Religionen-Weltanschauungen Disput\Berlin! zum Thema Religion

karl
karl
Administrator

Re: Disput\Berlin! zum Thema Religion
geschrieben von karl
als Antwort auf det vom 03.12.2016, 21:26:02
Sorry det,

wenn man den Beitrag von justus ganz liest, dann war er voll zum Thema. Ich habe seine Antwort nicht als deplaziert empfunden.

Hier ist der Youtube-Film der Veranstaltung.



Der Thread 2012 wurde übrigens von mir mit dem Beitrag von Philippe Möller eröffnet und hatte über 200 Beiträge

Justus hatte sich schon auf Seite 1 an der Diskussion beteiligt.

Karl

P.S.: Hier ist der Beitrag von Philippe Möller, der rhetorische Höhepunkt des Abends

justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: Disput\Berlin! zum Thema Religion
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf karl vom 03.12.2016, 21:38:34
Mir sind die religiösen Fanatiker genauso unheimlich wie deren fanatische Gegner, und ich möchte mich mit keinem von beiden mehr streiten
Ich habe beides erlebt, und mich kann niemand mehr provozieren.

Auch ohne die organisierten Weltreligionen wird sich der Mensch etwas suchen, an das er glauben kann, und von dem er sich Hilfe erhofft.
Die Religion und der Glaube haben vielen Menschen Trost und Halt gegeben und in ihrem Namen wurden aber auch schon die unmenschlichsten Verbrechen begangen.

Die Religionen haben es nicht geschafft, die Welt zu verbessern, aber die Welt und die Menschheit werden es auch durch die Abschaffung der Religionen nicht.
geschrieben von mein Beitrag vom 07.11.2012 17:59

Dazu habe ich auch vier Jahre später nichts wesentliches hinzuzufügen, ich habe auch wenig verlangen danach, mir diese Diskussionen immer wieder anzuhören.
Beide Seiten haben mir nichts Neues zu bieten.

justus
benito
benito
Mitglied

Re: Disput\Berlin! zum Thema Religion
geschrieben von benito
als Antwort auf ehemaligesMitglied41 vom 03.12.2016, 18:15:50
@ein_laecheln_fuer_dich, die Aussage "weiß nur Gott" ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn Du KEIN Atheist bist. Da Du auch bei religionsbezogenen Themen sachlich zu schreiben weißt, glaube ich nicht, dass das bloß eine Phrase war.

lG benito

Anzeige

benito
benito
Mitglied

Re: Disput\Berlin! zum Thema Religion
geschrieben von benito
als Antwort auf benito vom 06.12.2016, 20:51:19
Ergänzung zum an @ein_laecheln_fuer_dich gerichteten Text.

Beim weiteren Nachlesen der Beiträge dieses Themas wurde mir klar, dass ich oben vielleicht etwas zu optimistisch auf Deinen Text reagierte. Doch ist es sicher, dass auch Dein historischer Rückgriff als sachlich zu bezeichnen ist und der Ton nicht auf einen notorischen Kämpfer gegen Gott und oder gegen die religiösen Gemeinschaften schließen lässt, sondern wahrscheinlich einfach Deine persönliche Überzeugung zum Ausdruck bringt.

Ich hoffe, Du erlaubst mir, Dir auch meine zu schildern, zumindest was den Hexenaberglauben betrifft.

Für Dich scheinen diese Hexenverbrennungen ein Grund für die Ablehnung der christlichen Bekenntnisse zu sein, denn auch Protestanten und Anglikaner waren nicht klüger.

Die Täter waren Menschen, Kinder ihrer Zeit. Anstifter war nicht die offizielle christliche Lehre, sondern der Aberglaube, der einem Glaubensabfall gleichkommt.
Schon im Altertum gab es den Hexenwahn, die kIrche kämpfte zwar dagegen, schaffte es aber nicht, diesen Wahn völlig auszurotten.

Ich fand eine Aussage der Heiligen Synode von Paderborn aus dem Jahr 785: "Wer vom Teufel verleitet nach heidnischem Glauben behauptet, dass es Hexen gibt und sie auf dem Scheiterhaufen verbrennt, wird mit dem Tode bestraft." Dieses Dekret wurde von Karl
dem Großen bestätigt. Seine Befehle besagten, dass die Bischöfe all diejenigen aus der Gemeinschaft der Christen ausschließen sollten, "die an teuflische Magie und den nächtlichen Flug der Hexen glaubten".

Noch im 11. Jahrhundert empfahl Burkhard von Worms in einer Beichtanleitung ein Jahr Buße für den, der glaubt, dass es Hexen gibt. Das heißt, zu dieser Zeit werden nicht angebliche Hexen, sondern diejenigen, die an die Existenz von Hexen glauben, mit einer Buße belegt.

So wie mit der Zeit der Glaube schwand, und zwar nicht nur bei den Laien, sondern auch bei den Klerikern, so wucherte der Aberglaube
in den Köpfen der Menschen, die "Hexenverfolger" bekamen freie Bahn.

Es war also nicht die christliche Lehre, gegen die ja dieser Hexenwahn verstieß, sondern der Abfall von der christlichen Lehre, der diese Verbrechen zuließ bzw. anstiftete.

lG benito

Anzeige