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Plaudereien RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob

RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von Mareike
Dieser Tage wurde die Gründung einer neuen Insel auf Senoria bekannt gegeben.
Ingo schrieb dazu Folgendes: Zitat: "Selbst wenn ich mich noch so sehr anstrenge: Ich finde nicht den kleinsten Zugang zu Euren Inseln.Was ist verkehrt an mir? Bin ich einfach nur unfähig, mich in eine Traumwelt zu begeben?

Insel ist für mich Synonym für Rückzugsort.
Ein Rückzugsort dient der Regeneration. Er bewirkt,dass der Einzelne sich in einen Zustand des Sich-geborgen-fühlens versetzen kann. Es kann die eigene Wohnung sein, das eigene Zimmer, ein individuell gestalteter Raum, eine Insel ......aber auch ein imaginärer Ort.
Solch imaginäre Orte können auf spielerischer Weise zu neuen Denk- und Lösungsmodellen werden. Gestern habe ich im Thread ja, was ist denn nun eine richtige Diskussion schon in der Richtung etwas angedeutet:
Die Fiktion des Als-Ob

Ich erwische mich selber immer wieder dabei, dass ich in Situationen wo es hoch her geht, irgendwelche Bilder im Kopf habe, die in dem Moment hilfreich für mich sind, locker zu bleiben. Sehr sicher nicht immer auch hilfreich für die Anderen.

So hatte ich nicht nur das Bild des Hühnerstalles, mit und ohne Hahn, und das überfällige Kamel im Kopf, nein ständig tauchten Bilder aus der Muppets-ShowMuppets-Show auf.

Muppet Show Kennt Ihr sie noch? Besonders Waldorf und Statler sind meine Begleiter.

Es würde mich interessieren, ob Ihr Ähnliches berichten könnt?

Es sind nicht unbedingt Traumwelten, eher Gedankenmuster.

Hier noch ein schönes Gedankenspiel von Karl Kraus:
"Dem Bedürfnis nach Einsamkeit genügt es nicht, das man an einem Tisch allein sitzt. Es müssen auch leere Sessel herumstehen. wenn mir der Kellner so einen Sessel wegzieht, auf dem kein Mensch sitzt, verspüre ich eine Leere und es erwacht meine gesellige(!) Natur. Ich kann ohne freie Sessel nicht leben."
Karl Kraus

Liebe Grüße
Mareike
Re: RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Mareike vom 25.06.2011, 21:33:24
Rückzugsorte.
Das müssen nicht unbedingt imaginäre Inseln sein.
Das kann auch beispielsweise ein Besuch der KK sein, mit dem Charme der leichten "Blödelei",
dem Spiel mit Worten, Gedanken oder auch schlicht mal mit imaginärem Unsinn.
Um dann wieder fit zu sein für Herausforderungen im Alltag, an denen man nicht vorbei kommt.

Oder sich in Musik vertiefen.
Dinge, zu denen man sonst nicht kommt.

Mir gibt auch mein Hobby PC sehr viel,
da ich darin weiter in meinem Beruf tätig bin.

Die Rückzugsorte wirken sehr unterschiedlich.
So wie die Menschen auch.

nordstern
karl
karl
Administrator

Re: RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von karl
als Antwort auf vom 25.06.2011, 21:44:03
Hallo Nordstern,

ja, danke, dass Du die Kleine Kneipe ansprichst. Die Kleine Kneipe wurde am 8.4. 2002 durch Laurana gegründet. Sie wusste gar nicht, was sie da losgetreten hatte. Und als ich den ersten Thread abschloss war mir auch nicht bewusst, dass diese Institution noch am 25.6.2011 im vollen Saft dastehen würde (Dank unserer KK-Wirtin Chris).

[i]webmaster antwortete am 13.05.02 (07:38):

Hallo Ihr lieben Stammgäste,

der Zulauf in unsere "kleine Kneipe" ist so erstaunlich, dass wir jetzt erweitern müssen. Ich eröffne ein zweites Gästehaus und übertrage die Gästeliste.

Mit freundlichen Grüßen

Karl
[/indent]



Zum Archiv der Kleinen Kneipe

Vor der Gründung der Inselgruppe Senoria war die Kleine Kneipe bereits ein imaginärer Ort, der zum Rollenspiel benutzt wurde und wo die Teilnehmer ihre Sorgen an der Türschwelle abstellen konnten. Die Kleine kneipe ist noch heute so ein Rückzugsort, ein ort der Fiktion des Als-Ob.

Karl

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sonja47
sonja47
Mitglied

Re: RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von sonja47
als Antwort auf karl vom 25.06.2011, 21:57:04
Rückzugsorte:

Gibt es für mein Naturell verschiedene.

Als Erstes die Natur, sehr gerne gehe ich an meinem Wohnort sog.
Schleichwege, kleine schmale naturbelassene Wege, diese wunderschönen Blumen Sträucher Bäume in den Gärten, ich bleibe oft stehen und
fühle mich sehr glücklich, bin hier und geniesse, der Alltag ist weit weg.
Natürlich begleitet mich meine Digi, den Moment festhalten, ihn
zu Hause nochmals geniessen, wieder weg sein von all den momentanen
Schreibarbeiten für meinen Schwiegersohn.

An der gut abgedeckten Türe neben mir ist stehts ein Zeichnungsblatt aufgehängt, alle Farben, Pinsel usw. in Greifnähe auch beim Malen
existiert nur ein Gedanke ein Gefühl oder ein Bild in mir.

Momente zum Auftanken!

Das Fotographieren brachte mich zu anderen Menschen, dort wiederum
bin ich sehr glücklich.

Sonja
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von luchs35
als Antwort auf karl vom 25.06.2011, 21:57:04
Danke ,Karl, für deine anerkennenden Worte an unsere KK-Wirtin Chris, die es geschafft hat, jeglichen Zank aus der Kneipe zugunsten von viel Unbeschwertheit rauszuhalten. Manchmal kann der Gast wirklich seinen Kummer an die Garderobe hängen- und vergessen.

Laurana habe ich nicht mehr kennengelernt, aber sie hatte eine würdige Nachfolgerin.

Mögen manche, die zum Lachen in den Keller gehen, die Nase über den immer wieder durchbrechenden "charmanten Unsinn" rümpfen, die KKler stehen zu ihrer Wirtin und der Kleinen Kneipe, die in sich selbst als Insel ruht.

Luchs
Re: RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Mareike vom 25.06.2011, 21:33:24


Mein inneres Bild vom Pavianfelsen habe ich im "richtige Diskussion"-Thread schon veröffentlicht.

Ansonsten ähneln die einzelnen Schreiber in meinem inneren Bild Sockenpuppen,
die wie im Handpuppentheater auf einer Bühne hoch und runterhüpfen.


Das Treffen im Reallife mit Chatfreunden ist insofern meist ein Kulturschock,
weil sie ihren Sockenpuppen einfach nicht ähnlich sehen

Sorella



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Re: RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von Mareike
als Antwort auf vom 26.06.2011, 15:35:47
....... weil sie ihren Sockenpuppen einfach nicht ähnlich sehen

Das ist genau der Knackpunkt Wir haben meist nicht parat, dass es unsere eigene innere Bilder sind, die bestimmend sind für unser Handeln.
Fiktive, völlig unbeweisbaren Wirklichkeitsannahmen beziehungsweise Sinnzuschreibungen bestimmen unser Handeln und führen somit zu konkrete Resultaten. Das ist nicht nur in der "fiktiven Internet-Welt" so, sondern auch im richtigen Leben. Unsere innere Bilder haben natürlich ihren Ursprung in der Vergangenheit, dennoch sollten sie ständig überprüft werden. Es ist dieser Sachverhalt, der für die Theorie von Watzlawick grundlegend ist: Wir konstruieren unsere Wirklichkeit selber.

Wenn ich nun beim Bild der Muppet-Show bleibe, und beim ST als Muppett-Show , dann kann es aufschlussreich sein, wie und wo ich mich selber wiederfinde in diesem Theater. Dann kann ich womöglich auch beobachten welche Anteile ich habe, an dem Bild des ST welches wir als Wirklichkeit konkret vorfinden.

Ich hoffe es ist einigermaßen nachvollziehbar, was ich hier so von mir gebe!

Gruß
Mareike
Re: RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Mareike vom 26.06.2011, 17:11:43

Also Mareike,
erst sagste, das sind keine Sockenpuppen im ST
und dann sagste, man soll mal seine Position bei den Sockenpuppen rausfinden?


Was da wohl Herr Watzlawick zu sagen würde?
Ich bin noch am Anfang meiner Studien,
weil heute die PN-Schleuder ständig hupt.

Sorella
Re: RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von Mareike
als Antwort auf vom 26.06.2011, 17:15:32
Bei mir hupt es gottseidank nicht.
Nein, es sind keine Sockenpuppen, ich bin auch keine. Aber ich kann mal so tun ALS-OB. Imagination: Das Ganze ist ein Theater. Zur Zeit sitze ich vorwiegend im Zuschauerraum, wundere mich, amüsiere mich, schüttel mim Kop. Hin und wieder spiele ich eine Nebenrolle.
Ich zähle die aktiven TeilnehmerInnen, sehe die Zahl der Zuschauer und höre ihre Kommentare, mache mir Gedanken über den Regisseur, der gleichzeitig auch noch einige Rollen spielt ....
loretta †
loretta †
Mitglied

Re: RÜckzugsorte oder die Fiktion des Als-Ob
geschrieben von loretta †
als Antwort auf Mareike vom 26.06.2011, 17:11:43
jau Mareike, hast du gut erklärt .... auch für die ganz Kleinen

Ach ja, die Muppet Show. Was habe ich sie immer geliebt.
Da fallen mir hier Parallelen zu den Hühnern ein, wenn auch nur eins anfängt, stimmen alle mit ein …… wie im richtigen Leben.

Und die, die am lautesten gackern, die haut der Chief in die Pfanne oder er zieht Ihnen Socken an ....

Eine weitere Sorte Huhn ist die, die immer ganz unschuldig gackern - eine sagt's der anderen... und zum Schluss ist es wieder keiner gewesen.

Nur ein Hahn ist meistens nicht zu sehen. Die tragen in der Regel ihre Hahnenkäpfe unter sich aus, da haben die Hennen nix zu suchen.

Gut gelaunte Sonntagsgrüße
loretta

PS: wo ich mich angesiedelt sehe, darüber denke ich, mit Verlaub, noch nach

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