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Plaudereien Ein langes, langes Leben

luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von luchs35
als Antwort auf aurora vom 25.03.2009, 08:49:06


Obwohl ich es durchaus verstehe finde ich es trotzdem deprimierend, dass sich Menschen heute eher Gedanken darüber machen, wie sie ihrem Leben ein Ende setzen können, wenn sie alt geworden sind, als sich darauf einzurichten,ihr Leben noch möglichst gut zu gestalten.

Auch in der Zeit unserere Grosseltern gab es den Auspruch, nur nicht zu alt werden mit all den Beschwernissen, die dann kommen. Aber an Suizid dachten sie nicht.

Sind wir nun Feiglinge geworden, wenn wir ans Alter denken? Oder ist unserer Umwelt so geworden, dass sie dann nicht mehr lebenswert erscheint? Selbstverständlich ist Altwerden mit vielen Einschränkungen verbunden. Vieles geht nicht mehr, und wer auch noch krank ist, sieht natürlich oftmals alles nur noch pessimistisch.

Aber ich fürchte, wenn man so hoffnungslos in die Zeit des Alters blickt, nimmt man sich selbst sehr viel und trägt vielleicht in einer Art sich selbst verwirklichende Prophezeiung auch dazu bei, dass es wirklich so düster kommt.

Viele sehen nicht mehr die Mehrzahl der alten Menschen, die ihr Leben trotz Beschwerden noch mit viel Freude gestalten, eben gerade so viel, wie es ihnen möglich ist.

Ich besuche im Rahmen meiner ehrenamtlichen Arbeit manchmal eine Frau, die auf die 100 Jahre zugeht, im Altersheim. Alle nahen Familienmitglieder sind tot, ebenso enge Freunde.

Und trotzdem sagte sie unlängst zu mir, dass es für sie eine Gnade sei, jeden Morgen noch einmal aufzuwachen, aus dem Fenster zu blicken, den Wandel in der Natur zu beobachten.

Dann lacht sie und meint, es geht ja nicht mehr lange, und ich habe alle Menschen, die vor mir gegangen sind, wieder. Sie warten auf mich, sie laufen mir nicht weg!


--
luchs35
nasti
nasti
Mitglied

Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von nasti
als Antwort auf luchs35 vom 25.03.2009, 09:25:21
Hallo zum Thema!


Mein fast Freund und Kollege äußerte sich so: „ Ich muss in Jahre 2011 eine Jubiläum Ausstellung organisieren, ich werde 60!!!! Weil er gerade 10 Jahre jünger ist wie ich, ich fasste mich plötzlich an Kopf und schrie: „Mammamia! Ich werde 70 IN Jahre 2011!!! Ich organisiere NICHTS!!!!!
Eine Welt könnte für mich zusammen brechen in diesem Moment wo ich so wirklich wahrgenommen hatte meine Jahre. Könnte. Hat sich aber gar nichts getan. Ich guckte in Spiegel und stellte fest, ich sehe aus wie die jüngere Schwester von meinem 60 Jährigen Kollege, in Radio lief gerade eine Musik und ich drehte meine hüfte in Rhythmus, habe gerade 6 kg abgenommen, hurraaaaaaa…..:O)))))
Mein Kollege und viele andere /auch jüngere/ tragen das Leben wie ein schweren Last, es geht alles oder vieles schief, sauer, das Milieu ist auch das gewöhnte säuerliche Milieu welcher so passt für die alte Jahre,
während ich lebe in meinem braun –rot -gelb-Orangen Welt so lange wie es geht. Denke nicht nach.
Ob meine 2 Renten reichen für ein Altersheim????? Habe immer noch Zeit für ein angenehme Suizid, obwohl bin überzeugt das ich werde meine Augen zumachen –problemlos.
Von Spanien kommen tausende Rentner mit große Verluste und ohne bezahlte Pflegeversicherungen zurück nach Deutschland.
Wir sind die leichtsinnigen Vögel des Gottes, trotzdem habe ich alles hier bezahlt, mal sehen weiter. Mölchte ich nur so lange leben, wie meine Kinder. WEITER NICHT.

Nasti

astrid
astrid
Mitglied

Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von astrid
als Antwort auf aurora vom 25.03.2009, 08:49:06
Doch, ich kenne mich Aurora,
würde es tun, weil.....
Kann es Dir mal per PN schreiben.

Lieben Gruß,Astrid


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sonja47
sonja47
Mitglied

Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von sonja47
als Antwort auf aurora vom 25.03.2009, 08:49:06
Gedanken über das Alter, wie alt man werden möchte (was man nur bedingt beeinflussen kann) kommen erst mit zunehmendem Alter - und das ist gut so! Es wäre sonst eine unnötige Belastung und würde andere wichtige Aktivitäten in jüngeren Jahren verhindern. Diese Dame mit 112 ist noch sehr lebendig, ich denke, Lebensmut und Lebenswille lässt sich besonders gut an den Augen ablesen. Und ihr Blick ist sehr interssiert. Ich selbst möchte nicht sooo alt werden, aber das hängt von Bedingungen ab, wie sie schon genannt wurden, besonders von der Gesundheit...
Auch wenn man JETZT sagt, ich würde eine Pille nehmen, wenn ich nur eine Last für andere bin, aber ob man das auch DANN wirklich tun würde? Es ist - wie bei jeder Sache - immer etwas Anderes, ob man über eine Sache urteilt oder etwas selbst erlebt. Wie oft sagt man, ich würde das und das tun, aber wenn man sich in ebendieser Situation befindet, sieht es ganz anders aus. Ich fürchte mich davor, irgendwann völlig hilflos und auf Hilfe angewiesen zu sein, da spielt das Alter eine Nebenrolle. Wobei ich nun nicht täglich darüber nachdenke, denn da könnte ich mich gleich begraben lassen...
Loki Schmidt meinte neulich mit 90, sie möchte nicht mehr, altern wäre nichts Schönes... Andere sehen das anders...
liebe Grüße
aurora
--
aurora

Aurora
Dass wir Menschen, wie Du schreibst, uns Gedanken über unser Alter,
erst mit zunehmendem Alter machen werden oder sollen!
Dies finde ich sehr absurd!
Damit schliesst Du alle sehr jungen Menschen, welche in der Alterspflege arbeiten aus!!!-----
Das sind immerhin junge Menschen, welche nach der Grundschule, schon die
Vorbereitungsschule zur bevorstehenden Pflegeausbildung absolvieren!
Damit konfrontieren sich doch X Milionen sehr junge Menschen, bereits
mit dem Alter und deren Krankheiten!
Sonja


--
sonja47
heijes
heijes
Mitglied

Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von heijes
als Antwort auf luchs35 vom 25.03.2009, 09:25:21
Auch in der Zeit unserere Grosseltern gab es den Auspruch, nur nicht zu alt werden mit all den Beschwernissen, die dann kommen. Aber an Suizid dachten sie nicht.
geschrieben von Luchs


Sie brauchten auch keine Angst vor der "modernen" Medizin mit ihren Mitteln der Lebenserhaltung, bzw. -verlängerungmaßnahmen zu haben.
Denke da an die Mutter meiner Freundin, Alzheimer Patientin. Sie bekommt nichts mehr mit, ist bettlägerig, künstlicher Darmausgang, Ernährung über Magensonde und das alles schon über 2 Jahre. Zu Zeiten unserer Großeltern wäre sie vielleicht schon erlöst gewesen.

--
heijes
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von luchs35
als Antwort auf heijes vom 25.03.2009, 16:19:05
Damit hast du natürlich Recht,heijes, aber ich denke, mit einer Patientenverfügung sollte man das abwenden können, vor allem, wenn keine Hoffnung auf Heilung mehr besteht.

Vor fast 20 Jahren, als es noch keine Patientenverfügungen gab, erwischte ich im Pflegeheim den behandelnden Arzt, wie er meiner Mutter herzstärkende Medikamente verpasste, obwohl sie vor rheumatischen Schmerzen völlig verkrümmt war und durch Alzheimer niemand mehr erkannte. Da ich die Vormundschaft über meine Mutter hatte, war es mir möglich, dem Arzt zu verbieten, meine Mutter weiter zu behandeln. Schmerzstillende Mittel wollte er ihr auf keinen Fall geben, da "Suchtgefahr" bestünde.

Solange Ärzte so denken, ist es verständlich, dass Menschen Angst vor einem langen Leiden und totaler Abhängigkeit haben.

Aber Gottseidank hat auch bei den Ärzten ein Umdenken begonnen und eine Patientenverfügung gibt ihnen auch den rechtlichen Schutz,manches zu unterlassen, was das Leiden verlängert.

Ich fand für meine Mutter dann einen Arzt, der nur noch dafür sorgte, dass sie einigermassen schmerzfrei leben konnte. Sie schlief dann kurz darauf sehr ruhig und friedlich ein.



luchs35

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lars
lars
Mitglied

Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von lars
als Antwort auf heijes vom 25.03.2009, 16:19:05
Du hast Recht Luchs,früher wären diese Menschen gestorben! Was wird heute nicht alles gemacht mit alten Menschen? Die Aerzte lernen natürlich immer dabei, und die Pharmaindustrie ist natürlich auch interessiert!
Für mich wäre Suizid die beste Lösung, auch wenn das traurig klingt!
Bei uns in der Schweiz übrigens erlaubt, natürlich mit strengen Auflagen.
--
lars
heijes
heijes
Mitglied

Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von heijes
als Antwort auf lars vom 25.03.2009, 18:46:11
Ob für mich Suizid in Frage kommt, kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Was ich allerdings seit 2005 habe, ist eine Patientenverfügung und eine Vorsorgeverfügung, welche ich einmal jährlich aktualisiere. Viele vergessen eine Vorsorgeverfügung, ist aber auch ebenso wichtig(Kontovollmacht, Pfegevollmacht etc.).
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heijes
luchs35
luchs35
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Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von luchs35
als Antwort auf heijes vom 25.03.2009, 19:17:50

Es ist leicht dahingesagt, dass man sich lieber umbringen möchte als dahinzuvegetieren. Aber zum einen gehört zum Suizid sehr viel Mut und Kraft, auch ethische Überlegungen spielen eine Rolle, zum andern ist da die Frage nach dem Wie. Es ist nicht so einfach, an gewisse, wirklich wirksame Mittel zu kommen, die ein sanftes Einschlafen ermöglichen würden. Und alles andere schreckt schon der Begleitumstände wegen ab.

Irgendwie halte ich es wie Nasti. Vorsorge treffen und ansonsten jeden Tag und jeden Augenblick geniessen, den ich bei guter Gesundheit erleben darf. Nicht immer Gedanken machen, was wäre wenn..? Damit zieht man gesundheitliche Probleme nicht selten geradezu an.

Einfach dankbar sein, wenn man eine robuste Gesundheit hat.


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luchs35
schorsch
schorsch
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Re: Ein langes, langes Leben
geschrieben von schorsch
als Antwort auf lars vom 25.03.2009, 18:46:11
Die meisten Menschen denken wohl in gesunden Tagen: "Wenn bei mir mal das Leben unwert geworden sein wird, werde ich mich umbringen!"

Und dann kommen die Schmerzen schleichend. Und dann denkt man: "Wenn sie mal unerträglich geworden sein werden, dann werde ich mich umbringen!"

Und dann kommt der Tag, an dem die Schmerzen tatsächlich so stark sind, dass man sich umbringen möchte....

....aber dann hat man meistens gar nicht mehr die Kraft und die Möglichkeit, seinen Willen oder Wunsch in die Tat umzusetzen!

--
schorsch

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