Plaudereien Der Vorname

Sirona
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Der Vorname
geschrieben von Sirona

Gestern hörte ich im TV von diesem Film, der mich sehr interessieren würde.

INHALTSANGABE & DETAILS
FSK ab 6 freigegeben
 

Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) veranstalten ein Abendessen in ihrem Haus in Bonn. Eingeladen sind neben Familienfreund René (Justus von Dohnányi) noch Thomas (Florian David Fitz) und dessen schwangere Freundin Anna (Janina Uhse). Doch diese Eltern eines ungeborenen Jungen sorgen dafür, dass der als gemütliches Beisammensein geplante Abend plötzlich völlig aus dem Ruder läuft: Thomas und Anna verkünden nämlich, dass sie ihr Kind Adolf nennen wollen und sorgen damit für einen Eklat. Schnell sind die fünf Erwachsenen in einen handfesten Streit verwickelt, werfen sich gegenseitig harte Beleidigungen an den Kopf und die Diskussion artet immer mehr aus, so dass bald die schlimmsten Jugendsünden und größten Geheimnisse aller Beteiligten ans Licht kommen…

Trailer:
filmstarts.de/kritiken/260581/trailer/19567380.html

Was mich aber sehr verwundert ist, dass der Film ab 6 J. freigegeben worden ist. Ist das wirklich eine Unterhaltung für 6-Jährige? Was haben sich nur die Verantwortlichen dabei gedacht?
In der Zeit zwischen 1933 - 1943 trugen sehr viele Jungen den Namen "Adolf". Was meint Ihr, sollte man seinen Sohn heute noch Adolf nennen?
 

RE: Der Vorname
geschrieben von nordisch
als Antwort auf Sirona vom 20.10.2018, 11:33:16

ja,es kommt immer wieder mehr vor, dass alte Vornamen wieder gebraucht werden.
Bei Älteren kliugt es dann aber Komisch,wenn dann jemand den Namen Adof auswählt.
Man sollte aber mit der Vornamenssuche behutsam sein. Mancher Name wird doch mit der Zeit vor "45 nicht gut geheissen.

Sirona
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RE: Der Vorname
geschrieben von Sirona
als Antwort auf nordisch vom 20.10.2018, 11:49:34
Herkunft und Bedeutung
Der Name stammt aus dem Althochdeutschen und ist zusammengesetzt aus adal (edel, vornehm) und wolf (Wolf). Dies kann zusammen als „edler Wolf“ oder „Edelwolf“ verstanden werden, doch sind viele altgermanische Personennamen einfach aus zwei positiv zu verstehenden Gliedern zusammengesetzt, ohne dass die Zusammensetzung als solche eine Bedeutung haben muss.

Popularität
Sowohl im protestantischen Deutschland (wegen Gustav Adolf) als auch im katholischen (wegen Adolph Kolping) hatte Adolf eine gewisse Popularität. Doch schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Häufigkeit der Vornamensvergabe ab. Nach einem Aufschwung ab 1933, der bis 1942 andauerte, brach die Verwendung des Namens – wohl in Korrelation zur Beliebtheit Adolf Hitlers – stark ein. Seit Anfang der 1950er Jahre wird der Vorname Adolf im deutschsprachigen Raum mittlerweile an fast keine Neugeborenen mehr vergeben.[1]Durch den Diktator Adolf Hitler und ferner durch weitere Nationalsozialisten wie Adolf Eichmann ist der Name sehr stark belastet.
Die Vergabe des Vornamens Adolf ist jedoch in Deutschland nicht grundsätzlich verboten. 
Beliebt war der Name auch in Schweden, wo mehrere Könige den Namen trugen. Jedoch war er in keinem Jahrzehnt seit den 1920er Jahren unter den zehn beliebtesten Vornamen. Im Jahre 2015 gab es nur noch rund 2600 Träger dieses Namens in Schweden. Seit spätestens 1998 wurde in jedem Jahr weniger als zehn neugeborenen Jungen dieser Name gegeben.
(Wikipedia)
 
Durch Halunken kam dieser einst sehr beliebte Name in Verrufenheit, so dass es möglicherweise noch Generationen dauern wird bis dieser Name wieder aktuell wird und ohne schlechten Beigeschmack genannt werden kann. Und ist es nicht so, dass man automatisch an Hitler denkt, wenn der Name „Adolf“ genannt wird? 


 

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luchs35
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RE: Der Vorname
geschrieben von luchs35
als Antwort auf Sirona vom 20.10.2018, 12:02:57

Unter unseren Bekannten tauchte vor 3 Jahren auch eine Diskussion über den Namen Adolf auf. Doch dann wurde auch der Grund schnell klar, und es könnte oft der Fall sein, dass der Namen buchstäblich vererbt wird, wenn ein Firmengründer den Vornamen Adolf hatte.  Eine Adolf sowieso AG oder GmbH wird weitervererbt, und der infrage kommende Erbe wird dann eben auf Adolf getauft. 

Bei jungen Leuten ist der Name sowieso out, denn er ist unmodern und langweilig. In der Schweiz ist er noch oft verbreitet, allerdings ruft man Adolf = "Dölf" - ich habe hier in der näheren Umgebung mehrere "Dölfs" . 

Wahrscheinlich gibt es Hintergründe, warum Eltern einen Sohn Adolf nennen wolle - vielleicht um einem Großvater oder einem anderen Menschen der Familie zu gedenken. 
Adolf war vermutlich in früheren Zeiten auch eine Art Mode-Namen - auch schon lange bevor Hitler &Co. auftauchten. 

Luchs35

schorsch
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RE: Der Vorname
geschrieben von schorsch
als Antwort auf Sirona vom 20.10.2018, 11:33:16

Wenn die Eltern zusammen mit den Kindern solche Filme ansehen und mit ihnen nachher über die Kontroverse diskutieren, kann das sinnvoller sein, als einfach zu verbieten.

sisseli
sisseli
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RE: Der Vorname
geschrieben von sisseli
als Antwort auf Sirona vom 20.10.2018, 11:33:16

Ich habe auch eine Vorschau gesehen und fand die Idee sehr reizvoll.
Ich habe keine Adolf-Zeiten erlebt, aber auch für mich ist das ein extremes Reizwort und ich würde auch einen Krach vom Zaun brechen, käme das in meiner Familie zur Sprache.
Ich wundere mich, dass das anscheinend nicht bei jedem so zu sein scheint, das muss ich zugeben.

Allerdings rechne ich damit, dass es bald Kinder geben wird, die so heißen. Leider.

Das FSK 6 dürfte einfach dadurch zustande kommen, weil keine Gewalt und kein Sex drin vorkommen, und das ganze wohl als Komödie gilt. Auch wenn Kinder den "Sinn" der Sache nicht begreifen, können sie unbeschadet zuschauen. Naja, ich meine, es gibt weit Schlimmeres zu unmöglichen Zeiten im TV, oder?


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marina
marina
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RE: Der Vorname
geschrieben von marina
als Antwort auf Sirona vom 20.10.2018, 11:33:16

Dieser Film muss ganz toll sein, sehr witzig und mit hervorragenden Schauspielern, ich habe schon einige Szenen gesehen, auch Interviews dazu. Gedreht hat ihn Sönke Wortmann, der dürfte wohl fast allen ein Begriff sein. Caroline Peters, eine hervorragende Schauspielerin, die auch im Burgtheater spielt, kennt man ja aus dem Eifelkrimi "Mord mit Aussicht, den ich immer wieder gern sehe weil er auch so humorvoll ist und so originelle Typen da ihr Unwesen treiben. Und Christoph Maria Herbst ist immer umwerfend komisch. Ich muss den Film unbedingt sehen, das steht fest. Lächeln

Dieer Vorname ist natürlich ein für allemal so negativ besetzt, dass nur Sadisten ihr Kind noch so nennen können, damit ist jeder bis ans Lebensende gestraft, das ist klar. Aber der Film scheint ja damit sehr witzig umzugehen. In der Realität wäre das sicher alles andere als witzig. Lächeln

Sirona
Sirona
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RE: Der Vorname
geschrieben von Sirona
als Antwort auf marina vom 21.10.2018, 11:51:18
Ich werde mir den Film auch anschauen. Die Schauspieler stehen trotz ernsten Hintergrundes für gute Unterhaltung. Im Trailer konnte ich einige "deftig-verbale" Äußerungen hören, die m.E. nicht für 6-Jährige geeignet sein dürften. Man hätte das Alter auf 10-12 J. festlegen sollen. Auch die heftigen Wortwechsel und Streitereien könnten 6-Jährige verängstigen.

Sirona

 
mane
mane
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RE: Der Vorname
geschrieben von mane

Besonders zu Zeiten von Adolf Hitler war es ein weitverbreiterter Jungenname. Heutzutage ist er kein Name wie jeder andere und wird es in Deutschland wohl auch nie sein.
Sei es aus Familientradition oder als zweifelhaftes  Bekenntnis zur damaligen  Zeit, die dazu führen, diesen Namen an  Nachkommen zu vergeben, gerade als Kind wird der so Genannte darunter zu leiden haben. Einzig in Neonazikreisen könnten Eltern dafür noch Applaus bekommen.

Die Sorgeberechtigten sind grundsätzlich bei der Vornamenswahl frei, jedoch heißt es in einer Verwaltungsvorschrift, dass der gewählte Name dem Kindeswohl nicht widersprechen dürfe. Eine schwarze Liste mit Namen, die abzulehnen sind, gibt es nicht. Machen Eltern vor dem Standesamt keinen Hehl aus ihrer rechtsextremen Gesinnung, dürfen die Beamten sich weigern, den Namen zuzulassen.

Mane
 
olga64
olga64
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RE: Der Vorname
geschrieben von olga64
als Antwort auf Sirona vom 21.10.2018, 13:35:50

Ich werde mir den Film ansehen, wenn er im TV kommt. Ins Kino würde ich dafür nicht gehen wollen.
Es ist ziemlich unsinnig, Kindern heute verbieten zu wollen, sich irgendetwas anzusehen. Macht man dies, ist es besonders interessant für die Kids und sie laden es sich auf ihr Smartphone. Verbote solcher Art klappen auch bei Pornos nicht; bereits 11-jährige laden sich diese auf das Phone und wissen sicher in dieser Materie besser Bescheid als so mancher Erwachsene. Olga


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