Forum Politik und Gesellschaft Religionen-Weltanschauungen Kath. Kirche kündigt die Missbrauchs-Aufarbeitung

Religionen-Weltanschauungen Kath. Kirche kündigt die Missbrauchs-Aufarbeitung

olga64
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Re: Kath. Kirche kündigt die Missbrauchs-Aufarbeitung
geschrieben von olga64
als Antwort auf clara vom 10.01.2013, 15:34:50
Aber Clara - bitte gerade aus Ihrer Feder keine Spekulationen (haben Sie nicht nötig): ich erklärte lediglich,dass es vermutlich an ihr hängenbleiben wird, wie so vieles, was Männer verpfuschten und dann auch noch fähig sind, keinen Ausweg zu finden. That`s it. Olga
Re: Kath. Kirche kündigt die Missbrauchs-Aufarbeitung
geschrieben von marina
als Antwort auf clara vom 10.01.2013, 13:43:01
Dazu passt übrigens auch, dass das Hetzportal kreuz.net nun, wie zu erwarten war, nach vorübergehender Abschaltung mit leicht abgeänderter Adresse wieder im Netz ist. Die katholische Kirche hat sich zwar davon distanziert, aber doch nicht gerade lautstark und mit Vehemenz. Immerhin sind auch Pfarrer aus der katholischen Amtskirche daran beteiligt, wenn sie auch nicht für die Auffassungen der Mehrheit stehen mögen. Oder vielleicht doch?
pippa
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Re: Kath. Kirche kündigt die Missbrauchs-Aufarbeitung
geschrieben von pippa
als Antwort auf clara vom 10.01.2013, 15:18:33
clara, das Interview habe ich auch gehört, und es hat mich sehr traurig gemacht, wie mut- und hoffnungslos dieser junge Mann, der ja sogar schon mal in Hungerstreik getreten war, wirkte.

Seine Meinung, dass sich solange nichts ändert, bis eine strikte Trennung von Staat und Kirche vollzogen ist, teile ich übrigens.

Pippa

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lars
lars
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Re: Kath. Kirche kündigt die Missbrauchs-Aufarbeitung
geschrieben von lars
als Antwort auf pippa vom 10.01.2013, 17:59:51
Heute vor 150 Jahren, startete die erste U Bahn in London, und das ein paar Jahre noch mit Dampf!
Ein katholischer Priester verdammte die Bahn, sie würde direkt in die Hölle fahren, so ein Unsinn?
Glaubten die denn damals noch an Himmel und Hölle?
dutchweepee
dutchweepee
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Re: Kath. Kirche kündigt die Missbrauchs-Aufarbeitung
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf lars vom 10.01.2013, 18:50:03
@lars

Es ist bekannt, dass die kath. Kirche seinerzeit massiv gegen technische Neuerungen wie die Eisenbahn und später den Telegraf vorgegangen ist. Erst kürzlich sah ich eine Doku über den Bau der ersten Eisenbahnlinien in Europa. Die Kirche schreckte nicht davor zurück mit aller Macht bis hin zur massiven Bedrohung die Grundstückseigentümer zu bewegen, den benötigten Grund für den Gleisbau NICHT an die Eisenbahnen zu verkaufen.

Ist ja auch logisch. Die Kirchen erkannten wohl, dass sie danach nichtmehr die einzigen Informationsquellen im Ort waren. Durch die gesteigerte Mobilität der "Schäfchen" verringerte sich der Einfluss der Kirche drastisch - plötzlich waren sie nichtmehr der kulturelle Mittelpunkt des Ortes - man konnte mal schnell ins Theater, die Oper oder später das Kino fahren (das war übrigens auch "Teufelszeug" in klerikalen Augen). Neuigkeiten verbreiteten sich nicht mehr von der Kanzel herunter, sondern aus erster Hand durch die Menschen selbst.
nostalgie
nostalgie
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Re: Kath. Kirche kündigt die Missbrauchs-Aufarbeitung
geschrieben von nostalgie
als Antwort auf dutchweepee vom 10.01.2013, 20:56:19
Ich denke, da sollte ein Untersuchungsausschuß von den Politikern ins Leben gerufen werden, den können die Kirchen ja schlecht torpedieren.

Jeder Betroffene kann sich an Herrn Pfeiffer wenden. Es werden private Fragebögen versendet, damit die unglaublichen Vorkommnisse eben nicht in der Versenkung verschwinden.

Es muß Schluß sein mit dem Schutz der Täter!

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ingo
ingo
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Quergedacht
geschrieben von ingo
Auch ich finde diese Entwicklung bedauerlich, habe allerdings auch Kommentierungen gelesen, die mich zu der Annahme bringen, daß die Wahrheit dieses Streites irgendwo um die Mitte herum liegt.
Die Bischofskonferenz kann nämlich nicht alles über die Basis hinweg entscheiden; und die "Bischofsbasis" scheint ausgebremst zu haben. Vergleichbares erleben wir gerade bei der CSU, wo die Basis die sog. "Lebensrente" verhindert, obwohl die Parteispitze bereits zugesagt hatte.
Bevor hier wieder massenweise zur "Jagd" gegen die Katholische Kirche geblasen wird, sollte man also ein bißchen mehr Zeit für die Argumente/die weitere Entwicklung abwarten.
Und: Politische Untersuchungsausschüsse gehen auch meist ergebnislos zu Ende, nachdem im Vorfeld gestritten, getreten, geschachert, manipuliert, modifiziert wurde. Die müssen allerdings zu einem Ende gebracht werden, weil da kein kündbarer Vertrag besteht.
Warum soll das bei "Kirchens" anders sein?
Ärgerlich: Ja; sich schon heute zu Oberrichtern aufspielen: Nein.
clara
clara
Mitglied

Re: Quergedacht
geschrieben von clara
als Antwort auf ingo vom 11.01.2013, 07:58:14

Die Bischofskonferenz kann nämlich nicht alles über die Basis hinweg entscheiden; und die "Bischofsbasis" scheint ausgebremst zu haben.

Ingo, wenn das so ist, dann wundert es mich, dass gerade in dieser Sache die Hierarchie der kath. Kirche nicht wirken sollte. Sonst wird doch auch alles von (ganz)oben entschieden.

Von "Jagd" kann ich nichts lesen, es werden Tatsachen genannt. Die kath. Kirche hatte Jahrzehnte lang Zeit, die Dinge aufzuarbeiten, denn schon früh wurde auf diese Missbräuche hin gewiesen. Damals waren aber die Eltern der Missbrauchten teilweise noch so kirchenhörig, dass sie ihren Kindern nicht glaubten! Die Kirchenobrigkeit sah also keinen Anlass, etwas zu ihrem eigenen Schaden zu unternehmen. Wahrhaft christlich!

Keinen Tag länger sollte man eine Verzögerung der Aufarbeitung hinnehmen, schon das Feilschen darum, wer nun wem kündigte, ist schlimm. Das einzig Wahre - ich wiederhole mich - wäre eine staatliche Untersuchungsbehörde, wobei die Kirchen nichts zu melden haben, sondern ihre Verbrecher wie alle anderen Täter behandelt werden!

Clara

@ Olga: Olga, "wir" spekulieren doch alle ganz gern! Deshalb spekuliere ich mal, dass im Falle einer Intervention der Kanzlerin diese zumindest kurzfristig nichts bewirken wird, so wie sich der Vatikan noch nie groß um die Meinung von Laien gekümmert hat. Dort herrschen Starrsinn und Streben nach Machterhalt, es ist eine Welt für sich. Glücklicher Weise sind die meisten Katholiken in Deutschland heute aufgeklärt und nicht mehr obrigkeitshörig, sodass auch ein religiöses Diktat kaum noch wirkt. Es gibt zwar staatliche Druckmittel auf den Vatikan, aber es wird wohl noch lange dauern, bis sie eingesetzt werden (können).
lars
lars
Mitglied

Re: Quergedacht
geschrieben von lars
als Antwort auf clara vom 11.01.2013, 13:25:24
Die Unterwürfigkeit gegenüber verschiedenen Relegionsoberen scheint immer noch present zu sein? Und die vielen Klöster bei uns in der Schweiz , und sicher auch in anderen Länder sind kaum besetzt von Mönchen/Schwestern?
Darin hätten eine Menge Asylanten oder andere Gruppen Platz!
Wundere mich immer, wieviele Menschen sich zum Beispiel auf dem Domplatz in Rom versammeln, um dem Pabst zuzuhören, obwohl ihn kaum niemand richtig verteht?
Geht es dabei um das "Sehen und gesehen werden"?
bukamary
bukamary
Mitglied

Re: Quergedacht
geschrieben von bukamary
als Antwort auf ingo vom 11.01.2013, 07:58:14
Auch ich finde diese Entwicklung sehr bedauerlich, insbesondere auch für die Betroffenen, aber auch was die Glaubwürdigkeit der Kirche anbelangt.
Zugegeben überrascht hat es mich nicht, eher, dass diese Entwicklung nicht früher eingetreten ist.

Ich denke, dass viel davon abhängen wird, wie schnell die Kirche einen neuen Partner findet und vor allem, wer dieser Partner sein wird. Wenn Sie an einer vorbehaltlosen und ernst zu nehmenden Aufarbeitung wirklich interssiert ist, unabhängig davon was als Ergebnis herauskommt, dann kann und darf sie sich nicht viel Zeit lassen. Ich habe da aber so meine Zweifel. Das hier Jahrhunderte alte Strukturen ins Wanken kommen könnten, steht wohl außer Frage.

Bei alledem sollte man aber nicht vergessen, dass Mißbrauch nicht nur in der katholischen Kirche vorgekommen ist, sondern auch in anderen Institutionen vorkam und sicherlich noch vorkommt.

bukamary

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