Religionen-Weltanschauungen Gedanken zur Papstwahl

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von marina
als Antwort auf mart1 vom 16.03.2013, 11:26:38
Nur kurz:
Ich habe mit der Kleinkariertheit dich gar nicht in erster Linie gemeint. Du warst nicht diejenige, die diese Attribute (der Schühchen oder Käppchen etc.) an die erste Stelle ihrer Kritik, der ich insgesamt oft folgen kann, gesetzt hat.
Überhaupt hat hier niemand jemandem das Recht auf Kritik abgesprochen, ich übe sie selber gern und oft. Es gibt aber einen Unterschied zwischen Kritik und Vorverurteilungen oder undifferenzierten Paschalisierungen etc.
Ich denke aber, dass ich hinreichend erklärt habe, wie ich es und was gemeint habe, deshalb kein weiterer Kommentar mehr von mir dazu.
So wichtig ist mir das alles sowieso nicht, ich bin weder besonders fromm noch eine regelmäßige Kirchgängerin.
Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf marina vom 16.03.2013, 12:32:15
.
Danke Marina für Deine Beiträge.

Mittlerweile gibt es hier ja "3 Päpste"
In drei Threads wird diskutiert

Da ich das nicht verfolgen kann, ziehe auch ich mich zurück.

"Schimpft mal schön", frei nach Opa Heuss,
MargArit
karl
karl
Administrator

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von karl
als Antwort auf marina vom 15.03.2013, 16:50:42
Na, jetzt bin ich gespannt, ob sich noch mehr aus ihren Löchern trauen.
Warum nur solche Formulierungen? Bleibe doch einfach sachlich deinerseits und tausche Argumente aus.

Ob ich jetzt aus einem Loch rausgekommen bin, weiß ich gar nicht.

Es wäre doch sehr verwunderlich, wenn ein neuer Papst nur verzückten Beifall erhalten würde und, mit Verlaub, ich würde mich in einer solchen Jubelmenge nicht wohl fühlen. Da finde ich es besser, wenn auch kritische Stimmen zu hören sind, alles andere würde mir Sorgen machen. Es lebe der Pluralismus!

Karl

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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von marina
als Antwort auf karl vom 16.03.2013, 17:51:57
Hast du nur den zitierten Satz von mir gelesen? Wenn nicht, wie kommst du dann dazu, mir zu unterstellen, ich würde mich in einer Jubelmenge wohl fühlen, die dem Papst nur verzückten Beifall spendet? Na, du scheinst mich ja nach vielen Beiträgen im ST wirklich "gut" zu kennen, wenn du mich so einschätzt.*staun staun*.

Es wäre wirklich schön, wenn du deine Forderung nach Sachlichkeit auch an die oft sehr unsachlichen Kritiker sowie an dich selbst richten würdest.
Oder ist sachlich nur der, der deine Meinung widerspiegelt?
Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von mart1
als Antwort auf karl vom 16.03.2013, 17:51:57
Die Grenze zwischen Kritik, Vorverurteilung und ungerechtfertigten Pauschalierungen (zitiert nach Marina) ist keine scharfe, sondern durchaus auch vom Auge des Betrachters abhängig.

Bei diesem Thema über Gedanken zur Papstwahl werden wie bei allen Themen, die persönliche Überzeugungen tangieren, Gefühle aufgewühlt.

Was für den einen Kritik ist, ist für den anderen eine ungerechtfertigte Pauschalierung, was für den einen als Vorverurteilung empfunden wird, ist für den anderen vielleicht nur eine Fragestellung, die auf dem Wissen um die Vergangenheit aufbaut. Fehlerhafte Infos könnten richtiggestellt werden, Pauschalierungen könnten hinterfragt werden, Vorverurteilungen habe ich hier keine gelesen.

Aber letztendlich geht es um verletzte Gefühle, verletzte religiöse Gefühle. Allerdings würde ich mich schon sehr dumm angeredet vorkommen, wenn ich aufgefordert würde, aus meinem Loch zu kommen.

Ich möchte nochmals auf den Essay in der Festschrift zum 60.Geburtstag des Salzburger Ordinarius für Pastoraltheologie Friedrich Schleinzer von Viktor W. Weichbold "Über religiöse Gefühle und ob man sie verletzen darf" hinweisen.



Die Zusammenfassung lautet:

Gefühle sind subjektive, rein private Regulierungsinstanzen des Handelns. Da Gefühle blind sind für wahr oder falsch bzw. für gut oder böse, stellen sie kein Kriterium dar, das zur Beurteilung der Wahrheit von Sätzen oder der Rechtmäßigkeit von Handlungen geeignet wäre.
– Verletzte Gefühle sind reaktive Gefühle auf (subjektiv wahrgenommene) Beleidigungen. Wie alle Gefühle geben auch sie kein Kriterium ab, um ein um ein inkriminiertes Verhalten zu qualifizieren oder
zu verbieten.
geschrieben von Viktor W. Weichbold


Ich finde, dass ist eine sehr intelligente, weit ausholende Argumentation.

Festschrift mit dem Titel "Mit Euch bin ich Mensch...." aus dem Tyrolia-Verlag (auf amazon 2008)
karl
karl
Administrator

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von karl
als Antwort auf mart1 vom 18.03.2013, 22:05:53
Danke Mart1,

das ist wie meistens von Dir ein sehr reflektierter Beitrag mit Substanz. Wir sollten uns tatsächlich nicht primär von Gefühlen leiten lassen und erst recht sollte man nicht auf eigenes Nachdenken wegen der möglichen Verletzung der Gefühle anderer verzichten.

Wären immer alle so " rücksichtsvoll" - oder soll ich "feige" sagen - gewesen, hätte es keine Renaissance gegeben und auch keine Reformation.

Karl

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Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von mart1
als Antwort auf karl vom 18.03.2013, 22:23:29
Danke!

Es ist auch Beweis, welche Dimensionen im Universitätsfach "Theologie" möglich sind und stattfinden.
Ich weiß von einem Innsbrucker Jesuiten, der mit seinen ausgelaschten Hauspatschen und einem abgetragenen Anzug zur Vorlesung kam (Gelübde der individuellen Armut!) und seinen Theologiestudenten die Geschichte der Ehelosigkeit der Priester ohne Retuschen unterrichtete.

Für die strikte Weigerung, Frauen gleichberechtigt in der Kirche zuzulassen, hörte ich von einem sehr bekannten Pfarrer (der immer noch nicht ausgestoßen wurde) das Argument, dass die kath. Kirche ja auch ihr Priester nicht im heutigen Palästina rekrutieren müsse, nur weil die Apostel dort von Jesus gewählt worden sind.

Ich wünsche mir, für andere Religionen eine ähnliche Entwicklung. Es gibt ja in Österreich das Masterstudium "Islamische Religionspädagogik" in Wien, in dem islamische Religionslehrerinnen und Religionslehrer ausgebildet werden. Es wird sicherlich etliche Zeit dauern, um an vergangene Entwicklungen im Islam anzuschließen, die dort ja vor Jahrhunderten viel früher als bei den christlichen Religionen stattfanden.
Aber wo stand da Europa vor nicht allzu ferner Zeit?
Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von marina
Zitat mart:
"Bei diesem Thema über Gedanken zur Papstwahl werden wie bei allen Themen, die persönliche Überzeugungen tangieren, Gefühle aufgewühlt."

Keine Sorge, mart. Bei mir werden keine "Gefühle aufgewühlt". Ich bin eine sehr kritische Protestantin, nicht einmal Kirchgängerin, und absolut keine Papstanhängerin. Beruhigt dich das? Ich hoffe, doch.

Im übrigen: gut gegoogelt, gratuliere.
Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von mart1
als Antwort auf marina vom 19.03.2013, 10:05:06
Marina, du fragst mich "Beruhigt dich das? Ich hoffe schon."

Du weißt sicherlich, welch miesen und leicht durchschaubaren rhetorischen Trick du da anwendest?

Du schreibst weiters: "Im übrigen: gut gegoogelt, gratuliere."


Ja, ich finde das auch. Danke!

Allerdings darf die Voraussetzung für eine erfolgreiche Google-Suche nicht außer Acht gelassen werden:
Ein reicher Fundus an Vorwissen nicht nur was Katholisches, sondern auch was Psychologisches betrifft und meine Fähigkeit, Geschriebenes zu beurteilen.
Mareike
Mareike
Mitglied

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von Mareike
Bei diesem Thema über Gedanken zur Papstwahl werden wie bei allen Themen, die persönliche Überzeugungen tangieren, Gefühle aufgewühlt.
geschrieben von Mart 1

Ich greife mal diesen Satz auf und versuche meine persönliche Empfindungen dazu wiederzugeben.
Ich habe mich tagelang gefragt, was ist es, was dich so nervt an dieser sogenannten (sogar dreifach) "Diskussion"?
Aufgewühlte Gefühle?
Zunächst schien mir das recht unwahrscheinlich, habe ich mich doch seit langem von der kath.Kirche und ihrem Brauchtum gelöst. Nicht aus Verärgerung, Enttäuschung, Wut, sondern als allmähliger Prozess, sowie man sich auch im Guten von den Eltern abnabeln kann: Und dies bedeutet für mich, dass ich mit Liebe und Zärtlichkeit darauf blicken kann und mir bewußt bin, was ich ihr verdanke, persönlich aber auch in dem großen Rahmen der christlichen Kultur.
Ich bin katholisch aufgewachsen. Alle wichtige Stationen, welche mit intensiver Freude oder Trauer verbunden waren (und sind), fanden auch ihren Platz in der Kirche und in den Zeremonien. Und in solchen Momenten, ist dies "kein Mummenschanz", kein "Bramborium", sondern ein in Ritualen zur Sprache gebrachtes tiefes Erleben.

Klar, wer es nicht kennt kann nur mit Befremden daraufschauen und es würde mich auch nicht weiter berühren, erst recht nicht verletzen können, wenn Nicht-Katholiken sich darüber belustigen.

Nein, die Verärgerung und Abneigung, bis hin zu der Feststellung in diesem ST fühlst Du dich sehr unwohl, setzt da ein, wo von mir erwartet wird, dieses Geläster und Ge-unke als ernstzunehmende Kritik an Kirche zu tolerieren.

Mareike

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