Plaudereien Fall Marco

tani
tani
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Fall Marco
geschrieben von tani

--Wir haben am WE diskutiert. Ist die Reaktion der Polizei in der Türkei
richtig? Marco sitzt unter denkbar schlechten Umständen in der Türkei in Haft,
weil er angeblich ein englisches Mädchen vergewaltigt haben soll.

Jetzt schreibt man, es handele sich um "eine von beiden Seiten gewollte nächtliche Annäherung zweier Teenager".

Klar ist: ein 17-jähriger, der im Verdacht steht, sexuelle Kontakte mit einer 13-jährigen gehabt zu haben, bekommt es auch hierzulande mit der Strafjustiz zu tun.

Inwieweit es jedoch eine Straftat in der heutigen Zeit ist, mögen Pädagogen und Sozialwissenschaftler beurteilen.
Entspricht es in der heutigen Zeit nicht sogar der Lebensrealität?
Letztendlich hat das Mädchen eine gehörige Portion "Mitschuld", wenn sie dem Jungen ein falsches Alter vorgaukelt. Hat nicht im gewissen Sinn die Mutter die Aufsichtspflicht verletzt, wenn sie ihrer Tochter nächtliche Besuche in Discos erlaubt?


tani
ehemaligesMitglied451
ehemaligesMitglied451
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Re: Fall Marco
geschrieben von ehemaligesMitglied451
als Antwort auf tani vom 20.08.2007, 10:20:17
es gibt viele kleine andere Fälle:

ein Besispiel(einige Jahre her):
4 Klassenkameraden meines Sohnens sind vor sind in die Türkei gefahren. Zwei der Jugendlichen wurden vorübergehend festgenommen und kamen nicht wieder. der Grund:
Polizeispitzel haben den vier am Strand eine kleine Menge Hasch verkauft. Nachdem sie im Hotel waren durchsuchte die Polizei wie "zufällig" dann das Hotelzimmer der vier. Wenn der Drogenkauf auch sicher als absolute Dummheit einzustufen ist, so ist doch die behördliche Vorgehensweise mehr als bedenklich. Die Jungen kamen dann auch realtiv schnell frei. Mein Fazit: In den Köpfen türkischer Staatsdiener ist Europa noch lange nicht eingezogen. Da fehlen Lichtjahre. Die jugendlichen wurden von der Polizei regelrecht reingelegt dh es wurde vorsätzllich eine Straftat provoziert, um sie anschließend verhaften zu können.
Und dann gabs da noch den Fund eines läppischen Steines am Strand......

Das Auswärtige Amt gibt auf seiner Internetseite zur Türkei u.a. folgenden Warnhinweis:

„Der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von Antiquitäten (z.B. alt aussehende Gegenstände, Fossilien, behauene Steine) ist verboten und kann mit Gefängnis bis zu 10 Jahren bestraft werden. Bei Verstößen sind auch für Touristen mehrere Monate Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen gängige Praxis. In Einzelfällen wurden Haftstrafen verhängt.“

geschrieben von auswärtiges Amt



Kein Wunder also, wenn eine hysterisch aufgeregte Mutter in der Lage ist, einen derart gestrickten Behördenapparat in dieser überzogenen Form in Marsch zu setzen.

Es ist absehbar, daß das Verfahren in Kürze wie eine Seifenblase platzt. Nach der sicheren Rückkehr des Sohnes würde ich meinerseits strafrechtliche Schritte gegen die Mutter des Mädchens einleiten.



donaldd
Medea
Medea
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Re: Fall Marco
geschrieben von Medea
als Antwort auf ehemaligesMitglied451 vom 20.08.2007, 10:52:56
Nun, mich wundert nur noch wenig, wenn es um die Türkei und deren Absonderlichkeiten geht. Und immer noch wollen das viele, auch hier im Seniorentreff, nicht wahrhaben, daß dort, abgesehen von den großen Städten, mittelalterliche Gewohnheiten den Tag bestimmen und die Mehrheit der türkischen Bürger ist doch wohl in den ländlichen Gebieten zu Hause. Die Lebensweise dort ist archaisch und was seit Jahrhunderten gelebt wird, soll sich in kurzer Zeit verändern durch einen Beitritt in die EU? Wer kann nur so etwas glauben?
Nun sind wir wieder mitten drin in einem Reizthema, das ist mir schon klar. Aber je mehr ich mich über die Türkei, Sitten, Gebräuche, Lebensweise, Religion informiere, je weniger glaube ich an eine Signalwirkung durch einen geplanten EU-Beitritt.
Tut mir leid, ich bin eine ausgesprochene Realistin.


Medea.

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ehemaligesMitglied451
ehemaligesMitglied451
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Re: Fall Marco
geschrieben von ehemaligesMitglied451
als Antwort auf Medea vom 20.08.2007, 11:41:24

eine Antwort wäre "offtopic". Siehe dazu weiter unter dem von mir aufgemachten Thema
"internationale Politik

DD
Re: Fall Marco
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf tani vom 20.08.2007, 10:20:17
diese diskussion hatten wir doch hier schon mal unter internationale politik
"Kuscheln auf europäisch mit türkischen Folgen "
--
aussie62
ehemaligesMitglied451
ehemaligesMitglied451
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Re: Fall Marco
geschrieben von ehemaligesMitglied451
als Antwort auf vom 20.08.2007, 12:49:24

ja und????


donaldd

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kobold
kobold
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Re: Fall Marco
geschrieben von kobold
als Antwort auf Medea vom 20.08.2007, 11:41:24

Nun sind wir wieder mitten drin in einem Reizthema, das ist mir schon klar. Aber je mehr ich mich über die Türkei, Sitten, Gebräuche, Lebensweise, Religion informiere, je weniger glaube ich an eine Signalwirkung durch einen geplanten EU-Beitritt.
Tut mir leid, ich bin eine ausgesprochene Realistin.

Medea.


Medea, stimme dir hierin voll zu.

Dabei muß man sich noch vergegenwärtigen, dass die türkei seit 2002 aus der eu-kasse schon 1,3 milliarden euro "vorbeitrittshilfe" erhalten hat. Und für die nächsten sieben jahre sind 5,5 milliarden vorgesehen. Und da ist die gefahr groß, dass dadurch vollendete tatsachen geschaffen werden.

Ehrlich und konsequent wäre es im hinblick auf die klar erkennbare überforderung der EU, dass diese schnellstmöglich aus den beitrittsverhandlungen mit der türkei austritt, weil ein weiter hinausgezögerter abbruch die türkei vor den kopf stoßen würde.

Aber wer weiss schon, inwieweit unsere mächtigen hier noch frei und souverän entscheiden können....


kobold
angelottchen
angelottchen
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Re: Fall Marco
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf ehemaligesMitglied451 vom 20.08.2007, 10:52:56
Tja, mit (ge)rechten Dingen kann es wohl nicht wirklich zugehen. Der Eindruck, das Ausländer gerne schon mal härter bestraft werden, ist nicht von der Hand zu weisen.

Ich erinnere mich da an einen Fall in Bali/Indonesien, wo vier junge Australier wegen Besitz von Drogen in geringer Menge und wegen Drogenschmuggel zum Tode verurteilt wurde - hingegen sind einige der Täter, die an dem Bomenmassaker von Bali vor 5 Jahren (120 Menschen kamen dabei ums Leben) beteiligt und verurteil waren, bereits wieder auf freiem Fuss sind.

Natürlich zerren die Türken jetzt alle Fälle an die Öffentlichkeit, in denen junge Türken wegen Vergewaltigung einsitzen - nur: waren es da immer türkische Mädchen ...

Mit Schrecken erinnere ich mich an die Methoden der türkischen jungen Männer, die Touristinnen bereits am Airport ablichten, mit Bilderlisten durch die Hotels fahren und gegen Bakschisch die Zimmernummer und andere Infos über die Frauen von der Rezeption bekommen .. ob alleinreisend usw ... nein, kein Ammenmärchen .. live und in Farbe vor Ort in meinem Job schon vor 20 jahren gesehen und die Methoden wurden noch verfeinert ... sind ja auch nur Schlampen (O-Ton eines Polizisten)
--

Todesurteil für Australier

angelottchen
ehemaligesMitglied451
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Re: Fall Marco
geschrieben von ehemaligesMitglied451
als Antwort auf angelottchen vom 20.08.2007, 12:57:11
das zeigt zweierlei::


1 Todesstrafe für Heroin-Schmuggel ist in diesen Ländern offizielles Strafmaß..

wie unendlich dumm muß man sein, ausgerechnet dort zu schmuggeln.

2. Es zeigt einmal mehr, wie gering der Abscheckungseffekt ist. Soviel zum Thema Todesstrafe an die "Rübe-ab" Fraktion.



donaldd
angelottchen
angelottchen
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Re: Fall Marco
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf ehemaligesMitglied451 vom 20.08.2007, 13:21:07
Sollte also Dummheit härter bestraft werden als hundertfacher Mord? Im übrigen haben die 4 Australier bis heute abgestritten, von den Drogen gewusst zu haben und sie waren zuvor nie auffällig in Bezug auf Drogen ...
Jaja, auch wer in die Türkei fährt, ist dumm, wenn er dann glaubt, ihm könne nichts passieren.
--
angelottchen

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