Plaudereien Herzensbildung

cecile
cecile
Mitglied

Re: Herzensbildung
geschrieben von cecile
als Antwort auf vom 03.07.2009, 22:51:46
Etwas seltsam finde ich es schon, daß hier so manche Userin (es scheint ein exklusiv weibliches Phänomen zu sein sich persönlich, ohne den geringsten Selbstzweifel, "Herzensbildung" attestiert - um diese erstrebsame Tugend andern Userinnen vehement abzustreiten...

Ich weiß nicht so recht ...zeugt es eigentlich von großer "Herzensbildung", sich selbst als leuchtendes Beispiel und andere als "eiskalte" Menschen zweiter Klasse hinzustellen?

--
cecile
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Herzensbildung
geschrieben von eleonore
als Antwort auf cecile vom 04.07.2009, 02:03:28
nach durchlesen alle beiträge, incl. meine eigene, bin ich genauso schlau wie vorher.

nach wie vor kann ich mit diesen wort *herzensbildung* nichts anfangen.
ich vertrete den ansicht, dass meine taten, gute wie böse in mein kopf entstehen, und mit meinen herzen herzlich wenig am hut haben.

dieses wort hört und liest sich für mich ein wenig nach poesiealbum.
auch spontane handlungen haben mit herzen nichts zu tun, meines erachtens.

wenn ich was gutes tun möchte, denke ich sehr wohl darüber nach, ob es wirklich was bringt für den betroffene, und dass es nicht irgend samariter anschein erweckt.

man kann jemanden mit *ich will nur gutes und helfen* auch nahe treten, gar verletzen.
so manche *ah so gutgemeinte* handlung oder tat ist mehr zu der eigene befriedigung, als hilfreich.
wenn ich jetzt fies sein möchte, so ganz ohne herzensbildung, würde ich sagen, es macht sich gut davon in kaffeekränzchen zu berichten.

ebenso bin ich die meinung, man kann gutes in verborgenen tun.
ohne tammtamm.
aber nachhaltig.

ja, ihr durft mich jetzt steinigen, aber ich stelle ein machiavelli zitat dazu rein, zum nachdenken mit oder ohne *herzensbildung:

"Jeder sieht, was Du scheinst. Nur wenige fühlen, wie Du bist."

--
eleonore
uki
uki
Mitglied

Re: Herzensbildung
geschrieben von uki
als Antwort auf eleonore vom 04.07.2009, 06:09:26
Alle:
Herzensbildung oder ein Herz aus Stein haben, ein weiches Herz, ein warmes Herz, ein kaltes Herz, gehören für mich zu den Metaphern und jedenfalls ich, kann mir darunter was vorstellen.

Es könnte unter dem Thema laufen, wer mag Metaphern, wer lehnt sie ab und warum für oder dagegen sein.

(ich habe mir jetzt nicht die Zeit genommen, wirklich alles durchzulesen und hoffe, so etwas hat nicht sinngemäß schon jemand geschrieben. Wenn ja, wird´s wohl auch kein "Beinbruch" sein.

Liebe Grüße
--
uki

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nasti
nasti
Mitglied

Re: Herzensbildung
geschrieben von nasti
als Antwort auf uki vom 04.07.2009, 07:50:03
Nachdem ich hier in St vor einige Zeit über „Herzensbildung“ gelesen hatte, in die Nacht wo Hochwasseralarm war sagte ich für jeder, /und da waren viele/ das ich die Herzensbildung nicht habe. Sie machten große Augen, und alle antworteten: "-Nein, nein, nein—du hast es."
„Woher könnte ich das haben?“ Schrie ich wie gewöhnlich mit gehobene Stimme, weil ich mag nicht so eine leise , wie eine schon abgebrachte Lampen Knoten kaum hörende Stimme,
„aus Ostblock Schule ohne Religion, oder von Kommunistischen Versammlungen?“
„Du hast es „ sagte ein Herr mit sehr warme Augen, gerade du hast es weil du kein Schauspiel übst,
du bist authentisch und auch hilfsbereit.
„Ich habe Deine Frau angeschnauzt!!“ „“Ja“ sagte der ältere Herr „ du hast Ihr sehr geholfen damit, du warst die einzige welcher Sie von durchdrehen bewahrt hatte, die anderen mit angebliche Herzensbildung haben über Sie nur gelacht.
Und wirklich. Die ebenfalls ältere Dame schlüpfte in eine sehr gefährliche Altersphase- Torschlusspanik. Eine hervorragende Kunstmalerin mit einem Malstil, welcher nur eingefleischte Kunstmaler verstehen, also hatte Sie nicht das Erfolg welcher sie sich gewünscht hatte.
Sie lief durch die Straßen angezogen wie ein Vogelscheuche, ein 1 m großes Block ewig in Hand als wäre Sie ein 15 Jährige Studentin, inzwischen ist auch sehr vergesslich geworden, überall alles vergessen von Stress, Sie schlief in Kulturmodel, Hotel nur nicht Zuhasse.
Schon derselben Tag wenn ich für Sie ein Predig gehalten hatte lehnte sie weg Ihre übergroße Hute mit Schleifen und trägt nicht mehr in Ihre lange gefärbte blondes Haar verschiedene farbiger Schleifen. Hatte sich normalisiert, die lange Haare kürzer geschnitten. Alle Leute haben Sie vermeiden, Sie sah aus wie eine Irre aus der Psychiatrie. Jetzt hat Sie die Ruhepause dank mir.
Sie ist näher 70. *ggg*

Nasti

ehemaligesMitglied65
ehemaligesMitglied65
Mitglied

Re: Herzensbildung
geschrieben von ehemaligesMitglied65
als Antwort auf nasti vom 04.07.2009, 10:13:33

„Ich habe Deine Frau angeschnauzt!!“ „“Ja“ sagte der ältere Herr „ du hast Ihr sehr geholfen damit, du warst die einzige welcher Sie von durchdrehen bewahrt hatte, die anderen mit angebliche Herzensbildung haben über Sie nur gelacht.


Nasti



--
Da ist was Wahres dran!

Es erklärt zwar auch nicht, was Herzensbildung nun tatsächlich ist, aber mit Sicherheit, was gerade keine Herzensbildung sein kann.

Nämlich die wohlfeile Verlogenheit.

meritaton
Re: Herzensbildung
geschrieben von meli
als Antwort auf ehemaligesMitglied65 vom 04.07.2009, 11:17:32
Ich klemme mich jetzt einfach mit hier unten dran, habe mit großem Interesse gelesen.
Ich habe leider nur einmal den Begriff der "Sozialen Kompetenz" gelesen, möchte aber noch einmal darauf hinweisen.
Es gibt auch von D. Goleman ein sehr gutes Buch über die "Emotionale Intelligenz".
Ich suche jetzt nicht im Netz herum, aber vielleicht hat der eine oder andere mal Lust, Frau Google zu befragen, es gibt interessante Beiträge dazu im Netz.

Persönlich habe ich gerade erst in der Klinik die praktische Erfahrung gemacht.
Meine erste Mitpatientin im 2-Bett-Zimmer war eine Frau, die sich selbst als sehr einfach bezeichnete - diese machte ihre Aussage über sich an ihrer Schuldbildung fest.
Diese Frau war eine so in sich ruhende Frau mit einer Herzenswärme, die mich manchmal sprachlos machte und versehen mit einer Fähigkeit, sehr klar und deutlich Nein sagen zu können.

Man kommt sich nahe, wenn Schmerzen und schwierige Lebensumstände in einem Zimmer gemeinsam getragen werden müssen - oder auch nicht.
Nach der Entlassung dieser Frau hatte ich dann eine Mitpatientin, die nach einem Sturz ans Bett gefesselt war, so wie ich mit meinem Rücken und es war die emotionale Hölle. Es hat mir wenig geholfe, dass ich im Kopf sehr schnell klar hatte, was da los war.
Persönlich sehe ich es so:
Herzensbildung spricht das "Herz" an, also die Fähigkeit der Empfindung und Umsetzung der Gefühle - Bildung, Schulbildung geschieht im Hirn!
Das sind für mich wesentliche Unterschiede, wobei ich feststellen möchte, dass das "Herz" nicht verpflichtet ist, zu allem Ja und Amen zu sagen, was aufgebürdet werden soll.
(Bongoline, ich finde es großartig, wie Du Dein Verhalten in der Reha beschreibst - die Reaktionen müssen dann ausgehalten werden, aber Hilfe zur Selbsthilfe ist immer die beste Hilfe.)
Ich denke, auch bei noch so viel Herz ist häufig ein "Nein" im Umgang mit an uns herangetragenen Forderungen fällig.
Die Frage ist natürlich - wie das "Nein" verpackt ist - und die Wahl hat jeder.
Der eine vielleicht direkt und knallhart, der andere evtl. in der Wortwahl etwas freundlicher, aber in der Konsequenz ein Gleiches bedeuten.

Mehr werde ich dazu jetzt nicht mehr schreiben, möchte meine Sitzzeit nicht überziehen.
Allen ein schönes Wochenende.


--
meli

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gila
gila
Mitglied

Re: Herzensbildung
geschrieben von gila
als Antwort auf meli vom 04.07.2009, 12:21:23
meli,
danke für Deinen wunderbaren Beitrag.
Ich sehe es auch so, daß "Herzensbildung" nichts, aber auch gar nichts mit "Aussaugenlassen" zu tun hat. Mit einem gesunden Mitgefühl ist es auch getan. Und das hat bongo getan.
Herzlichst
--
gila
gila
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Re: Herzensbildung
geschrieben von gila
als Antwort auf Drachenmutter vom 26.06.2009, 10:55:14
wahre Worte sind nicht schön. Das trifft oft zu. Jedoch, daß schöne Worte nicht wahr sind, trifft nicht imer zu.
Denkt
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gila
gila
gila
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Re: Herzensbildung
geschrieben von gila
als Antwort auf Drachenmutter vom 26.06.2009, 10:55:14
wahre Worte sind nicht schön. Das trifft oft zu. Jedoch, daß schöne Worte nicht wahr sind, trifft nicht imer zu.
Denkt
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gila
aurora
aurora
Mitglied

Re: Herzensbildung
geschrieben von aurora
als Antwort auf gila vom 08.07.2009, 20:20:05
Die Frage nach der Herzensbildung lässt sich, denke ich, auch ganz kurz beantworten, denn wie sagte doch "Der kleine Prinz" ? (Antoine de Saint-Exupery): "Man sieht nur mit dem Herzen gut"
--
aurora

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