Schwarzes Brett Engel/ Schutzengel

mylady
mylady
Mitglied

Re: Engel/ Schutzengel
geschrieben von mylady
als Antwort auf nita vom 10.07.2008, 10:15:08
Der Engel der Beständigkeit begleite Dich.

Wenn Du in der Vielzahl der Möglichkeiten
Dein Ziel aus den Augen verlierst,
schenke er Dir Ruhe,
damit Du Dich konzentrieren kannst.

Wenn Dich Ablenkungen auf Abwege locken,
lasse er Dich beharrlich bei Deiner Sache bleiben.

Wenn Du aufgeben willst,
weil Du glaubst,
Du wirst Dein Ziel nie erreichen,
erfülle er Dich mit neuer Kraft.

Wenn Du die Hoffnung verlierst,
weil Du die Anerkennung für deine Mühe vermisst,
schenke er Dir die Gewissheit,
dass allein zählt,
was Du vor Gott als richtig erkannt hast.


Ich wünsche Dir den Engel der Beständigkeit
Gruß aus dem Emsland von Mylady

von einer Karte abgeschrieben
blauerenzian
blauerenzian
Mitglied

Re: Engel/ Schutzengel
geschrieben von blauerenzian
als Antwort auf mylady vom 10.07.2008, 12:24:45
Wie zitierte schon
Elmar Gruber

ENGEL
ist ein Teil von dir, der in Gott ist,
und der dich stets begleitet.

..und so sehe ich es auch.
Aber hier noch eine wunderschöne Geschichte von
Hans Christian Andersen....

Der Engel

Jedesmal, wenn ein gutes Kind stirbt, kommt ein Engel Gottes zur Erde hernieder, nimmt das tote Kind auf seine Arme, breitet die großen, weißen Flügel aus und pflückt eine ganze Handvoll Blumen, die er zu Gott hinaufbringt, damit sie dort noch schöner als auf der Erde blühen. Gott drückt sie dort an sein Herz, aber der Blume, die ihm die liebste ist, gibt er einen Kuß, und dann bekommt sie Stimme und kann in der großen Glückseligkeit mitsingen.

Sieh, alles dieses erzählte ein Engel Gottes, während er ein totes Kind zum Himmel forttrug, und das Kind hörte wie im Traume; sie flogen über die Stätten in der Heimat, wo das Kleine gespielt hatte, und kamen durch Gärten mit herrlichen Blumen.

"Welche wollen wir nun mitnehmen und in den Himmel pflanzen?" fragte der Engel.

Da stand ein schlanker, herrlicher Rosenstock, aber eine böse Hand hatte den Stamm abgebrochen, so daß alle Zweige, voll von großen, halb aufgebrochenen Knospen, vertrocknet rundherum hingen. "Der arme Rosenstock!" sagte das Kind. "Nimm ihn, damit er oben bei Gott zum Blühen kommen kann!"

Und der Engel nahm ihn, küßte das Kind dafür, und das Kleine öffnete seine Augen zur Hälfte. Sie pflückten von den reichen Prachtblumen, nahmen aber auch die verachtete Butterblume und das wilde Stiefmütterchen.

"Nun haben wir Blumen!" sagte das Kind, und der Engel nickte, aber er flog noch nicht zu Gott empor. Es war Nacht und ganz still; sie blieben in der großen Stadt und schwebten in einer der schmalen Gassen umher, wo Haufen Stroh und Asche lagen; es war Umzug gewesen. Da lagen Scherben von Tellern, Gipsstücke, Lumpen und alte Hutköpfe, was alles nicht gut aussah. Der Engel zeigte in allen diesen Wirrwarr hinunter auf einige Scherben eines Blumentopfes und auf einen Klumpen Erde, der da herausgefallen war. Von den Wurzeln einer großen vertrockneten Feldblume, die nichts taugte und die man deshalb auf die Gasse geworfen hatte, wurde er zusammengehalten. "Diese nehmen wir mit!" sagte der Engel. "Ich werde dir erzählen, während wir fliegen!"

Sie flogen, und der Engel erzählte:
"Dort unten in der schmalen Gasse, in dem niedrigen Keller, wohnte ein armer, kranker Knabe. Von seiner Geburt an war er immer bettlägerig gewesen; wenn es ihm am besten ging, konnte er auf Krücken die kleine Stube ein paarmal auf und nieder gehen, das war alles. An einigen Tagen im Sommer fielen die Sonnenstrahlen während einer halben Stunde bis in den Keller hinab, und wenn der Knabe dasaß und sich von der warmen Sonne bescheinen ließ und das rote Blut durch seine feinen Finger sah, die er vor das Gesicht hielt, dann hieß es: 'Heute ist er aus gewesen!' Er kannte den Wald in seinem herrlichen Frühjahrsgrün nur dadurch, daß ihm des Nachbars Sohn den ersten Buchenzweig brachte, den hielt er über seinem Haupte und träumte dann unter Buchen zu sein, wo die Sonne scheint und die Vögel singen. An einem Frühlingstage brachte ihm des Nachbars Knabe auch Feldblumen, und unter diesen war zufällig eine Wurzel, deshalb wurde sie in einen Blumentopf gepflanzt und am Bette neben das Fenster gestellt. Die Blume war mit einer glücklichen Hand gepflanzt, sie wuchs, trieb neue Zweige und trug jedes Jahr ihre Blumen; sie wurde des kranken Knaben herrlichster Blumengarten, sein kleiner Schatz hier auf Erden; er begoß und pflegte sie und sorgte dafür, daß sie jeden Sonnenstrahl, bis zum letzten, der durch das niedrige Fenster hinunterglitt, erhielt; die Blume selbst verwuchs mit seinen Tränen, denn für ihn blühte sie, verbreitete sie ihren Duft und erfreute das Auge; gegen sie wendete er sich im Tode, da der Herr ihn rief. Ein Jahr ist er nun bei Gott gewesen, ein Jahr hat die Blume vergessen im Fenster gestanden und ist verdorrt und wurde deshalb beim Umziehen hinaus auf die Straße geworfen. Und dies ist die Blume, die vertrocknete Blume, die wir mit in unsern Blumenstrauß genommenhaben, denn diese Blume hat mehr erfreut als die reichste Blume im Garten einer Königin!"

"Aber woher weißt du das alles?" fragte das Kind, das der Engel gen Himmel trug.

"Ich weiß es", sagte der Engel, "denn ich war selbst der kleine, kranke Knabe, der auf Krücken ging; meine Blume kenne ich wohl!"

Das Kind öffnete seine Augen ganz und sah in des Engels herrliches, frohes Antlitz hinein, und im selben Augenblick befanden sie sich in Gottes Himmel, wo Freude und Glückseligkeit waren. Gott drückte das tote Kind an sein Herz, und da bekam es Schwingen wie der andere Engel und flog Hand in Hand mit ihm. Gott drückte alle Blumen an sein Herz, aber die arme verdorrte Feldblume küßte er, und sie erhielt Stimme und sang mit allen Engeln, welche Gott umschwebten, einige ganz nahe, andere um diese herum in großen Kreisen und immer weiter fort in das Unendliche, aber alle gleich glücklich. Und alle sangen sie, klein und groß, samt dem guten, gesegneten Kinde und der armen Feldblume, die verdorrt dagelegen hatte, hingeworfen in den Kehricht des Umziehtages, in der schmalen, dunklen Gasse.


Quelle:
Hans Christian Andersen: „Die schönsten Märchen“

--
blauerenzian
carlotta
carlotta
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Re: Engel/ Schutzengel
geschrieben von carlotta
als Antwort auf angelottchen vom 10.07.2008, 10:45:23
ohhh angelottchen, dein beitrag lässt mich lachen. eine höhere macht die daneben haut;))). vielleicht ist es ja auch eine warnung für etwas das du falsch gemacht hast,für eine kleine sünde, oder ein kleines vergehen.
--
carlotta

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minu
minu
Mitglied

Re: Engel/ Schutzengel
geschrieben von minu
als Antwort auf nita vom 10.07.2008, 10:15:08
Ich glaube an Engel , sie helfen mir, wenn ich sie darum bitte. Wir haben ja einen freien Willen bekommen, desshalb warten sie ab.
Wer weiss denn ob das schlecht ist, wenn jemand jung stirbt. Vielleicht hat der Engel diese Person vor etwas viel schlimmerem bewahrt.
Heute denke ich etwas, morgen bekomme ich es schon. Ich vergleiche es immer mit einem Schlauch und einem Fass Wasser, einmal das Wasser angesaugt, fliesst es, ohne Unterbruch.
Ich bin unterwegs mit jemandem, ich möchte nach Hause, der Fahrer jedoch nicht. Ich sage zum Engel, ich möchte nach Hause, kaum gedacht, steht der Fahrer auf und sagt, gehen wir. Die Engel sind meine Freunde geworden und sie helfen immer, wenn ich es wirklich will.
--
minu
pelagia
pelagia
Mitglied

Re: Engel/ Schutzengel
geschrieben von pelagia
als Antwort auf nita vom 10.07.2008, 10:15:08
„Käme kein Engel mehr, dann ginge die Welt unter. Solange Gott die Erde trägt, schickt er seine Engel. Die Engel sind älter als alle Religionen und kommen auch noch zu den Menschen, die von Religion nichts mehr wissen wollen.“ schreibt der Theologe Klaus Westermann in seinem Buch
„Gottes Engel brauchen keine Flügel“ (1978)
In meinem Kinderzimmer hing ein Scherenschnittbild, das vierzehn Engel um ein Kinderbett darstellte. Darunter stand dieser Vers, der wahrscheinlich zu den ersten Texten gehörte, die sich mein Kinderherz eingeprägt hat und nie vergessen wird. Der Abendsegen aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“.
Dass Gott seine Engel schickt, habe ich (auch) deshalb nie in Frage gestellt.

Abends, will ich schlafen gehn,
Vierzehn Engel um mich stehn:
Zwei zu meinen Häupten,
Zwei zu meinen Füßen,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken,
Zweie, die mich decken,
Zweie, die mich wecken,
Zweie, die mich weisen,
Zu Himmels-Paradeisen

Gefunden unter http://ingeb.org/Lieder/abendswi.html

Mulde,

Du sprichst eine sehr komplexe Glaubensfrage an, die über das Glauben an Schutzengel hinausgeht: Wie kann Gott all das Leid zulassen? Die Theodizeefrage.
Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee
wird dazu ausführlich geschrieben. Mir persönlich waren die Bücher von Karl Rahner: „Warum lässt Gott uns leiden“ und von Wilfried Härle: „Dogmatik“, der Bezug nimmt auf Leibnitz, hilfreich. Mit Karl Barth sind viele Theologen der Meinung, dass es keine Lösung auf diese Frage gibt. Bereits in der jüdischen Textsammlung (2.Jahrh.vor d.Z.), dem Pirke Awot, ist von Rabbi Jannai überliefert:
„Es steht nicht in unserer Macht zu erklären, warum Böse ruhig leben und Gerechte leiden.“ Pirke Awot. Sprüche der Väter. JVB Berlin. 2001. S. 121

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pelagia
pelagia
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Re: Engel/ Schutzengel
geschrieben von pelagia
als Antwort auf pelagia vom 10.07.2008, 19:57:25
Ach ja, ich vergaß, Euch allen einen Engel!!
--
pelagia

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Re: Engel/ Schutzengel
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf pelagia vom 10.07.2008, 20:06:48
vor einigen jahrzehnten habe ich im opernhaus in der vorweihnachtszeit die oper hänsel und gretel angehört und gesehen. es waren sehr viele kinder in dieser vorstellung. dann kam die szene in der die engel besungen wurden. ein raunen ging durch die reihen der kinder und man könnte hören, dass die alle die engel am zählen waren. und, oh welch ein graus es waren nur zwölf engel. die kinder waren derart entsetzt, dass lautstarker protest ertönte in dem immer mehr kinder einstimmten. es war das reinste tollhaus.
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plumpudding
pelagia
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Re: Engel/ Schutzengel
geschrieben von pelagia
als Antwort auf vom 10.07.2008, 20:40:00
herrlich! So kanns gehen!
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pelagia
nasti
nasti
Mitglied

Re: Engel/ Schutzengel
geschrieben von nasti
als Antwort auf astrid vom 10.07.2008, 11:44:06


Ich habe 3 Enkelkinder, und plötzlich ist der sehr beliebte Uropa von Mutterseite gestorben.
Wir haben alles Mögliches Pragmatisch erwähnt warum der Opa nicht hier ist. Die Kinder waren weiter traurig, meine ich die 2 ältere - 5 und 4 Jährige, das Baby fragt noch nichts.
Am ende sagte ich: „Der Opa ist in Himmel, und
mit Schutzengels passt auf euch an.“

Die Kinder sind plötzlich sehr glücklich damit geworden, der 5 Jähriger sagte, das ich Ihn schon gesehen hatte gestern bei großem Nebel/, Sie haben sich damit gut abgefunden.
Warum die Kinder sofort glauben und entwickeln eine Liebe zum Schutzengel und Heilligen, und können damit auch das Tod akzeptieren?

Nasti


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