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Plaudereien Das "Begrüßungsgeld".

rolf †
rolf †
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von rolf †
als Antwort auf omasigi vom 20.06.2010, 22:11:45
Mich hat es ans Freibier bei der Eröffnung einer Kneipe erinnert,
so voll sind die Kneipen danach nie wieder.
eko †
eko †
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von eko †
als Antwort auf ana vom 20.06.2010, 21:56:32
Zitat ana:

".......es ist schon ok und die jungen Menschen sind mit der Bundes-
republik vertraut und kennen den ehemaligen Staat DDR nicht,also was
solls? Den alten Bürgern fällt es vielleicht etwas schwerer,aber man
muss es nur wollen und versuchen umzudenken und das sollte doch wohl in
dieser langen Zeit möglich sein,oder?"


Derselben Meinung bin ich auch! Das wieder Zusammenfügen zweier deutscher Teilstaaten, die sich jahrzehntelang immer weiter auseinandergelebt hatten, weil sie zu unterschiedlichen Gesellschaftsformen mehr oder weniger gezwungen wurden, dieses Zusammenfügen ist ohne Beispiel weltweit.

Dass es da den einen nicht schnell genug ging, während andere auch nach 20 Jahren immer noch von überhastet sprechen, damit werden wir leben müssen.

Ich setze da auf die junge Generation, die Mauer und Stacheldraht gar nicht mehr real erlebt hat und Deutschland von Anfang an als Ganzes gesehen hat. Sie wird schon dafür sorgen, dass Begriffe wie Ossi und Wessi verschwinden werden.

Dass damals vor 20 Jahren oft dumme Sprüche geklopft wurden, sehe ich als eine Zeiterscheinung an.

Das "Begrüßungsgeld" als Überheblichkeit des Westens einzuordnen, finde ich allerdings ziemlich deplatziert. Alle habens geholt, niemand war sich zu schade, was ich auch richtig finde.

Ironie an:
Inzwischen hat "der Osten" soweit aufgeholt, dass sie bald den "Wessis" Begrüßungsgeld bezahlen können.
Ironie aus !

Nein, nein! Das wollen wir doch nicht, gelle ?
hugo
hugo
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von hugo
als Antwort auf ana vom 20.06.2010, 21:56:32
,, es wäre dann vielleicht ganz anders abgelaufen,im Interesse der ehe-
maligen Machthaber der DDR,alles wie gehabt,,,(ana)

hm ana,, genau das ging ja nun zum Glück nicht mehr, diese Gefahr war nach dem Mauerfall sofort vorüber,, die DDR-Regierung war ja schon 2 Tage vor dem Mauerfall zurückgetreten (worden)
aus Moskau (von Gorbi) kam Zustimmung -also auch keine Gefahr mehr

allein in den ersten 4 Tagen im Dez 89 passierte folgendes:

Freitag, 1. Dezember 1989
Die Volkskammer beschließt die Streichung der bisher in der Verfassung verankerten Führungsrolle der SED

Sonntag, 3. Dezember 1989
ZK und Politbüro der SED treten endgültig zurück

Montag, 4. Dezember 1989
In Leipzig besetzen Demonstranten die Stasi-Zentrale

Donnerstag, 7. Dezember 1989
In Berlin tritt erstmals der Zentrale Runde Tisch zusammen

naja und von da ab saßen die neuen Köpfe, die Hoffnungsträger, am Runden Tisch, die SED-Kader hatten fast nix mehr zu sagen, die waren abgemeldet. (auch wenn Modrow Regierungschef war, der war von denen wohl noch der ungefährlichste)

Frage:
Was hätte denn Deiner Meinung nach anders verlaufen sollen und vor
allem wie? (ana)

genau das was die Demonstranten vorher eigentlich wollten: Weg mit der Regierung, keine SED Führung mehr, die Stasi in die Produktion, eine neue bessere DDR mit demokratischen Gefüge, politisch unabhängig von Moskau ( für mich auch von Bonn) beste Beziehungen zur BRD und ein gezielt, geplantes geregeltes Zusammenwachsen beider Staaten.

De Maizere drückte das so aus: "Wir wollten einen Weg zur Einheit gestalten, der der gerade selbst errungenen Freiheit der Ostdeutschen würdig war."

das mit einem Bananenkrause am Tisch von Schäuble und Seiters ein ganzes Volk über den Tisch gezogen wurde, kann ich heute noch nicht begreifen,,

jetzt besteht die Gefahr- auch weil wir nach der Wende eine undifferenzierte Verneinung all dessen hatten, was die DDR ausmachte- das darauf eine ebenso undifferenzierte Verklärung folgt und das es besonders jetzt in der Krise, eine Art Trotzreaktion gibt, die manche auch als Ostalgie bezeichnen.
so ungefähr der o.g.

hugo

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ana
ana
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von ana
als Antwort auf eko † vom 20.06.2010, 23:07:08
eko,

welche Bürger sehen diese Wiedervereinigung im Nachhinein noch als über-
hastet an?
Doch wohl nur einige-wenige und das sind auch überwiegend die älteren
Bürger.
Die Bezeichnung Ossi-Wessi gehört zum Auslaufmodell und das ist auch gut
so!
Wir sind ein geeintes Deutschland und so soll es auch bleiben ,gelle?
ana
ana
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von ana
als Antwort auf hugo vom 20.06.2010, 23:17:57
hugo,

ich finde es gut so wie alles verlaufen ist und darüber sollten wir uns
doch wohl freuen?
Du solltest nun mal Deine Trauerarbeit-Aufarbeitung langsam beenden!
Diesen Staat DDR , weine ich keine Träne nach,ganz im Gegenteil!

Wir haben uns zu einer Bundesrepublick vereint und sind nicht zu einem
geteilten Staat geworden, so wie Du Dir das gewünscht hast,mit einer
"besseren" DDR!
Die Altgenossen der SED und ich denke dazu gehörtest Du auch,können und
wollen sich damit nicht abfinden.
Viele von diesen Altgenossen,sind bei den Linken fest verankert,be-
gleiten Posten und Ämter und bringen ihre vorhandenen "demokratischen"
Ideen zum Ausdruck!
Meine Wählerstimme erhalten sie nicht,das ist Fakt !

EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf hugo vom 20.06.2010, 23:17:57


genau das was die Demonstranten vorher eigentlich wollten: Weg mit der Regierung, keine SED Führung mehr, die Stasi in die Produktion, eine neue bessere DDR mit demokratischen Gefüge, politisch unabhängig von Moskau ( für mich auch von Bonn) beste Beziehungen zur BRD und ein gezielt, geplantes geregeltes Zusammenwachsen beider Staaten.
hugo[/quote]


Der Hugo kanns einfach nicht lassen hier seine kindischen utopien auszubreiten.
Die frage des wie anders zusammenwachsen haben einige hier schon x mal geklährt.
Aber nach Hogo ist alles ganz einfach, stasi in die produktion, ja in welche denn, lieber Hugo, vielleicht mehr trabbis herstellen, die keiner mehr haben will oder staßfurtfernseher oder die tollen produkte der DDR möbelindustrie?
Noch ne frage, wohin mit den ganzen hundertausenden SED genossen, die hauptamtlich in den parteiführungen der regionen und betriebe saßen oder ihren kumpels aus den gewerkschaften?
Wohin mit den ganzen unproduktiven stellen und ämtern?
Die bekommen jetzt wenigstens alle eine rente oder Hartz4
aber wer sollte das denn in einer DDR erwirtschaften und eine DDR mit einer hohen arbeitslosenzahl, das wär was gewesen.
Wer bitte hätte die marode DDR wirtschaft und infrastruktur erneuert und womit, mit welchem geld sollte das bezahlt werden und welches geld sollten denn die DDR bürger erhalten.
Ostmark druckte die staatsbank nach belieben, westmark gabs nur für leistungen die sich verkaufen ließen, da war die DRR wirtschaft auf dem weltmarkt entweder nicht brauchbar oder einfach zu teuer.
Aber nun hör ich auf und bitte bitte ,lieber Hugo, gib doch mal konkret Deine vorstellungen hier bekannt und schreib nicht immer solche allgemeine unhaltbare phrasen, die weder vom volk gewollt, noch politisch und ökonomisch machbar waren und jeder grundlage entbehren.

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gerry
gerry
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von gerry
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 21.06.2010, 15:18:20
Ganz sicher sind einige Fehler bei der Wiedervereinigung gemacht worden.
Hier denke ich besonders an die Treuhand, an Seilschaften zwischen DDR-Wirtschaftsfunktionären und einigen westlichen Glücksrittern.
Rohwedder hat sicher das Richtige gewollt, sein Tod wurde nie aufgeklärt.
Das gibt zu denken!
Und es wird immer noch Unverbesserliche geben, die der DDR nachtrauern.
Ich gehöre nicht dazu!
Es gab in der DDR keine Arbeitslosen. Kunststück, wenn jeder Arbeitsplatz doppelt und dreifach besetzt war.
In unserem Betrieb wurde sogar eine "Luftstelle" für einen Kampfgruppenkommandeur geschaffen.
Er nannte sich dann "Medienwart", was aber nichts mit Presse, Funk und Fernsehen zu tun hatte.
Er war lediglich für Wasser und Druckluft verantwortlich.
Wir wussten nicht, was wir sagen sollten.
Es mussten ganz einfach für politisch Zuverlässige oder "verdiente Genossen"
besondere Arbeitsplätze geschaffen werden.
Welcher Privatbetrieb hätte sich das leisten können?
hugo
hugo
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von hugo
als Antwort auf gerry vom 21.06.2010, 15:56:45
Und es wird immer noch Unverbesserliche geben, die der DDR nachtrauern. (gerry)

hallo gerry was meinst Du da für Leute`? ich kenne keine,,,und wenn ja dann sind die sicher im 1 Promillebereich, also nicht erwähnenswert.

Hier gibts aber Diskutanten die hätten gerne solche Beispiele, aber mangels Masse müssen eben die anderen als Prellbock und Spucknapf herhalten die -so wie ich- der verpassten Möglichkeit, es besser zu machen, nachtrauern.

das wird dann gern wegen Unkenntnis oder absichtlichem Mißverstehen oder Beleidigen wollen oder auch nur aus Blödheit und/oder des Stänkerns wegen so hingedreht als ob man der DDR nachtrauert.

Du schreibst du trauerst der DDR nicht nach,,ok dann sind wir hier schon mal mindestens zu zweit und ich kenn noch mehrere ,,

übrigens gibts tatsächlich sehr viele die so ähnliche Vorstellungen haben/hatten wie hugo,,nicht nur die damaligen Warner aus der bundesdeutschen Politikerriege, oder die der Grünen und SPD Spitze, oder unser erster Ministerpräsident de Maizere, oder fast alle Leute vom Demokratischem Aufbruch und die vom neuen Forum und die vom Runden Tisch fast alles sogenannte und/oder echte Bürgerrechtler,

die Tschechen wollten beim beim Prager Frühling das Gleiche und nicht in die Nato, die Solidarnocz hatte selbiges vor,

Ich frag Dich: Waren/Sind das alles alles Altvordere, Unverbesserliche, Systemnahe usw usf,??

ich kenn diese schlimmen Entgleisungen zur Genüge,,

Im Herbst 1989 sind viel auf die Straße gegangen, weil sie eine bessere DDR wollten, jetzt wollen wir eine bessere BRD,,,ist das so schlimm ?

hugo
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von carlos1
als Antwort auf gerry vom 19.06.2010, 16:14:13
Hallo gerry, ein sehr guter Beitrag von dir. Echte Erinnerungsarbeit. Ja, das Begrüßungsgeld für die Besucher aus dem anderen Staat. Ich empfande diese Geldsumme eigentlich nicht als Belastung für den Steuerzahler, auch nicht als Begrüßungsgeschenk - mit Geld kann nman nicht begrüßen - sondern einfach als Hilfe für jene, die herkamen und nicht dauernd ihren Verwandten auf der Tasche liegen wollten und sollten. Woher sollten die Besucher aus der DDR Geld haben. Sie durften keines besitzen und in der DDR keines umtauschen, wie es bei der Reise in einen anderen Staat üblich ist.

Ich kann mich nicht erinnern im ST jemals eine Serie von so zahlreichen sachlichen Beiträgen über diese Tage gelesen zu haben, ohne Gehässigkeiten und Streit und Pöbeleien.

Verständnis auch dafür, dass die Wende und der Umbruch für viele Menschen (die Stützen des Systems) den Abstieg bedeuteten, für andere war es die Befreiung aus der Enge.

Viele Grüße
c.
regenbogen
regenbogen
Mitglied

Re: Das "Begrüßungsgeld".
geschrieben von regenbogen
als Antwort auf gerry vom 19.06.2010, 16:14:13
Prima dein Beitrag,du sprichst mir aus dem Herzen. regenbogen

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