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Hatschepsut
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geschrieben von Hatschepsut
Vor einigen Tagen habe ich gelesen, dass Tierschutzvereine bis zu 3x mehr Mitglieder haben als Kinderschutzorganisationen.
Das überrascht mich schon etwas und bringt mich zum Nachdenken.
Ich liebe Tiere wirklich, wir hatten auch schon diverse Haustiere. Ich schleppe Katzenfutter nach Hause - falls der Nachbarkater am Morgen auf meiner Fußmatte liegt und auf Frühstück wartet. Ich schleppe noch mehr Katzenfutter an und füttere jeden Abend die Igel, die seit Jahren unter der Garage wohnen. Also was Tierliebe anbelangt - alles im grünen Bereich.
Trotzdem erstaunt mich diese Statistik doch. Jede Mutter denkt während der Pubertät bestimmt mal daran, Kind gegen einen netten Welpen einzutauschen, aber ?
Oder finde nur ich dieses Ungleichgewicht erstaunlich ?
Medea
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Re: Mitgliedschaften
geschrieben von Medea
als Antwort auf Hatschepsut vom 31.05.2011, 08:21:30
Der Kinderschutz und der Tierschutz sollten meiner Meinung nach nicht gegeneinander aufgewogen werden.

Beide sind dringend notwendig, sollten
aber nicht in Konkurrenz zueinander stehen.

Medea.

schorsch
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Re: Mitgliedschaften
geschrieben von schorsch
als Antwort auf Hatschepsut vom 31.05.2011, 08:21:30
Viele ältere Menschen können es nicht verkraften, wenn ihre Kinder, die sie mit Liebe und unter vielen Entbehrungen grossgezogen haben, sich ihren Eltern (von deren Warte aus gesehen) nicht genug um sie kümmern. Sie schaffen sich dann ein Hundchen oder Kätzchen an und geniessen deren uneigennützige Zuneigung. Ich denke, dass darum gerade viele ältere Frauen lieber den Tieren etwas zukommen lassen als Kindern.

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Hatschepsut
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Re: Mitgliedschaften
geschrieben von Hatschepsut
als Antwort auf schorsch vom 31.05.2011, 10:30:48
Da könntest Du richtig liegen ! In die Richtung hatte ich noch nicht gedacht.
youngster
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Re: Mitgliedschaften
geschrieben von youngster
als Antwort auf Medea vom 31.05.2011, 08:43:22
Bin ganz deiner Meinung Medea. Es darf nicht zu gelassen werden. Ist m.E. auch was ganz unterschiedliches und nicht direkt miteinander in Beziehung zu setzen.
FrauOberschlau
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Re: Mitgliedschaften
geschrieben von FrauOberschlau
als Antwort auf youngster vom 31.05.2011, 10:40:13
Tierschutz und Kinderschutz sind zwei verschiedene paar Schuhe. Das ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen.
Und manchmal sind Tiere dankbarer, als die eigenen Kinder. Vielleicht sind deshalb mehr Menschen dem Tierschutz zu getan?

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lalelu
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Re: Mitgliedschaften
geschrieben von lalelu
Vor einigen Tagen habe ich gelesen, dass Tierschutzvereine bis zu 3x mehr Mitglieder haben als Kinderschutzorganisationen.


Hallo Hatschepsut, ein interessantes Thema!

Bei fast jeder Diskussion, in der es um Tierschutz geht, kommt diese Tatsache – oft als Vorwurf – zur Sprache. Wie Medea, youngster und FrauOberschlau bin ich der Meinung, dass man Kinderschutz und Tierschutz nicht gegeneinander ausspielen sollte und dass BEIDE nötig sind!

Dennoch habe ich mich schon früher gefragt, warum tatsächlich weitaus mehr Menschen Mitglieder in einer Tierschutzorganisation als im Kinderschutzbund etc. sind. Ich glaube, dass es dafür mehrere Gründe gibt. Einen haben schorsch und FrauOberschlau bereits genannt: Wer von seinem Haustier mehr Zuneigung und Liebe erfährt als von seinen Kindern und Enkeln, bringt den Tieren unter Umständen auch mehr Liebe entgegen als seinen Kindern.

Ein anderer Grund könnte sein, dass Kindesmisshandlungen zwar auch bei uns schrecklicher Alltag sind, dass sie aber, sobald sie bekannt werden, vom Gesetzgeber mit Härte verfolgt werden. Alle, die Kinder missbrauchen, quälen, vernachlässigen, müssen bei einer Anzeige mit einem Strafverfahren und einer Verurteilung rechnen und außerdem mit Abscheu und Verachtung in der breiten Öffentlichkeit.

Darum ist bestimmt bei vielen Menschen die Überzeugung vorhanden, Kinderschutz sei hierzulande im Bewusstsein der Bevölkerung bereits fest verankert und bei Übergriffen bekämen die Kinderschänder zum Glück eine gerechte Strafe.

Anders sieht es im Tierschutz aus. Obwohl Tiere seit 1990 vor dem Gesetz offiziell keine Sachen mehr sind, werden sie de facto oft noch so behandelt. Zwar genießen sie in Deutschland auf dem Papier einen gewissen Schutz, und Grausamkeit gegen Tiere soll bestraft werden, aber wie sieht es in der Realität aus?

Täglich kann man von ausgesetzten Tieren lesen und von Tierquälerei sowohl auf privater als auch auf gewerblicher Ebene. Legebatterien, Tiermast unter unwürdigen Bedingungen, Hündinnen, die als Zuchtmaschine missbraucht werden, Gänse, die bestialisch gequält werden, damit einige sogenannte Gourmets ein krankes, verfettetes Organ (Gänsestopfleber) als „Delikatesse“ verspeisen können, Pelztierfarmen, in denen Tiere als lebendige Pelzfabrikanten unter erbärmlichen Bedingungen gehalten und grausam getötet werden, Tiertransporte unter schlimmsten Bedingungen, furchtbare Zustände in den Schlachthöfen usw. usw. Die Liste der Abscheulichkeiten ließe sich beliebig verlängern, denn es handelt sich um die „Normalität“ für Hunderttausende von Tieren.

Auch wenn in Deutschland manche der besonders grausamen Methoden verboten sind, ist es dennoch erlaubt, die mit grausamen Praktiken hergestellten „Tier-Produkte“ hier zu verkaufen und zu kaufen. Außerdem kommen Personen, die Tiere misshandelt haben, meistens mit vergleichsweise milden Strafen davon, falls sie überhaupt angezeigt werden.

Obwohl Tierschutzorganisationen das immer wieder anprangern und dagegen kämpfen, ist Tierschutz für viele noch lange nicht selbstverständlich. Ist es da ein Wunder, dass tierliebe Menschen empört sind und ihrer Empörung dadurch Ausdruck verleihen, dass sie Mitglied in Organisationen werden, die gegen das Elend der Tiere kämpfen?

Lalelu
chira
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Re: Mitgliedschaften
geschrieben von chira
als Antwort auf lalelu vom 31.05.2011, 22:04:20
Vielleicht liegt es auch daran, dass die Menschen der Meinung sind, für die Kinder wird genug getan?
Es sind ja nicht nur Organisationen, die sich für Kinder einsetzen, es werden auch immer wieder Aktionen gestartet, wobei Spenden gesammelt werden, viele auch im Fernsehen.

Was allerdings auch ein Grund sein könnte, wenn man vergleicht, wie Tierschutzorganisationen "aufttreten" und wie sich dagegen Kinderschutzorganisationen präsentieren. Manchmal denke ich, im Tierschutz wird bedeutend mehr um Mitglieder und Hilfswillige "gekämpft" als anderswo. Wann sieht man "Werbung" für Kinderschutzorganisationen? Im Normalfall in der Vorweihnachtszeit, dann gehen auch die "Bittbriefe" raus, weil zu der Zeit die Menschen am "spendenwilligsten" sind- oder nach großen Umweltkatastrofen. Wobei es einfach so ist, dass ein Tierschutzverein das ganze Jahr über um Spenden und Mitglieder "kämpft".
Ich glaube, auch Bilder-Fotos- die der Öffentlichkeit präsentiert werden, bewirken viel- sie erwecken Mitleid!!! und Fakt ist, dass auch Bilder von jungen Hunden, Katzen usw. "mütterliche Gefühle wecken" und/oder, den Beschützerinstinkt wecken.
chira
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Re: Mitgliedschaften
geschrieben von chira
als Antwort auf chira vom 01.06.2011, 00:31:09
aber wie lalelu schon schrieb "ist es ein Wunder, dass tierliebende Menschen...."

Der Tierschutz wird immer präsenter. Bis vor einigen Jahren hat sich keiner etwas dabei gedacht, Froschschenkel, Stopfleber usw. zu bestellen. Warum? Aus Unwissenheit! Wer wußte schon, wie es zu dieser Leber kommt oder wie die Froschschenkel "hergestellt" werden. Auch hat sich keiner Gedanken darüber gemacht, auf welche Art Tiere getötet werden, damit sie auf unseren Tellern landen können. Auch wußte niemand von barbarischen "Ritualen" in irgendwelchen Ländern, von Walfang verschiedener Nationen, vom Umgang im Ausland mit Tieren,von den Leiden der Tiere für Versuchszwecke, von den wirklichen Bedürfnissen, die ein Tier hat, was im Zoo dahinvegetiert....
Durch mühsame Recherchen, durch Aufklärung usw. ist das alles den Menschen näher gebracht worden und vermutlich ist es auch dadurch dazu gekommen, dass die Menschheit "aufgerüttelt" wurde und sich eben verstärkt den Tieren und ihrem Schutz zuwendet.
olga64
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Re: Mitgliedschaften
geschrieben von olga64
als Antwort auf chira vom 01.06.2011, 00:31:09
Deutschland ist kein kinderfreundliches, aber ein tierfreundliches Land. Dies hängt sicher auch damit zusammen,dass es bequemer ist, ein Tier zu halten, das nicht widerspricht und opportunistisch für Leckerlis dem Herrchen oder Frauchen stets zur Verfügung stehen.
Bei Kindern ist dies ja völlig anders - sie können auch nicht, wenn man berufstätig ist, allein in Etagenwohnungen gehalten werden, während Herrchen oder Frauchen ausser Haus sind.
Ich wünsche mir manchmal, wenn nur 1/3 der Gelder, die für "tierische Zwecke" ausgegeben werden, in die Bildung unserer Kinder gesteckt würden, wäre dies für die deutsche Zukunft sehr hilfreich.
Aber es ist nach meiner Erfahrung sinnlos, darüber zu sprechen,da ich leider oft selbstsernannte Tierschützer erleben muss, die schon als militant bezeichnet werden können, wenn "ihre Lieblinge" kritisch betrachtet werden. Olga

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