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Plaudereien Märchen als Lebensermutigung ?

mart
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Re: Märchen als Lebensermutigung ?
geschrieben von mart
als Antwort auf kobold vom 27.08.2007, 14:45:14
Wer kennt sich selbst, wer weiß, was wäre, wenn....?

Ich weiß nur, daß mein Ältester fast heulend nach Hause kam und mir empört die Geschichte vom abgehackten Fuß und dem aus dem Schuh rinnenden Blut erzählte.

Ja, tatsächlich eine Lebensermutigung und s e h r phantasieanregend!

mart
schorsch
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Re: Märchen als Lebensermutigung ?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf radler vom 27.08.2007, 14:33:12
....und per Playstation knallen die Kinderchen zuerst Moorhühner ab, dann Schurken, dann Polizisten.....
--
schorsch
mart
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Re: Märchen als Lebensermutigung ?
geschrieben von mart
als Antwort auf schorsch vom 27.08.2007, 15:25:36
Frage:

Ist es gerechtfertigt hier eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera anzubieten?

Ich bin mir sicher, daß viele von denjenigen, die ihren Kindern die grausamsten deutschen Märchen erzählen auch den Kampf auf dem Bildschirm als Lebensermutigung und als Phantasieanregung anschauen.

Nebenfrage:
Ich kenne viele Märchen aus aller Welt (habe eine ganze Buchreihe davon) - Ist es nicht so, daß die so beliebten deutschen Märchen zu den grausameren gehören?


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Re: Märchen als Lebensermutigung ?
geschrieben von mart
als Antwort auf schorsch vom 27.08.2007, 15:25:36
Frage:

Ist es gerechtfertigt hier eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera anzubieten?

Ich bin mir sicher, daß viele von denjenigen, die ihren Kindern die grausamsten deutschen Märchen erzählen, auch den Kampf auf dem Bildschirm als Lebensermutigung und als Phantasieanregung betrachten.

Nebenfrage:
Ich kenne viele Märchen aus aller Welt (habe eine ganze Buchreihe davon) - Ist es nicht so, daß die so beliebten deutschen Märchen zu den grausameren gehören?


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kobold
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Re: Märchen als Lebensermutigung ?
geschrieben von kobold
als Antwort auf mart vom 27.08.2007, 15:38:31
Wenn ich mich jetzt nur einmal an Humperdincks großartige märchenoper "hänsel und gretel" erinnere, die mich als kleiner junge tief bewegt, begeistert und meine phantasie angeregt hat, und in der ja auch die hexe am schluß mit großem knall im ofen verbrennt. Und wenn ich dem gegenüberstelle welch ungeheurer verblödender schrott heute den kleinen teilweise geboten wird, dann kann ich die märchen, die ja meist auch einen belehrenden inhalt haben nur als große bereicherung ansehen. Natürlich ist es notwendig, verständnis für mögliche ängste und schrecken der kleinen aufzubringen und mit ihnen darüber zu reden.

kobold
florian
florian
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Re: Märchen als Lebensermutigung ?
geschrieben von florian
als Antwort auf kobold vom 27.08.2007, 16:16:41
Sorry, aber das Märchen Kindern sooo große Angst machen, ist Quatsch.

Meine Märchenphase endete erst vor 15 Jahren. Meine Eltern erzählten sie mir gerne und ich hörte aufmerksam zu.

Klar, ist es gruselig, das dem bösen Wolf der Bauch geöffnet wird. Aber --> Kinder denken, dass es Bösewichte nicht anders verdient haben.

Außerdem können Eltern ja auch sagen, dass es nur ein Märchen ist und nur ausgedacht wurde und nicht wirklich passiert (ist).

Lieber ein gruseliges Märchen als blutrünstige Ballerspiele der Playstation.
--
florianwilhelm18
der viele Kindergartenpraktika mit Märchenerzählungen verbrachte

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plautus
plautus
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Re: Märchen als Lebensermutigung ?
geschrieben von plautus
als Antwort auf florian vom 27.08.2007, 16:32:21
ja, dann erfindet doch andere märchen.
odergeht mal zu hauff oder 1000&eine nacht.
da gibts auch schöne geschichten.
--
plautus
Märchen sind wichtig....
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf kobold vom 27.08.2007, 16:16:41

--Leider gibt es m.E. viele Missverständnisse und Vorurteile über Märchen.
Meine Erfahrung ist, man braucht nicht viele Märchen, denn Kinder hören ein Märchen gerne vielfach hintereinander. Durch die Wiederholung werden sie nicht gelangweilt, vielmehr wird die Freude an der Sprache geweckt.
Je bekannter ihnen ein Märchen ist, desto größer wird die Sicherheit.

Das scheinbar "grausame" Märchen ist dem Kind vertraut. Die Spannung löst sich, denn das Kind weiß: Am Ende springt das Rotkäppchen wieder durch den Wald, der Großmutter geht es gut.

Wenn die Kinder wissen, was im Märchen vorkommt, dann wissen sie, wie sich das Problem auflöst.

Vielleicht sollte man die Märchen gezielt nach Alter des Kindes aussuchen, dann eventuelle Zwischenfragen beantworten, so kann dem Kind sicher auch manche Angst, wenn sie denn entstehen sollte, genommen werden.

Ich glaube, die Kindersendungen im Fernsehen sind oft viel "grausamer als Märchen.


karin2
angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: Märchen sind wichtig....
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf vom 27.08.2007, 17:57:14
Ich fand Märchen als Kind toll - zumal mein Vater und auch mein Grossvater toll erzählen konnten - letzterer veränderte die Märchen dann immer gerne in den ausschmückenden Details und in der Handlung, worüber ich mich immer gerne ereifferte und ihn verbesserte - wenn ich meinen Patenkindern bzw. deren Kinder Märchen erzähle, mache ich das auch gerne - und es funktioniert immer noch Gruselgeschichten oder gruselige Märchen finden die Kleinen besonders spannend und sie wissen genau, dass es eben nur Geschichten sind. Märchen regen die Phantasie so grossartig an, auch den Gerechtigkeitssinn und das Mitleidsgefühl, sicher etwas, das Kinder unbedingt erfahren sollten.

Was ich viel bedenklicher finde, sind die Botschaften, die so in alten Märchen stecken .. warum dürfen Mädchen nicht wählerisch sein, wie die Prinzessin auf der Erbse - warum wird ein Mädchen - natürlich wieder eine prinzessin - bestraft, wenn sie keinen armen Schweinehirten will, sondern einen wohlhabenden Prinzen? Warum werden dumme, faule Jungs im Märchen belohnt - wie die Geschichte mit der Goldenen Gans - und warum sind Stiefmütter immer böse?

Fragen über Fragen ..
--
angelottchen
mart
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Re: Märchen sind wichtig....
geschrieben von mart
als Antwort auf angelottchen vom 27.08.2007, 22:04:48
Hallo angelottchen, das ist genau der Punkt, den ich ansprechen wollte - aber du hast es sehr viel besser rübergebracht - diese Rollenverteilung und diese Klischees von bösen Stiefmüttern, armen Schneiderlein und anderen Handwerkern, absolut und willkürlich herrschenden Königen und Königinnen, am Galgen hängenden Galgenvögeln, dem älteren klugen Brüderchen, von Dienstmagd und strahlendem Prinzen .....beeinflussen und prägen natürlich die frühkindliche Vorstellungswelt - für mich in negativer Weise.


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