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Plaudereien Neues vom Plastinator

adam
adam
Mitglied

Re: Neues vom Plastinator
geschrieben von adam
als Antwort auf dutchweepee vom 07.02.2008, 12:54:51
Ich wollte Dir nicht auf den Schlips treten dutch. Vielleicht sind ja nächtliche Beiträge nicht meine Stärke.
Natürlich kannst Du über Deinen Körper verfügen wie Du willst. Mein Kommentar betraf haupsächlich den folgenden Abschnitt Deines Postings:

Zitat: "wieso chemikal-kriminalität? ich finde, daß seine plastinate sehr zum verständnis der menschen für ihren körper beitragen und zugleich künstlerischen anspruch erheben. mich hat sowohl seine ausstellung KÖRPERWELTEN als auch die DVD darüber begeistert."

Da kann ich Deine Begeisterung nicht teilen und bin der Meinung, daß Herr Hagens bei den meisten Menschen eher die Sensationsgier und den Schaudereffekt anspricht als ein künstlerisches Empfinden. Auf jedem Friedhof, den ich kenne, regiert die absolute Pietät, aber Herr Hagens "tourt" mit in Plastik eingeschweißten Leichen.
Das wurde ja bisher toleriert, aber muß denn jeder die eigenen Freiheiten ausreizen bis an die äußersten Grenzen der Akzeptanz? Oder sollte bei Leuten wie Herrn Hagens auch mal an deren Toleranz appeliert werden?

--

adam
pilli
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Mitglied

Re: Neues vom Plastinator
geschrieben von pilli
als Antwort auf adam vom 07.02.2008, 17:40:44
gut mal über kriminelle möglichkeiten bei der plastination von leichen zu diskutieren; vielleicht auch im zusammenhang mit der verbundenheit zu China des G. von Hagen ?!

der freund eines bekannten hat eine zeitlang im verwaltungstechnischen team mitgewirkt, bevor er dann eiligst selbst gekündigt hat...aus selbstschutz werde ich das, was mir seinerzeit bekannt geworden ist, nicht preisgeben, aber heute weiß ich eines sicher, jedwede kontrolle eines unternehmens, das den handel mit leichen betreibt, ist mehr als nötig!

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pilli
Re: Neues vom Plastinator
geschrieben von klaus
als Antwort auf adam vom 07.02.2008, 17:40:44
@adam,
"bin der Meinung, daß Herr Hagens bei den meisten Menschen eher die Sensationsgier und den Schaudereffekt anspricht als ein künstlerisches Empfinden."

Der Meinung war ich auch immer und ich bin mir bewusst, dass solche Ausstellungen eher die Sensationsgier ansprechen. Damit macht von Hagens viel Geld.
Aber sei doch mal ehrlich - wird nicht auf allen Ebenen des täglichen Lebens immer mehr die Sensationsgier bewusst angesprochen. So ist es im Kino, beim Fernsehen, im Sport, im Internet ...
Das künstlerische Empfinden spielt doch kaum noch eine Rolle.

Wenn man sich allerding seine Präparate in den Ausstellungen bewusst anschaut und mal die "Horrordarstellungen"( Gruppe beim Poker,...)ausklammert, merkt man, was für ein Kunstwerk unser Körper ist.
Ist das nichts ?
Ich betone noch mal - man muss sich seine Ausstellungen nicht ansehen.
UND - der Verkauf von Plastinaten an Privatpersonen ist definitiv vom Tisch.

--
klaus

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angelottchen
angelottchen
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Re: Leichenteile fürs Wohnzimmer ...
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf klaus vom 07.02.2008, 17:10:36
klaus - da bist du nicht auf dem Laufenden, er hat zwar mit dem Verkauf an Privatpersonen zurückgesteckt - will sie aber "Medizinern oder medizintechnisch professionellen Leuten, auch solchen im Ruhestand" anbieten, da diese angeblich verantwortungs-. und würdevoller damit umgehen...hahaha ... das erinnert mich an den früheren Hausarzt meiner Schwester, der im Spinnenterrarium einen original Menschenschädel hatte ...

Wie Geschmackvoll eine "Körperskulpur des Herrn von H. ist, die die eigene Haut wie einen abgestreiften Mantel lässig über die Schulter schmeisst (siehe hier) oder wie hier auf ein Skateboard - darüber will ich nicht streiten - es steht für mich in jedem Fall auf der gleichen Stufe wie jene kleinen ausgestopften Krokodile mit Sombreo ...


--


und zu guter Letzt, klaus - ich halte es dem Herrn H. nicht vor, dass sein Vater ein Edelnazi war, ich halte ihm die Scheinheiligkeit vor zu behaupten, er habe davon nichts gewusst, als er ausgerechnet seinen Vater in eine Villa in Polen steckte und der dort die Leitung seiner Firma übernehmen sollte. Du gestattest, dass der Gedanke an Lampenschirme aus Menschenhaut da durchaus Berechtigung hat ...
angelottchen
adam
adam
Mitglied

Re: Neues vom Plastinator
geschrieben von adam
als Antwort auf pilli vom 07.02.2008, 18:12:45
@Pilli,

bisher standen ja nur die unterschiedlichen Auffassungen zur Debatte und da muß jeder sehen, wie er zurecht kommt.

Wenn sich jetzt noch ein Verdacht auf kriminelle Machenschaften, im Zusammenhang mit der Beschaffung von Leichen, ergibt, sieht es schlecht aus für die Argumentation des Herrn Hagens. Mir brauch er dann nicht mehr mit medizinischem Interesse oder künstlerischem Anspruch zu kommen. Dann geht es nur ums Geld.

Du brauchst übrigens gar nicht bis China reisen, die Staatsanwaltschaft in Russland ermittelt auch.

@klaus

Unbenommen klaus, Du hast recht. Was man tagtäglich sieht, hört und liest spricht seine eigene Sprache. Die Sensationsgier der Menschen wird auf vielfältigste Art befriedigt, so vielfältig, daß die Sinne abstumpfen. Jedenfalls solange damit jemand Geld verdienen kann. Gab es in den 60ern noch Ohnmachten vor dem Fernseher, nur weil in einem Durbridgekrimi der Schatten eines Messers auftauchte, lockt heute das Massakrieren eines Menschen im TV kein Kind mehr hinter der Zentralheizung vor.

Aber ist es deshalb richtig? Muß ich selber an einem Bankraub teilnehmen, um den nötigen Adrenalinschub zu bekommen? Und kann ich das "Wunder des Lebens" am lebenden Objekt nicht viel intensiver erleben? Und die grundsätzliche Frage: Brauchen wir die Präparate des Herrn Hagens?

--

adam
Re: Leichenteile fürs Wohnzimmer ...
geschrieben von klaus
als Antwort auf angelottchen vom 07.02.2008, 19:15:26
@angelottchen,
Ich schrieb:"UND - der Verkauf von Plastinaten an Privatpersonen ist definitiv vom Tisch."
( siehe : http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,533280,00.html)
Du schreibst:"da bist du nicht auf dem Laufenden, er hat zwar mit dem Verkauf an Privatpersonen zurückgesteckt ..."

Du schreibst: "Wie Geschmackvoll eine "Körperskulpur des Herrn von H. ist, die die eigene Haut wie einen abgestreiften Mantel lässig über die Schulter schmeisst (siehe hier) oder wie hier auf ein Skateboard - darüber will ich nicht streiten"
Ich schrieb: "Die Art der Präsentation bestimmter Ganzkörperpräparate mag ich allerdings nicht.
Aber das muss jeder selbst entscheiden."

Wo sind denn hier die Unterschiede ?

Du schreibst:"...ich halte ihm die Scheinheiligkeit vor zu behaupten, er habe davon nichts gewusst..."
Bist du dir bewusst, dass dann Millionen Deutsche von dir als scheinheilig bezeichnet werden müssten + diejenigen, die Täter waren und sich nicht geoutet haben.
Aber - das ist eigentlich ein völlig anderes Thema- wurde aber von dir hier hineingesetzt.


--
klaus

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angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: Leichenteile fürs Wohnzimmer ...
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf klaus vom 08.02.2008, 09:19:18
klaus - ich schätze dich sehr und akzeptiere deine Meimunmg - verfälsche aber bitte meine Kommentare nicht, denn ich schrieb

da bist du nicht auf dem Laufenden, er hat zwar mit dem Verkauf an Privatpersonen zurückgesteckt - will sie aber "Medizinern oder medizintechnisch professionellen Leuten, auch solchen im Ruhestand" anbieten, da diese angeblich verantwortungs-. und würdevoller damit umgehen...hahaha ... das erinnert mich an den früheren Hausarzt meiner Schwester, der im Spinnenterrarium einen original Menschenschädel hatte


Ergo verkauft ewr doch an Privatpersonen - genügend Ärzte im Ruhestand gibt es doch und wer will die davon abhalten, das Zeug weiterzuverkaufen???

Zu seinem Vater:

Von Hagens 88-jähriger Vater, der für ihn in Polen die Geschäfte führt und derzeit die Fabrik aufbaut, war während des Zweiten Weltkrieges als SS-Mann im damaligen Warthegau an der Verfolgung von Polen maßgeblich beteiligt.

Gerhard Liebchen, der Vater von Hagens, wurde 1916 im damals polnischen Ort Alt-Skalden (Skalmierzyce) in der Nähe von Kalisz geboren. Bereits als Jugendlicher begann er nach Angaben von „Rzeczpospolita“ mit geheimer, politischer Tätigkeit für die Nazis. 1934, also im Alter von 18 Jahren, wurde er Leiter einer lokalen paramilitärischen Vereinigung. Im April 1939 erfolgte seine Festnahme durch die polnische Polizei. Nach Angaben des „Spiegel“ liegen SS-Akten vor, nach denen sich Liebchen nach dem deutschen Überfall auf Polen den NSDAP und dem paramilitärischen „Selbstschutz Posen“ anschloss, der für Racheaktionen an Polen berüchtigt war. Die SS habe Liebchen später unter der Mitgliedsnummer SS 374 728 registriert, später sei er zum SS-Unterscharführer aufgestiegen.

„Rzeczospolita“ (polnische Zeitung) zitiert einen Zeitzeugen, der Liebchen für das Anfertigen von Deportationslisten für deutsche Konzentrationslager verantwortlich macht. Für seine Heirat habe Liebchen eine besondere Form der SS-Eheweihe gewählt. Dem Paar wurde am 10. Januar 1945 ein Sohn geboren, den es auf den Namen Gunter Gerhard Liebchen taufte, der dann als Anatom in West-Deutschland Karriere machte und sich später in Gunther von Hagens umbenannte.
geschrieben von n-ost.de


Wenn jemand sich mit SS-Weihe trauen lässt, dann wird er auch auf seinem Hochzeitfoto eine SS-Uniform anhaben und ich glaube nicht, dass der Sohn niemals ein Hochzeitfoto seines Vaters gesehen oder andere SS-Relikte im Hause gesehen hat - vielleicht liegt im Wissen um die Nazivergangenheit seines Vaters ja auch der Namenswechsel begründet? Du weisst es nicht ... ich weiss es nicht.. aber Du gestattest mir doch, zu vermuten, gelle ...
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angelottchen
mart
mart
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Re: Leichenteile fürs Wohnzimmer ...
geschrieben von mart
als Antwort auf angelottchen vom 08.02.2008, 09:45:16
Ich denke, die Spekulationen über das Wissen von H. über die belastete Vergangenheit seines Vaters führt vom Thema weg. (Ja, mir ist dieser H. auch zutiefst unsympathisch.)

Für mich ist aber folgende Frage am wichtigsten:

Sind (einige) Leichen tatsächlich von Menschen, die von ihrer NachdemTod-Karriere nichts gewußt haben oder sogar aus Hinrichtungen stammen.
Das kann doch nicht so schwierig sein herauszufinden oder wenigstens zukünftig zu unterbinden.

Verkauf an Privatpersonen, auch best. Professionen, .... nein. Aber so wie es auch genügend Totenschädel in diversen Studier- bzw. Wohnstuben gibt, wird sich ein Schwarzhandel damit nicht unterbinden lassen.


--
mart
angelottchen
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Re: Leichenteile fürs Wohnzimmer ...
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf mart vom 08.02.2008, 10:10:04
Hallo mart -
die dubiose Vergangenheit des Vaters habe ich hier nur wegen der unheilvollen Pläne einer "Endfertigung" der Plastinate in Polen erwähnt, in diesem Werk sollte der Vater Geschäftsführer werden ... was in Polen zuallerhand Empörung führte ...

Hat jemand vorgestern zufällig das Interview mit herrn von H. auf N-TV gesehen? Unten ein Lonk zu der Sendung ...
--
angelottchen
marina
marina
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Re: Neues vom Plastinator
geschrieben von marina
als Antwort auf pilli vom 07.02.2008, 18:12:45
gut mal über kriminelle möglichkeiten bei der plastination von leichen zu diskutieren; vielleicht auch im zusammenhang mit der verbundenheit zu China des G. von Hagen ?!

der freund eines bekannten hat eine zeitlang im verwaltungstechnischen team mitgewirkt, bevor er dann eiligst selbst gekündigt hat...aus selbstschutz werde ich das, was mir seinerzeit bekannt geworden ist, nicht preisgeben, aber heute weiß ich eines sicher, jedwede kontrolle eines unternehmens, das den handel mit leichen betreibt, ist mehr als nötig!

--
pilli


So vorsichtig brauchst du gar nicht zu sein, Pilli, Es ging groß durch die Presse, das von Hagens mit chinesischen Hinrichtungsopfern gearbeitet hat. (s. Link) Widerlich! Mehr fällt mir zu diesem Mann nicht mehr ein.
--
marina

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