterstehenden Text kann ich hier nicht wiedergeben. Darüber ein Wappen – rechts und links stehen auf den Säulen Figuren eines Bischofs und eines Mönchs. Und darüber in der Nische Christus mit dem Kreuz auf einer „Weltkugel“. Dies ist der Konventbau wie die angeschlagene Tafel besagt. 1712 erweitert wurde es 1883 bischöfliches Priesterseminar.

Zurück im Dom liefen wir hinter den Hochaltar, da wir diesen Teil bei der ersten Besichtigung noch nicht mit eingeschlossen hatten. Hier sind mehrere Altäre – eine Treppe führt abwärts zu einem weiteren Altar – auf der gegenüberliegenden Seite führt eine Treppe wieder nach oben. In den Wänden sind Nischen in denen grosse Steinfiguren zu sehen sind. Ein Bischof hält einen Hirtenstab in der Hand während zu seinen Füßen ein Widder sitzt, bei dem anderen Bischof – nur zu erkennen an der hohen Bischofsmütze kniet ein Kind und hebt betend die Hände. Es scheint als ob der Bischof den Zeigefinger drohend erhoben hat, denn mit der anderen Hand stützt er sich auf ein Schwert. Zurück gingen wir wieder durch die weihnachtlich beleuchteten Strassen und setzten uns in das Café welches in der Touristinformation ist. Nach dem Studium der Zeitung und dem Genuß eines Getränks machten wir uns auf den Rückweg.
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ahle-koelsche-jung
ahle-koelsche-jung
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RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von ahle-koelsche-jung
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Ich komm mal kurz vorbei und schau beim CdNuN rein.
Was find ich dort? Tolle neue Berichte von Johanna über den Erfurter und Fuldaer Weihnachtsmarkt.
Auch hier in Köln gibt es ja Mehrere, m.E. zuviele davon, sodass sich ein Bericht nicht lohnen würde.
Jedes Jahr das gleiche Angebot und nach Möglichkeit an der gleichen Stelle wie die Jahre zuvor.
Aus diesem Grund fahren wir lieber in die nähere Umgebung und schauen uns da die Märkte an. 
Was die Preise auf den Märkten angeht gebe ich dir Recht Johanna, grösstenteils überteuert.
OK die Standgebühren sind ja auch nicht aus Pappe. Irgendwie muss die Miete und ggf. die Angestellten auch bezahlt werden. Denke aber: niedrigere Verkaufspreise würden die Einnahmen steigern.
Aber das müssen die Verkäufer halt selbst entscheiden.

Dann erstmal ne gute Nacht in den Eulenwald und schlaft gut

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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna
als Antwort auf ahle-koelsche-jung vom 01.12.2018, 23:41:15

ahle-kölsche-jung
...ich weiss , kenne die Weihnachtsmärkte in Köln. Der am Altermarkt ist furchtbar proppenvoll, da war ich in meiner 31-jährigen Kölner Zeit nur ein einziges Mal, das hat mir gereicht. Ein Geschiebe und Gedränge, sehen konnte man fast nichts. Die Stände am Neumarkt, naja teuer ist untertrieben und auf der Domplatte waren sie anfangs noch ganz zivil, aber mit der Zeit bekamen sie den Höhenflug! 2001 habe ich mit einem Seniorenclub eine Rundfahrt über 7 Kölner Märkte gemacht - die Fahrt hiess "Kölner Lichter"
Morgen fahre ich nach Kassel, da soll es aber auch wieder über ein anderes Thema gehen hat mir mein "Reisebegleiter" und Freund schon verraten. Er sorgt schon dafür dass ich nicht arbeitslos werde - aber erst einmal muss man sich das Ganze ja anschauen und selbst verarbeiten - erst dann kann man Berichte schreiben.

Ich wünsche allen eine gute Nacht - angenehme Träume und morgen früh ein fröhliches erwachenJohanna_1.gif


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Majorie
Majorie
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Majorie
als Antwort auf johanna vom 02.12.2018, 00:18:07

Zuerst einmal ganz lieben Dank fuer das Teilen mit uns von all Deinen interessanten Berichten,
liebe Johanna.
Momentan kann ich meistens nur lesen und habe zum Schreiben keine Zeit mehr. Wird sich wieder
aendern.
Hier nun erwaehnst Du den 'Altermarkt' in Koeln und auch den am 'Neumarkt' und auf der
'Domplatte'.
Letzteren haben wir -natuerlich vor Jahrzehnten- regelmaessig besucht und ohne diesen Markt
waere es fuer uns keine vorweihnachtliche Zeit gewesen. Es war einfach himmlisch !
Angefangen beim Probieren all der leckeren Sachen und aufgehoert beim Entertainment,
alles begleitet durch das Laueten der Kirchenglocken.

Jetzt, um diese Zeit, packt mich doch wieder einmal das Heimweh. Die 'deutsche Seele' bleibt
bestehen ,  auch wenn ich hier sonst rein garnichts vermisse - im Gegenteil. Aber die hiesige
Vorweihnachtszeit und auch Weihnachten an sich sind so derartig kommerziell und dadurch kalt,
dass ich mich am liebsten ins Bett verkriechen moechte, die Decke ueber dem Kopf und fuer
4 Wochen in Dauerschlaf versinken. Leider nicht moeglich, da ich wieder einmal zum traditionellen
Truthahnessen antreten muss. Ich mag ihn ueberhaupt nicht, moechte aber meine Freunde nicht
enttaueschen durch eine Absage.
Also: Kopf hoch, Mund auf und hinein mit dem Zeugs.

Euch Allen jedenfalls wuensche ich eine wunderschoene, harmonische Adventszeit und geniesst
den Duft der Weihnachtsmaerkte !!!

Liebe Gruesse an Dich und die gesamte Runde dort schickt
Ruth

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johanna
johanna
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RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Sonntag – leichter Regen – was macht man?
Man geht in ein Museum….

Das Museum „neue Mühle“ in Kassel ein Wasserkraftwerk wollte sich Uwe anschauen. Für mich absolutes Neuland. Und trotzdem wurde es sehr interessant, ich habe viel gelernt.

Wir kamen an, Uwe parkte das Auto und wir betraten das Gebäude. An jedem ersten Sonntag im Monat kann man eine kostenlose Führung mitmachen. Eine Gruppe war gerade dabei das letzte Objekt anzuschauen – wir Beide waren dann die nächsten Gruppe, die – wieder mal wie meistens – alleine die Besichtigungstour mit dem erklärenden Museumsführer machten. Herr Görges ist einer von drei Mitarbeitern die sich für diese Arbeit zur Verfügung stellen. In diesem Museum wird allerdings nicht nur die Wasserkraft museumstechnisch behandelt, sondern auch die Elektrizität. Doch zuerst erzählte Herr Görges uns etwas über die Geschichte der neuen Mühle….

Bereits im Jahr 1443 wurde die „alte” Neue Mühle erstmalig urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit wurde sie von Müller zu Müller verpachtet. Eine Kornmühle…...Vor 600 Jahren mussten alle Bauern der Umgebung ihre Kornernte zu dieser Mühle bringen. In dem zur Mühle gehörenden Gewässer wurden in diesem Jahr 800 Lachse gefangen und ein Hecht – weil der damalige Herrscher auf seiner Tafel Fisch haben wollte.
Anfang des 18. Jahrhunderts hatte Landgraf Karl zu Hessen eine Vision. Er hatte die Wasserspiele vom Herkules, er hatte auch die Karlsaue aber er hatte auch die Idee, die Fulda schiffbar zu machen. Zumal er die Wasserkraft auch für sich nutzbar machen wollte. An der neuen Mühle wollte er gerne ein Kraftwerk bauen, um damit auch Holz und später auch Steine zu sägen, Eisen zu bearbeiten und um später dann auch Strom zu erzeugen.
1877 hat die Stadt Kassel die erste richtige Wasserversorgung mit dem Quellwasser von Nieste nach Kassel aufgenommen. Im Jahr 1890 kaufte die Stadt Kassel die „Neue Mühle” und legte so den Grundstein für Ihre moderne Strom- und Wasserversorgung.
Da das Quellwasser von der nahegelegenen Ortschaft Nieste aber bei weitem nicht ausreichte um die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen, wurden durch Bohrungen festgestellt, dass im Fuldadelta in ca. 10 Metern Tiefe wunderbares Wasser vorhanden war.
Uns wurde die Grundwasserabsenkung und die künstliche Vermehrung des Trinkwassers in Kassel erklärt. Zur Anhebung des Grundwasserspiegels wird Flusswasser in Becken gepumpt, von dort versickert es in den Untergrund und fließt gefiltert den Flachbrunnen zu.
Lt. Vertrag wurde der stillgelegte Betrieb des letzten Mühlenbesitzers für 275.000 RM von Kassel gekauft. Gebäude und Einrichtung waren in gutem Zustand.
Ing. Oskar von Miller erstellte die Pläne für das erste Elektrizitätswerk mit 4 Turbinen und die erste Pumpstation für die Trinkwasserversorgung der Statt Kassel. Mit den umfangreichen Bauarbeiten wurde 1890 begonnen und bereits 1891 konnte man elektrischen Strom zur Beleuchtung der Stadt liefern.
Dieser ganze Betrieb des Wasserkraftwerkes lief Tag und Nacht über 80 Jahre lang ohne eine einzige Störung. Dann musste der Betrieb aus Kostengründen eingestellt werden. Aber bereits 3 Jahre später wurde ein Generator angebaut und man erzeugte 10 Jahre lang Strom. 1987 wurde der Betrieb aus technischen und Umweltgründen Gründen endgültig eingestellt. Aber 10 Jahre später konnten durch Geldzuwendungen die ganze Anlage wieder mit zwei ganz modernen Rohrturbinen neu aufgebaut werden. Die alte Turbinenanlage wurde dann als Museum für Besucher freigegeben.
Wir stiegen mit Herrn Görges die Treppen hinunter bis 7 m unter den Wasserspiegel der Fulda. Konnten eine Turbine betrachten die so eingestellt war, dass das Wasser genau im 90°-Winkel eintraf um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.
Auf einer Schautafel konnten wir sehen wie die verschiedenen Rohrsysteme unter den Strassen und Gehwegen angeordnet sind. Gasleitungen, Kabel, Strassenbeleuchtung, Fernmeldekabel oder Fernwärme – alles hat seinen vorgeschriebenen Platz.
Zum Abschluss sahen wir eine Laserkanone die bei der Dokumenta IV 1977 im Einsatz war. Mit einer Gasfüllung Argon ergibt sich ein grüner – das Krypton erzeugt einen roten Lichtstrahl. Dazu sahen wir eine Fotografie.
Nach der Führung konnten wir uns die restlichen Museumsräume ansehen – Elektrizitätszähler, Zählerprüfstellen für Drehstrom – dagegen auch die Zählertechnik heute – Sondermeßfelder waren ausgestellt genauso wie Stromwandler z.B. 10Kw Stromwandler Baujahr 1949 oder Baujahr 1965.
Ein Elektronenstrahloszilloskop war ausgestellt – und viele elektrische Geräte für Kontrollmessungen. Wir sahen Bakellitschalter, verschiedene Klingeltransformatoren, Glocken und Klingeln, Sicherungselemente wie alte Sicherungen zum einschrauben usw. Niederswpannungs und Hochleistungssicherungen für verschiedene Stromstärken waren ausgestellt, , Edisonfassungen und verschiedene Leuchtentypen. Petroleumlampen mit Flachdocht oder auch eine Stabbenzinlampe. Von einer Legroinlampe hatte ich vorher auch noch nie gehört, dagegen war mit eine Karbidlampe ein Begriff. Telefonapparate, wie sie die heutigen Schulkinder gar nicht mehr kennen. Im oberen Stockwerk konnten wir Betriebstagebücher der neuen Mühle von 1908 ansehen und – bei Verständnis der altdeutschen Schrift auch lesen. In Quellsammelleitungen eingewachsene Wurzeln – Füchse/Fuchsschwänze, Manganknollen aus dem Trinkwasser Gewinnungsgebiet Nieste wurden gezeigt. Und in einem der Räume sahen wir dann die „modernen“ Geräte wie diverse Öfen, Durchlauferhitzer der verschiedenen Entwicklungen – eine Babywanne mit Abflusshahn.
Im Herbst 1997 schlossen sich wichtige Vertreter der Städtischen Werke AG Kassel aus den Versorgungsbereichen Strom, Gas und Wasser zusammen und gründeten den Verein „Museum Neue Mühle e.V.“ Die Mitglieder haben es sich zum Ziel gesetzt, an historischer Stelle Vergangenheit und Gegenwart der Kasseler Versorgung zu dokumentieren.
Nach dem Besuch des Museums gönnten wir uns eine Mahlzeit im daneben gelegenen Gasthaus „zur neuen Mühle“ bevor wir uns wieder auf den Weg machten.
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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Ein kleiner Schritt…..
für den Menschen - jedoch ein grosser für die Menschheit
oder was die Uhr geschlagen hat
Nach dem Besuch der neuen Mühle blieben noch ein paar Stunden, die wir sinnvoll nutzen wollten.
Also auf zum Planetarium und dem astronomisch-physikalischen Kabinett.

Das Planetarium in Kassel findet man in der Orangerie. Mit der Eintrittskarte für das Planetarium kann man dann auch noch zusätzlich das astronomisch-physikalische Kabinett besuchen.
Wir betraten das Foyer lösten eine Eintrittskarte und erfuhren dass in kurzer Zeit wieder eine Vorführung „Aufbruch zum Mond“ gezeigt wird. Das Planetarium wäre im 3. Stockwerk und fotografieren wäre dort nicht erlaubt, in den anderen Stockwerken dieses Museums wäre es kein Problem, wenn man den Obulus dafür an der Kasse entrichtet. Das taten wir und erhielten einen Aufkleber, den man gut sichtbar an der Kleidung tragen sollte. Denn Wachpersonal hatte wirklich ein scharfes Auge auf die Besucher, wie ich später feststellen konnte.

Wir deponierten unsere Mäntel und Tasche in den dafür vorgesehenen Schließkästen – im Vorraum war ein Foucaultsches Pendel angebracht. Dieses Pendel schlug aus – vor und zurück und man konnte die Drehung der Erde beobachten, denn alle viertel Stunde wurde am äusseren Rand ein Stift von dem Pendel umgeworfen, da sich „die Erde“ drehte – das Pendel aber immer gleich ausschlug. In Paris gibt es das auch. Am 26. März 1851 führte Foucault dieses Experiment im Panthéon mit einem {\displaystyle 67\;{\textrm {m}}} langen Pendel und einem {\displaystyle 28\;{\textrm {kg}}} schweren Pendelkörper der Öffentlichkeit vor. Am unteren Ende des Pendelkörpers befand sich eine Spitze, die mit jeder Schwingung eine Spur in einem Sandbett auf dem Fußboden markierte. Dies war ein laientauglicher und aufsehenerregender Nachweis der Erdrotation.

Mit dem Fahrstuhl ging es dann in den zweiten Stock – von dort aus mussten wir zum dritten Stock Treppen steigen. Im Planetarium suchten wir uns zwei Sitzgelegenheiten. Stühle in denen man halb versinkt, die man zurückklappen und auch drehen kann. So kann man das ganze Gewölbe über dem Kopf gut von allen Seiten betrachten. Sehr viele Kinder waren da und die Vorführung war auch wirklich sehr kindgerecht aufgearbeitet.

Sternbilder wurden gezeigt und erklärt – der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Sternbilder ist der Polarstern. Dieser bewegt sich praktisch nicht, weil er fast genau in der Verlängerung der Rotationsachse der Erde liegt. Der Mond wurde in sämtlichen Grössen gezeigt und dann auch in der Animation der Flug der Rakete zum Mond – die Landung der Raumkapsel – das Herabsteigen von der Leiter und der erste Schritt auf den Mond. Später in der Animation der Rückflug der drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins zur Erde.

Nach der Vorführung betraten wir im zweiten Stockwerk die Ausstellungsräume des Museums.
Im Vorraum eine grosse Tafel mit „grossen Köpfen“ der Wissenschaften. Aristoteles oder Thales von Milet – mit Erklärungen. Der Aufschwung der messenden Astronomie beginnend mit Regiomontanus (1436-1476). Der hessische Landgrad IV. Gründete 1560 in Kassel die erste fest eingerichtete Sternwarte im Europa der Neuzeit. Er berief den ersten Uhrmacher und Mathematiker Bürgi der die genaugehendsten Uhren des 16. Jahrhunderts baute. Galileo Galilei war ebenso aufgeführt wie Paracelsus oder später Gregor Mendel, der Augustinermönch der Vererbungslehren niederschrieb. Darwin mit seiner Evolutionstheorie – so könnte ich noch einige grosse Denker und Forscher nennen, die hier aufgelistet sind.
Hier geht man auf eine Zeitreise durch die naturwissenschaftliche und die technische Vergangenheit. Fernrohre sind ausgestellt wie heraldische Himmelsgloben.

1763 übernahm Friedrich II,. Die Herrschaft und reorganisierte das Collegium Carolinum – stattete es mit zusätzlichen Professuren aus und warb den Ungarn Matsko an. Unter anderem vermass Matsko 1769 einen hellen Kometen und berechnete dessen Bahn. Die Sternwarte war kaum eingerichtet als Ende 1785 Friedrich II. verstarb. Es wurden keine weiteren Gelder mehr bewilligt, so konnte der vom Engländer Herschel gefundenen Planet Uranus nicht weiter beobachtet werden.
In einem Schaukasten ist eine Belehrung über den Sextanten für den Bürger und Landmann im Original zu sehen.

Sonnenhöhenmesser, Elementaruhren wie Ägyptische Wasserauslaufuhr in einer Nachbildung sind mit Erklärungen zu betrachten. Später kamen reich verzierte Standuhren dazu. In einer Vitrine eine überaus reich vergoldete Uhr – verziert mit vielen Figuren, Ornamenten, Edelsteinen, Blüten und Blättern.

Man sieht einen Zeitball – die Nachbildung des Zeitballs im Hamburger Hafen funktioniert im Prinzip her wie sein historisches Vorbild. 10 Minuten vor Vollendung der Stunde wird der Ball auf halbe Höhe gezogen, drei Minuten davor auf die Höhe. Pünktlich zur vollen Stunde fällt er nach unten.

Dann kamen wir zur Abteilung der Rechenmaschinen – Registrierkassen – Computer. Zuses erster Computer, ein Riesenmonstrum. Alte Buchungsmaschinen – Faxgeräte – alles war vorhanden.

Die Raum- und Zeitmessung vom 16. bis 19. Jahrhundert war von einem enormen Wandel geprägt. Zu Anfang galten diese Instrumente als Luxusobjekte. Im Zeitalter der Industrialisierung wurden dann relativ günstige bald industriell gefertigte Waren produziert. Die vom Landgraf Carl in ganz Europa gesammelten technisch wirklich anspruchsvollen und formvollendeten Uhren aus dem späten 17. Jahrhundert sind hier erwähnenswert.

Da wir uns hier nicht so viel Zeit genommen haben alles – wirklich alles genau unter die Lupe zu nehmen, wird es sicherlich irgendwann einen zweiten Besuch dieses Museums geben.
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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Scharf muss es sein….

Am Sonntag abend – nach dem Besuch des Wasserkraftwerkes und des Planetariums bdesuchten wir dann noch in der Kasseler Innenstadt den Weihnachtsmarkt.
Ein Vergleich mit Fulda und Erfurt sollte es werden. Aber man kann es nicht vergleichen, man kann nur feststellen, was einem selbst besser gefällt.

Auf dem Hinweg zum Weihnachtsmarkt kamen wir an einem Museum vorbei. Hier sollte eine Ausstellung einer modernen Künstlerin sein – also gingen wir ins Vestibül um uns einen kleinen Katalog zu erbitten. Wir bekamen ihn und als wir wieder auf der Strasse waren, blätterte Uwe und zeigte mir zwei oder drei der Bilder. Nein danke, ich war entsetzt – für mich ist das keine Kunst, ich bin da sehr altmodisch, liebe die alten Meister die Gegenständliches malen. Etwas festhalten was ich auch erkennen kann. Tintoretto, Tischbein, Dürer, Rubens, Rembrandt, Michelangelo usw. Hier war aber alles abstrakt. Die Bilder sollten nach Uwes Ansicht nackte Frauengestalten sein – bei welchen man nur die Nippel erahnen konnte um zu sehen wo die Mitte des Bildes ist. Muss ich das haben? Nein ist meine klare Antwort – da bin ich gerne Kunstbanause.

Die Strassenbeleuchtung in Kassel, die über der Hauptstraße angebracht war, gefiel mir gut. Die Anordnung der Buden war für meinen Geschmack zu eng – die Tannen die man aufgestellt hatte waren auch nicht so, wie ich es erwartet hatte. Aber fairerweise – es kostet alles viel Geld und die Standgebühr wird die Kosten nicht ganz auffangen. Es war ein Weihnachtsmarkt, ja – aber Fulda und Erfurt gefielen mir weitaus besser. Die Buden hatten alle das gleiche Angebot – nichts stach hervor, kleine Holzfiguren, Weihnachtsschmuck wie Kugeln, Zapfen, Glitter wohin man schaute – alles sehr bunt und viele Buden bei denen man sich Bratwürste und ähnliches kaufen konnte.
Ein Einziger Stand erregte unsere Aufmerksamkeit. Ein grosser Stand an dem Messer und Scheren angeboten wurden. Scheren für alle möglichen Gelegenheiten und für den unterschiedlichsten Gebrauch. Messer, klein, mittel, gross, Taschenmesser in allen Ausführungen und endlich fand ich einen Sparschäler, der gut in der Hand liegt. Mein alter Sparschäler war zerbrochen und ich war schon so lange krampfhaft auf Suche nach einem Neuen – hier hatte ich endlich Glück!
Zusätzlich erstand ich zwei kleine „Kneippchen“ mit denen ich in der Küche am liebsten arbeite, denn bei dem einen alten Kneippchen lösen sich langsam die Nieten die im Griff verankert sind. Nur meine heissgeliebte Art von Bratengabel konnte ich nicht finden – da benötige ich auch dringend eine neue mittelgrosse Gabel. Trotzdem war ich mit dem Erfolg meiner Suche zufrieden und mit dem Weihnachtsmarkt aus diesem Grund etwas ausgesöhnt.

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