Forum Allgemeine Themen Plaudereien So richtig unappetitlich ... oder Welttoilettentag 2009

Plaudereien So richtig unappetitlich ... oder Welttoilettentag 2009

Linta †
Linta †
Mitglied

Re: Mit dem Kot kommt oft der Tod ... oder Welttoilettentag 2009
geschrieben von Linta †
als Antwort auf fenna vom 20.11.2009, 12:12:27
Von Haus aus verwöhnt besaßen wir in Breslau ein Bad mit großer weißer Badewanne und Toilette mit
Wasserspülung. Dann machten wir raus im Januar 45 und lernten während der Vertreibung die verschiedensten Klos kennen.
Einmal unterwegs untergebracht in einer riesigen Turnhalle wo es keine Klos hatte wurde von Soldaten ein
langer langer Graben auf freiem Feld gezogen, davor ein ebenso langer Donnerbalken aufgestellt
und da saßen sie nun all die Flüchtlinge und Vertriebenen wie die Hühner auf der Stange. Für uns
Kinder eher eine Gaudi, doch unsere Mütter haben schon sehr darunter gelitten so offen auf freiem
Feld ihre Notdurft verrichten zu müssen und nicht genügend Wasser zum Waschen zu haben.
Wir waren dann auf dem weiteren Weg der Vertreibung aber auch oftmals in verlassenen Privathäusern mit besseren Toiletten untergebracht und glücklich uns wieder gründlich reinigen zu können.

Dann war der Krieg aus und untergebracht waren wir kurze Zeit auf einem Gehöft und machten da dann Bekanntschaft mit dem alten Plumpsklo OHNE Herz in der Tür.Den Gestank habe ich noch in der Nase
und ich setzte mich auch nie allein dort hin aus Angst ich könnte in das große Loch plumpsen. Der Dreck, der Gestank, die ekligen Fliegen, es war entsetzlich.

Später während einiger Abenteuerreisen durch Marokko fand ich dann auch diese "Haltestangenklosetts"
vor, alle nur mit Seitenwänden doch gänzlich ohne Türen. Aus unserer Gruppe hielt dann stets jemand Wache und uns unliebsame Zuschauer vom Hals.

In der Tat, es geht nichts über ein hygienisch sauberes Bad mit einwandfreier Toilette und das, zumindest aber Toiletten mit Wasserspülung sollte es allüberall auf der Welt und für jeden geben.
ninna
rello
rello
Mitglied

Re: Mit dem Kot kommt oft der Tod ... oder Welttoilettentag 2009
geschrieben von rello
als Antwort auf niederrhein vom 19.11.2009, 23:23:59
Es ist schon verdammenswert, dass die europäischen Kolonialherren den Kolonialisierten nicht das richtige "Notdurft Verrichten" beigebracht haben und dass in vielen ihrer ehemaligen Kolonien noch "paradiesische Zustände" herrschen.

Jetzt ist es für eine Aufklärung zu spät und es würde für die EU auch zu teuer. Man müßte zu viele Kläranlagen bauen, dafür fehlt im Moment das Geld.
Und wo kriegen wir die unzähligen, aber notwendigen Toilettenmissionare her?

--
rello
niederrhein
niederrhein
Mitglied

Etagenklos ...
geschrieben von niederrhein
als Antwort auf Linta † vom 20.11.2009, 12:55:25
Diesen Klo-Erfahrungen möchte ich auch eine Erfahrung hinzufügen, die mir kuriosweise haften geblieben, obwohl ich auch auf diesem Gebiet etliche Erfahrungen gemacht habe.

Etagenklo ... in Berlin. Hinterhaus, Seitenflügel. Auf der halben Treppe (Absatz) dieser kleine Kloverhau - ein winziges Kämmerchen mit dem dicken gußeisenern Rohr, durch das laut Wasser und Fäkalien rauschten und/oder plumpsten. Dann der obligatorische Nagel mit dem Klopapier: auf handliche Größe geschnittenes oder gerissenes Zeitungspapier. Das war alles. (Natürlich kein Waschbecken etc.)

(Auf etlichen Wandertouren in Slandinavien, auf aufgestellt
und da saßen sie nun all die Flüchtlinge und Vertriebenen wie die Hühner auf der Stange. Für uns
Kinder eher eine Gaudi, doch unsere Mütter haben schon sehr darunter gelitten so offen auf freiem
Feld ihre Notdurft verrichten zu müssen und nicht genügend Wasser zum Waschen zu haben.
Wir waren dann auf dem weiteren Weg der Vertreibung aber auch oftmals in verlassenen Privathäusern mit besseren Toiletten untergebracht und glücklich uns wieder gründlich reinigen zu können.

Dann war der Krieg aus und untergebracht waren wir kurze Zeit auf einem Gehöft und machten da dann Bekanntschaft mit dem alten Plumpsklo OHNE Herz in der Tür.Den Gestank habe ich noch in der Nase
und ich setzte mich auch nie allein dort hin aus Angst ich könnte in das große Loch plumpsen. Der Dreck, der Gestank, die ekligen Fliegen, es war entsetzlich.

Später während einiger Abenteuerreisen durch Marokko fand ich dann auch diese "Haltestangenklosetts"
vor, alle nur mit Seitenwänden doch gänzlich ohne Türen. Aus unserer Gruppe hielt dann stets jemand Wache und uns unliebsame Zuschauer vom Hals.

In der Tat, es geht nichts über ein hygienisch sauberes Bad mit einwandfreier Toilette und das, zumindest aber Toiletten mit Wasserspülung sollte es allüberall auf der Welt und für jeden geben.
ninna[/quote]

--
niederrhein

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opti
opti
Mitglied

Re: Mit dem Kot kommt oft der Tod ... oder Welttoilettentag 2009
geschrieben von opti
als Antwort auf Linta † vom 20.11.2009, 12:55:25
Hallo,
uns erging es ähnlich, wir waren 1945 - 1946 in einem Barackenlager untergebracht, hinter Stacheldrahtzaun, hatten in den ersten Wochen keinen Graben oder ähnliches. Latrinen wurden erst später errichtet u. für uns Kleinen war es sehr schwierig, sich auf der dünnen Stange zu halten.

Da war das Plumps-Clo dann schon ein großer Fortschritt, vor allem war durch das aufgespiesste Zeitungspapier immer Lesestoff vorhanden.
Heute verwöhnen wir uns mit "drei- bis vierlagig", mit oder ohne Blümchen, mit Bidet u. selbst schließenden Designerdeckeln, Deckenstrahlern u. Radio fürs Bad usw.

Und schreiben dürfen wir hier auch noch darüber, was geht es uns doch gut!
--
opti
claudiawien
claudiawien
Mitglied

Re: Mit dem Kot kommt oft der Tod ... oder Welttoilettentag 2009
geschrieben von claudiawien
als Antwort auf Medea vom 20.11.2009, 11:16:45
Bei meinem ersten Frankreichbesuch war ich sehr irretiert von den dort etablieren "Stehklosetts" - die sollen allerdings mittlerweile auch Seltenheitswert besitzen.


Bei mir war es der erste Italienbesuch, als ich eilig, eilig von einem zauberhaften kleinen Lokal über die Wiese zu den Toiletten rannte, die Tür aufriss und mir beim Anblick des feuchten Betonbodens samt Loch der Unterkiefer nach unten klappte: horror vacui.
sonja47
sonja47
Mitglied

Re: Mit dem Kot kommt oft der Tod ... oder Welttoilettentag 2009
geschrieben von sonja47
als Antwort auf niederrhein vom 19.11.2009, 23:23:59
So enorm lange Threads mag ich gar nicht erst zu lesen anfangen,
kann von mir aus gelöscht werden!
Ist dies ein Voradventsthema oder was?
--
sonja47

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Medea
Medea
Mitglied

Re: Mit dem Kot kommt oft der Tod ... oder Welttoilettentag 2009
geschrieben von Medea
als Antwort auf sonja47 vom 20.11.2009, 23:45:45
Hoppla, Sonja -

"So enorm lange Threads mag ich gar nicht erst zu lesen anfangen,
kann von mir aus gelöscht werden!
Ist dies ein Voradventsthema oder was?" (Sonja)

Es ist ein Thema über die sehr im Argen liegende weltweite Hygiene, liebe Sonja, täglich sterben/krepieren 5000 Babies an verseuchtem Wasser - das kann gar nicht ausführlich genug behandelt werden. Wenn dir das Lesen zu mühevoll ist, laß es einfach bleiben - andere hier im Forum sind eher betroffen davon, daß Millionen von Indern an den Bahngleisen und im falls vorhandenen Gebüsch kacken müssen, weil die nötigen "Klohäuschen" fehlen.

Medea
Re: Mit dem Kot kommt oft der Tod ... oder Welttoilettentag 2009
geschrieben von mart1
als Antwort auf Medea vom 21.11.2009, 09:25:35
Danke an Bertha, dass sie auf dieses Thema aufmerksam gemacht hat.... selbst wenn in der Adventzeit das friedliche Fressen im Vordergrund steht.

Der für mich wichtigste Aspekt ist die Biogaserzeugung, die mit ausgesprochen geringer, sogar primitiver Technologie besonders in warmen Gebieten von der energetischen über die besten pflanzenverfügbaren Dünger bis zu den hygienischen Wohltaten n u r positive Folgen hat.
--
mart1

Bei Interesse eben einfach googeln

PS: Wie die Toiletten ausschauen ist klarerweise auch wichtig, aber was dann mit den Fäkalien geschieht, das ist immens wichtig.
nasti
nasti
Mitglied

Re: Mit dem Kot kommt oft der Tod ... oder Welttoilettentag 2009
geschrieben von nasti
als Antwort auf mart1 vom 21.11.2009, 12:07:26
In meine Träume erschien sehr oft das Holzklo,
schön in Reihe nebenan, mit einem Herz auf der Türen. In unserem Stadt traf die echte Kanalisation spät ein, und meine Mutter sorgte für sofortige „englische Klo.“
Die Behälter waren immer voll und überlaufen, kamen Leute, welcher beruflich tragen durch das langen Hof, es stank bestialisch. Nach solche Träume bin ich sicher, das ein unerwartete Geldbetrag steht vor der Türen, und interessante weise war das immer so. Fäkalien in Träume bedeuten viel Geld.

Die schönste WC-s befinden sich auf Autobahn Richtung Wien. Ein Genuss!!.*gggg* Es duftet nach Rosen, und lauft eine angenehme Musik, herrlich.

Nasti
eleisa
eleisa
Mitglied

Re: Mit dem Kot kommt oft der Tod ... oder Welttoilettentag 2009
geschrieben von eleisa
als Antwort auf mart1 vom 21.11.2009, 12:07:26
die Landbevölkerung hat früher (es gab so etwa um 1940 herum,den Anschluss an das
Wassernetz) die Fäkalien in den hauseigenen Acker gebracht.
Der Tag,an dem das Wasser angeschlossen war und kam aus dem Wasserhahn,war wie ich mich erinnere ein "Freudentag"!
--
eleisa

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