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Plaudereien Über die Dummheit

myrja
myrja
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von myrja
Noch ein paar Zitate zum Thema:

"Die Dummheit verrät sich am leichtesten durch die Einbildung."
Volksmund

Was nennen die Menschen am liebsten dumm? Das Gescheite, das sie nicht verstehen.
Marie von Ebner-Eschenbach

Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach.
Gerhard Uhlenbruck

Würde Hirnlosigkeit vor Kopfschmerzen schützen, könnten die Aspirin-Produzenten ihre Läden schließen.
Gabriel Laub

Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.
Heiner Geißler

Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.
Carl Gustav Jung

Auch die Bretter, die mancher vor dem Kopf trägt, können die Welt bedeuten.
Werner Finck

Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.
Bertrand Russell
miriam
miriam
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von miriam
Leider wird anscheinend eine kleine Erklärung oder sogar eine Stellungnahme, hier nötig.

Keinesfalls hatte ich die Absicht mit diesem Thema, mich hier lustig zu machen über die Dummheit bzw. über die potenziellen Träger dieser Eigenschaft.
In erster Linie: potentielle Träger bzw. Multiplikatoren der Dummheit, sind wir alle - ohne Ausnahme.

Diesen Schuh sollte sich sicherlich keiner anziehen - denn - es war gar kein Schuh!
Wenn es einer nun tun sollte, dann vielleicht ich, weil ich mit diesen auf personenbezogenen Reaktionen, nicht gerechnet hatte. Dumm? Vielleicht!

Wie kam es zu diesem Thema und zu meinem Entschluss, darüber zu schreiben: erst hatte ich über die unterschiedlichen Formen der Dummheit nachgedacht - und hatte dabei in keiner Weise die Absicht daraus ein Thema zu machen.
Danach recherchierte ich ein wenig bei Wiki - und fand so viele brillante, intelligente Texte, dass ich mich entschloss darüber zu schreiben.
Schon allein die Tatsache, dass eben über die Dummheit so kluge Texte verfasst wurden, war faszinierend.

Der Beweis dafür findet sich ziemlich am Anfang - mit dem Fragment aus Fernando Pessoas "Buch der Unruhe" - ich freue mich, dass z.B. Clara dies richtig begriffen hatte.

Zurzeit weiß ich nicht, ob ich hier noch den Text einsetzen werde, den ich als eine Art Krönung des Themas betrachte.

Vorläufig wollte ich eigentlich nur dies, versuchen zu klären.

Miriam
Felide1
Felide1
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von Felide1
als Antwort auf loretta † vom 03.09.2010, 10:38:54


Loretta,

bei dieser Vorstellung bekomme ich einen Lachkrampf.Ich stelle mir das bildlich vor.
Lass ja meine Nase in Ruhe,wenn da jemand bohrt bin ich es soden überhaupt gebohrt werden sollte.

Übrigens dies wäre in meinen Augen eine Dummheit,denk dir meine Abwehrreaktion aus.


Lg Felide

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schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von schorsch
als Antwort auf miriam vom 01.09.2010, 12:44:17
Ich denke, die Dummheit ist das, was übrig bleibt, wenn die Gescheitheit versagt hat )(
clara
clara
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von clara
als Antwort auf reetawaty vom 03.09.2010, 09:54:33
Ich weiß ich bin dumm, weil ich nicht alles auf Anhieb verstehe ich brauche immer sehr lange zu begreifen.
Gruß Lucca

Lucca, ich glaube nicht, dass Du dumm bist! Wenn Du es wärst, wüsstest Du es nicht, bzw. würdest Du Dich als intelligent bezeichnen. Sicher ist eine schnelle Auffassungsgabe oft von Vorteil, wer etwas länger zum Verstehen eines Sachverhalts braucht, ist deshalb noch lange nicht dumm. Vielleicht macht er/ sie sich nur etwas länger oder gründlicher Gedanken darüber. Dies muss nicht unbedingt nachteilig sein.
Leicht wird auch Wissen mit Intelligenz verwechselt.

Dagegen gibt es Intelligente, die sich sehr dumm oder gefährlich verhalten und dadurch auch viel Schaden anrichten können. Nach Beispielen muss man nicht lange suchen.

Wer sich allerdings aus reiner Bequemlichkeit überhaupt nicht bemüht, selbst zu denken, der ist für mich dumm!

Clara
miriam
miriam
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von miriam
"Nur der Dumme bleibt stur bei seinem einmal gefassten Beschluss" – sagt ein weises Sprichwort, welches mich nun doch überzeugt hat, Euch einen der brillantesten Texte über die Dummheit,nicht weiter vorzuenthalten.

Ich war selber sehr überrascht als ich diesen Text fand – und wäre der Name des Autors nicht vermerkt gewesen, hätte ich Mühe gehabt ihn zu identifizieren.

Der Text ist sehr lang – ich werde nur einen Teil hier zitieren - der ganze Auszug findet sich im Link.


Über die Dummheit

Robert Musil


Im Leben versteht man unter einem dummen Menschen gewöhnlich einen, der »ein bißchen schwach im Kopf« ist. Außerdem gibt es aber auch die verschiedenartigsten geistigen und seelischen Abweichungen, von denen selbst eine unbeschädigt eingeborene Intelligenz so behindert und durchkreuzt und irregeführt werden kann, daß es im ganzen auf etwas hinausläuft, wofür dann die Sprache wieder nur das Wort Dummheit zur Verfügung hat. Dieses Wort umfaßt also zwei im Grunde sehr verschiedene Arten: eine ehrliche und schlichte Dummheit und eine andere, die, ein wenig paradox, sogar ein Zeichen von Intelligenz ist. Die erstere beruht eher auf einem schwachen Verstand, die letztere eher auf einem Verstand, der bloß im Verhältnis zu irgend etwas zu schwach ist, und diese ist die weitaus gefährlichere.
Die ehrliche Dummheit ist ein wenig schwer von Begriff und hat, was man eine »lange Leitung« nennt. Sie ist arm an Vorstellungen und Worten und ungeschickt in ihrer Anwendung. Sie bevorzugt das Gewöhnliche, weil es sich ihr durch seine öftere Wiederholung fest einprägt, und wenn sie einmal etwas aufgefaßt hat, ist sie nicht geneigt, es sich so rasch wieder nehmen zu lassen, es analysieren zu lassen oder selbst daran zu deuteln. Sie hat überhaupt nicht wenig von den roten Wangen des Lebens! Zwar ist sie oft unbestimmt in ihrem Denken, und die Gedanken stehen ihr vor neuen Erfahrungen leicht ganz still, aber dafür hält sie sich auch mit Vorliebe an das sinnlich Erfahrbare, das sie gleichsam an den Fingern abzählen kann. Mit einem Wort, sie ist die liebe »helle Dummheit«, und wenn sie nicht manchmal auch so leichtgläubig, unklar und zugleich so unbelehrbar wäre, daß es einen zur Verzweiflung bringen kann, so wäre sie eine überaus anmutige Erscheinung.
Ich mag mir nicht versagen, diese Erscheinung noch mit einigen Beispielen auszuzieren, die sie auch von anderen Seiten zeigen und die ich Bleulers Lehrbuch der Psychiatrie entnommen habe: Ein Imbeziller drückt, was wir mit der Formel »Arzt am Krankenbett« abtäten, mit den Worten aus: »Ein Mann, der hält dem ändern die Hand, der liegt im Bett, dann steht da eine Nonne.« Es ist die Ausdrucksweise eines malenden Primitiven! Eine nicht ganz klare Magd betrachtet es als schlechten Scherz, wenn man ihr zumutet, sie solle ihr Erspartes der Kasse übergeben, wo es Zinsen trage: So dumm werde niemand sein, ihr noch etwas dafür zu bezahlen, daß er ihr das Geld aufbewahre! gibt sie zur Antwort; und es drückt sich darin eine ritterliche Gesinnung aus, ein Verhältnis zum Geld, das man vereinzelt noch in meiner Jugend an vornehmen alten Leuten hat wahrnehmen können! Einem dritten Imbezillen endlich wird es symptomatisch aufgeschwärzt, daß er behauptet, ein Zweimarkstück sei weniger wert als ein Markstück und zwei halbe, denn – so lautet seine Begründung: man müsse es wechseln, und dann bekäme man zu wenig heraus! Ich hoffe, nicht der einzige Imbezille in diesem Saal zu sein, der dieser Werttheorie für Menschen, die beim Wechseln nicht aufpassen können, herzlich zustimmt!
Um aber nochmals auf das Verhältnis zur Kunst zurückzukehren, die schlichte Dummheit ist wirklich oft eine Künstlerin. Statt auf ein Reizwort mit einem ändern Wort zu erwidern, wie es in manchen Experimenten einstens sehr üblich war, gibt sie gleich ganze Sätze zur Antwort, und man mag sagen, was man will, diese Sätze haben etwas wie Poesie in sich! Ich wiederhole, indem ich zuerst das Reizwort nenne, einige von solchen Antworten:
»Anzünden: Der Bäcker zündet das Holz an.
Winter: Besteht aus Schnee.
Vater: Der hat mich einmal die Treppe hinuntergeworfen.
Hochzeit: Dient zur Unterhaltung.
Garten: In dem Garten ist immer schön Wetter.
Religion: Wenn man in die Kirche geht.
Wer war Wilhelm Tell: Man hat ihn im Wald gespielt; es waren verkleidete Frauen und Kinder dabei.
Wer war Petrus: Er hat dreimal gekräht.«


Miriam

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icke
icke
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von icke
als Antwort auf miriam vom 01.09.2010, 12:44:17
der KLUGE verspricht und der DUMME freut sich.
icke
mradefeld
mradefeld
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von mradefeld
Wenn ich mich recht entsinne, soll A.Einstein einmal über dieses Thema gesagt haben:
"Die menschliche Dummheit und das Weltall sind unendlich, beim Weltall bin ich mir nicht ganz sicher".
Mradefeld
miriam
miriam
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von miriam
als Antwort auf mradefeld vom 04.09.2010, 12:58:31
Dieser oft zitierte Satz von Albert Einstein, stammt aus einem Brief an Max Born.

Genau lautet dieser Satz:


"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher."

Gruß von Miriam
hisun
hisun
Mitglied

Re: Über die Dummheit
geschrieben von hisun
als Antwort auf miriam vom 04.09.2010, 14:04:25
Beschränkt

Halt dein Rösslein nur im Zügel,
kommst ja doch nicht allzu weit.
Hinter jedem neuen Hügel
dehnt sich die Unendlichkeit.

Nenne niemand dumm und säumig,
der das Nächste recht bedenkt.
Ach, die Welt ist so geräumig,
und der Kopf ist so beschränkt.

~ Wilhelm Busch ~


Schönes WE
Hisun



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