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Plaudereien Deutsche Sprache - schwere Sprache

malachit
malachit
Mitglied

Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von malachit
Chat ist etwas Lebendiges und Spontanes und keine Deutschstunde.
Substance over form oder zu deutsch: Inhalt zählt*, vergiss die Schreibfehler.

So weit so gut...

Dennoch erstaunt mich trotz aller hier erworbener Sprachtoleranz, dass in Nickpages und Postings - also in Texten, die der Schreiber vor dem Abschicken nochmals kontrollieren kann - sehr häufig die beiden Wörter "dass" und "das" verwechselt werden.

Ich glaube sogar, dass einige Schreiber gar nicht wissen, dass es zwei gleichklingende Wörter mit unterschiedlichen Bedeutungen gibt. Hier eine kurze laienhafte Aufklärung:

Das Wort "das" ist ein Relativpronomen, mit dem ein erklärender Relativsatz eingeleitet wird, z.B. "Hans hat ein Handy, das auch Fotos machen kann". In diesem Nebensatz wird das Handy näher beschrieben.
Andere Relativpronomen sind "der" und "die",je nach Geschlecht des Wortes, auf das sich der Relativsatz bezieht.

Das Wort "dass" (alte Rechtschreibung daß) ist eine Konjunktion zur Verknüpfung eines Nebensatzes mit einem übergeordneten Satz. z.B. Ich hoffe (übergeordneter Satz),dass es heute nicht regnet. (Nebensatz).

Die Unterscheidung beider Wörter ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach und die Schreibweise "das" statt "dass" gehört zu den häufigsten Rechtschreibfehlern im Deutschen.

Aber es gibt ein paar Tricks, mit denen man versuchen kann herauszubekommen,welches das/dass das richtige ist.

Man versuche anstelle von "das/dass" das Wort "welches" einzufügen und prüfe, ob der Satz den gewünschten Sinn ergibt. Oder man versuche das Wort "das/dass" durch "so dass" oder "damit" zu ersetzen. Wenn dann der Satz immer noch sinnvoll ist, dann ist "dass" die richtige Schreibweise. Leider ist diese letzte Prüfung
nicht sehr zuverlässig, denn es gibt Satze mit "dass" bei denen es nicht funktioniert.

Lasst euch nicht entmutigen, ihr schaft das schon... Das Glück ist mit dem Tüchtigen


Eure Wörterkämpfende
malachit
peter25
peter25
Mitglied

Re: Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von peter25
als Antwort auf malachit vom 30.05.2007, 20:55:30

Ware Vreuntschavt isd,wen man di schreipfeler dess andereen üpersiet !
In tiesem synne
Beder vünvuntswansik
malachit
malachit
Mitglied

Re: Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von malachit
als Antwort auf peter25 vom 30.05.2007, 21:06:19
Kenau
Wir prauchen keine Leerer.. wier sint selper schlauh
--
malachit

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telramund
telramund
Mitglied

Re: Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von telramund
als Antwort auf malachit vom 30.05.2007, 21:12:34
Und doch gilt es unsere schöne deutsche Sprache zu pflegen und vor einer Verschluderung zu bewahren.

Es gibt eine Studie, nach der deutsche Kinder die Aussprache und Satzbildung ausländischer Jugendlicher in ihren eigenen Sprachgebrauch übernehmen. So werde schleichend z.B. das "Ich" zum "Isch".

Auch enthält unsere Sprache heute viele Anglizismen, die besser durch treffendere deutsche Ausdrücke ersetzt werden könnten.

Diese Veränderungen gehen einher mit einer Verarmung des gesamten Wortschatzes und dem Hang zu einfachen Satzkonstruktionen.

Ich will hier keineswegs als altkluger Oberlehrer fungieren, aber eine verbale Auseinandersetzung ist für alle umso gewinnbringender, je differenzierter und klarer die Beiträge sind.

Und die gerade bei der Jugend zu beobachtenden Sprachverarmung und Sprachverhunzung ist eigentlich schon ziemlich bedauerlich und auch eine Art Werteverfall....

Etwas anderes ist es mit den Dialekten, die durchaus als besonderer Ausdruck des betreffenden Landstrichs gepflegt werden sollten.

Übrigens Rechtschreibfehler sollten hier nicht kritisiert werden, da es sich hier häufig um reine "Vertippungen" handelt.
--
telramund
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von eleonore
als Antwort auf telramund vom 30.05.2007, 21:51:09
was ich ganz schauderhaft finde, ist hier in berlin zu beobachten. (wobei ich vermute, auch woanders)

junge leute reden ein merkwürdiges deutsch, angelehnt an redeweise von ausländische jugendliche.
teils sehr ordinär.

telramund, du erwähntest "Sprachverarmung".
woher sollen diese jugendliche ausdrücke und wörter lernen???
in ballerspiele gibt es nur *kawumm* und sowas.

bücher sind leider nicht in.

"Übrigens Rechtschreibfehler sollten hier nicht kritisiert werden, da es sich hier häufig um reine "Vertippungen" handelt."/zitat telramund/

bei mir nicht ganz, wobei ich mir mühe gebe, und mich entschuldige für mein buntes deutsch, wie auch für mein begangene und kommende schnitzer. :o))

--
eleonore
tigrablue
tigrablue
Mitglied

Re: Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von tigrablue
als Antwort auf eleonore vom 30.05.2007, 22:53:32
@eleonore

Fängt die Sprachverarmung vieler Jugendlicher nicht schon im Elternhaus an? Wenn Eltern mit ihren kleinen Kindern in der Babysprache oder in einem merkwürdig gebrochenen Deutsch reden und dabei nicht einmal merken, wie lächerlich sie sich selber machen, Kindern das Reden verbieten, weil "Kinder still zu sein haben, wenn Erwachsene reden", das Reden von Kindern häufig einfach überhört wird usw.usw., sehe ich darin den Beginn fehlender Sprachgewandtheit.
Was die "Übernahme" von Sprachgepflogenheiten unter Jugendlichen anbelangt: Die Jugend hat sich wohl schon immer durch 'Abwandlungen' der Sprache der Eltern, neue Wortkreationen usw. von den Älteren abzugrenzen versucht. Das ist nach meinen Erfahrungen aber nur eine Phase in der Entwicklung zum erwachsenen Menschen, verliert sich also sozusagen von selbst. Daher würde ich das nicht dramatisieren.
Umgekehrt heißt das aber auch nicht, daß man sprachliche Engleisungen von Kindern und Jugendlichen kommentarlos tolerieren sollte, nur eben nicht überbewerten.


@telramund

Ich erinnere mich an einen in entrüstetem Ton abgegebenen Kommentar meiner Mutter, als ich von 'CD-Player' sprach: "Wieso muß das 'CD-Player' heißen? Das kann man doch auch deutsch sagen!" Kann man? 'Gepreßte-Scheiben-Spieler'? Hm ...
Es gibt sicherlich Anglizismen, die eben nicht in einen prägnanten deutschen Begriff übersetzt werden können. Aber die schon peinliche Anbiederei ans Englische, die Weltgewandtheit und Internationalität signalisieren soll, wird spätestens dann zur entlarvenden Blamage, wenn ein großer Lebensmittelmarkt "Body bags" anbietet und damit Rucksäcke meint.

Einfache Satzkonstruktionen müssen nicht zwangsläufig Bildungsnotstand widerspiegeln, sondern sind häufig auch der Klientel geschuldet, an die die Sätze gerichtet werden. Kunstvoll gestrickte (Schachtel-)Sätze können durchaus pseudo-intellektuell und daher abschreckend wirken. Ich rede hier nicht solchen minimalisierten Satzkonstruktionen wie "erst Geld, dann Ware" das Wort, also bitte nicht mißverstehen.

@malachit

Nein, ich will hier nicht deine Tippfehler kritisieren, aber dein "ihr schaft das schon" ließ mich doch lachen und 30 Jahre zurückdenken. Den Anlaß für das damalige Streitgespräch mit meiner seinerzeit sechsjährigen Tochter habe ich vergessen, jedenfalls sagte ich zu ihr: "Du bist doch ein Schaf!" Daraufhin sie wütend: "Wenn *ich* mal eine Mama bin und du ein schafes Kind, dann sage ich das auch zu dir."
Danke für den Erinnerungsfetzen

----
tigrablue

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telramund
telramund
Mitglied

Re: Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von telramund
als Antwort auf tigrablue vom 31.05.2007, 03:42:14
Noch eine Anmerkung zu diesen Ausführungen:

Je geringer die Fähigkeit entwickelt ist, sich sprachlich auszudrücken und zu verständigen, desto schneller führen aufgestaute Aggressionen zu brutalem körperlichem Einsatz. Die zunehmende Verrohung und Brutalisierung in manchen Jugendkreisen ist auch hierfür ein Beispiel.
--
telramund
darklady
darklady
Mitglied

Re: Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von darklady
als Antwort auf telramund vom 31.05.2007, 08:05:05
Ich glaube Ihr seid hier alle ein bischen falsch gewickelt.
Malachit ermahnt hier nicht die Jugend zu mehr Eloquenz und Grammatik, sondern Euch "Alten". Aber herrlich zu lesen wie schnell man sich mit dem erhobenen Zeigefinger anderen zuwendet.
--
darklady
gutgelaunt
gutgelaunt
Mitglied

Re: Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von gutgelaunt
als Antwort auf darklady vom 31.05.2007, 09:29:23
lach darklady, wie wahr, wie wahr sind doch deine Worte...,mit soviel angereichertem Wissen um die Dinge des Lebens, stehen hier einige,im Verhältnis zu den Jugendlichen, wohl ziemlich schlecht da...))

gutgelaunt
uki
uki
Mitglied

Re: Deutsche Sprache - schwere Sprache
geschrieben von uki
als Antwort auf telramund vom 31.05.2007, 08:05:05
Alle eure Beiträge habe ich interessiert gelesen. Teilweise schmunzelnd, dann wieder zustimmend und schließlich erfreut, dass alles in einer netten Wortwahl, ohne Aggressionen ablief, was ich für das Wichtigste halte.
Peters Meinung, dass ein Freund Fehler übersieht, teile ich nicht so ganz. Es kommt halt auf die Fehler an und ob sie wiederholt auftreten und es relativ einfache Regeln dafür gibt, diese auszuschalten.
Kenne ich einen Freund lange genug, will ich ihm doch helfen.
Na ja, es sollte halt alles nicht überbewertet werden.

Die "Neu-Deutschen" (aber nicht nur sie) unter uns, deren Beiträge ich übrigens sehr gerne lese, vielleicht sogar gerade wegen der teils lustigen, unkomplizierten Schreibweise, wären vielleicht sogar überrascht, welch einfache Hilfen es zum Teil für schwierig erscheinende Regeln in der deutschen Rechtschreibung gibt, würden sie sie kennen.

Doch vor allem, locker bleiben. Der Inhalt ist allemal wichtiger als ein Schreibfehler, der außerdem jedem mal passiert. Dem einen öfter, dem anderen weniger. Na, und mir auch. Vielleicht öfter als ich annehme
--
uki

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