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Plaudereien Nähern wir uns dem Kommunismus ?

gerry
gerry
Mitglied

Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von gerry
Es scheint so!
Manche hierzulande haben ihn längst!

Der Materialmangel, bei Schneeschiebern, Tausalz, Enteisungsmitteln und Rollsplit
ist im Winter größer als früher bei der Bäuerlichen Handelsgesellschaft.
Kundenschlangen so lang wie früher, wenn es Bananen oder Pfirsiche gab, sind heute Alltag
auf jedem Bürgeramt oder den Jobcentern.
Gedränge wie früher sonst nur beim Verkauf von Lizenzplatten herrscht längst auf allen
Bahnhöfen des Landes, weil wiedermal kein Zug fährt.
Hinzu kommen Dreck, zerkratzte Fenster, Gestank und Pöbeleien in sämtlichen Verkehrsmitteln, wie sie eigentlich erst für den vollständig entwickelten Kommunismus vorgesehen waren.
Im popligsten Arzt-Wartezimmer sitzt man länger und wird rüder behandelt und verarscht
als einstmals in den Polikliniken der Diktatur.
Nur war in diesen die "Behandlung" kostenlos aber nicht immer umsonst.

Kein Zweifel, der Schritt in die nächsthöhere Gesellschafts- und Leidensform ist vollzogen!
Nicht ohne Grund feiern die einstigen vier Feinde des Sozialismus - Frühling, Sommer, Herbst
und Winter - fröhliche Wiederkehr als Hauptgegner unseres neuen, nicht minder erfolglosen
Systems.
Was haben denn die Vorväter des Kommunismus ersehnt?
Es ist erreicht!
Einkommen ohne Arbeit, auch Bonus genannt.
Das bedeutet heute für einen Bankvorstand seinen persönlichen Kommunismus!
Ja, sogar noch mehr:
Das klassische Verteilungssystem sah vor: "Jeder nach seinen Bedürfnissen!"
Jetzt heißt es im Bankwesen sogar: "Jeder mehr als er tragen kann."
Oder um es abgewandelt mit Goethe zu sagen:
"Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
zufrieden jauchzet groß und klein.
Hier bin ich Chef und sacke ein."

Auch sonst blüht der Kommunismus.
Reicht irgendwo das Geld nicht mehr, wird einfach mehr gedruckt.
Passt irgendwo eine Geschäftsbilanz nicht mehr, wird der Laden eben verstaatlicht.
Schluss mit "Robotron" oder KIM - Hypo Real Estate oder Commerzbank heißen
unsere modernen Großkombinate.
Mal sehen, wie lange das Volkseigentum diesmal hält?

Die schöpferischen Anwendungen unserer Finanzjongleure versetzen uns in die Lage,
Subventionen in nie gekanntem Umfang auszuschütten.
Egal ob Steinkohle oder Butterberg, ob Hundekuchen, Schnittblumen oder Zirkusbesuch,
jeder kriegt was zugeschossen, denn was dem Staat lieb ist, kommt dem Steuerzahler teuer.
Neidisch schauen die Chinesen auf uns, wie weit wir schon beim Aufbau der neuen Ordnung
gekommen sind:
Längst kann bei uns ein selbstverliebter Einzelentscheider das Schicksal der gesamten FDP bestimmen.
Das hätte kein Politbüro besser hingekriegt.

Also ist der Kampf der Gesine Lötsch vergebens, weil er sinnlos ist.
Niemand muss sich mehr auf den Weg zum Kommunismus machen.
Seien wir lieber unserer Regierung dankbar, dass wir ihn haben.
Und genießen wir ihn - denn irgendwann wird er wieder zusammenkrachen.
Mit Sicherheit!

Einen schönen Tag
wünscht Gerry
marianne
marianne
Mitglied

Re: Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von marianne
als Antwort auf gerry vom 18.02.2011, 10:35:08
Gerry, geht es dir gut?

Ich bin mit meinem Hausarzt zufrieden, sehr zufrieden.

Grüße, Marianne
gerry
gerry
Mitglied

Re: Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von gerry
als Antwort auf marianne vom 18.02.2011, 12:14:50
Ich nicht, absolut nicht!
Zum Glück habe ich einen guten Oberarzt in der Klinik, der mir immer hilft!

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Re: Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf gerry vom 18.02.2011, 10:35:08
Gerry, nicht dem Kommunismus nähern wir uns, sondern der Ochlokratie - meine ich - eine Entartung der demokratischen Staatsform. Eigennutz und Habgier regieren uns schon jetzt.. Pöbeleien sind an der Tagesordnung.. es ist nicht mehr weit bis zur Pöbelherrschaft.

Lorbas
Gillian
Gillian
Mitglied

Re: Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von Gillian
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 18.02.2011, 18:13:16
@Lorbas:
Ich gebe zu, den Begriff kannte ich bisher nicht.
Ist aber einleuchtend!
G.
yuna
yuna
Mitglied

Re: Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von yuna
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 18.02.2011, 18:13:16
Da wir momentan auf eine Art Parallelgesellschaft zusteuern - quasi zwei in einer - würde ich sogar sagen, unsere Demokratie teilt sich auf. Zum einen wäre da eine Vorform der Oligarchie und innerhalb dieser bildet sich eben zum anderen noch in der unteren und mittleren Gesellschaftsschicht eine Art (wie von dir erwähnt) Ochlokratie im Widerstand und aus Unmut bzgl der hier inzwischen herrschenden Missstände. Kurz: Es brodelt. Die Frage ist, wie lange es so bleibt.

Zum TS: Reiner Kommunismus wäre das letzte, woran ich denken würde, bei den derzeitigen Entwicklungen. Das läuft alles in eine völlig andere Richtung. Ich glaube Kommunismus kann mit dem Menschen, wie er ist, ganz einfach nicht funktionieren. Da gibt es grundlegende Charaktereigenschaften, die viele aufweisen, die verbieten das schlichtweg.
Vllt. in einer weiteren Parallelgesellschaft, wo sich die Leute unter Kontrolle haben.

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eko
eko
Mitglied

Re: Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von eko
als Antwort auf yuna vom 19.02.2011, 15:45:03
Ich glaube Kommunismus kann mit dem Menschen, wie er ist, ganz einfach nicht funktionieren.
geschrieben von yuna



Da stimme ich Dir vollkommen zu!

Kommunismus in seiner reinen Art, ohne jedwede Ideologie, ist schlicht und ergreifend nicht menschengerecht.

Das, was zuerst in der Sowjetunion und später auch in anderen ideologisch dem Sozialismus ergebenen Ländern praktiziert wurde, hat damit absolut nix zu tun.

Die Vorstellung, wonach alles allen gehören sollte und keiner mehr hat als der andere, ist reine Traumtänzerei. Dazu ist der Mensch nicht geschaffen und deshalb werden wir, die Menschen, dieses sehr hehr erscheinende Ziel nie erreichen können.

Wie sollte man es auch? Genauso wie es rein vom Körperbau her unterschiedliche Typen gibt, genauso wenig gibt es im geistigen Bereich jemals die Chance, dass alle gleich wären. Doch dies wäre die Voraussetzung für das, was unter Kommunismus zu verstehen ist.


e k o
yuna
yuna
Mitglied

Re: Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von yuna
als Antwort auf eko vom 19.02.2011, 16:45:01
[...] Wie sollte man es auch? Genauso wie es rein vom Körperbau her unterschiedliche Typen gibt, genauso wenig gibt es im geistigen Bereich jemals die Chance, dass alle gleich wären. Doch dies wäre die Voraussetzung für das, was unter Kommunismus zu verstehen ist.
[...]
geschrieben von eko


Eben. Wobei ich nicht sagen würde, dass die Menschen geistig gleich sein müssen, nicht mal charakterlich müssten sie gleich sein. Vielfalt kann es trotzdem geben. In meinen Augen verhindern einen Kommunismus in Reinform allein menschliche Charaktereigenschaften wie Neid/Missgunst, Habgier/Machtgier, Egoismus.
Hätte man das im Griff, wäre Kommunismus denkbar.
Es geht ja darum, dass jeder nur soviel hat, wie er braucht um glücklich zu sein. Der eine ist mit 7 Sachen und einer Holzhütte glücklich, der andere mit einer Villa. Wenn beide das akzeptieren, ist es gut.
Wenn jetzt aber der mit der Villa zum Holzhüttenbesitzer rüber marschiert und diesen belächelt, wieso er in so erbärmlichen Verhältnissen lebt, löst das im Holzhüttenbesitzer evtl. etwas aus, was dazu führt, dass er sich in einer Wettbewerbssituation fühlt und jetzt auch lieber eine Villa möchte (bzw glaubt, jetzt eine haben zu müssen).
Dann gibt es Menschen, die sind glücklich, wenn sie arbeiten können und solche, die hohe Ansprüche stellen, aber nichts dafür tun möchten. Wenn jetzt aber genau diese habgierig werden und es übertreiben, kippt die Stimmung, weil sich die Arbeitenden, dann ausgenutzt fühlen könnten.
Da gibt es Millionen Situationen wie sich menschliche Eigenschaften kombinieren, wo immer die oben genannten Charakterzüge mitspielen, die zu jeder Zeit einen Kommunismus wieder kippen würden.

Die meisten Menschen neigen leider dazu sich ständig mit anderen zu vergleichen. Statt dass alle gleich sind, könnte man es auch einfach akzeptieren, dass jeder Mensch anders ist.
Und das ist eben Utopie. Im Grunde seines Wesens ist der Mensch ein rücksichtsloser Parasit, wenn er sich nicht zu kontrollieren weiß. Was immer er tut, hat idR auch einen eigennützigen Hintergrund. Und es wird immer jene geben, die das ungefiltert ausleben. Futter für's Ego ist für viele so wichtig wie die Luft zum Atmen.

Und, selbst wenn du diese Einsicht hast - wenn du weiter Neid empfindest, oder z.B. habgierig bist, wird das immer dein Handeln beeinflussen und somit auch das Handeln deiner Mitmenschen. Das macht den Menschen aus, deshalb ist er Mensch. Diese Eigenschaften abzutrainieren wäre genauso unsinnig wie mit ihnen einen Kommunismus zu versuchen. Treiben sie uns doch auch voran. Wie viele Menschen sind allein durch Neid und Missgunst motiviert noch größeres zu schaffen. Da könnte ich einen halben Roman drüber schreiben (o_O)

JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 18.02.2011, 18:13:16
Gerry, nicht dem Kommunismus nähern wir uns, sondern der Ochlokratie - meine ich - eine Entartung der demokratischen Staatsform. Eigennutz und Habgier regieren uns schon jetzt.. Pöbeleien sind an der Tagesordnung.. es ist nicht mehr weit bis zur Pöbelherrschaft.

Lorbas
geschrieben von Lorbas


Ich habe nachgesehen bei wiki, was das ist.
Das ist in der Tat die Gefahr unserer Gesellschaft, allerdings ist da nicht Hopfen und Malz verloren, sondern die Menschen, jeder von uns, muß sich dagegen wehren, in seinem Mikrobereich, denn diese Alterantive nähert sich in ihrer Auswirkung dem Kommunismus, der "Staatsform", die bisher die verheerendste Wirkung auf die Menschheit hatte und noch hat.

schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Nähern wir uns dem Kommunismus ?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf gerry vom 18.02.2011, 10:35:08
.....und so ist denn Jeder und Jede eingeladen, seinen/ihren Kommunismus für sich selber zu deuten.....

Schorschs Deutung vom Kommunismus: Kommunismus ist das was übrig bleibt, wenn die Kapitalisten sich gegenseitig aufgefressen haben!

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