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Plaudereien Sommerloch: Bundesinnenfriedrich philosophiert über die Anonymität im Internet

hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Sommerloch: Bundesinnenfriedrich philosophiert über die Anonymität im Internet
geschrieben von hinterwaeldler
Das der Bundesinnen nun ausgerechnet der CSU angehört, scheint tatsächlich reiner Zufall zu sein. Er gewährte unlängst dem Spiegel ein Interview und ist darin über sich hinaus gewachsen. Ausführlich wird er weder von einem Blog noch von einer Tageszeitung zitiert. Einige Medien und Blogs nennen nicht einmal mehr die Quelle, in welcher er diese heiße Luft abgelassen hat. N24 ist ein Beispiel dafür.

Die Meldung brachte gestern zuerst heise.de: Innenminister stellt Anonymität im Netz zur Disposition ins Internet.

Wie will er seine Ideen durchsetzen? Etwa nach dem chinesischen oder iranischen Muster und muß sich zukünftig jeder Internetnutzer auf einem Kartenleser am PC mit seinen ePass legitimieren bevor er sich einloggt?

Hinterwäldler ist ein Markenname und einmalig. Nach ihm kann man googeln. Der Hinterwäldler wird sich niemals seinen Pass mit Sekundenkleber an die Stirn heften. Unter meinem Realnamen kennen mich höchstens meine nächsten Angehörigen. Welchen Nutzen ergäbe sich aus der Kenntnis meines Realnamens? Bekommen seine Prügelpolizisten jetzt auch die Namensschilder ans Revers gestickt?

In Norwegen gibt es seit 5 Jahren eine Vorratsdatenspeicherung, so wie sie einige Politiker in Deutschland gern haben möchten. Sie hat den Massenmord durch einen wahnsinnigen Faschisten nicht verhindert.

Ein Sommerloch tritt übrigens dann auf, wenn die Mehrzahl der Politiker im Urlaub ist, ein paar zurückgebliebene sich mit dummen Sätzen zu Wort melden und die Volontäre der Medien in Ermangelung vernünftiger Themen diese Sätze ohne Nachzudenken aufnehmen und ausschlachten. Da Friedrich angeblich selbst in dem Interview darüber spricht, das die Internetgemeinde ihn nun bashen wird, hält er wohl selbst nicht allzuviel von seiner eigenen Meinung.

lifong2007
lifong2007
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Re: Sommerloch: Bundesinnenfriedrich philosophiert über die Anonymität im Internet
geschrieben von lifong2007
als Antwort auf hinterwaeldler vom 08.08.2011, 11:32:24
Gut gemeint von dem Minister. Wäre auch eine gute Möglichkeit, die Anzahl der Internetnutzer zu halbieren. Denn wie überall gibt es auch hier Nutzer, die nur so auftreten, weil ihre Anonymität bewahrt wird. Und nicht nur das. Manch ein Mensch wäre so gern ganz anders als er ist. Und im Internet hat er doch eine ausgezeichnete Bühne, sich darzustellen.
Zum Glück gibt es aber den Großteil der Nutzer, die auch im realen Leben sich nicht anders bewegen als im Internet. lifong2007
dutchweepee
dutchweepee
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Re: Sommerloch: Bundesinnenfriedrich philosophiert über die Anonymität im Internet
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf lifong2007 vom 08.08.2011, 11:50:10
So langsam erweist sich Friedrich als der reaktionärste und zugleich dümmste aller Minister. Wann hat der eigentlich mal einen brauchbaren Satz gesagt?

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olga64
olga64
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Re: Sommerloch: Bundesinnenfriedrich philosophiert über die Anonymität im Internet
geschrieben von olga64
als Antwort auf lifong2007 vom 08.08.2011, 11:50:10
Vielleicht würden sich dann manche einfach ein wenig besser benehmen und auch Regeln in Sachen Diskussion demokratischer einhalten? Ich denke, auch in diesem Fall ist es so, dass diejenigen, die versuchen fair zu sein, wenig zu lügen usw. keine grosse Angst vor dem Wegfall ihrer Anonymität haben müssten.
Ähnlich dem Autofahrer, der in seiner Nase bohrt, wenn er in seiner Kiste sitzt, auf der Autobahn drängelt, andere nötigt usw. - dieser wäre dann ja zu identifizieren, aber wer macht das schon?
Wenn Menschen sich benehmen, wie kleine Kinder, müssen die Regeln strenger sein - dies haben wir doch alle schon im Kindergarten und in der Schule gelernt. Es ist nicht immer der Politiker Schuld, der solche Ideen hat, die in gewissen Kreisen nicht auf Wohlgefallen stossen. Olga
Re: Sommerloch: Bundesinnenfriedrich philosophiert über die Anonymität im Internet
geschrieben von klaus
als Antwort auf hinterwaeldler vom 08.08.2011, 11:32:24
"Etwa nach dem chinesischen oder iranischen Muster und muß sich zukünftig jeder Internetnutzer auf einem Kartenleser am PC mit seinen ePass legitimieren bevor er sich einloggt?"


Ich glaube nicht, dass Friedrich ein iranisches oder chinesisches Modell anstrebt.
Es wäre nicht schlecht, wenn du dich, bevor du solche Dinge raushaust, kundig machen würdest, wo der gravierende Unterschied zur Nutzung des Internets in China und in Deutschland liegt.
Hinzu kommt, dass Friedrich - siehe dein Link - auch nicht andeutungsweise Bemerkungen abgelassen hat, die die Befürchtung aufkommen lassen könnte, chinesische Verhältnisse anzustreben.
Auch - wenn er es wollte- würde das in Deutschland nicht möglich sein, weil Deutschland eine Demokratie ist.
Er hätte mit einem Gesetz - wie du es ihm ev. unterjubeln willst( er selbst streitet es ja ab )nicht 1X bei den Koalitionsparteien - u. schon überhaupt nicht im Bundesrat eine Chance.

Ich hätte nichts dagegen, mich mit vollem Namen einzuloggen und ich würde auch dann keine Befürchtungen haben, für meine Bemerkungen irgendwelche Schwierigkeiten zu bekommen.

Du scheinst ja auch diesen demokratischen Verhältnissen in Deutschland voll zu vertrauen und keine polizeilichen Maßnahmen zu erwarten, wenn du hier über "Prügelpolizisten des Friedrich" schreibst und deine sonstigen Bemerkungen in anderen Threads selbstkritisch untersuchen würdest .

Ich finde es richtig, dass zu allen politischen Themen- und die "Freiheit" im Internet ist zwangsläufig ein politisches Thema- Meinungen aller Richtungen möglich sind - eben auch zu Gedanken über eine stärkere Kontrolle des Internets.
Dabei ist es legitim, dass viele ( bes. ältere ) Mitglieder einer konservativen Partei ev. anders ticken, als es dir u. and. gefällt.
Damit sind sie noch lange nicht abzuqualifizieren, wie es z.B. dutchweepee mit Friedrich macht, indem er ihn als den "reaktionärsten und zugleich dümmsten aller Minister" bezeichnet.

Übrigens gibt es auch in den konservativen Parteien - und hier sind es sicher vorrangig die jüngeren Mitglieder, die Friedrichs Bemerkungen der stärkeren Kontrolle ablehnen.
Ist diese Meinungsvielfalt nicht ein Ausdruck der Demokratie.






hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: Sommerloch: Bundesinnenfriedrich philosophiert über die Anonymität im Internet
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf klaus vom 08.08.2011, 19:02:02
Das hatte ich eigentlich schon in in dieser Post beantwortet. Ich werde mich nicht wiederholen und kein Wort zurücknehmen. Auch nicht wenn du glaubst, es mir wieder mal richtig gegeben zu haben. Deine Beiträge sind destruktiv. Sie haben kaum etwas mit dem Thema zu tun, sondern beinhalten Angriffe und Unterstellungen gegen Mitglieder des ST, die keine CDU/CSU-Meinung vertreten und ihren Kopf zum Denken benutzen. Du tust es in einer Form, die nur noch mit Forenterror vergleichbar ist.

Zurück zum Thema:
Der Redakteur des Internetportals NETZWELT.de Mehmet Toprak hat dem Thema einem längeren Kommentar gewidmet. Er trägt den Titel:
Ohne Pseudonyme keine Demokratie --- Warum Anonymität im Web wichtig ist.
Er ist auf alle Fälle lesenswert. Darin wird unter anderem auch Friedrichs diesbezügliche Fachwissen von einem Fachjournalisten eingeschätzt. Im Resümee hat er folgende bemerkenswerten Worte geschrieben:
Das oft diskutierte Problem des rauen Umgangstons und der Pöbeleien im Web lässt sich im Prinzip durch eine konsequente Moderation der Foren angehen. Jeder kann sagen, was er will. Aber wer pöbelt oder beleidigt, bleibt offline. Kostet halt Personal und somit Geld, das ist wahrscheinlich das Problem.

[...]

Auf der Webseite des Innenministeriums steht: "Kernaufgabe des Bundesministeriums des Innern ist es, allen Bürgern ein Leben in Sicherheit und Freiheit zu gewährleisten." Guter Satz, aber dann muss der Innenminister diese Freiheit auch verteidigen und die Möglichkeit der Anonymität im Web schützen, die eine der Bedingungen für diese Freiheit ist.

Ich bin zwar auf Grund langjähriger Erfahrung kein Verfechter des Rausschmisses. Aber wenn es übertrieben wird bin ich der Letzte, der einen Troll am Verschwinden hindert.

Weiter Links zum Thema:
Verkehrte Netzwelt: Anonymität im Web
Blogs und Co.: Innenminister Friedrich fordert Ende der Anonymität
Klarnamen bei World of Warcraft: Hersteller Blizzard rudert zurück
Streit um Anonymität im Internet - Der Klarnamen-Minister rudert zurück
adam
adam
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Re: Sommerloch: Bundesinnenfriedrich philosophiert über die Anonymität im Internet
geschrieben von adam
als Antwort auf klaus vom 08.08.2011, 19:02:02
Ich finde es richtig, dass zu allen politischen Themen- und die "Freiheit" im Internet ist zwangsläufig ein politisches Thema- Meinungen aller Richtungen möglich sind - eben auch zu Gedanken über eine stärkere Kontrolle des Internets.
Dabei ist es legitim, dass viele ( bes. ältere ) Mitglieder einer konservativen Partei ev. anders ticken, als es dir u. and. gefällt.
Damit sind sie noch lange nicht abzuqualifizieren, wie es z.B. dutchweepee mit Friedrich macht, indem er ihn als den "reaktionärsten und zugleich dümmsten aller Minister" bezeichnet.

Übrigens gibt es auch in den konservativen Parteien - und hier sind es sicher vorrangig die jüngeren Mitglieder, die Friedrichs Bemerkungen der stärkeren Kontrolle ablehnen.
Ist diese Meinungsvielfalt nicht ein Ausdruck der Demokratie.


Da bin ich gleicher Meinung und ja, Meinungsvielfalt ist ein Ausdruck von Demokratie und selbstverständlich sind alle Meinungen legitim.

Darüber, daß Friedrich gegen die Anonymität im Internet vorgehen will, mußte ich allerdings lächeln. Er sollte sich informieren, ehe er so das Sommerloch füllt.

--

adam


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