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Plaudereien Märchen als Lebensermutigung ?

bongoline
bongoline
Mitglied

Re: Märchen sind wichtig....
geschrieben von bongoline
als Antwort auf angelottchen vom 27.08.2007, 22:04:48
Also zum Märchen erzählen bin ich bei meinem Sohn gar nie gekommen, der hatte so viel Fantasie und erzählte mir sozusagen seine Märchen.

Unser Lieblingsspazierweg führte vom Alpenzoo auf die Hungerburg hinauf und da gab es alte Bäume, bei denen das Erdreich unterhalb der Wurzeln ausgespült war und sich da regelrecht kleine Höhlen gebildet hatten.
Ja diese Höhlen, da mußte ich ganz ganz leise immer vorbeigehen, flüsternd erklärte er mir dann, da wohnen Riesen und die haben 150 Waschmaschinen und 180 Gläser Marmelade und die schlafen jetzt, die darf man nicht wecken. Und da konnte er ausschmücken und sich in die Riesenwelt hineinleben. Das ist mir jetzt grad in Erinnerung gekommen. Solche Plätze, die seine Fantasie anregten gab es sehr viele und jedes mal gab es neue Varianten seiner Geschichten.

Jetzt muß ich in Erinnerung über all seine Märchen schmunzeln.

Ich selbst würde bei den meisten Quizfragen Märchen betreffend durchfallen. Meine Grossmutter jedoch hat meine Liebe zu den Götter- und Heldensagen geweckt und als ich dann selbst lesen konnte, habe ich Stunde um Stunde in Sagenbüchern gelesen.

--
bongoline
lotte
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Märchen WAREN Lebensermutigung - Hoffnungsträger..
geschrieben von lotte
als Antwort auf bongoline vom 27.08.2007, 23:33:38
Märchen und Sagen gehören zu den Jahrtausende lang mündlich tradierten Erzählformen.
Linear wird erzählt --- das “Wunder”, das Unreale ist eines seiner Strukturelemente.
Aber: darüber will ich mich jetzt nicht auslassen, obwohl ich z.B. als Kind auf die sogenannten Märchenformeln nicht verzichten wollte.
Und eine der liebsten war mir die im deutschen Märchen seht übliche: “und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.”


Und genau hier möchte ich mit der Verteidigung des Märchens beginnen.

In einer Zeit, als nur wenige Menschen sich schriftlich verständigen konnten also die Möglichkeit hatten, sich mit ( gerade auch antiker )Literatur auseinander zu setzen, als die Kirche streng Moral, die Moral der Herrschenden ( GEHORCHEN - sonst HÖLLE) einforderte, wurde am heimischen Herd erzählt: vom Schneider, der König wurde, vom Aschenputtel, die Prinzessin wurde, usw. usw..
Fast in allen “echten” uralten Märchen, deren Motive manchmal etwas abgewandelt auf der ganzen Welt wiederkehren, wird GERECHTIGKEIT hergestellt: diese als Utopie, als Wunsch. ( der Unterdrückten).

Mich nimmt es so nicht Wunder, dass die heutigen Kinder kaum mehr einen Zugang zu dieser Art von Literatur haben. Sie leben - häuslich behütet - in ( meistens abgesicherten ) Familien ..

UNSERE strukturellen Ungerechtigkeiten erleben sie ( und wir) erst viel viel später ...
Und da helfen Märchen nicht mehr, sondern ......
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lotte
Re: Märchen WAREN Lebensermutigung - Hoffnungsträger..
geschrieben von marina
als Antwort auf lotte vom 29.08.2007, 10:51:45
Kinder brauchen Märchen.
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marina

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eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Märchen WAREN Lebensermutigung - Hoffnungsträger..
geschrieben von eleonore
als Antwort auf marina vom 29.08.2007, 11:47:43
kinder brauchen märchen.
ja, das tun kinder, sehr sogar.
wohl am liebsten, vorgelesene.

aber sie brauchen auch jemanden, der mit ihnen über diese märchen spricht, erklärt, und eventuell aufgekommene ängste nimmt,da manche märchen doch recht brutal sind, man denke an hänsel und gretel, oder an suppenkasper, z.B.


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eleonore
mart
mart
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Re: Märchen WAREN Lebensermutigung - Hoffnungsträger..
geschrieben von mart
als Antwort auf eleonore vom 29.08.2007, 11:51:20
Etwa so

"Mein lieben kleinen Schätze, ich bin zwar nicht eure richtige Mama, aber ich würde Euch nie im Wald aussetzen. Das haben früher nur ganz böse Stiefmamas getan, die ihre Kinder auf diese Weise umbringen wollten; ich bin aber eine gute und werde das niiie tun -- und nun Bussi, schlaft schön und träumt gut!"

Ach, scheiß, da muß ich doch noch die Sozialkritik einbauen.... "Wißt ihr liebe Kinderlein, früher war oft so wenig zum Essen da, da andere Reiche alles gehabt haben und die Armen wirklich ganz, ganz arm waren.... die Stiefmama war ja gar nicht sooo böse, sie wollte nur, daß sie und ihr Mann nicht verhungern müssen."

--
mart
eleonore
eleonore
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Re: Märchen WAREN Lebensermutigung - Hoffnungsträger..
geschrieben von eleonore
als Antwort auf mart vom 29.08.2007, 11:56:53
"Mein lieben kleinen Schätze, ich bin zwar nicht eure richtige Mama, aber ich würde Euch nie im Wald aussetzen. Das haben früher nur ganz böse Stiefmamas getan, die ihre Kinder auf diese Weise umbringen wollten; ich bin aber eine gute und werde das niiie tun -- und nun Bussi, schlaft schön und träumt gut!"
geschrieben von mart


wenn ich mein sohn auf die weise was hätte erklären wollen, hätte er in zarteste alter schon zweifel an meine geistige gesundheit gehabt.

--
eleonore

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lotte
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Re: Märchen WAREN Lebensermutigung - Hoffnungsträger..
geschrieben von lotte
als Antwort auf eleonore vom 29.08.2007, 12:16:01
an eleanore und mart ..
meine Worte waren NICHT für Kinder gedacht, sondern sind Fachwissen ....
im Gegenteil: ich wollte sogar aufzeigen, dass und warum unsere kids heute mehrheitlich NICHT mehr auf Märchen stehen ....

mart: Warum bist Du - sorry - ironisch ? Grade die einfachen Formen Sage und Märchen sind definitiv gesellschaftlich erklärbar.
--
lotte
kobold
kobold
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Re: Märchen WAREN Lebensermutigung - Hoffnungsträger..
geschrieben von kobold
als Antwort auf lotte vom 29.08.2007, 12:43:00
@lotte

Lottchen,
was sind bitte kids, rehkitze oder lutscher?
Doch sicher nichts unanständiges?


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kobold
lotte
lotte
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Re: Märchen WAREN Lebensermutigung - Hoffnungsträger..
geschrieben von lotte
als Antwort auf kobold vom 29.08.2007, 12:49:04
@lotte

Lottchen,
was sind bitte kids, rehkitze oder lutscher?
Doch sicher nichts unanständiges?


--
kobold



*dickes Grins *

Ich verrate nichts ... nur soviel: Dem Reinen ist alles rein, dem - na, kennst ja vielleicht die Fortsetzung * lol* Lutscherassoziation tzz tzz tzz
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lotte
leanda56
leanda56
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Re: Märchen als Lebensermutigung ?
geschrieben von leanda56
als Antwort auf vom 26.08.2007, 18:39:57
Hallo Karin,ich selbst bin von Kindheit an ein Märchenfan.Ich denke,dass in jedem Märchen eine tiefere Bedeutung liegt,die auch in unserer heutigen Zeit noch Gültigkeit hat.Als Mutter von vier Kindern habe ich immer versucht,meinen Kindern die Märchen nahe zu bringen.Die Mädchen haben ein reges Interesse gezeigt.Bei den Buben habe ich es viel schwerer.Für sie ist der "Harry Potter"oder der "Herr der Ringe" interessanter(natürlich mögen das auch die Mädels). Manchmal denke ich,dass die meisten Märchen für Mädchen geschrieben sind.Übrigends in dem Buch "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estés werden einige Märchen gut interpretiert. Gruß Leanda56
--
leanda56

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