Plaudereien Die Naturgesetze

gerry
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Die Naturgesetze
geschrieben von gerry


Beim vergangenen, lang anhaltendem Winter machte man sich Gedanken über das Klima und darüber, dass es mit der "Erderwärmung" wohl noch ein bißchen dauern wird.
Dann überfiel uns die Juli-Hitze plötzlich mit aller Macht, wie auch jetzt die Wassermassen.
Die Natur hat eben ihre eigenen Gesetze, über die sich viele Leute ihre Gedanken machen.
Es ist scharfen, analytischen Geistern gelungen, sämtliche im vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum beobachteten Phänomene auf zwei fundamentale Prinzipien zurückzuführen:
Erstens die Entropie und zweitens Murphys Gesetz.

Wie wir alle im Physikunterricht gehört und gleich wieder vergessen haben, verstehen wir unter Entropie den betrüblichen Umstand, dass das ganze Universum unaufhaltsam dem Kältetod verfällt.
Allmählich brennen sich die Sterne selber leer und am Ende steht die ganze Chose still.
Ob ich das noch selbst erlebe, weiß ich nicht, glaube aber kaum.
Ein Nebeneffekt davon ist, dass Naturzustände - überlässt man sie sich selbst - dazu neigen, einem immer größeren Chaos entgegenzustreben.
Das kann man anhand von Kinderzimmern überall auf diesem Planeten studieren.

Murphys Gesetz soll angeblich von einem britischen Piloten namens Edgar Murphy entdeckt worden sein, als er versuchte - mit einer brennenden Zigarette im Mundwinkel - sein Flugzeug zu betanken, das natürlich mit einem gewaltigen "Rrrumms" in die Luft flog (ohne ihn).
Murphy selbst aber beschloss seinen Erdaufenthalt mit den Worten: "Was schief gehen kann, geht aber auch schief!"
Dieses sind die zwei Prinzipien, die den Kosmos regieren:
Murphys Gesetz und ein sich stetig vergrößernes Chaos.
Alles andere sind Ableitungen.

Nehmen wir nur mal solch banale Dinge wie das Fensterputzen.
Hier gilt: Das chaotische ökologische Großsystem "Wetter" führt mittels Sturm und Regen sofort wieder dazu, dass dicke Schlieren die Scheiben entstellen. (Entropie!)
Beim Putzen aber lernt man: Der Dreck ist immer auf der anderen Seite (Murphys Gesetz!)
Noch eine - aus dem Alltagsleben gegriffene - Nutzanwendung:
Wechselt man wegen Mobbing den Arbeitsplatz, stellt man bald fest, dass die Kollegen in der neuen Firma noch ekelhafter sind (Entropie!)

Für Murphys Gesetz existiert eine wichtige Unterabteilung: Das WPRP - "Wagner'sche Prinzip der reziproken Problemreduktion".
Genannt nach dem Zeitdiagnostiker Richard Wagner - nein, nicht der Komponist.
Das WPRP besagt, dass ein Problem sich umso unlösbarer gestaltet, je kleiner es ist.
So gehen Ehen nicht deshalb auseinander, weil der eine den anderen betrogen hat, sondern weil der Herr Gemahl mal wieder die Zahnpastatube nicht richtig zugeschraubt hat.
Streitigkeiten in der Firma drehen sich in der Regel nicht um die richtige Strategie zur Eroberung des Marktes auf dem indischen Subkontinent, sondern um Aktenhefter oder Büroklammern.
Gehaltsverhandlungen scheitern an fünfzig Euro, die das Finanzamt evtl. ohnehin kassiert hätte.
All diese Dinge gibt es auch für häusliche Unfälle, Autowerkstätten, Parkplatzsuche oder Klamottenkauf.
Mit Naturgesetzen ist eben nicht zu spaßen.
Wissenschaftler können höchsten etwas in sie eindringen, sie aber nicht außer Kraft setzen.
Leider läßt sich kein Trost erblicken.
Die Sterne werden kälter, das Chaos breitet sich aus - nicht nur in den Kinderzimmern und Messiewohnungen - und das Leben wird immer komplizierter.
Und ganz am Ende geht dann - "Rrrumms" - doch alles schief.
Aber ein bißchen dauert's noch...Noch scheint das Wetter zu schön zu sein.
Oder auch nicht..........Hier regnet es und es kommt Herbststimmung auf.
Wer mit den vielen Fremdwörtern nicht klar kommt, sollte ruhig mal googeln.

Einen schönen Tag
wünscht Gerry


Re: Die Naturgesetze
geschrieben von ozimmi
als Antwort auf gerry vom 17.09.2010, 15:16:29
da halte ich es lieber mit Yphrums Gesetz, das da lautet:
"Alles, was funktionieren kann, wird auch funktionieren".

Damit fahre ich wesentlich besser ...

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