Religionen-Weltanschauungen Gedanken zur Papstwahl

sittingbull
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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von sittingbull
wollt ihr die wahrheit hören ?

über die wahl des papst , mache ich mir keine gedanken .

sitting bull
Mareike
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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von Mareike
als Antwort auf sittingbull vom 20.03.2013, 12:47:14
Willst Du meine Wahrheit hören?
Wenn der ST nicht wäre ich auch nicht.

@ Alle

Bin gerade zurück von einem schönen Tag in meiner alten Heimat, habe eine Jugendfreundin besucht, welche ich zuletzt vor 17 Jahren gesehen hatte.

Ja Kindheitserlebnisse und Erfahrungen sind prägend, da meine -auch in und mit Kirche- vorwiegend gut waren, mich gebildet und auch emotional gestärkt haben, stehe ich voll und ganz dazu und es war mir ein Bedürfnis dies zur Sprache zu bringen.

Mareike
Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von mart1
als Antwort auf Mareike vom 20.03.2013, 22:03:29
Es ist gut, dass du nun so klar beschrieben hast, was dir dein Glaube gegeben hat bzw. noch gibt.

Aber warum Kritik an der Organisation "Kirche" und an deren Vertreter dich in deinem Glauben beleidigen könnten, habe ich immer noch nicht verstanden.

Das Problem ist nur gerade bei religiösen Themen, dass die Schwellen dafür, was verletzt, offensichtlich teilweise so niedrig liegen, dass dies bei anderen unbemerkt bleibt. Ich stelle z. B. immer wieder fest, dass allein die Hinterfragung eines religiösen Standpunktes als Beleidigung gewertet wird. Tatsächlich wurden früher solche Ketzer ja auch verbrannt, aber heute gibt es ein Recht darauf, solche Fragen stellen zu dürfen.

Man darf sich auch fragen, was rote Schuhe mit dem Christentum zu tun haben und ob Jesus wie sein früherer Stellvertreter in Spitzengewändern gewandelt wäre.

Würden wir unsere AGBs so auslegen, dass solche Kritik an Vertretern von Religionen verboten wäre, unangenehme Tatsachen nicht mehr genannt werden dürften, das grundsätzliches Infragestellen von Religionen verbannt würde, dann würden wir uns den teilweise offensichtlich gewünschten mittelalterlichen Zuständen wieder annähern. Ich kann nicht jeder behaupteten Verletzung persönlicher Gefühle bei religiösen Themen nachgeben, um einen solchen Rückfall zu verhindern.

Ich kann aber versichern, mich schützend vor jemanden zu stellen, wenn er wegen seiner Religion persönlich verunglimpft wird.
geschrieben von Karl


Es wird sich auch bei diesem Papst Franziskus nichts am Kondomverbot und am Verbot anderer Methoden der Empfängnisverhütung ändern.
Wie kann das mit dem Anspruch, in Liebe für die Armen, Kranken und Verhungernden zu sorgen und die Schöpfung zu behüten, vereinbar sein?

LG mart

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Mareike
Mareike
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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von Mareike
als Antwort auf mart1 vom 20.03.2013, 23:05:10
Ernstzunehmende Kritik verletzt mich nicht.

Gespötte und Belustigung auch nicht, solange ich es als solche - aus meiner Warte - sehen und benennen darf.

Ich möchte jedoch nicht unterschwelig als infantil-emotional und zum Denkverbot erzogen abgestempelt werden, nur weil ich es wage zu sagen, diese Rituale waren für meine emotionale Entwicklung sehr wertvoll, weil sie Ausdruck von Freude, Trauer, Sehnsucht in besonderen Lebenslagen waren, für mich in meinem Erleben somit kein Kasperltheater, auch wenn es so wirkt für Außenstehende.

Im Übrigen habe ich nicht den Eindruck dass der ST ständig belästigt wird von missionierenden Katholiken. Und deshalb stellt sich mir die Frage, was bewegt den vielen Beitragschreibern wenn sie sich seitenweise über Bömmelchen und Bimmelchen auslassen und nur Negatives anzumerken haben.

Ich habe mich allerdings nicht ausdrücklich auf diesen Thread bezogen sondern auf das Gesamtbild der Kirchen"schelte" im ST.

Nein, verletzt fühle ich mich nicht, angenervt und unwohl trifft es wohl eher.

Noch eine kleine ironische Anmerkung am Rande:
Der neue alte Mann in Rom, Oberhaupt der kath. Kirche, bat als erstes um den Segen des Volkes, in weltlicher Sprache: Gebt mir bitte eine Chance!

Hier im ST war zu lesen: Geben wir ihm eine Chance.

Irgendwie wirkt der Mann in Rom bescheidener, womöglich ist er auch nur cleverer. Warten wir es ab.

LG
Mareike
karl
karl
Administrator

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von karl
als Antwort auf Mareike vom 21.03.2013, 00:14:34
Hier im ST war zu lesen: Geben wir ihm eine Chance.
Was ist daran jetzt falsch?

Karl
Mareike
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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von Mareike
als Antwort auf karl vom 21.03.2013, 08:24:40
Guten Morgen Karl

Nichts ist daran falsch, wenn es denn ehrlich und von Herzen kommt.

Ich sah den Kontext und stellte einen Vergleich her, zugegeben: Ich hatte ST-Stimmen im Kopf wo ua Bescheidenheit angemahnt wurde.

Im Übrigen "kritisiere" ich momentan so "fundiert" wie ich es hier vorgelebt bekomme nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Dies in der Hoffnung, dass es doch irgendwann mal bei dem einen oder anderen klick macht: Die Institution, egal ob sie Kirche oder ST heißt, kann ich nicht beleidigen. Es sind immer die Mitglieder und erst recht die Führungspersonen die im Blick sind, die Kritik und Fragen aushalten müssen.
Wenn diese Kritik dann als persönlicher Angriff gewertet wird, sind wir auf der emotionalen Ebene.
Marina hat es an anderer Stelle mE gut beschrieben:
Karl, dir als Biologe brauche ich doch wohl nicht zu erklären, dass jedes Urteil und jede Bewertung, auch die, die scheinbar aus dem Verstand erfolgt, etwas mit Gefühlen zu tun hat. Diese stehen sogar an erster Stelle, auch bei scheinbar rationalen Erwägungen oder Urteilen, wie die Hirnforschung herausgefunden hat.


Auch Du Karl, und jeder Einzelne der sich hier zu Wort meldet, bist frühkindlich geprägt und egal ob mit oder ohne Weihrauch: Du bist heute der, der Du geworden bist: Du bist herangewachsen, hast abgewägt, nachgedacht, gesucht, gelebt, gelitten, Dich am Leben erfreut und auch aufgerieben, hast Deine Überzeugungen und Wertvorstellungen und Deine "Schätze" welche womöglich nur für Dich persönlich wertvoll sind.
Und das gilt für jeden Einzelnen.
Gläubige sind nicht besser und auch nicht schlechter als Un-Gläubige, nicht mehr und auch nicht weniger mit Komplexe behaftet, sie sind kritikfähig oder auch nicht.

Überzeugungen können wertvoll sein, sie können aber auch zerstörerisch sein, egal ob religiös, politisch oder wissenschaftlich geprägt.

An den Früchten könnt ihr sie erkennen.
Die Verpackung ist Beiwerk.

Mareike

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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von marina
als Antwort auf Mareike vom 21.03.2013, 09:54:06
Das hast du gut beschrieben, Mareike, Respekt!
Dass nicht Kritik an Papst und Kirche geübt werden dürfte, ist eine Behauptung, mit der man wieder einmal die für Toleranz Werbenden versucht, in die Ecke der Fundis zu drängen, wo sie überhaupt nicht reingehören.
Omaria hat an anderer Stelle geschrieben, das gerade innerhalb der Kirchen ausgiebig Kritik an vielen Missständen und Auswüchsen der Kirchen geübt wird, und auch ich kritisiere natürlich die gleichen Missstände wie ihr.
Die Frage ist nur: Ist das, was hier zu lesen ist, wirklich nur berechtigte Kritik? Der Tenor eurer Kritik ist immer durch und durch feindselig, auch wenn ihr das bestreiten werdet. Christen sind nicht aufgeklärt, geistig etwas unterbelichtet, nicht kritikfähig, erlauben auch keine Kritik, schlicht: sind alle Fundis. Und genau das ist der Grund, warum man, wenn einen noch irgend etwas mit Kirche verbindet (bei mir ist es die Musik) irgendwann auf die Barrikaden geht. Und dabei fragt man sich: Wer sind hier eigentlich die Fundis? Es soll nämlich auch atheistische geben.
Und natürlich rührt das auch aus euren negativen Erfahrungen (mit vielleicht zu beengender christlicher Erziehung etc.) in eurer Vergangenheit, womit wir wieder einmal beim Gefühl sind.
Ich habe, wie Mareike, keine solche negativen Erfahrungen mit Kirche gemacht. Ich bin zwar christlich, aber nicht fundamentalistisch und auch nicht pietistisch (Karl) und mit viel Freiheit erzogen worden, deshalb muss ich jetzt auch keine solche Feindseligkeit entwickeln. Ich habe ganz im Gegenteil viele positive Erfahrungen mit Kirche gemacht, vor allem über die Musik, denn ich habe in vielen Kirchenkonzerten selber mitgesungen, liebe Orgelkonzerte und Kirchenmusik überhaupt ganz besonders.

Glaubt ihr eigentlich ernstlich, dass eine Welt ohne Kirche und Religion eine besssere wäre? Nein, das glaube ich nicht. Auch wenn die Sexualmoral der katholischen Kirche ganz bestimmt nicht in meine Sinne ist. Aber die Kirchen sind der letzte Hort, der in unserer Gesellschaft noch Werte vermittelt und für Werte eintritt und Menschen dazu ermahnt, beispielsweise einander zu helfen und nicht nur egoistisch zu leben, Mitgefühl für Schwache und Kranke zu entwickeln, ihnen beizustehen und mit den Armen „das Brot zu brechen“ . Diese Werte werden ganz bestimmt nicht von der Wirtschaft und auch nicht von Politikern (außer vielleicht von einem Heiner Geißler, der auch Christ ist) vermittelt

In der DDR hat man versucht, die Kichen in die Ecke zu drängen und mundtot zu machen. Das Gegenteil ist passsiert. Es waren vor allem mutige Leute aus den Kirchen, die sich den Herrschenden entgegen gestellt und geholfen haben, das Regime zu stürzen. Lest einmal das Buch von Pfarrer Führer (ich habe es schon einmal im ST vorgestellt (hier nachlesbar: "Und wir sind dabei gewesen",
dann wird euch klar, dass auch die pauschale Behauptung, die Kirche treibe es immer mit den Mächtigen, nicht stimmt.

So, das war das letzte Mal, dass ich mich in einer Debatte über Religion und Kirche hier in den Ring geworfen habe. Ich habe es jahrelang nicht getan, weil ich wusste, dass hier nur Kritik und nichts anders darüber geduldet ist, und ich werde es auch in Zukunft nicht mehr tun. In einer so kirchenfeindlichen Umgebung sich so offen zu äußern, damit macht man sich eigentlich zum Affen.
hobbyradler
hobbyradler
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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von hobbyradler
Mareike, Marina,

Bravo für euere Beiträge.

Ciao
Hobbyradler
wolfgang
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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von wolfgang
als Antwort auf marina vom 21.03.2013, 11:07:53
mein eindruck, marina: es ist schick, auf antikirchlich und antireligiös zu machen. 'man' gibt sich aufgeklärt. eine mode. bashe den juden, den christ, den muslim. eine nicht allzu große aber lautstarke bashing-gemeinde zelebriert modernität. das ist auszuhalten. denn derweil wächst unter den menschen die gläubigkeit.
---
w.
omaria
omaria
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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von omaria
als Antwort auf hobbyradler vom 21.03.2013, 11:35:47
Mareike, Marina,

Bravo für euere Beiträge.

Ciao
Hobbyradler

Nicht nur ein "BRAVO" , sondern auch ein *DANKE*!

omaria

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