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Religionen-Weltanschauungen Die Prognosen des Yuval Noah Harari

karl
karl
Administrator

Die Prognosen des Yuval Noah Harari
geschrieben von karl

Es ist schon einige Zeit her, dass ich Homo Deus - Eine Geschichte von Morgen  von Y.N. Harari gelesen habe, aber heute habe ich dieses Buch noch einmal hervorgeholt.

Besonders in den Bann geschlagen hat mich dieses Buch ab Kapitel 9 "Die große Entkopplung".

Zu Beginn dieses Kapitels stellt Harari 3 Thesen auf:

  1. Die Menschen werden ihren wirtschaftlichen und militärischen Nutzen verlieren, weshalb das ökonomische und politische System ihnen nicht mehr viel Wert beimessen wird.
     
  2. Das System wird die Menschen weiterhin als Kollektiv wertschätzen, nicht mehr aber als einzigartige Individuen.
     
  3. Das System wird nach wie vor einige einzigartige Individuen wertschätzen, aber dabei wird es sich um eine neue Elite optimierter Übermenschen und nicht mehr um die Masse der Bevölkerung handeln.
     
Jeder, der das liest, wird tief durchatmen.

ad 1) Den ersten Punkt werden viele noch nachvollziehen können, denn sie sind bereits beobachtbare Tendenzen in der Gegenwart. Maschinen übernehmen mehr und mehr die Arbeitswelt und die Kriegsführung. Die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland und anderen Ländern wurde bereits abgeschafft. Moderne Kriegführung wird zunehmend Robotern überlassen oder am Bildschirm stattfinden. Bomben werden von Drohnen geworfen, heute noch ferngesteuert, bald autonom entscheidend. Roboter übernehmen die Warenproduktion und zunehmend auch deren Transport.

1981 dachte auch ich über die verbleibende wirtschaftliche Bedeutung des zukünftigen Menschen nach und fragte, was geschehen müsse, dass der Mensch nicht zum reinen Konsumenten degeneriere (1). Aber auch Maschinen brauchen Ersatzteile und werden diese bald autonom selber bestellen. So entsteht ein Warenfluss, der vollständig an den Menschen vorbeiläuft. Auch Maschinen können "Konsument".

ad 2) Harari verweist darauf, dass die Menschenrechte an der gleichen historischen Wegmarke verkündet wurden wie die allgemeine Wehrpflicht, nämlich nach der französischen Revolution. Er glaubt, dass dies kein Zufall ist und sieht die Menschenrechte, wie wir sie kennen, in Gefahr durch die Entwicklungen wie unter Punkt 1 beschrieben. Irgendwie erinnert mich dies an das heutige China, wo das Kollektiv alles ist und das Individuum keinen hohen Stellenwert hat. Durch öffentliche Kameras, Gesichtserkennungsalgorihmen, bargeldlose Zahlungsweisen u. v. m. wird der einzelne immer mehr in das "Ganze" eingebunden. Als Biologe habe ich das Bild der Zellen im Auge, die den Körper aufbauen, aber als Einzelwesen ersetzbar sind.

ad 3) Punkt 3 erzeugt bei mir großen Widerwillen. Aber Abscheu vor einer Entwicklung allein hilft natürlich nicht, diese zu verhindern. Was also ist dran an dieser Vorhersage, dass optimierte Übermenschen eine Elite bilden werden? Harari meint mit "optimierten Menschen" gentechnisch und mit implantierten Chips "verbesserte" Individuen mit Superintelligenz. M. E. ist dies am ehesten unbelegte Spekulation und ich bin sehr skeptisch, ob sich nicht auch solche Cyborgs irgendwann die Frage stellen müssen:

"Was sollen bewusste Menschen tun, sobald wir über hochintelligente nicht-bewusste Algorthmen verfügen, die fast alles besser können?" (Seite 430, 6. Auflage 2017).

Wird diese Frage nur von Menschen, Übermenschen oder auch von Maschinen gestellt werden?

Ich weiß es nicht.

Karl
britti
britti
Mitglied

RE: Die Prognosen des Yuval Noah Harari
geschrieben von britti
als Antwort auf karl vom 31.12.2018, 18:43:37

Die Frage von Karl`s Beitrag:

"Was sollen bewusste Menschen tun, sobald wir über hochintelligente nicht-bewusste Algorthmen verfügen, die fast alles besser können?" (Seite 430, 6. Auflage 2017).

Ein bisschen so geht es doch schon den Senioren, besonders den Alleinstehenden Senioren.
Was sollen oder können die noch machen? Für das Wichtigste ist gesorgt, aber genügt das?
Wo wäre der Sinn, was könnten sie noch zum Ganzen beitragen?  -  Ich weiss es auchn nicht.

heigl
heigl
Mitglied

RE: Die Prognosen des Yuval Noah Harari
geschrieben von heigl
als Antwort auf britti vom 01.01.2019, 09:39:43

Vor einigen Jahren hab ich eine Ausnahme gemacht, und das Buch von Hariri, Titel entfallen, gelesen, denn ich lese keine Bücher mehr.
Es hat mich sehr beeindruckt.
Über die Zukunft kann er ja nur extrapolieren, die Vergangenheit jedoch intelligent interpretieren, das hat er nun offensichtlich ergänzt.
Für mich selber erstaunlich mache ich mir, ausser allgemein, keine konkreten Sorgen mehr.
Et kütt wie et kütt. Weichenstellungen ändern sich ununterbrochen gravierend, desahlb müßte man parallel Modelle prognostizieren und vertiefen, aber alles sehr spekulativ.
Viel Vergnügen beim Lesen, ein Ausnahme-Autor.


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pschroed
pschroed
Mitglied

RE: Die Prognosen des Yuval Noah Harari
geschrieben von pschroed
als Antwort auf karl vom 31.12.2018, 18:43:37
"Was sollen bewusste Menschen tun, sobald wir über hochintelligente nicht-bewusste Algorthmen verfügen, die fast alles besser können?" (Seite 430, 6. Auflage 2017).

Wird diese Frage nur von Menschen, Übermenschen oder auch von Maschinen gestellt werden?

Ich weiß es nicht.

Karl
geschrieben von karl
Diese Frage stellten wir uns schon in den 90ziger in einem Seminar welches das Thema hatte, Was auf die Automatisierung der nächste Schritt sein könnte,  in der abschliessenden Reflexion einigten wir uns auf  " Viel Freizeit! " . Lächeln

Ich könnte mir vorstellen daß es ein oder zwei Generationen geben wird, welche etwas zielos dahin leben werden (Populisten als Anführer) auf der Suche nach irgendeiner Bestätigung, was aber eine allgemeine neue Kalibrierung der Gesellschaft zur Folge haben könnte, vielleicht nicht immer zum Positivem.

Nicht zu ernst nehmen Lächeln
Womöglich werden unsere Gehirne in die KI Welt mit eingebunden werden müssen, fragt sich nur wie bzw. mit welchen KI Aufgaben.

Phil.
 
karl
karl
Administrator

RE: Die Prognosen des Yuval Noah Harari
geschrieben von karl
als Antwort auf britti vom 01.01.2019, 09:39:43

Liebe Britti,

deinen Gedanken, dass wir Senioren bereits in diesem Zustand leben, halte ich für interessant. 

Ich kann nur für mich persönlich antworten, darf dann aber bekennen, dass für mich diese Zeit als Pensionär - solange ich gesund bleibe - eine glückliche, selbstbestimmte Zeit ist. Vielleicht sieht die Menschheit also einer guten Zukunft entgegen? Wollen wir es hoffen!

Ein gutes Neues Jahr 2019 für alle!

Karl

P. S. :  Wir sind heute Nacht auf den Schönberggipfel  gewandert und haben über den Wolken deren Beleuchtung von unten angesehen. Leider mussten wir in das Feinstaubmeer später wieder eintauchen. 

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carlos1
carlos1
Mitglied

RE: Die Prognosen des Yuval Noah Harari
geschrieben von carlos1
als Antwort auf karl vom 31.12.2018, 18:43:37

"Zu Beginn dieses Kapitels stellt Harari 3 Thesen auf:

  1. Die Menschen werden ihren wirtschaftlichen und militärischen Nutzen verlieren, weshalb das ökonomische und politische System ihnen nicht mehr viel Wert beimessen wird.
     
  2. Das System wird die Menschen weiterhin als Kollektiv wertschätzen, nicht mehr aber als einzigartige Individuen.
     
  3. Das System wird nach wie vor einige einzigartige Individuen wertschätzen, aber dabei wird es sich um eine neue Elite optimierter Übermenschen und nicht mehr um die Masse der Bevölkerung handeln.
     
Jeder, der das liest, wird tief durchatmen."
Karl


Lieber Karl,
Harari ist ein Historiker, der zur Zeit gerne gelesen wird und es m. E. auch verdient gelesen zu werden, weil er zum Nachdenken anregt. Ich sage das obwohl ich nicht viel von ihm gelesen habe. Ich frage mich, was einen Histoiker in besonderem Maße auszeichnen soll, in die Zukunft zu sehen. Gewöhnlich sind Historiker immer in der Gefahr sich in eine Vielzahl von Details zu vertiefen und vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu erkennen. Für ihn war es deshalb wichtig eine Methode zu finden, die es ihm ermöglicht sich auf das Wichtige zu konzentrieren und in einer Gesamtschau eine Möglchkeit zu sehen Zukünftiges im Gegenwärtigen zu erkennen. Das hat mit Philosophie zu tun und die Methode fand er in Vipassana, einer Meditationspraxis des Buddhismus in Indien.

Zitat aus einem Interview:
"My main ambition as a historian is to be able to tell the difference between what's really happening in the world and what are the fictions that humans have been creating for thousands of years in order to explain or in order to control what's happening in the world.

Ezra Klein (Anm. Interviewer)
One of the ideas that is central to your book Sapiens is that the central quality of Homo sapiens, what has allowed us to dominate the earth, is the ability to tell stories and create fictions that permit widespread cooperation in a way other species can't. And what you count as fiction ranges all the way from early mythology to the Constitution of the United States of America." Zitat Harari

https://www.vox.com/2017/2/28/14745596/yuval-harari-sapiens-interview-meditation-ezra-klein


Zu Pkt1 bei Karl :
Menschen werden m. E. nicht so schnell ihren Nutzen verlieren, weil der Mensch zwar überoptimiert, biologisch designt werden kann, aber erst noch durch Kindheit, Adoleszenz mittels eines Bildungsprozesses zu Planungsaufgaerst ben und Management in Produktionssystemen etc konditioniert werden muss. Meine Phantasie reicht aus mir vorzustellen, dass durch Genmanipualation und Brutkästen Menschen gezüchtet werden könnten. Aber Mutterliebe und Geborgenheit, mit sofortige Anpassung ab Geburt in einer einer hochtechnisierten Umwelt lässt sich nicht gentechnisch herbeizaubern.  Oder? Ein Gnu-Baby, das in der afrikanischen Savanne zur Welt kommt, verfügt eine Viertelstunde nach der Geburt über die Fähigkeit mit der schützenden Herde mitzuziehen. Nur so ist sein Überleben gesichert. Ein menschliches Baby wird dazu nicht in der Lage sein, auch wenn es genetisch designt und mittels Technik intellektuell optimiert wird. Ich könnte mir eher vorstellen, dass die Altergrenze des Menschen auf 150 oder 200 Jahre ausgedehnt werden könnte , weil wertvolles Menschenmaterial langlebig sein müsste. Elite-Menschen mit längerer Lebenszeit-Gartanantie also.

Harari sieht die Besonderheit der menschlichen Spezies in der in ihr angelegten Fähigkeit zur Zusammenarbeit und in dem gemeinsamen Bestehen von Gefahren, wobei die großen Narrativen der Religionen, der Ideologien ein Mittel sind, Menschen zusammenzuführen.  Fiktionen steuern also unsere Wirklichkeit, meint er. Deshalb sieht er die Notwendigkeit für den Wisscnschaftler die Realität zu erkennen, wozu ihm die Meditation verhilft. Würde ihm aber nicht auch die Philosophie zu  Einsichten in Realitäten verhelfen?

Die Meschenrechte, die erstmals in der amerikanischen Revolution verkündet wurden, noch vor der frz Revolution, sind für Harari ein Mythos wie die Religionenauch, Unsere Demokratie berut auf dem Fundament dieser Überzeugungen. Die Realitäten unseres demokratischen Systems zeigen aber, dass eine Verwirklichung der Menschenrechte in dem Sinne, wie sie unsere Verfassung vorsieht, gar nicht möglich ist, niemals in aller Vollkommenheit möglich sein ist. Sie sind ein Ziel dem nachzujagen ist, das aber nicht erreicht werden kann, weil jede Verwirklichung zu schweren Konflikkten führen könnte. Niemand hat aber ein Monopol auf Gerechtigkeit. Die wachsende Ungleichheit in der Einkommens- und Vermögenmsverteilung in den Gesellschaften der Industriestaaten seit 1945 zeigt doch wie ökonomische und politische Eliten ihre Positione nutzen. Diese Ungleichheit wird anhalten und zunehmen, weil nicht erkannt wird, dass eine lang anhaltende Friedensperiode in den Industriestaaten bei schrumpfender Bevölkerung eine Zunahme von Ungleichheit bedeuten kann. Die "große Kompression" von 1914 über die Nachkriegszeit (Inflation, Depression) und 2. Weltkrieg bis in die 70er/Anfang 80er Jahre war von einer Abnahme der Ungleichheit bei Einkommen und Vermögensstand gekennzeichnet. Sie nimmt seitdem zu. Die einzigen wirksamen Lösungen für diese Diskrepanzen in Einkommen und Vermögen wären Kriege mit Masenmobilisierungen in den Industriestaaten, transformative Revolutionen mit Verstaatlichungen,  Verteilung des Wohlstandes und Massenliquidierung von Wohlhabenden nach dem Muster von Revolutioen im 20. Jhd oder konfiskatorischen Steuern. Pandemien und Staatsversagen wären auch Lösungsmöglichektien., die aber nach unserem Verständnis  derezit ausscheiden  Für die liberale an den Menschenrechten orientierte Demokratie wird es nur dann eine Zukunft geben, wenn sie technologisch, ökonomisch, kreativ mit den skupellosen Mächten mit Massenüberwachung, Auslöschung der Indivualität und ökonomischer Überlegenheit  Schritt halten kann.


Wer Menchen manipulieren will, könnte es in Zukunft auch auch mit Wohlfühl-Drogen tun. Der moderne Nationalstaa mit seiner steilen Machthierachte wird durch seine künftigen Eliten unter utilitaristischem Aspekt alles tun, die Untertanen zu erzeugen, die er braucht. Das System mit den besten KI-Menschen/Algorithmen  wird überlegen sein.,Im 20 Jhd versuchte man durch die Beseitigung des Privateigentums an Produktionsmitteln eine bessere Gesellschaft zu erzeugen und materiellen Überfluss zu erzeugen, was aber scheiterte. In Zukunft wird man nicht die Produktionsmittel zu verstaatlcien suchen (wozu auch??) sondern den Menschen. So tut es cCina heute. Ein Narrativ dafür wird sich finden lassen. Das wäre dann kein Weg in die Armut, wie der Versuch der Sowjetunion den Kommunismus zu erreichen. Kollektivivismus wirde es auf jeden Fall sein. M.E. war nicht Sozialismus oder Kommunismus charakteristisch für das untergegangene Sowjetsystem, sondern der Kollektivimsus.

"Was sollen bewusste Menschen tun, sobald wir über hochintelligente nicht-bewusste Algorthmen verfügen, die fast alles besser können?" Zitat Karl (Seite 430, 6. Auflage 2017).

Im globalen Wettbewerb hat Europa in der Zukunft schlechte Karten. Am Ende dieses Jhds werden nur etwa 5% der Weltbevölkerung Europäer sein. Um 2050 werden es 7 bis 8% sein, Was soll an europ. Kultur für Asiaten, Russen oder Trump-Amerika so attraktiv sein, dass sie Europas Lifestyle, Kultur und sein politisches System übernehmen könnten? Europa in Zeiten des Brexit tu alles, um so wenig wie möglich überzeugend zu wirken. In Dtld will die AfD den Dexit, falls keine Reform der EU erfolgt. Aber Erfolg für diese Gruppierung hieße nur Rückkehr zum gemeinsamen Markt, als zum Zustand von 1957. Die politische Elite Großbirtanniens weiß nicht, was sie will. Sie war außerstande . die Lage in Nordirland an der Grenze 2016  vor dem Refenerdum rational abzuschätzen. Demokratie lebt vom Dialog, der Vernunft und dem Kompromiss.  Die AfD will die Abschaffung des Europa-Parlamentes, stellt aber für die Wahlen zu diesem abzuschaffenden Parlament Kandidaren auf. Wer das Projekt Neue Seidenstraße Chibas genauer betrachtet, kommt zum Schluss, dass es sich um eine Neuauflage des Kolonialismus handeltt: China ist der Hauptprofiteur. Gibt nur 965 MRD USD aus. Die Anlage von Häfen Straßen, Airports werden auf Kredit (mit hohem Zins) gebaut von Chinesen, die von den Staaten bezahlt werden müssen. Baustoffe und Dienstleistungen müssen von den begünstigten Staaten ebenfalls bezahlt.


https://www.zdf.de/dokumentation/dokumentation-sonstige/die-neue-seidenstrasse-teil-2-100.html
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-in-europa/chinesen-erobern-serbien-100.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/seidenstrasse-107.html


Karl, es werden wohl selbst-lernende Algorithmen sein, con denen du ausgehst. Die damit ausgestatteten Robos werden so primitiv,-brutal intelligent oder bösartig sein wie ihre Schöpfer.

Wie soll dies Problem der KI  und der Maschinenintelligenz eingschätzt werden, wenn wir in Dtld nicht mal das Problem der Digitalisierung richtig verstehen und keine  Schwerpunkte setzen. Allei nm,it der Beschaffung von Laptops für Schüler in den Klassenzimmern ist es nicht getan. Es geht vor allem um die vermittlung von Bildung und Werten. Es sit kein technisches Problem alleio, sondern ein rechtliches, ethisches, in weitestem Sinne weltanschualiches.

Viele Grüße
c


 
carlos1
carlos1
Mitglied

RE: Die Prognosen des Yuval Noah Harari
geschrieben von carlos1
als Antwort auf britti vom 01.01.2019, 09:39:43
"Die Frage von Karl`s Beitrag:

"Was sollen bewusste Menschen tun, sobald wir über hochintelligente nicht-bewusste Algorthmen verfügen, die fast alles besser können?" (Seite 430, 6. Auflage 2017).

Ein bisschen so geht es doch schon den Senioren, besonders den Alleinstehenden Senioren.
Was sollen oder können die noch machen? Für das Wichtigste ist gesorgt, aber genügt das?
Wo wäre der Sinn, was könnten sie noch zum Ganzen beitragen?  -  Ich weiss es auchn nicht." Britti


@ Britti
Du willst Antwort auf die Frage nach der Sinngebung für alternde Menschen?  So verstehe ich deinen Beitrag. Dies Problem gibt es seit es Menschen gibt. In Agrargellschaften (noch bis ins 20. Jhd.) lebten gewöhnlich mehrere Generationen unter einem Dach. Damals gab es noch die Großfamilie. Heute haben wir die Kleinfamilie als Normalform der Familie mit geringer Kinderzahl. Die Großfamilie dagegen war kinderreich. Die hohe Kinderzahl diente auc hder Altersversorgung. War das Leben in der Großfamilie allein deswegen sinnerfüllt?

Es war m. E. keine Idylle, die sich in den Großfamilien lebten, denn die Alten wollten weiter die Regeln bestimmen und entwickelten sich hüfig zuTyrannen. die Beziehungen der Generationen waren häufig von Zwist und Spannungen bestimmt. Das Erbe diente oft als Druckmittel, um Gehrosam zu erzwingen.

Die Alten werden heute in Alten- und Pflegeheime abgeschoben und vereinsamen. oft bei guter Versorgung und angenehmem Ambiente.Die Abschiebung ins Abseits erfolgt, weil die Angehörigen oft die Pflege und Beaufsichtigung aus beruflichen Gründen nicht übernehmen können.

Die Zeit des beginnenden Ruhestandes im zweiten Teil der 60er Jahre empfand ich schon durch Selbstbestimmung geprägt, wie Karl es ausdrückt. Hinzu kam, dass ich immer gefordert war, für Reisen blieb keine Zeit. Das Gefühl nutzlos zu sein, gab es nicht. Mit zunehmendem Alter muss gegen körperliche  Beschwerden angekämpft werden. Hier sind  Probleme, die gelöst werden müssen. Es hängt immer von der persönlichen Umgebung und den engeren sozialen Beziehungen ab. Wie die ferne Zukunft für aussehen wird, steht auf einem anderen Blatt. Die Überalterung der Gesellschaft wird zunehmen. Alte Menschen werden es stärker zu spüren bekommen, dass sie "unnütz" sind, allein wegen ihrer großen Zahl.

Viele Grüße
c


 

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