Forum Allgemeine Themen Plaudereien O tempora, o mores .... Oder: Geht's nur um Frau Herman?

Plaudereien O tempora, o mores .... Oder: Geht's nur um Frau Herman?

eleonore
eleonore
Mitglied

Re: O tempora, o mores .... Oder: Geht's nur um Frau Herman?
geschrieben von eleonore
als Antwort auf karl vom 10.10.2007, 22:11:29
gila,

mit verlaub, dein beitrag ist an peinlichkeit kaum zu überbieten.
müssen wir jetzt *heil* brüllen??????
sei sicher, ich werde es nicht tun.

du bist doch so gottesfürchtig............war dass, was vor 60 jahren passierte, wieder eine eingebung von oben?
so direkt an schiklgruber????
späte rache an jesus, wegen seine kreuzigung??
--
eleonore
karl
karl
Administrator

Handelte es sich um fairen Journalismus?
geschrieben von karl
als Antwort auf niederrhein vom 10.10.2007, 19:53:20
Hallo Niederrhein,

ich bin dir dankbar dafür zu versuchen, die Diskussion zu strukturieren.

Ich möchte hier die erste Frage "Handelte es sich um fairen Journalismus?" auch mit der Überschrift aufgreifen (ich empfehle die anderen Punkte ebenso mit eigener Überschrift, direkt im Anschluss an deinen Eröffnungsbeitrag zu diskutieren).

Ich habe mir gestern die Zeit genommen, das gesamte Interview nochmal als Video anzuschauen. Mein Eindruck ist folgender:

1. Die Konstellation der Eingeladenen und die Intention des Moderators war eindeutig so, dass Frau Herman das Hauptinteresse galt.

2. Bei der Art der Fragestellungen habe ich keine Unfairness entdeckt. Frau Herman wurden wiederholt Brücken gebaut, sowohl von Herrn Kerner, dem Sachverständigen im Publikum wie auch von den miteingeladenen Diskutanten.

3. Frau Herman war offensichtlich auf stur programmiert. Mit keinem Nebensatz deutete sie Bedauern darüber an, dass sie sich missverständlich ausgedrückt haben könnte, nein, sie fühlte sich durch die böse ("gleichgeschaltete") Presse missverstanden und stolperte schließlich dann in den verharmlosenden Autobahnvergleich hinein, machte also alles nur noch schlimmer.

4. Beindruckt hat mich bei dem Interview das Wenige, was Senta Berger gesagt hat. Sie hinterfragte, warum von Eva Herman die 68er offenbar schlimmer dargestellt werden als die Nazis, denn jene hätten angeblich die Werte abgeschafft. Frau Berger betonte hingegen, dass die 68er eine Tür aufgestoßen hätten zur Emanzipation der Frauen und Männer, dieser Generation sei es zu verdanken, dass Frauen und Männer nun sehr viel mehr aufeinander zugehen und das Leben gemeinsam meistern würden.

5. Das Wegschicken von Frau Herman war angebracht. Frau Herman ist nicht unintelligent, sie hat diese Sendung ausgiebig zur Selbstdarstellung genutzt. Sie ist aber stur dumm und mit dieser Geisteshaltung schafft sie es - trotz aller ihrer Dementis - zur gefeierten Ikone der rechten und katholischen Szene aufzusteigen. Vielleicht ist es das sogar, was sie will?
--
karl
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Handelte es sich um fairen Journalismus?
geschrieben von eleonore
als Antwort auf karl vom 11.10.2007, 08:34:56
späte rache an jesus, wegen seine kreuzigung??
geschrieben von meins


pardon, ich meinte *für jesus*.
--
eleonore

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longtime
longtime
Mitglied

Re: Handelte es sich um fairen Journalismus?
geschrieben von longtime
als Antwort auf eleonore vom 11.10.2007, 08:50:27
Eva, in voreilig zeitgerechter Verkleidung?


--
X-mas-longtime
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Handelte es sich um fairen Journalismus?
geschrieben von eleonore
als Antwort auf longtime vom 11.10.2007, 10:54:36
anton, du wirst immer peinlicher.
--
eleonore
Re: Handelte es sich um fairen Journalismus?
geschrieben von marina
als Antwort auf karl vom 11.10.2007, 08:34:56
Karl, ich hatte in ihrer Sendung (für die ich sogar Maischberger geopfert habe), in der mir vor Spannung zwischendurch regelrecht die Luft wegblieb, ganz genauso empfunden wie du. Evchens dummer und sturer Auftritt, gepaart mit einer nicht zu überbietenden Selbstgerechtigkeit, mit der sie sich obendrein noch als Märtyrerin hochstilisierte, war einfach nur eine unsäglich peinliche Selbstdemontage. Ich bin überzeugt davon, dass Kerner ihr sogar die Gelegenheit bieten wollte, sich zu korrigieren und etwas zurückzunehmen, denn er hat ihr wirklich jede Menge goldene Brücken gebaut, auch der Geschichtsprof. hat das getan mit dem Hinweis, es sei ihr gutes Recht, konservatives Gedankengut zu verbreiten, nicht aber, dies mit Bezug auf die NS-Zeit und deren Relativierung zu tun. Ihre Reaktion war dann entsprechend dumm-dreist, so wie ihr ganzer Auftritt. Sehr unglaubwürdig, wie sie versucht hat, ihren beanstandeten Satz völlig zu verdrehen und ihm einen anderen Kontext unterjubeln zu wollen, den kein Mensch ihr abnehmen konnte, denn er ist wirklich eindeutig und an ihm gibt es nichts misszuverstehen. Hätte sie nur einmal gesagt, dass sie sich im Eifer des Gefechts falsch ausgedrückt hat, dann wäre ihr wahrscheinlich einiges verziehen worden, denn eine Nazisse ist sie nicht wirklich (eher eine Narzistin), sie konnte glaubhaft klarmachen, dass sie sich immer gegen rechts eingesetzt hat, was ihr von Kerner bestätigt wurde. Sie ist nur schlicht und einfach in einer gewissen Weise so dumm oder borniert, allerdings auch erzreaktionär, wie ich es nie für möglich gehalten hätte, obwohl mir ihre stockkonservative Einstellung auch schon vorher manchmal aufgefallen ist.. Es ist also kein reiner Zufall, dass sie sich so „ungeschickt“ ausgedrückt hat, sie denkt wirklich so, auch wenn sie deshalb keine richtige Braune sein muss, ich glaube eher, sie hat keine Geschichstbewusstsein . Die Autobahnnummer war dann das Tüpfelchen auf dem I, weil sie sich an jedem Stammtisch der ewig Gestrigen immer bestens bewährt, peinlicher ging es dann wirklich nicht mehr. Mich hat es fast vom Stuhl gehauen, und ich wollte gerade in den Fernseher schreien: „Es gibt Dinge, die gehen einfach nicht“, dann kam die Bemerkung von M. Schreinemakers, sie hat mir die Worte aus dem Mund genommen und sprach mir aus dem Herzen.
Was gefehlt hat in der Diskussion: Niemand von den Anwesenden hat daran gedacht, ihr einmal die Diskrepanz zwischen ihren Aussagen und ihrem gelebten Leben vor Augen zu führen. Sie ist dreimal geschieden und hat Karriere gemacht, predigt aber das Ideal des Heimchens am Herd und der fürsorglichen Mama, die nur für Kind da ist. Wer will ihr das wirklich abnehmen?
Senta Berger fand ich auch sehr gut, aber im allgemeinen fast zu vorsichtig, weil sie sich immer darauf berief, die Bücher gar nicht zu kennen. Es ging aber in der Diskussion nicht um die Bücher, sondern um den einen Satz von Barbiepuppen-Evchen, den inzwischen sicher alle gelesen oder gehört haben. Sehr gut war aber, dass S. B. den Rausschmiss einleitete mit den Worten: Ich kann das jetzt nicht mehr hören, ich glaube, ich muss gehen, oder so ähnlich. Das war der Auslöser, der ja auch von den anderen unterstützt wurde.
Sehr schade fand ich, dass nach ihrem Rauswurf nur noch die Blödelnummer von dem Komiker abgezogen wurde, darauf konnte man sich nicht mehr konzentrieren. Ich hätte es sehr viel besser gefunden, die anderen hätten das Thema weiter besprochen und ihre Verstörungen noch einmal deutlich gemacht.

Übrigens: Führende Nazis sind von Eva Hermann enttäuscht, s. Link

marina

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adam
adam
Mitglied

Re: O tempora, o mores .... Oder: Geht's nur um Frau Herman?
geschrieben von adam
als Antwort auf niederrhein vom 10.10.2007, 19:53:20
Haben wir über Frau Herman nicht schon genug Worte verloren? Und das im wahrsten Sinn des Wortes? Hochmut kommt vor dem Fall, heißt es doch so schön.

Da ist doch ein Kartenhaus zusammengefallen. Ihre Thesen hatten schon aus ihrer Person heraus keinen Bestand. Sie hält sich für eine Öffentlichkeitspäpstin, nämlich für unfehlbar.

Man sollte sie so behandeln, wie ihre Geschichtskenntnisse und ihre Argumente sind: oberflächlich. Daß sie jetzt durch rechtsradikale Türchen gezerrt wird, hat sie sich selber zuzuschreiben. Geholfen werden kann ihr nur, indem man sich von ihr abwendet, damit die braunen Zerrer das Interesse an ihr verlieren.

Hätte sie es anders oder gar besser machen können? Vielleicht für die ewig Gestrigen. Zu mehr fehlt es sowohl ihrem Thema als auch ihr an Qualität. Frau Schwarzer braucht keine Angst vor einer neuen Esther Vilar zu haben.

meint


--
adam

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