Religionen-Weltanschauungen "Wir" sind nicht mehr Papst

Edita
Edita
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Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von Edita
als Antwort auf mart1 vom 11.02.2013, 13:47:02
Hallo, Edita
Es gibt genügend viele Kritikpunkte zur kath. Kirche und zum Papst. Warum deshalb immer wieder diese falsche Interpretation der "Unfehlbarkeitheranziehen?
LG mart


Hallo Mart,

warum ist die Interpretation über die Unfehlbarkeit des Pabstes falsch?
Zitat Wiki:
Nach römisch-katholischer Lehre ist der Papst der Stellvertreter Christi auf Erden und Nachfolger des Petrus. Die Unfehlbarkeit des Papstes bezieht sich nur auf Glaubens- und Sittenfragen. Sie wurde unter Papst Pius IX. vom I Vatikanischen Konzil 1870 verkündet.

LG Edita
Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von mart1
als Antwort auf Edita vom 11.02.2013, 14:11:49
Liebe Edita,

In der Behandlung der "Unfehlbarkeitsfrage", besonders über das, bereits früher verkündet wurde, gibt es ja einige Pirouetten und Ungereimtheiten. Da gibt ja die Dogmatik, die Lehre von den Dogmen, die so manchen klugen Theologen beschäftigt.

Aber es ist so, dass eine Glaubensüberzeugung in aller Form EX CATHEDRA als Dogma verkündet werden muß, damit dieses als verbindlich und irrtumsfrei gilt. Falls ein Dogma von einem Katholiken bezweifelt wird, dann wartet die Hölle!

Nur einmal hat ein Papst, Pius XII., seither davon Gebrauch gemacht, als er 1950 die leibliche Himmelfahrt Marias verkündete.
Aus der früheren Zeit wird etliches als Dogma eingestuft, z.B. die unbefleckte Empfängnis Maria 1854 (was sich aber entgegen der landesläufigen Erklärung nicht auf den Sexualakt bezieht, sondern auf das Freisein von Erbsünde).

Dem Papst wird aber auch in Ausübung seines ordentlichen Lehramts keine definitive Unfehlbarkeit zugestanden.

LG Mart
Edita
Edita
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Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von Edita
als Antwort auf mart1 vom 11.02.2013, 14:35:57
Dieses gibt "die Zeit" zum Benedikt-Rücktritt zur Erklärung:

zeit.de - " Er hat sehr gelitten unter manchen Dingen "

Edita

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luchs35
luchs35
Mitglied

Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von luchs35
als Antwort auf mart1 vom 11.02.2013, 14:35:57
Möglicherweise hat es Papst Benedikt XVI. vorgezogen nicht wie sein Vorgänger Johannes Paul II. jahrelang öffentlich seine Erkrankung und sein Sterben vorzuführen. Er zog es vor, sich in Würde zurückzuziehen. Allerdings hat er zuvor auch darauf hingewiesen, dass es immer schwieriger werde, die katholische Kirche zu lenken. Die dramatische Anzahl von Katholiken, die der Kirche den Rücken kehrten, die Schwierigkeit Priesternchwuchs zu zu finden, und nicht zuletzt auch die Affäre um den Verrat der vertraulichen Papiere , die Missbrauchsfälle etc. mögen mit ein Anlass für den Papst gewesen sein, die Konsequenzen zu ziehen, denn er hat nicht mehr übersehen können, dass er die Kurie nicht mehr unter Kontrolle hatte.

Vielleicht gibt es mit seinem Rücktritt auch die Chance, dass ein offener , auf die Stimme der Menschen hörender neuer Papst nach den Jahren erstarrtem Konservatimus sich den Sorgen und Zweifeln der normalen katholischen Menschen annähert. Papst Benedikt hat sich mit seiner starren Haltung auf vielen Gebiten harsche Kritik eingehandelt und nun mit seinem Rücktritt neue Wege geöffnet.

Luchs
Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von mart1
als Antwort auf luchs35 vom 11.02.2013, 15:06:46
Liebe Luchs,

Ich sehe es eher auch so, wie dein erster Absatz es beschreibt.

Allerdings glaube ich nicht an eine Öffnung der Kirche, sondern dass der konservative, sich abschließende Weg von einem jüngeren, tatkräftigen Erzkatholiken weiter fortgesetzt wird.

In Europa lebt ja nur mehr ein Teil der Katholiken. Auch durch eine Öffnung wird da das verlorengeganges Terrain kaum wettgemacht werden können, denke ich mir. Woanders stößt der fundamentale Weg, der ja auch in anderen Religionen zunehmend wieder das Fahrwasser gewinnt, keineswegs auf Ablehnung.

LG mart
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von luchs35
als Antwort auf mart1 vom 11.02.2013, 17:42:37
Das befürchte ich auch, liebe Mart, aber es geht nicht mehr nur um Europa,sondern auch um Nordamerika. Selbst Südamerika beginnt langsam sich gegen die weltfremde, stockkonservative Dogmatik des Vatikans aufzulehnen.

Aber der scheidende Papst hat auch vorgesorgt, dass die Konservativen im Wahlgremium durch einige neue, seinen Vorstellungen entsprechenden Kardinäle verstärkt werden. Insofern muss ich Dir Recht geben, dass wohl alles beim Alten bleiben wird.

Einmal mehr wird sich die kath. Kirche um die Chance einer Erneuerung bringen.

LG Luchs

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karl
karl
Administrator

Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von karl
als Antwort auf luchs35 vom 11.02.2013, 18:04:06
Interessant für mich ist, dass "Papst" jetzt ein Job geworden ist, von dem man zurücktreten kann. Das ist schon eine enorme Modernisierung in sich. Warten wir also einmal ab.

Karl
dutchweepee
dutchweepee
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Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von dutchweepee
Irgendeinen Posten wird er sich schon angeln:

Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von mart1
als Antwort auf karl vom 11.02.2013, 21:53:59
Zumindest durch den Ruecktritt wird er in die Geschichte eingehen.
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: "Wir" sind nicht mehr Papst
geschrieben von luchs35
als Antwort auf karl vom 11.02.2013, 21:53:59
Ja, Karl, damit hat sich Papst Benedikt die Freiheit genommen, das Pontifikat auf Zeit zu schaffen. Seine Nachfolger werden zukünftig nicht mehr am Thron kleben können. Ob dies auch ein Schritt einer demokratischen und weltlichen Neuordnung kirchlicher Herrschaft bedeutet, wird sich erst zeigen, wenn die Vorstellungen des Nachfolgers bekannt sind. Allerdings wird die kath. Kirche von massiven Krisen geschüttelt. Um hier das Steuer herumzureißen, bedarf es jedenfalls mehr als ein Pontifikat auf Zeit.

Luchs

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