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Plaudereien Club der Nightwriter und Nightreader

Barbara48
Barbara48
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Barbara48
als Antwort auf Distel1fink7 vom 24.03.2019, 12:56:31

Danke Distelfink,

ich habe echt Schwierigkeiten bei Vollmond einzuschlafen,
da bin ich immer putzmunter.

In jungen Jahren hat sich meine Gatte immer darauf gefreut
und zwischendrin fragte er: "ist nicht bald wieder Vollmond" Lachen

Bin ja auch im Sternzeichen - Krebs - selbst die kommen
bei Vollmond an Land........................

LG - Barbara -

 

Barbara48
Barbara48
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Barbara48

Juchu ich hab's irgendwie geschafft und meine kleine Nachteule
hergebracht.

LG 


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Bruny
Bruny
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Barbara48 vom 24.03.2019, 18:52:07

Schön, dass du dein Eulchen wieder gefunden hast, Barbara. Das Haus verliert ja nix, gell. Bei mir ist es immer noch sehr warm draußen, dabei haben wir gestern und vorgestern noch heizen müssen. Das Wetter ist ganz komisch, viel zu wenig Regen, frühlingshafte Wärme während den sonst kühleren Monaten, dann zwischendrin 2, 3 Tage wo die Temperatur tagsüber nicht über 14° geht. Wenn das so weiter geht dann haben wir bald Hochsommer im Frühling und ich kann anfangen die empfindlichen Pflanzen herumzutragen, sodass sie nicht in der Sonne verbrennen.
Und mit noch etwas sind wir deutlich früher geplagt - mit den verhassten Zecken. Wir mussten schon etliche von Morena entfernen. Diese Ekelpakete sind doch so überflüssig wie ein Kropf, sie nutzen keinem und schaden vielen Wütend.
Ich werde dann wieder weiterfliegen, vielleicht ist ja noch jemand im PH wach.
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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Ein Date mit schwarzen Schönheiten

oder mit übergewichtigen Damen – in Meiningen
Der letzte Sonnabend in der Reha – keine Anwendungen, leeres Wochenende, also melde ich mich ab für den Tag, denn Uwe kommt bereits am frühen Morgen. Die Führung im Ausbesserungswerk für Dampfloks in Meiningen beginnt bereits um 10 Uhr und wir wollen pünktlich sein. Navi brauchte ich nicht einrichten – Uwe meinte wie meistens: Im Umkreis von 200 km fährt man das alles aus dem Kopf.
Wir erreichten das Werk kurz vor 10 Uhr und alle waren wieder sehr bemüht, dass ich in dem Rollstuhl sitzend teilnehmen konnte.
Eine der genialsten Erfindungen der Menschheit war das Rad. Mobilität wie wir sie heute kennen war bis in das 19. Jahrhundert unvorstellbar. Man überwand Entfernungen zu Fuß, zu Pferde, mit Kutschen oder mit dem Schiff.
Im 16. Jahrhundert wurden erstmalig in deutschen Bergwerken längs liegende Holzbohlen verwendet, auf denen hölzerne Wagen rollten - diese wurden später von Pferden gezogen.
Im 17. Jahrhundert erdachte der Franzose Denis Papin eine athmosphärische Dampfmaschine, der englische Schmied Thomas Newcomen setzte diese Pläne praktisch um. Aber erst der englische Tüftler Watt veränderte die Welt durch ein Bündel Verbesserungen, die durch den von ihm erfundenen Dampfzylinder gekrönt wurden. Die Wattsche Dampfmaschine löste 1788 eine industrielle Revolution aus, die von England aus Europa und die ganze Welt erfasste.

Der Nachbau der Wattschen Dampfmaschine wurde 1913 im Eisenbahn Ausbesserungswerk München hergestellt.

1825 wurde der „Stockton and Darlington Railway“ von Stevenson als erste Eisenbahn der Welt bekannt. Auf einer 2,8 km langen Teilstrecke der bereits fertig gestellten Bahnlinie von Liverpool nach Manchester fand ein Vergleich von diversen Lokomotiven statt. Stephensons Rocket überzeugte und damit war der grundlegende Aufbau der Dampflok festgelegt: ein Röhrenkessel mit wasserumspülter Feuerbüchse und Blasrohr zur Feueranfachung.
Als Vorläufer des heutigen Tenders führte ein nachlaufender Wagen die Wasser- und Brennstoffvorräte mit.
Der Treibraddurchmesser entsprach mit 1435 mm der heutigen Normalspur. Geringere Spurweiten galten als Schmalspur grössere Weiten als Breitspur.
1834 entstand die Bauform 1 A 1 mit der auch in Deutschland die Geschichte der Dampflokomotive eingeleitet wurde.
Am 7. Dezember 1835 wurde die Ludwigs-Eisenbahn von Fürth nach Nürnberg in Betrieb genommen. Die bei dieser Bahn eingesetzte Lokomotive trug den Namen ADLER und erregte großes Aufsehen. Bereits die erste Probefahrt war ein voller Erfolg. Rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum der Deutschen Eisenbahn wurde ein originalgetreuer Nachbau der Adler vom Ausbesserungswerk Kaiserslautern auf die Schienen gestellt.

Beim Betreten der grossen Halle fiel der Blick sofort auf eine 01 0509-8. Die Lokomotiven wurden fast alle zuerst mit Nummern bezeichnet und der Vortragende konnte sämtliche Nummern der folgenden Dampfloks aufsagen als ob dies sein tägliches Brot wäre. Eine grosse schwarze Schönheit, die rote Räder hatte und wie aus dem Ei gepellt vor uns stand. An einem Pfeiler war ein Schild angebracht: LokNr 527596 als Kunde war vermerkt: EFZ.
Auf dem nächsten Gleis stand eine kleine grüne Dampflok und auf dem gleichen Gleis dahinter eine weitere kleine schwarze Maschine 99 633 bei der ebenfalls gearbeitet wurde.
Eine andere grüne Lok mit beige abgesetzten Haltegriffen hatte die Nummer 261 680-3 und war mit DB gekennzeichnet. Eine andere hatte die Nummer 311 632-4 und bei jeder dieser Dampfloks wusste der Vortragende etwas zu erzählen…
Bei den Maschinen stand das Gewicht z.B. 26,5t. dann darunter das Br.Gew. mit 7,0t - Wasser 2,4cbm und Kohle 1,2 t. Also alles in allem ganz schön übergewichtig diese Dame!
Eine andere Maschine war mit dem Schild der Borsig Lokomotiv-Werke – Henningsdorf-Berlin und der entsprechenden Nummer gekennzeichnet.

In diesem Werk in Meiningen wird alles ausgebessert, repariert, neu hergestellt und es wird geputzt und gewienert bis die fertigen Teile blitzen und blinken. Riesige Räder standen hier in Mengen die überholt werden mussten. Bei einer Dampflokomotive konnten wir das Innenleben betrachten. Und eine Maschine stand hier bereits seit 5 Jahren, konnte nicht fertig restauriert werden, weil dem Besitzer das Geld ausgegangen ist und er die folgenden Reparaturen/Restaurierungen nicht finanzieren kann.

Das Königreich Sachsen war ein wirtschaftlich weit entwickeltes Land – hier wurde die erste Ferneisenbahn von Leipzig nach Dresden gebaut mit einem Sonderzug und einer englischen Dampflok „Komet“ und mit dem deutschen Eisenbahntunnel bei Oberau 1839 übergeben. Durch Industriespionage in England und Nachbau der Dampflokomotiven wurde die erste Lokomotive Saxonia mit Erfolg eingesetzt. Auch diese Lok „Saxonia“ wurde in Meiningen nach Revisionsarbeiten im Bild festgehalten.

Uns wurde auch erklärt wie hoch der Wasserstand in dem Röhrenkessel mindestens sein muss, damit kein Unglück passiert. Denn auch diese Anekdote wurde erzählt, dass bei einer Dichtigkeitsprüfung der Dampfdruck weit über das „normale“ Maß hinaus eingeblasen wurde. 16 bar waren die Obergrenze und später wurden über 22 bar gemessen. Durch den Druck explodierte der Kessel, flog durch das Dach der Halle und landete mehr wie 100 m weiter auf einer Wiese, so dass kein Mensch groß zu Schaden kam. Wenn solche eminenten Kräfte frei werden, kann man wirklich von Glück sagen wenn nichts schlimmes passiert.
In Bitterfeld kamen die Menschen nicht ganz so glimpflich davon, als es zu einem Kesselzerknall kam. In der Lok war nicht genügend Wasser – im Bahnhof Bitterfeld schiesst beim bremsen das Wasser aus dem Kessel nach vorne und wieder zurück. "Diese Welle hat sich über die Feuerbüchsdecke ergossen. Das hat ihr den Rest gegeben", erklärt damals der untersuchende Reichsbahn-Oberrat. Das Wasser verdampfte explosionsartig. Die Decke der Feuerbüchse riss ein, der Kessel der Maschine zerknallte und schleuderte das Führerhaus fort. Gleichzeitig drehte er sich, und die Glut aus dem Kessel traf einen auf dem Nachbargleis einfahrenden Reisezug, von dem zwei Personenwagen in Brand gerieten. Der Kessel schlug etwa 40 Meter von der Lok entfernt auf. Der Unfall hätte um ein Haar ein noch viel größeres Inferno zur Folge gehabt. 250 Menschen warten auf dem Bahnsteig, als der Kessel auf die Gleise fliegt.
Zum Abschluss der Führung lernten wir noch einiges über das Entspannen von Dampf im Hochdruckzylinder und anschliessend im Niederdruckzylinder wo die restliche Energie dann umgesetzt wird. Wir hörten etwas über eine Monsterlokomotive die an ihrer eigenen Grösse scheiterte. Ob es um die Harzer Schmalspurbahn, die Molli in Bad Doberan geht über all diese kleinen Bahnen erfuhren wir einiges. Eines ist aber sicher ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und Mitarbeiter könnten viele der kleinen Vereine die sich um die Erhaltung der Dampflokomotiven kümmern kaum existieren.

Nach Beendigung der Führung konnten wir an einer leckeren gegrillten Thüringer Bratwurst mit Brötchen im Werk Meiningen unseren Hunger stillen.
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Distel1fink7
Distel1fink7
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RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Distel1fink7

Zecken und anderes Getier

Wie schon die Bruny erwähnt, Zecken gehen auf Tour.
Hier ist die Geschichte meiner Zecke.

Ich fahre nach Berchtesgaden und dann auf den Obersalzberg,
da wo die schlimmste Zecke aller Zeiten sein Dominizil hatte.
Das war schon unvorstellbar, was die damals dahin gebaut
haben - mitten auf und in den Berg,. Aber das interessiert wohl
niemanden mehr. Mich schon, weil ich darüber schreibe.

Dann wanderte ich zum Königssee, mitten drin eine kleine
Insel mit einer Kapelle. Alles hochinteressant für mich.
Ich verspürte einen kleinen Piks. War aber nichts zu sehen.

Auf der Rückfahrt bekam ich eine starke Erkältung, grippeähnlich.
Ich war froh wieder zu Hause zu sein, Die Zeit verging. Als mir
mein Knie schmerzte ging ich zu meinem Arzt. Der untersuchte
gründlich, fand nichts. Er nahm mir Blut ab und sagte, der wolle
auf Nummer sicher gehen, wegen Zeckenbiss. Prompt, das
wars. Ich hatte ne Borriliose,. Mein Hausarzt verschrieb mir
10 Antibiothika. Ich holte ne zweite Meinung, denn ich hatte
im TV nachgeschaut und da stand 40 Tabl. solle man nehmen,.
und das war richtig, also nochmal 30 Stück.

Jetzt schlummern die Borrelien in mir,,  müssen in regelmäßigen
Abständen kontrolliert werden. Sie sind und bleiben in mir
schlafend, also  Schläfer in mir. Ich bin ne tickende Zeitbombe.

Man lernt in dieser heutigen Welt m,it allem zu leben und damit
meine ich nicht nur die Zecken.EULE.JPGEs grüßt Euch Distel1fink7

Bruny
Bruny
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Distel1fink7 vom 28.03.2019, 13:24:26

Ja liebe Distelfink, meine große Tochter hat das gleiche Schicksal erreicht.
Sie war mit ihrem Pferd durch den Wald geritten und wurde von einer Zecke gebissen, hat es aber nicht bemerkt und die spezifische Wanderröte hatte sich auch nicht eingestellt. Erst der dritte Arzt hatte Borreliose festgestellt, für eine erfolgreiche Behandlung war es allerdings zu spät.seitdem leides sie schubweise an schmerzhaften Gelenksentzündungen und ebenso schubweise hat sie Schwierigkeiten mit ihren Augen besonders bei Bewegungen am Bildschirm (Computer oder TV).
Kleine Viecher, große Wirkung Zornig.
Ich wurde von einer versifften Mücke gestochen und handelte mir eine unbekannte Art der Malaria ein. Die Malaria tertiana, die ebenfalls lange nicht erkannt wurde, weil Syrien eigentlich kein Malaria Land ist. Nur im Norden, wo ich war, kann vereinzelt Malaria auftreten, das wußten die Ärzte allerdings nicht. Sie besucht mich immer dann wenn mein Immunsystem sowieso im Eimer ist.
Das sind Viecher die kein Mensch braucht.

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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Krautsalat für Lieselotte

Noch während den letzten Tagen meines Rehaaufenthalts haben Uwe und ich Fahrten unternommen. Und auch nach meiner Entlassung hörten wir damit nicht auf.
Die Ega bot eine florale Hallenschau im Frühling an – ausserdem gab es da noch das Gartenbaumuseum, welches wir bei unseren vorherigen Besuchen immer vernachlässigt hatten.

Die Halle Nummer 1 in der Ega – gleich beim Eintritt in die Halle stieg uns der Duft der Frühlingsblüher in die Nase – Hyazinthen, Tulpen, Märzbecher, Azaleen und auch vorgetriebene blühende Schönheiten wie Calla oder auch Lilien – eine Fülle von Farben und Blumen waren hier liebevoll und sehr gekonnt in Szene gesetzt. Rechts vom Eingang gleich eine Symphonie in Rot – Azaleen, überreich blühend und als Bodendecker rote Tulpen, kurz- bis langstielig – auf der gegenüberliegenden Seite alle möglichen Frühlingsblumen in gelb, vorrangig die Narzissen, mit gelben Hyazinthen und Forsythien.

Es folgten auf der Mitte weissblühende Blumen, von Tulpen über Schneeglöckchen bis zu anderen weissblühenden Schönheiten. Und dieser Duft! Am Rand standen Tische mit Blumenvasen – Ton in Ton mit den Blumen, lila Lilien rosa Tulpen, Zierlauch und Lilien – es war eine Farbenpracht. An Gestellen hingen Glasröhrchen in welchen blühende Blumen steckten. Und die Farben der Azaleen reichten auch von zartrosa bis dunkelrot.
Hier umrundete ich die Beete und Anpflanzungen zweimal ganz langsam, bevor wir uns dann weiter auf den Weg zum Gartenbaumuseum machten.
Auf dem Freigelände sah man vereinzelt schon grosse Gestelle mit unzähligen blühenden kleinen Blumen wie Stiefmütterchen und Hornveilchen bepflanzt. Auch hier von gelb bis dunkelviolett.

Im Museum angekommen schauten wir uns erst kurz nach dem Eingang die verschiedenen Essenzen an: Farbstoffauszüge verschiedener Holundersorten, Pflanzendüfte in kleinen Flaschen abgefüllt. Ein Tropfen auf einen Papierstreifen genügte schon um den intensiven Duft von Eukalyptus oder Zedernholz, Jasmin oder Melisse ein zu atmen. In anderen Glasröhrchen waren die verschiedenen Samen von Färberwau, kanadischer Goldrute, Krappwurzel usw. zu sehen. In entsprechenden Schachteln bzw. Boxen die gröberen Samen wie gelbgrüne Speckbohne, Limabohnen, gelbe Sojabohne, Feuerbohne usw.

Obst und Gemüse ist mehr als nur ein Nahrungsmittel, denn sie besitzen in ihrer Vielfalt einen hohen ernährungsphysiologischen Wert, weil sie reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sind. Um unseren Körper in Schwung zu halten sind Mineralstoffe sehr wichtig – genauso wichtig wie Vitamine, damit der Stoffwechsel von Eiweiss, Kohlehyraten und Fett funktionieren kann. Ohne Eisen transportiert das Blut keinen Sauerstoff, ohne Kalium schlägt das Herz nicht wie gewohnt und ohne Kalzium haben unsere Knochen keine Stabilität. Aromastoffe entwickeln eine appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung.

Wir gingen im untersten „Stock“ einen langen Gang entlang und kamen in einem runden Raum zu einem tiefen Brunnen. Hier waren ringsherum in Abständen an der Wand Flaschen befestigt, die Wasserproben von Flüssen enthielten. Der Brunnen war im Fall einer Belagerung der Cyriaksburg ein Überlebensquell und daher ganz besonders durch die dicken Mauern geschützt. Über sechzig Meter reichte der Brunnenschacht bis zum Grundwasser. Dieses Grundwasser steht in Verbindung mit einem Gewässersystem das vom Thüringer Wald bis zur Nordsee reicht. In ausreichender Qualität sichert das Wasser das Wachstum der Pflanzen. Das Wasser verändert sich allerdings von der Quelle bis zum Meer.
In einem Raum der als Labor eingerichtet war standen Saatgutsammlungen, Phiolen, Fläschchen, eine Waage und alle Ausrüstungsgegenstände die man hier für die Laborarbeit benmötigt. An der Wand ein Zeitungsausschnitt mit der dicken Überschrift: “Kommt jetzt doch das GEN-Bier?“.
In anderen Räumen standen „Apfelbäume“ mit den verschiedensten Apfelsorten. Es gibt mehrere hundert Apfelsorten von denen aber nur ca. 20 eine grössere Bedeutung am Markt haben.

Zuchtziele am Beispiel einer Karotte (Möhre) wurden aufgezeigt und die vielen Möglichkeiten bei den Kreuzungen und Züchtungen.

Am Ende eines Ganges gab es einen Baum – eine kinetische Pflanze „Valentine“. Sie hilft zu verstehen was die Pflanzen auf der Erde so alles für die Menschen und die Tiere tun, damit wir leben, atmen und essen können. Sie zeigt auch wie sie es tut, wie sie auf wundersame Weise aus Sonnenlicht und Bestandteilen der Luft einerseits und Wasser und Mineralien aus der Erde andererseits all unsere Nahrung entstehen lässt. Wenn „Valentine“ einatmet, nimmt sie über ihre Wurzeln und Blätter Wasser und Mineralien sowie Kohlendyoxid (was wir Menschen z.B. ausatmen) aus der Luft auf und transportiert diese an Stellen wo sie verarbeitet werden.
Wenn sie ausatmet fliesst durch ihre Adern gespeicherte Sonnenenergie in Form von Kohlenhydraten, damit sie wachsen kann. Und sie gibt uns den Sauerstoff, damit wir atmen können.
Und dazwischen liegt ihr Zauber den nur sie unter allen Lebewesen bewirken kann . Sie fängt mit ihren Blättern das Sonnenlicht ein und baut daraus Stoffe auf, die reich an Energie sind: unsere Nahrung. Man nennt diesen Vorgang auch Fotosynthese. Was immer wir essen stammt letztendlich von den Pflanzen.

In einem anderen Schaukasten waren die Pflanzenschädlinge zu sehen. Käfer, Raupen, andere Tiere.
An der Wand hingen die verschiedenen Spaten zur Bearbeitung des Gartens. Erste gesicherte Belege über Spaten stammen aus der mittleren Steinzeit – etwa 8000 bis 5000 v. Chr. Bis ins ausgehende Mittelalter wurden Spaten aus Holz gefertigt. Später wurden Eisenspaten gefertigt.

Zum Transport von gesammelten Pflanzen wurde der Wardsche Kasten verwendet. Auch hier war ein Beispiel aus Holz zu sehen.

Beispiele von Färberpflanzen wie z.B. Waid welches auch schon im Altertum als Heil- und Färbepflanze bekannt war sind beschrieben. In Thüringen prägte Waid das Wirtschaftsleben während des 13. Bis 17. Jahrhunderts bauten rund 300 thüringische Dörfer das gelbblühende Waid auf ihren Feldern an.
Auch das Ernten die Vorbereitung und das Färben mit Waid wird hier auf Tafeln beschrieben.


Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden gezielt botanische Expeditionen unternommen.
Pflanzensammler wie A. v. Humbold oder C.F.P. von Martius gehören zu den bedeutensten Pflanzenjägern. Sie beschrieben viele Tausend Pflanzen, zeichneten und sammelten sie, nur der Transport verursachte grosse Probleme.

Die Unterschiede zwischen griechischen, römischen und japanischen Gärten sind auf grossen Tafeln detailliert beschrieben und in einer nachempfundenen altertümlichen Küche hängen Bündel von getrockneten Gewürzen, Pflanzen von der Decke über einem gemauerten Herd und einer Arbeitsplatte.
Wenn einer in fremden Gärten dieblich eindringt, werde er – gerichtlich „Mannbuße“ - 600 Pfennige, die machen 15 Schillinge zu schulden verurteilt!
Wenn einer drei Ruten, womit ein Zaun gebunden ist, oder die Wickel zerhaue und diesen Zaun öffnet, werde er – gerichtlich „Mannbuße“ - 600 Pfennige die machen 15 Schillinge zu schulden verurteilt!

Pflege und Entwicklung der Gartenkultur gehören zu den bedeutendsten Leistungen der mittelalterlichen Klöster. Besonders Benediktiner und später auch die Zisterzienser führten im Zuge einer rationellen Landwirtschaft einen geregelten Gartenbau in West- und Mitteleuropa ein.

Der Barockgarten entstand 1655 in Frankreich – der Kleingarten folgte 1806. In Leipzig wird 1864 der erste Schrebergarten gegründet. Auch der Gartenbau war von den Kriegen der Inflation und der NS-Diktatur genauso betroffen wie andere Erwerbszweige. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst sollte 1916 mithelfen die Versorgung zentral zu lenken.

Am Ausgang des Museums haben wir uns aus einem Kasten kleine Informationen über Gemüserezepte wie Rosenkohlsuppe, Chinakohl überbacken, Salat auf Brüsseler Art und Krautsalat für Liselotte mitgenommen…..der Krautsalat für Liselotte wird aus ½ Weisskohl, Salz, 2 EL Essig, Pfeffer aus der Mühle, 1 Prise Zucker und 50 gr. Rauchspeck hergestellt.



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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Tapisserien

In Meiningen gibt es ein Schloss, ein Theatermuseum und noch so einige Sehenswürdigkeiten. Wir fuhren nach der Führung im Ausbesserungswerk für Dampfloks in die Altstadt von Meiningen. Meiningen ist für sein Theater sehr bekannt, aber wie bekannt es war, das war mir nicht bewusst. Doch zuerst schlugen wir den Weg zum Schloss ein.
Meiningen war einst über 200 Jahre lang nicht nur Residenz sondern auch eine wichtige Münzstätte. Die Meininger Münze existierte im Kellergeschoß des Südflügels der Elisabethenburg mit Unterbrechungen bis 1763. ab 1846 bis 1918 wurde allerdings ausschliesslich nur noch in München geprägt.
Die Münzsammlung die hier in diesem Schloss gezeigt wird stammt größtenteils aus dem Bestand des Hennebergischen altertumsforschenden Vereins. Die Sammlung umfasst gegenwärtig etwa 25000 Stück darunter knapp 200 Meininger Münzprägungen.
In den grossen – hohen Räumen standen schöne Kachelöfen. In einem Raum Schränkchen die bezaubernde Lackarbeiten zeigten. Wie in einem anderen Bericht schon geschrieben stammt dieses Material vom Lackbaum und ist sehr widerstandsfähig. Auf diesem Schränkchen sah man Schwäne und andere Tiere mit Bäumen bzw. Blüten, Vögel die über der Szene schwebten. Auf einem Lackbild eine Vase mit einem Blumengesteck. So fein gearbeitet, wie es nur bei japanischen Motiven gut zur Geltung kommt.
In einem der Räume hing an der Wand eine riesige Tapisserie…..wunderschön die zarten Farben.
Dazu ein bisschen Geschichte:
Der Mörtel an den Wänden des neu erbauten Meininger Schlosses war noch nicht getrocknet, als sich der erste Herzog von Sachsen-Meiningen Bernhard I. Gedanken machte, wie er seine Wohnräume am besten und repräsentativsten einrichten könnte. So sollte sich eine in der Prachtentfaltung sich steigernde Raumabfolge von Vorgemächern auf den Thronsaal als Höhepunkt vorbereiten. Dort wollte Bernhard – wie in den Gemächern des Königs von Frankreich Ludwig XIV - riesige und kostbare Wandteppiche sehen, aus Wolle und Seide verwoben mit Silber und Gold. Als Thema suchte er sich, ähnlich wie Ludwig XIV. Szenen aus dem Leben von Alexander dem Großen aus.
Entsprechend damaliger Gepflogenheiten war dies nur zu besonderen Anlässen vorgesehen und da dies in den Abendstunden stattfand, pflegte man alle vier Wände – auch Fenster und Türen – damit zu bedecken. Mit Hilfe der Tapisserien einschliesslich ihrer Wappen sollte die Autorität und Stellung des Meininger Herzogs als erster Mann im Staate und als Großer unter den Großen sinnbildlich verkörpert werden,

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten gelangte nur ein Teil dieses Plans zur Ausführung. Lediglich 3 Tapisserien wurden 1689 von einer grossen und qualitätsvollen Brüsseler Teppichmanufaktur geliefert.
Bald nach Herzog Bernhards Tod gerieten diese Tapisserien in Vergessenheit. Erst Herzog Georg II. entdeckte sie wieder und schmückte mit ihnen sein privates Speisezimmer. Nach seinem Tod gelangten die kostbaren Stücke dann in den Kunsthandel. Zwei Teppiche kamen 1981 in den Bestand des Bayrischen Nationalmuseums München. Der dritte Teppich „Der triumphale Einzug Alexanders in Babylon“ konnte in restauriertem Zustand von den staatlichen Museen Meiningen mit Unterstützung u.a. des Bundesministeriums des Innern erworben werden.

In einem der nachfolgenden Räume ist die Geschichte der Adelheid von Sachsen-Meiningen festgehalten. Sie war die einzige Meininger Prinzessin welcher der Sprung auf den Thron eines der größten und mächtigsten Königreiche der Welt gelang. Die Tochter Georg I. von Sachsen-Meiningen heiratete William Heinrich, Prinz von Großbritannien und Herzog von Clarence – den späteren König William IV. von Großbritannien.
Diese Ehe blieb ohne Nachkommenschaft deswegen wurde nach König Williams IV. Tod Adelheids Nichte Victoria englische Königin.
In einem der kleinen „Zwischenräume“ sahen wir einen Weihnachtsbaum und auch die Erklärung wie der Weihnachtsbaum nach England kam.
Sämtliche Wappen des Hauses Sachsen-Meiningen waren in einem der nächsten Räume auf Regalen an der Wand aufgestellt. Römhild, Mark, Brehna,Pleissen und Henneberg – Pfalz-Thüringen, Meissen, Sachsen Jülich Kleve Berg Thüringen, Orlamünde, Altenburg, Eisenberg, Ravensberg u.a.
In einem anderen Raum hingen hinter Schaukästen Musikinstrumente u.a. auch wieder eine Serpent um 1800 erbaut. C-Klarinette, Bassethorn, F-Klarinette, Baß-Fagott um 1710 gebaut, sowie Kontra-Fagott von 1880 – Zithern und Hackbrett, Geigen und Zister wurden gezeigt. In einem grossen Raum stand ein Flügel – die Stühle waren so angeordnet, dass man von einem Vortrag hier ausgehen konnte. Eine Harfe stand in einem Glaskasten und auf dem Kamin war ein grosser sehr üppig mit Gold dekorierter und verzierter Leuchter mit 14 Kerzen zu sehen.
Die weiteren Räume dieses Schlossmuseums waren u.a. auch mit dem Streckennetz der Werra-Eisenbahn-Gesellschaft von 1894 sowie Abbildungen und Beschreibungen der Züge ausgestattet. Führerhaus, Wasser-Kohle- und Aschkasten wurden begutachtet und oftmals erneuert. Pumpen, Schmierpressen und Ventile sowie Lichtmaschinen kamen zur Aufarbeitung in die Armaturenwerkstatt. Insgesamt wurde die gesamte Hauptuntersuchung sowie die Funktionsweise der Dampflokomotive hier detailliert beschrieben.

Da wir noch das daneben liegende Theatermuseum besuchen wollten, kürzten wir die Besichtigung des Schlosses ab. Es gab zwar noch einiges andere zu sehen, aber die Bilder und Beschreibungen der Kriegs- und auch Nachkriegszeit die hier dargeboten wird, erregte nicht unser Interesse. Ebenso sind mir die Uniformen der Kriegszeit bekannt.
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johanna
johanna
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RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Geburtstagsgrüsse

Das Theatermuseum war eine ehemalige Reithalle, die jahrelang leer stand. Dann überlegte man sich, was man aus diesen Räumlichkeiten machen kann und sanierte dieses imposante Gebäude sehr aufwendig. Sewit dem Jahr 2000 dient es als Repräsentationsstätte für die in der Welt so einmalige und berühmte Sammlung von 275 illusionistischen Theaterdekorationen. Prospekte, Kulissenbögen, Panoramawände und Setzustücke des Meininger Hoftheaters aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Wenn man den Innenraum betritt dann wird man gefangen genommen von der Bühnendekoration. Eigentlich ist sie sehr einfach – es sind Säulen, unten einfarbig weiter nach oben hin bis zu den Kapitellen dann mehrfarbig. Aber das Ganze gewinnt durch die Lichteinstrahlung. Alles erschien in braun-orangefarbenen Tönen – sehr warm und ansprechend. Auf der rechten Seite der Bühne zwei Hocker die Sitzfläche mit rotem Stoff bespannt - auf der linken Seite eine Liege. Die Dame des Hauses erzählte uns etwas über die Geschichte des Meininger Theaters.
1797 begann man mit dem Bau eines Marstalls und es entstand ein Baukörper mit Vorplatz, Stallungen und Reithaus. Dies wurde aber aus finanziellen Gründen nie vollendet. Um 1814 begann man mit dem Abriss der in Marstallnähe befindlichen Häuser, sodass ein grosser freier Paradeplatz entstand. Zwei Jahrzehnte später wurden die Umbaupläne zu Gunsten eines Marstallneubaus aufgegeben. Übrig blieb die auch weiterhin genutzte Reithalle. Erst 1910 wurden die Gebäude anlässlich der Hochzeit der Meininger Prinzessin Feodora mit dem Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach mit einer Festdekoration verkleidet.
1978 erfolgte der Umbau der Reithalle zu einer Sporthalle – das mächtige historische Satteldach wurde durch eine flache Konstruktion ersetzt. Die Vorbauten nach dem Vorbild der Festdekoration von 1910 gestaltet. Nach 1990 diente das Gebäude als Ausstellungshalle – teilweise auch als Unterbringung für einen Supermarkt.
In den Jahren 1998 und 1999 wurden die seit den 70-er Jahren existierenden Pläne zur Nutzung der ehemaligen Reithalle als Theatermuseum in die Tat umgesetzt. Die Arbeiten erfolgten im Auftrag der Stadtverwaltung Meiningen und wurden großzügig mit Mitteln des Freistaates Thüringen unterstützt.
Die Regentschaft von Georg II. im Jahr 1866 brachte den Wandel – da er als Liebhaber und Mäzen an die Spitze des Hoftheaters kam. Er war nicht nur tätiger Künstler mit umfassenden Kenntnissen der europäischen Theaterszene sondern profilierte sein Theater zu einem Schauspielhaus, führte Regie und entwarf alle Bühnenbilder und Kostüme. Da hier Musterinszenierungen entstanden die man in der Welt zeigen wollte, entstanden die Gastspielreisen. „Die Meininger kommen“ wurde zwischen 1874 und 1890 zu einem vielfach gehörten Ruf von Stockholm bis Triest von London bis Moskau. Immer wieder waren es die Bühnendekorationen die aufgrund ihrer Neuartigkeit und Pracht für grosses Aufsehen sorgten. Die Bühnenbilder liess der Theaterherzog in dem berühmten Coburger „Atelier für szenische Bühnenbilder“ malen. Die Inhaber, Max und Gotthold Brückner verstanden es meisterlich die Ideen des Theaterherzogs umzusetzen. Naturtreue Echtheit und Realismus in der Darstellung von Handlungsort und _zeit, Leichtigkeit im Detail sowie meisterlich empfundene Farbigkleit und Sicherheit mit den Gesetzen der Bühnenperspektive waren die Vorzüge der Brücknerschen Malerei. Im ersten Stock waren Briefe und Skizzen der Gebrüder Brückner in Schaukästen ausgestellt. Obendrein ein Gedicht welches Heinrich Brückner für seinen Sohn Gotthold 1892 schrieb:
Dein Geburtstagsfest ist heute
Nimm auch hier zur Festtagsfreude
Meine Gratulation!

Aus des tiefsten Herzensgrunde
Wünsch‘ ich Dir zur heutigen Stunde
Alles Glück, mein lieber Sohn!

Geb‘ Gott, dass Deine Lebenstage
Gesund und heiter ohne Klage
Dich, und die Deinen mög‘ erfreun.

Gott schenke Dir ein langes Leben
Dir Deine Lieben stets daneben
auf Deinen Wegen Blumen streun!

Dies ist der Wunsch von Deinem Alten,
der sehen möchte Dein Verhalten
als Greis, Dein freundliches Gesicht

Wenn Dir nach vielen vielen Jahren
Wenn Du den Wunsch getreu erfahren,
Zu Händen kommt einst dies Gedicht!

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Tine1948
Tine1948
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Tine1948
als Antwort auf Distel1fink7 vom 28.03.2019, 13:24:26

Man lernt in dieser heutigen Welt m,it allem zu leben und damit
meine ich nicht nur die Zecken.EULE.JPGEs grüßt Euch Distel1fink7
 Liebe Bruny und Distel1fink, das Zitat oben hat mich jetzt schon eine Weile beschäftgt. Ich denke, das Eine sind die Krankheiten (hier durch Zecken oder Fliegen übertragen), das Andere betrifft Erlebnisse, die einen ungerufen befallen oder überfallen. Durch äussere Ereignisse hervorgerufen oder durch Menschen, die das eigene Immunsythem schwächen. Gegen das Eine (Zecken, Mücken) kann man sich nicht absolut schützen, so geht es aus euren Beispielen hervor. Gegen das Andere vielleicht schon? Was macht uns emotional verletzbar und wo gewähren wir dem, was uns schadet, Einlass? Wie schützen wir uns? 
Ist für mich gerade ein wichtiges Thema. Eure Tine
eulekleinphpThumb_generated_thumbnailjpgKOEM1BUV.jpgGeht jetzt vom Ast ins Nest 

Bild-Quelle: Klexikon, das grosse Lexikon für Kinder

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