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Plaudereien Zum "Kind" ziehen oder nicht?

Christine5
Christine5
Mitglied

Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von Christine5
Wer hat welche Erfahrung gemacht mit dem "zum Kind ziehen", in eine völlig neue Umgebung, ein Bundesland welches einem bisher fremd war, Fremder unter Fremden zu sein? Jedoch dem Vorteil, dass man besser als aus der Fremde den Enkeln nahe sein kann, ihnen besser helfen zu können. Die Familien im "Osten" sind schrecklich zerrissen. Die Kinder und Enkel leben in den alten Bundesländern, die "Alten" blieben allein und einsam zurück, haben Zeit und finanzielle Möglichkeiten sich einzubringen, welches vor Ort nicht möglich ist. Was meint die ST-Mitglieder?
Re: Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von sirod49
als Antwort auf Christine5 vom 01.09.2014, 11:49:19
Hallo Christine,

meine Kinder wohnen nicht weit weg, meine oder besser gesagt, unsere Enkel sind alle in unserer Nähe.

Ich kann dich aber sehr gut verstehen, dass du den Wunsch hast, deine Familie und vor allem die Enkel zu unterstützen.

Trotzdem meine ich, dass du dir so einen Schritt sehr gut überlegen solltest. Deine Erwartungen und Vorstellungen müssen nicht unbedingt mit denen deiner Kinder übereinstimmen. Die Kinder von dir haben sich ihr eigenes Leben eingerichtet, ohne dass du täglich “zur Verfügung” gestanden hast. Wichtig für so einen Schritt wäre für mich zu wissen, ob es auch wirklich der Wunsch der Kinder ist.
Wenn es so ist, dass alle bei euch in der Familie diese Nähe suchen, dann könnte ein Umzug zu deinen Kindern schon der richtige Weg sein.

Aber die Frage: “was ist aber wenn…?” die bleibt und die richtige Entscheidung kannst nur du treffen.

Auch wenn Andere schon diese Erfahrung gemacht haben, denke ich doch, dass es jedes mal anders verlaufen kann, weil eben auch jeder Mensch anders empfindet und handelt.

Liebe Grüße aus Sachsen von sirod49
Re: Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von meli
als Antwort auf Christine5 vom 01.09.2014, 11:49:19
Ich hatte immer wieder das Angebot von Sohn und Schwiegertochter, zu ihnen (dann größerer Hauskauf mit Einliegerwohnung) oder zumindest in den Ort zu ihnen zu ziehen.

Nun, das Bundesland war mir bekannt und sympathisch. Der Ort, ein netter kleiner, ein wenig verschlafenes Städtchen, aufgegliedert in 3 Teile - Süd, Mitte, Nord... Die Landschaft sehr schön.

Ich habe es lange überlegt und mir einmal sehr genau vorgestellt, wie mein Leben dann aussehen würde.
Es würde mir sehr viel fehlen von dem, was ich hier in meiner Stadt liebe. Und das ist viel, denn ich lebe hier seit über 30 Jahren.

Natürlich wäre eine Unterstützung meinerseits bei den Enkeln gewünscht und es wäre alles, mit Auto z.B. einkaufen, kein Problem.
Aber ohne Auto?
Der Zeitpunkt kommt und damit die völlige Abhängigkeit, denn es gibt keine Straßenbahn, nur 3 x am Tag fährt ein Bus. Aber der hält weder vor dem Aldi oder Lidl, dem Bäcker oder Metzger, sondern oben im Ort bei der Schule und dann wieder bei der Kirche...

In wenigen Jahren oder anders gesagt, noch einige Diagnosen weiter, wäre ich meinen Kindern und Enkeln wahrscheinlich ein Klotz am Bein, den sie aber mittragen würden.

Und das ist nun das, was ich nicht will.
Mein betreutes Wohnen ist angemeldet mit einer Sozialstation, die echten Nachtdienst macht.
Das Ganze in einem Mehrgenerationenkomplex, der auch eine schöne Kita beinhaltet, mit Begegnungsstätte, in der Programm vom Malen, über Singen bis zur altersgerechten Gymnastik geboten wird und das bezahlbar, da Genossenschaft.

Allein die Tatsache, meine Freunde hier verlassen zu müssen, würde mich sehr schmerzen, denn es sind gewachsene langjährige Freundschaften.

Und so lasse ich alles auf mich zukommen, aber ich bin froh, die Entscheidung so getroffen zu haben.

Meli

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Re: Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Christine5 vom 01.09.2014, 11:49:19
Wir sind vor 2 Jahren Übergangsweise zu Tochter und Schwiegersohn gezogen, da wir aus dem Ausland zurück kamen und erst einmal wieder in Deutschland Fuß fassen mussten.
Der Anfang war eine große Umstellung, die Stadt in der ich jetzt lebe ist nicht meine Heimatstadt,und neue Kontakte knüpfen im Alter,ist sehr schwierig.
Wegen Kinder und Enkel, ich habe allerdings keine Enkel, würde ich nicht meine gewohnte Umgebung und Freunde, ohne zwingende Gründe, aufgeben.
Meine Tochter und Schwiegersohn sind immer für uns da, wir haben sehr viel Kontakt,trotzdem haben sie ein eigenes leben , und das respektiere ich.
Ferner glaube ich das wir Älteren nicht helfen müssen,die jungen Leute kommen sehr gut mit ihrem Leben zurecht.
omasigi
omasigi
Mitglied

Re: Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von omasigi
Diese Frage tauchte bei mir auf nachdem mein Mann verstorben war.
Die Kínder glaubten, alleine im Haus und Hof, das bewaeltige ich nicht.
Viele Gedanken habe ich mir auch darueber gemacht. Aber wohin.
Zum Sohn, der wie ich in Paraguay lebt, zur einer Tochter nach Brasil oder zu ihrer Zwillingsschwester nach Deutschland. Alle 3 Familien waeren bereit gewesen mich auf zu nehmen.
Auch die Enkel werden groesser. Mein erstgeborener Enkel wird noch dieses Jahr 24 Jahre.
Also ich blieb an meinem Wohnort. Allerdings bin ich durch Skype mit den Kindern und Enkeln verbunden.
Einmal im Jahr besuche ich die jg. Familien und auch die bereits selbstaendig wohnenden Enkel z.Teil schon mit Partnern.
Wir versuchen trotz den weiten Entfernungen immer fuer einander da zu sein.
Das ist wichtiger finde ich als die staendige Naehe, die ich wohnlich bei den Entfernungen sowieso nicht schaffen koennte.

omasigi
barbarakary
barbarakary
Mitglied

Re: Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von barbarakary
als Antwort auf Christine5 vom 01.09.2014, 11:49:19
Meinen Umzug gen Osten mit 56 Jahren in einen fast unbekannten, 600 km entfernten Ort, wo mein Mann und ich meine Tochter erst einmal besucht hatten, habe ich noch nie bereut! Ein Jahr nach dem Tod meines Mannes bezog ich eine Wohnung in der Nähe meiner Tochter, verkaufte mein Haus und habe inzwischen ein halbe Stunde zu Fuß von meiner Tochter sogar - klein, aber fein - seniorengerecht gebaut! Da hier ein reges Vereinsleben herrscht, konnte ich mich auch gleich ehrenamtlich einbringen und hatte somit keine Kontaktprobleme. Was das Einkaufen usw. angeht, bekomme ich hier alles, was man für den Alltag braucht. Für den Rest bin ich in 10 Minuten in der Landeshauptstadt - ohne Auto!

Die Enkel waren bei meinem Umzug zwar schon 8 und 11 Jahre alt, aber wir hatten doch noch was voneinander. Inzwischen sehen wir uns nicht mehr so oft wegen ihres Studiums, aber bei Familienfeiern sind wir alle zusammen. In unserem Fall war die junge Familie 1995 aus dem Südwesten des Berufs wegen in den Osten gezogen - das gibt es auch!

Du musst auf Dein Bauchgefühl hören, was es sagt! Meins hat damals ganz laut 'Umziehen' gerufen! Wenn Du Zweifel hast, dann überlege so lange, bis Du Dir sicher bist, die richtige Entscheidung zu treffen!

LG barbarakary

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olga64
olga64
Mitglied

Re: Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf barbarakary vom 01.09.2014, 15:07:53
Das hört sich doch gut an, wie ich finde.
Aber es dürfte auch wichtig sein, schon frühzeitig Vorkehrungen zu treffen, wenn man doch in ein Pflegeheim ziehen will oder muss. Auch da wäre es sinnvoll, wenn Kinder nicht zu weit entfernt wohnen. Ich habe in dem Heim unserer Mutter Schlimmes erlebt, wenn insbesondere alte Damen, die viele Kinder erzogen hatten, nie von diesen besucht wurden, weil immer die grosse Ausrede vorherrschte: die wohnen zu weit weg. Das ist sicher ebenso wichtig, weil ältere Menschen im Heim ja nicht mehr so mobil und flexibel sind, um die Kinder ihrerseits aufzusuchen.
Bei allem ist es natürlich auch sehr wichtig, dass sich die Eltern nicht nur mit ihren eigenen Kindern gut verstehen, sondern auch mit den Schwiegertöchtern und -söhnen. Klappt dies nicht, werden auch die eigenen Kinder den Kontakt minimieren, um keine Streitereien aufkommen zu lassen. Olga
ika1
ika1
Mitglied

Re: Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von ika1
als Antwort auf olga64 vom 01.09.2014, 16:30:50
Ja , das ist ein Interessantes Thema.
Ich habe immer gesagt, und stehe auch heute noch dazu.
Man sollte nie in Hausschuhen zu seinen Kindern gehen können.
Wo unsere einzige Tochter vor ca 10 Jahren meine hilfe brauchte
Sagte ich zwar ja ich helfe dir aber ziehe etwas in meine nähe.
So war sie mit zwei Strassenbahn Haltestellen zu erreichen.
Meine Tochter war auf den Flughafen Leipzig beschäftigt .
Mein Schwiegersohn kam Freitag abends und düste Montag früh wieder nach Mainz.
Meine Tochter hatte einen keinen KInderfreundlichen Dienst.
Früh von 6uhr bis bis 15uhr und Spät von 14uhr bis 23Uhr manchmal wenn ein Flieger später kam wurde es
bis zu 3uhr Mitternacht.
Also Tanzte ich bei ihr morgens 5uhr an oder 13uhr bei Spätdienst.
Es war eine schöne zeit die ich mit meiner Enkelin verbracht habe , aber auch hart.
Wo meine Enkelin 4Jahre war zogen die Kinder nach Radebeul.
Jetzt war meine hilfe nicht mehr nötig.
Bis sich 3 Jahre später wieder ein Enkelkind einstellte.
Eine passende Stelle auf den Flughafen in Dresden hatte sich nicht ergeben
SO hatte meine Tochter sich selbständig gemacht, mit Finnischer -KIndermode.
Sie blieb 1 Jahr zu Hause,aber dann muste sie schon wegen der grossen Personalkosten wieder selbst etwas machen.
Sie fand eine Tagesmutter , wo mein Moritz 8 Tage hin gegangen ist.
Da kündigte die Dame, und somit kam ein hilferuf.
Also bin ich 3 Tage die WOche nach Radebeul gefahren Dienstagfrüh hin .
In den Laden und im Laufgitter schrie mein Moritz schon Oma.
Rein in die KInderkutsche und Richtung Wohnung.
Donnnertag abend bin ich zurück gefahren.
Das war mein ablauf 4 Jahre.
Es gibt auch noch ein drittes Enkelkind , aber da waren mir die Hände gebunden.
Mein Mann hatte Schlaganfall und wurde Pflegefall.
Jetzt drängelt meine Tochter , weil sie Angst hat ich schaffe es bald nicht mehr.
Mutti ziehe in unser nähe.
Ich kann mich aber nicht dazu endscheiden,
Ich lebe mein ganzes Leben hier in der Wohnung , bin hier geboren.
Bin nur mal ins Nebenhaus gezogen.
Wie mache ich es richtig?????????????????
Meine endscheidung ist erstmal ich bleibe hier.
Mich hat es mal wieder zum grübeln gebracht
ika
Gillian
Gillian
Mitglied

Re: Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von Gillian
Es ist ein Unterschied, ob Umzug mit Ende 50 oder Ende 70 ...
Je älter man wird, umso mehr braucht man Unterstützung und evtl. auch Pflege.
Auch unsere Söhne wohnen 600 km von uns entfernt und wir sehen sie nur einmal im Jahr.
Die Eingangsfrage stellt sich bei meinem Mann und mir so lange nicht, wie wir einander noch haben. Noch bewältigen wir all unsere Besorgungen und Arbeiten im Haushalt allein (außer Fensterputzen ), und wir haben es bis jetzt noch nicht fertiggebracht, einander zu fragen: Was machst du, wenn ich mal nicht mehr bin?
Vorstellen könnte ich es mir, in die Nähe der Kinder zu ziehen, denn meine alten Freunde und Bekannten werden hier auch immer weniger. Da ist es mir egal, ob ich an der Oder, am Main oder an der Regnitz spazieren gehe .
Gi.
olga64
olga64
Mitglied

Re: Zum "Kind" ziehen oder nicht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Gillian vom 01.09.2014, 17:15:06
DAs kann aber auch ganz schnell schief gehen, wenn man den Kindern hinterherzieht. Wer sagt denn, dass der Ort, wo die Kinder aktuell wohnen und arbeiten, für viele Jahre konstant sein wird? Viele junge Menschen, vor allem die, die in guten Positionen in grossen Firmen arbeiten, müssen weiterziehen, auch ins Ausland. Und überall werden Oma und Opa ja sicher nicht nachziehen.
Gillian - ich habe einen ähnlichen Fall, wie Sie Ihren schildern im Freundeskreis: eine meiner Freundinnen arbeitet ca 500 km entfernt von ihren mittlerweile recht alten Eltern (83 un 84 Jahre alt). Die leben noch im eigenen Haus, lassen auch keine Hilfe von aussen zu und wenn meine Freundin so alle 3 Monate mal dort hinfährt, muss sie erst mal das Haus putzen, die Abfälle und Tiefkühltruhe entsorgen usw. ES ist ein grosses Problem - einen Sohn gibt es auch noch, der wohnt noch weiter weg und drückt sich auch vor allem.
Wenn nun einer von beiden stirbt - so wird es ja sein; sie werden ja nicht zusammen sterben - muss meine Freundin umgehend einen Platz für den Überlebenden finden. Ein Gespräch über das Thema verweigern die Eltern seit langem. Auch Einsicht in Rentenbescheid und Vermögensverhältnisse gewähren sie nicht. Ich bewundere meine Freundin oft, dass sie trotzdem noch so zuverlässig ihren Eltern gegenüber ist - ich weiss nicht, ob ich dies so könnte. Olga

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