Forum Allgemeine Themen Plaudereien wenn besitz zur belastung wird

Plaudereien wenn besitz zur belastung wird

fenna
fenna
Mitglied

wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von fenna

sicher haben viele von euch in der jugend davon geträumt ein häuschen zu bauen. und viele werden diesen traum auch verwirklicht haben. ich selbst wollte nie ein haus. eine wohnung in einer anlage, mit hausmeister der alle aussenarbeiten macht, das war mein traum.
nun kenne ich drei frauen, alle um die siebzig, die nach dem tod ihrer männer allein in ihren häusern leben. die häuser sauber zu halten ist schon eine aufgabe die von tag zu tag schwerer wird. dazu kommt noch der garten. keine dieser drei denkt an einen verkauf. zuviel geld, arbeit und erinnerungen steckt in diesen häusern. das kann es ja verstehen. da ich aber selbst nie in dieser lage war, kann ich es nicht wirklich beurteilen. sollte man nicht zuerst an sich selbst denken? das leben in einer wohnung ist doch um vieles leichter, besonders wenn man schon alt ist. in meiner wohnanlage haben wir ein hausmeisterehepaar, und eine gute verwaltung die sich um alles kümmern. ich könnte mir ein leben allein in einem haus einfach nicht vorstellen. was ist eure erfahrung und meinung dazu?
--
fenna
ingo
ingo
Mitglied

Re: wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von ingo
als Antwort auf fenna vom 30.10.2009, 18:31:40
Erfahrung habe ich keine; aber eine Meinung. Ich habe von Anfang an gesagt: Ich will kein Eigenheim, weil ich nicht viele Jahre lang nur beim Aldi einkaufen möchte (heute ist Aldi allerdings besser als damals) und weil ich nicht vor den von Dir beschriebenen Problemen stehen möchte, wenn die Kinder aus dem Haus sind und/oder meine Frau und ich alt oder gebrechlich werden (Pflegeversicherung gab's noch nicht). Später war ich noch aus einem anderen Grund froh, dass ich nicht gebaut hatte; nämlich als ich geschieden wurde. Nach einer Scheidung wird's nämlich erst richtig spannend. Entweder den Partner auszahlen oder das Haus verkaufen. Da geht der Ärger richtig los. Vor zwei Tagen habe ich mit einer gleichaltrigen Bekannten telefoniert. Der Mann hat schon vier Kunstgelenke, die Frau kriegt Horror, wenn sie an die Fenster denkt, die zu putzen sind. Sie wollte schon vor einigen Jahren verkaufen; der Mann nicht. Und heute? Da sind die Eigenheimpreise sowas von im Keller, dass sie gar nicht mehr verkaufen können. Ein iteressantes Thema, was Du angeschnitten hast. Mal sehen, was für Erfahrungen noch kommen.
--
kreuzkampus
circe
circe
Mitglied

Re: wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von circe
als Antwort auf ingo vom 30.10.2009, 18:42:22

da kann ich mitreden! Vor fast genau 2 Jahren hatten wir unser Haus verkauft.Manche mögen lachen,aber wir haben echt solange gewartet bis unser letzter Hund nicht mehr gewesen ist. Wir hatten Glück einen guten Käufer zu finden,aber es war ein tolles Stück Land (mit Haus) am Wasser. Und es war schwere Arbeit alles leer räumen und viel Aufregung, doch wir haben es geschafft. Keiner hat uns verstanden aus der Umgebung. Unsere Kinder fanden das gut, und wir sind froh es gemacht zu haben. Immmerzu Rasen mähen,Blumen hacken sauber machen etc. ,ist nicht mehr! Wir sind in die nächste Stadt gezogen in eine geräumige Wohnung- und fühlen uns Pudelwohl! Und wenn ich eine alte Bekannte besuche, denke ich nur an meine Hunde die ich hatte,und machmal denke ich- zur richtigen Zeit haben wir das richtige gemacht.




--
circe

Anzeige

Re: wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ingo vom 30.10.2009, 18:42:22
kreuzkampus deine meinung kann ich teils teils nach emfinden.

ich wohne im eigenen haus, aber die preise sind bei uns keineswegs im keller. hier im ort wird oft direkt nach einer beerdigung gefragt, ob denn nun verkauft wird.

da ich persönlich gartenarbeit hasse wie der treufel das weihwasser, werde ich ganz bestimmt nach dem tot meiner mutter das haus verkaufen.

zum fensterputzen haben wir allerdings unseren neffen/enkel. und meine mutter hat seit einiger zeit eine putzfrau.

problematisch werden im alter allerdings die handwerklichen dinge und wenn dann grössere investitionen kommen wie ein neues dach, neue fenster, neue heizung – dann ist man schlicht und ergreifend aufgeschmissen.

ich für mich weiss, dass ich mir kein eigentum von dem verkauf des hauses kaufen werde. ich habe keine lust mich auf einer eigentümerversammlung über glühbirnen für den keller zu streiten.
--
plumpudding
Re: wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ingo vom 30.10.2009, 18:42:22

aus meiner heutigen sicht würde ich unser haus behalten.
mir wäre es nicht zuuuu groß -
voraussetzung ist jedoch, daß man alleine alles regeln kann.
für eventuelle dinge, die im haus nun mal anfallen, würde ich
mir bezahlte hilfe gönnen.

meinem mann wäre es ein graus, in so einem großen haus alleine
zu wohnen - sagt er jetzt.

wie es im falle eines falles wäre - ?



karin2
Re: wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf vom 30.10.2009, 19:34:50

eigentümerversammlung - diese last hast du ja nicht beim eigenen haus,
nur bei einer eigentumswohnung.


karin2

Anzeige

hugo
hugo
Mitglied

Re: wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von hugo
als Antwort auf vom 30.10.2009, 19:39:00


der Traum vom eigenem Häuschen hat mich ein Leben lang begleitet.
Grund dafür müssen wohl die Nachkriegserlebnisse gewesen sein, Vertreibung, saumäßige Wohnverhältnisse, entsetzliche Enge, katastrophale Zustände,,naja viele unter uns werden das auch kennen

die erstbeste Gelegenheit zum Hausbau nahm ich also wahr.
In einem kleinen Dorf in der Uckermark bot sich mir die Chance und ich griff zu.
Baute damals -noch lange nicht volljährig- ein Haus.

Dieses bewohnte dann mehr oder weniger meine Mutter, die auch noch ihre Eltern darin unterbrachte viele Jahre allein, Ich war beruflich gehindert,,

1987/88 verkaufte ich nichtsahnend dieses Häuschen weil sich mein Berufsleben nicht mit der Wohnlage vereinbaren ließ für einige Ostmark und lebte in -für meine/unsere damaligen Verhältnisse
sehr schönen Plattenbauwohnungen.

(nach der Wende erfuhr ich, das das Anwesen zu einem 15 fachen DM-Wert aufgestiegen war)

ok das war eben Künstlerpech oder Schicksal, das hat niemand ahnen können, darüber hab ich dann schnellstens jeden Ärger beendet (es hätte ja sowieso nix mehr geholfen) und mich neuen Zielen zugewandt.

Als sich bei mir nach der Wende -weil diesmal vom Glück verfolgt- der Kontostand erholte,,,kamen auch sofort wieder die Wünsche nach eigener Wohnung (dazu noch angeregt durch die Erfahrungen meiner Westverwandtschaft die es durch zähes Sparen und mittels Bausparverträgen und §10E usw zu sehr ordentlichen Wohnverhältnissen gebracht hat)

Dummerweise steckte mir damals die Bürokratie allerhand Knüppel in den Weg, ließ mich nicht nach eigenen Wünschen, Vorstellungen, Erfahrungen usw bauen (es sollte ein behinderten-, und altersgerechtes Haus im Bungalowstil werden - Mutter saß damals schon im Rollstuhl)

Also wurde umgeschwenkt auf eine entsprechende Wohnung im Mehrfamilienhaus, Altersgerecht, mit kleinem Gärtchen direkt vor der Küchenterrasse, Hausverwalter und allen Bequemlichkeiten, preislichen Vorteilen und besten nachbarschaftlichen Möglichleiten die solch eine Wohnung bietet. (fast so schön wie im Plattenbau aber die technischen Raffinessen natürlich noch besser,,)

also bezüglich Wohnen, Wohnumfeld, Wohnlage usw gibts für mich keine offenen Wünsche (bis auf zwei drei kleine Änderungen die ich -wenn ich heute nochmal solch eine Wohnung bauen/kaufen sollte- beachten würde)

übrigens steigen hier entgegen dem Trend derzeit die Preise, aber das liegt wohl an der Stadtrand und Strandlage,,

und karin Eigentümerversammlung ist immer ein Höhepunkt, zumal es anschließend -wie im Osten üblich- ein tolles Haus-, und Hoffest gibt.
--
--
hugo
Re: wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf vom 30.10.2009, 19:39:00
wer lesen kann, ist klar im vorteil!
--
plumpudding
fritz_the_cat
fritz_the_cat
Mitglied

Re: wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von fritz_the_cat
als Antwort auf fenna vom 30.10.2009, 18:31:40
Auch heute bin ich noch jeden Tag dabei, irgend etwas ums Haus herum zu richten. Jetzt endlich zäune ich das Grundstück ein, hatte immer Ausreden gefunden bei 30 Ar, aber jetzt geht es Zug um Zug.
Wohneigentum oder Miete? Als ich noch Einkommen erzielte und viel Steuern zahlte, außerdem eine Frau mit 4 Kindern zu ernähren hatte, rechnete sich das Wohneigentum, anstatt irgendwo zur Miete zu wohnen. Dann wurden die Kinder größer, wir älter, und zogen ins Elsass. Und auch heute können wir es uns nicht vorstellen, irgendwo zur Miete zu wohnen, hier haben wir die Freiheiten mit unseren beiden Hunden, keiner spricht uns rein, wenn die Fenster gestrichen werden müssen oder die Treppe geputzt werden muß. Oder der Nachbar stört mit seiner Musik oder seinem Geschnarche, wir hören nachts nur den einsamen Uhu und möchten ihn nicht missen.
Natürlich vermissen wir das kulturelle Leben, aber man kann nicht alles haben.
Wie es mal sein wird, wenn jeder Schritt weh tut, wissen wir noch nicht. Vielleicht kommt dann einer der vielen Enkel her und unterstützt uns, aber wir können uns auch nicht vorstellen, irgendwo im Altersheim zu vegetieren, und möge uns die Gesundheit noch lange erhalten bleiben.

--
fritz_the_cat
Re: wenn besitz zur belastung wird
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf vom 30.10.2009, 20:52:10

plum - nett und liebenswert wie immer........




karin2

Anzeige