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Plaudereien Etwas für Klatsch und Ratsch ....

yankee
yankee
Mitglied

Re: Frau Herman bereitet die Rolle rückwärts vor
geschrieben von yankee
als Antwort auf pilli vom 10.09.2007, 09:48:24
Es ist schon bemerkenswert, wie in Deutschland mit dem Recht der freien Meinungsäusserung umgegangen wird.
Ich halte die Maßnahme des NDR für reichlich übertrieben. Die ARD trägt durch Ihre unendlich vielen Beiträge zum Thema Nationalsozialismus auch einen Anteil daran, daß durch die Überfütterung an Informationen und den grausamen Bildern eine Sättigung, oder viel schlimmer eine Verweigerung in der Bevölkerung eintritt, sich mit diesem Thema ernsthaft auseinander zu setzen. Frau Herman sollte als Medienprofi die Wirkung und Konsequenzen Ihrer Aussagen eigentlich einschätzen können. Sie hat sich selbst in diese Situation hinein manöveriert und muß nun selbst sehen wie Sie da wieder raus kommt. Inhaltlich halte ich die Aussagen von Frau Herman zwar nicht für richtig und auch nicht angebracht, das hindert mich aber nicht daran Ihr das Recht auf Ihre Meinung zuzugestehen. Wie in Deutschland mit diesem Thema umgegangen wird, zeigt auch, wie tief das suggerierte schlechte Gewissen in den Nachfolgegenerationen der Deutschen verankert wurde, um die Wirtschaftsmacht Deutschland unter Kontrolle zu halten. Wenn selbst nationalsozialistische polnische Politiker diesen Umstand als politische Waffe gegen uns einsetzen, sollten wir Deutschen anfangen unseren Umgang mit diesem Thema zu überdenken. Dazu gehört auch meiner Meinung nach eine konsequentere gesetzliche Grundlage gegen rechtsextremistische Vereinigungen und Demonstrationen. Letzteres wird geduldet, aber wenn Frau Herman sich ungeschickt äussert reicht uns das um Sie beruflich und persönlich zu diskreditieren, beleidigen, kurz fertig zu machen. Soweit zum Thema christliches Abendland, Nächstenliebe, Toleranz und Souveränität im Umgang mit unserer Geschichte und unserem Recht auf freie Meinungsäusserung.
--
yankee
marianne
marianne
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Re: Frau Herman bereitet die Rolle rückwärts vor
geschrieben von marianne
als Antwort auf marina vom 10.09.2007, 10:51:36
Pilli und Marina,
wo ihr recht habt, habt ihr recht.
Ich lese von Evchen, diesen Schafsch.... erst heute.
Gute Woche!
--
marieke
marina
marina
Mitglied

Re: Frau Herman bereitet die Rolle rückwärts vor
geschrieben von marina
als Antwort auf yankee vom 10.09.2007, 11:03:05
Statt einer neuen Antwort hier ein sehr treffender Leserbrief aus der FAZ von Carsten Probst (Cprobst):

"Ich bin erleichtert oder sogar dankbar, hier noch demokratiefreundliche Stimmen in relativer Mehrheit zu lesen. Ich habe, ehrlich gesagt, auch hier das Schlimmste befürchtet.
Gerade komme ich von einigen anderen Foren, und mir ist immer noch schlecht vom "Meinungsfreiheits"-Gejohle der "Herman"-Fraktion.

Bei Welt-Online zum Beispiel besonders extrem, ca. 25 Seiten Kommentare, geschätzte 95 Prozent Zustimmung für Herman, Hassgesänge auf den Staat heute, Sehnsuchtsadressen an die Nazizeit. Die wenigen Herman-Gegner werden dort als "Rassisten" beschimpft, die die "Unterwanderung Deutschland mit Migranten" und die "Ausrottung der Deutschen" fördern wollten und deshalb als "Volksvernichter" am nächsten Baum aufgeknüpft gehörten.
Alles in allem jedenfalls eine eindrückliche Demonstration der nüchternen Gründe des NDR, Herman endlich eine Grenze des Erträglichen aufzuzeigen.

Ob gewollt oder nicht: Fest steht, dass sie es anderen schlicht gestrickten Gemütern im Massenpublikum nahelegt, "Zusammenhalt", "Familienwärme", Fürsorge usw. als genuine Werte des NS-Regimes zu identifizieren(quasi als deren Erfindung) und sich nun glühend dafür ins Zeug zu legen. Unglaublich. Nein, bodenlos. Einfach nur bodenlos.

--
marina

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eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Frau Herman bereitet die Rolle rückwärts vor
geschrieben von eleonore
als Antwort auf marina vom 10.09.2007, 12:03:17
die kommentare sind grässlich teilweise.
--
eleonore
niederrhein
niederrhein
Mitglied

Jetzt doch ein persönlicher Kommentar ....
geschrieben von niederrhein
als Antwort auf niederrhein vom 09.09.2007, 22:25:22
Der Fall Hermann, insofern das Ganze ein Fall ist, hat doch paradigmatische Züge. Und zwar in komplexer Hinsicht. Wo also anfangen?


1. Nehmen wir die Aussage selbst.

Die ist nicht nur politisch fatal, taktisch töricht (Was dachte sich die Dame dabei, eine solche Behauptung auch noch öffentlich zu äußern?), sondern dumm und historisch falsch. (Wie ich gerade gelesen habe, auch hier in den Beiträgen jetzt beim Namen genannt.)
Insofern verdient die Dame weder Rücksicht noch Mitleid; auch wenn das Recht der freien Meinungsäußerung verfassungsrechtlich zu den unveräußerbaren Grundrechten gehört, es ist dennoch ein Unterschied, wo und wie sich jemand zu etwas äußert. Als Privatperson und als freier Bürger habe ich das Recht der relativen freien Meinungsäußerung (also keine Verleumdungen, Beleidigungen etc.), als öffentliche und/oder etwa beruflich gebundene Person habe ich u.U. Rücksicht zu nehmen. Hier wiederum dürfte es ein Unterschied sein, ob man bei einer Autoverwertung arbeitet oder in einer öffentlich-rechtlichen Anstalt wie einem Radio- und Fernsehsender.


2. Das Geschehen ist auch ein Paradigma für die Omnipräsenz, Macht und Wirkung der Medien.

Und zwar in verschiedener Hinsicht. Einmal für die Präsenz solcher Personen wie Frau Hermann (hier können getrost alle öffentliche Personen aufgezählt werden ... von Frau Christiansen über Spaßexper-ten wie z.B. Thomas Gottschalk oder Stefan Raab bis zu den Herren Kerner, Beckmann, Jauch, von Politikerinnen und Politikern, medialen und manchmal auch nur mediokriten Menschen in fast allen Bereichen), deren Popularitätsgrad direkt oder indirekt von den Medien – hier vor allem bezogen auf die visuellen Medien – abhängt. Ist man mal bekannt (dazu spielt das Äußere der Person eine mehr oder weniger wichtige oder gar die entscheidende Rolle!(1)), verspricht die Publikation einer solchen Person Gewinn in Form von Bekanntheitsgrad, Quote und/oder Auflagensteigerung, wird man ständig, fast gleich mit welchen Un- und Blödsinn, einem oft nicht minder blöden Publikum präsentiert.
Dann aber äußert sich diese – übrigens demokratisch nicht kontrollierten – Macht aber auch in den öffentlichen Verdikten.
Einmal – sei es mit konkretem und/oder wichtigem Anlaß und Grund, sei es eher aus Publizitätssucht oder gar Haß – durch die Medienlandschaft gejagt oder auch gehetzt, hat der Betroffene kaum eine Chance, sich jemals zu rechtfertigen oder gar rehabilitiert werden. Auch dies hat natürlich seine publikumsbezogene Seite: Meistens will dieses Publikum seine dumpf-dummen Vorurteile bestätigt haben (davon leben ja die Massenmedien!) und ist an eine Annäherung an die – eben oft komplexe – Wahrheit nicht interessiert.
Unsere Weltwahrnehmung, unsere Meinungsbildung, unser (Vor)Urteil ist vorwiegend oder sogar ausschließlich medial geprägt, wobei es wohl doch noch ein Unterschied ist, ob sich jemand ausschließlich im Fernsehen (hier besonders das Prekariatsfernsehen), übers Radio, über die Boulevardpresse, über seine Heimatzeitung (also Provinzpresse) oder gegebenenfalls sich in und mit einigen renommierten überregionalen Zeitungen informiert.


3. Die öffentliche Bühne bietet auch eine hervorragende Möglichkeit der permanenten Personenschau ...

... oder Personality-Show, wovon das – auch das öffentlich-rechtliche – Fernsehen immer mehr oder gar nur noch ausschließlich lebt. (Übrigens auch die Parteien, Wahlkämpfe etc. – Zum Beispiel standen weder Strauß noch Kohl noch Joschka Fischer letztlich für politische Programmpunkte, son-dern nur noch für sich selbst.) Ob Frau Christiansen, Frau Maischberger, die oben genannten Herren und viele andere mehr ... direkt oder indirekt dreht sich alles um diese Personen; die Anlässe, jene Menschen, die sie etwa in ihren Gesprächsrunden vorstellen, sind nur instrumentalisiert – sie dienen nur diesen Sendungen, deren Machern und deren geschäftlichen Erfolg. Wer weiß denn schon, welche geschäftlichen Interessen und Firmen etwa hinter Günter Jauch, Frau Christiansen, Harald Schmidt etc. stehen? Die gelegentliche Information steht nur unter dem Aspekt der – in der Regel wohl sehr seichten – Unterhaltung; diese wiederum will die Zuschauer an den Bildschirm binden.
Wobei bei den Personen weniger deren Aussagen, Charakter, Intentionen eine Rolle spielen, sondern wohl immer mehr nur deren Äußeres, was man eben an der Präsentation dieser Menschen sieht: perfekt gestylt, gefällig präsentiert. Selbst bei den scheinbar neutralen Nachrichtensendungen spielt das Äußere immer mehr oder gar nur noch die entscheidende Rolle – nach welchen Kriterien werden wohl die Nachrichtensprecherinnen und -sprecher ausgewählt? (Amüsant: Mal das Mienenspiel ... Augen. Augenbrauen, Mund- und Kopfbewegungen der Sprecherinnen beobachten, die damit das Gesagte mehr oder weniger dezent akzentuieren und kommentieren? Als nur Gelegentlich-Fernseherin bei Freunden oder Nachbarn fiel bzw. fällt mir dies besonders auf!)
Diese permanente Personality-Show ist aber nicht nur ein Phänomen der medialen Wirklichkeit, sondern scheint wohl auch ein immer mehr wachsender Bestandteil der alternden (nur westlichen?) Gesellschaften zu werden: Noch nie wurde ein solcher Aufwand um das Äußere der Menschen getrieben, die wohl in einem permanenten postpubertären Narzismus verharrt ... eine Devise auf dem Gerontologischen Kongreß des GRP (= Generation Research Programm; Bad Tölz, unter Professor Ernst Pöppel): „Jede Falte eine Schönheit.“ – Dies unter dem Aspekt, um Damen über sechzig die Aura und Illusion ewiger Jugend und Anziehungskraft mit Hilfe „schweineteurer“ Kosmetika, Heilmittel etc. zu vermitteln.
Anmerkung: Jemand hier – ich weiß leider nicht mehr, wer es geschrieben hatte – charakterisierte diesbezüglich hervorragend Frau Christiansen, als deren letzte Sendung lief. Anderes Beispiel: Frau Gabriele Pauli hätte nie diese bundesweite Popularität ohne ihr Aussehen erreicht – nur eine Feststel-lung, keine Kritik.

M4. Letztlich zur Sache selbst: Familienpolitik. Inzwischen kann jede/r Interessierte im Internet oder in einem guten Schulgeschichtsbuch erfahren, was es mit der sogenannten guten Familienpolitik der Nationalsozialisten auf sich hatte. (Siehe auch einige Beiträge hier!)
Der Staat hatte in der Regel nie das Wohl der Familien, der Kinder etc. im Auge ... Familien hatten die Aufgabe der Kindererziehung: früher die Aufzucht von Untertanen, heute die Aufzucht von Konsumenten, Arbeitskräften und Rentenzahlern. Die Kinderarbeit wurde seinerzeit eingeschränkt bzw. partiell abgeschafft, weil die (männlichen) Rekruten militärisch nicht verwendungsfähig waren. Die Familien- und Aufzuchtspolitik der Nationalsozialisten hatte die Beschaffung von Soldaten im Auge. Heute: siehe oben.
(Man könnte zugespitzt und vereinfacht sagen: Die Mehrheit hat mit ihrem Leben, ihrer Arbeit und vor allem mit ihrem Konsum der Kapitalakkumulation einiger weniger zu dienen. Aber das ist ein eigenes Thema ...)

Die Bertha
nasti
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Mitglied

Re: Frau Herman bereitet die Rolle rückwärts vor
geschrieben von nasti
als Antwort auf pilli vom 10.09.2007, 09:48:24


Hallo Pilli,

Evchen habe ich bis jetzt nicht gelesen,nicht in TV gesehen, bin wirklich eine ohne interresse an Evchen.
Ich höre nur andere hier toben /live/ und ausserdem habe ich in meine eigene
Familie ein Beispiel mit eine Karrieresüchtige Frau, wo die Kinder gewaltig leiden darunter, ausserdem die Familien Frau ist UNTALENTIERT, gierig nach Ruhm, hat Minderwertige Komplexe gemischt mit Großwahnisinnigkeit, dann ist mir lieber so eine welcher hängt wie eine Affe an Ihrer Kindern und kocht für die Kinder von Morgen bis Nacht.
Eine Frau ohne Talent gehört an den Herd.

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nasti
nasti
Mitglied

Re: Frau Herman bereitet die Rolle rückwärts vor
geschrieben von nasti
als Antwort auf pilli vom 10.09.2007, 09:48:24


Hallo Pilli,

Evchen habe ich bis jetzt nicht gelesen,nicht in TV gesehen, bin wirklich eine ohne interresse an Evchen.
Ich höre nur andere hier toben /live/ und ausserdem habe ich in meine eigene
Familie ein Beispiel mit eine Karrieresüchtige Frau, wo die Kinder gewaltig leiden darunter, ausserdem die Familien Frau ist UNTALENTIERT, gierig nach Ruhm, hat Minderwertige Komplexe gemischt mit Großwahnisinnigkeit, dann ist mir lieber so eine welcher hängt wie eine Affe an Ihrer Kindern und kocht für die Kinder von Morgen bis Nacht.
Eine Frau ohne Talent gehört an den Herd.
niederrhein
niederrhein
Mitglied

Gruß und Danke ....
geschrieben von niederrhein
als Antwort auf marina vom 10.09.2007, 12:03:17
Danke für den Hinweis auf die Web-Beiträge bzw. Kommentare ... (Ich hatte gar nicht daran gedacht - d.h. gestern nacht hatte ich noch nichts gesehen.)

Wer interessiert ist: insgesamt neun Seiten (Word-Datei) aller Beiträge aus der Webseite der FAZ und einiger von der WELT-Webseite ... nur eine eMail an
bertha.dammertz@gmx.de; Stichwort Beiträge Hermann - dann schicke ich diese Beiträge.


(Ich muß gestehen, daß ich gestern abend mehr aus Gaudi die Bilder bzw. Grafiken hier ins Forum gesetzt habe ... nachdem ich seinerzeit die Verrisse von Hermanns Buch in den Zeitungen gelesen hatte. Jetzt bewegt die blonde Dame doch etliche Gemüter ...)


Die Bertha

P.S. Auf der Webseite der WELT fand ich keine Haßgesänge oder Verherrlicher nationalsozialistischer Familienpolitk - entweder war ich zu blöd, diese Beiträge zu finden, oder die WELT-Redaktion hat sie entfernt ...?


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yankee
yankee
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Re: Frau Herman bereitet die Rolle rückwärts vor
geschrieben von yankee
als Antwort auf marina vom 10.09.2007, 12:03:17
Meine Meinung zu dem Thema habe ich geäussert und bis jetzt keine wirklich besseren Argumente gelesen. Auch der Versuch von Marina meinen Beitrag in einen Topf vorgekauter Meinungen zu werfen, ist zu dürftig. Als Nichtjahrgang der Kriegsgeneration habe ich wirklich die Nase voll von dieser Art der Überreaktion auf andere Meinungen zu diesem Thema. Ich fühle mich nicht verantwortlich für Taten der Vorgenerationen. Wenn Leute die in der Öffentlichkeit stehen nur die Meinung der Allgemeinheit äussern dürfen, halte ich dies für genauso verwerflich wie diejenigen die sich rücksichtlos gegenüber anderen verhalten. Wenn Frau Herman sich durch Ihre Äusserungen (die ich nicht teile) rücksichtslos verhalten hat, dann muss Sie die Konsequenzen tragen. Das dies schon eine Kündigung rechtfertigt, halte ich nach wie vor für übertrieben.
Schliesslich regt sich ja auch keiner darüber auf, wenn jemand öffentlich sagt, daß die Autobahn verkehrstechnisch eine gute Erfindung war.
Die ganze Energie wäre besser angelegt, Linksradikalismus und Rechtsradikalismus sinnvoll zu bekämpfen. Das schliesst Österreich ganz besonders ein.

--
yankee
florian
florian
Mitglied

Re: Frau Herman bereitet die Rolle rückwärts vor
geschrieben von florian
als Antwort auf yankee vom 10.09.2007, 14:19:23
Ich finde es erschreckend, dass man ihren Rausschmiss für übertrieben hält.

Was wäre als nächstes gekommen? Das sie sich froh über die Judenverfolgung äussert?

Hallo, aufwachen!!!!

--
florianwilhelm18

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