Forum Soziales und Lebenshilfe Soziales Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?

Soziales Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?

nasti
nasti
Mitglied

Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von nasti
als Antwort auf Cathalina vom 23.09.2010, 01:18:11
Ich darf nicht meine Enkelkinder verwöhnen. Mit Geschenke geht noch, aber mit allem anderem bin ich in Nebengleis bei meiner Schwiegertochter. Sie hat eine ganz Puritaner Natura - Pflicht, Befehl, Ordnung, Sauberkeit / das geht schon bis Sauberkeitswahn mit Wutausbrüche /…und…und.
Ich muss nicht aus Bücher ablesen wie man spricht mit Enkelkindern, ich erzähle. Die 6-und 7 Jährige fallen in Transe bei meiner Erzählungen. Momentan denke ich ernsthaft nach, ob ich in Zukunft sollte lieber verweigern die Reisen zum Enkelkindern.
Diese Entscheidung liegt an meiner Seele sehr schwer! Zuletzt kaufte ich für meine Enkelin das Märchen Schneewitschen und 7 Zwerge. Wir plauderten fröhlich über Zwerge, und ich fügte zu------die Zwerge waren wirklich schon am Erde, die Archäologie / und das mögen die Kinder/ hat Beweise dazu…etc., und Sie hießen—Homo floresiensis („Mensch von Flores“)
Die Kinder ganz elektrisiert liefen zum Mutter mit strahlenden Augen und schreien: „Es gab Zwerge……..“ , Sie waren sehr neugierige und haben eine Menge Fragen gestellt darüber, waren höchst Happy.
Durch Gesicht meiner Schw. Tochter zogen plötzlich schwarze Wolken durch , Sie packte die Kinder in Auto und nach paar Stunden kamen Sie zurück.. Danach informierte mich mein Enkelkind, das alles was ich über Zwerge gesagt habe war ein Unsinn und Lügerei, sagte die Mutter. Die beide Kinder wandten sich von mir weg. Diese Gewissheit, dass die Kinder hatte Sie direkt gegen mich gestellt hat mich schwer betroffen. Natürlich nach kurze Zeit bei Kindern geriet sowas in Vergesslichkeit, aber nicht bei mir.
Ob so hinterlistige Praktiken in Familien eine Normalität ist, sollte ich nicht beleidigt werden weiß ich selber nicht. Ob eine Fantasien und Humorlosigkeit ist für die Kinder mehr optimal kann ich auch nicht so eindeutig behaupten. Ich bin schon eine ältere Semester, die Welt hat sich verändert.

Nasti
omasigi
omasigi
Mitglied

Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von omasigi
als Antwort auf nasti vom 23.09.2010, 02:25:54
oh Nasti,
es tut weh, Deinen Bericht zu lesen.
Ich habe habe aehnliche Geschichten meinen eigenen Kinder erzaehlt. Wenn ich heute es bei ihren Kindern tue grinzen sie, aber sie verbieten es mir nicht.
Keins meiner Kinder hat deswegen Nachteile in ihrem Leben gehabt, dass ich ihnen von diesen kleinen Zwergen erzaehlte.
Nasti wie schade, wird doch dadurch die Fantasie der Kinder angeregt.
Nasti gib nicht auf. Besuch Deine Enkel weiterhin.
gruessle
omasigi
Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Cathalina vom 23.09.2010, 01:18:11

was hat das mit erziehung torpedieren zu tun?

man kann auch verwöhnen, indem man ausgiebig mit den kindern spielt,

ihnen zuhört, zeit hat, sachen unternimmt, die aus zeitgründen die eltern

evtl. nicht machen können.

schade, wenn DU zu deiner kinderzeit keine großeltern gehabt haben solltest,

die das mit dir hätten machen können.

also - WIR genießen das.

großeltern haben einen anderen stellenwert als eltern -

das war zu allen zeiten so und bleibt hoffentlich auch so.


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Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf vom 23.09.2010, 08:11:30

p.s.

großeltern heute sind auch anders:

die surfen im internet und spielen golf
lalelu
lalelu
Mitglied

Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von lalelu
Ich denke, bei der Beantwortung der Frage, ob Großeltern "ein "Auge zudrücken dürfen" muss man differenzieren. Es kommt auf das Alter der Enkel an und außerdem auf die Situation.

Bei einem schon fast erwachsenen Enkel würde ich es gelassen sehen, wenn ich in Kleinigkeiten gelegentlich großzügiger bin als die Eltern es handhaben und von mir erwarten. Ich würde den Enkel dann aber mit einem Augenzwinkern darauf hinweisen, dass diese Großzügigkeit kein Dauerzustand sein kann, weil ich den Eltern nicht in den Rücken fallen möchte.

Bei kleineren Kindern halte ich Konsequenz für besser – und zwar sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen. Ich glaube, dass man es sich selbst leichter macht, wenn man eine klare Linie einhält, weil schon die Kleinsten schnell merken, dass Betteln oder Jammern erfolglos sind, um "verbotene" Wünsche durchzusetzen.

Generell gilt in unserer Familie, dass die Eltern das "Sagen" haben, wenn wir alle zusammen sind, und dass ich selbst entscheide, wenn ich allein mit den Schätzchen bin. Dabei übertrete ich aber niemals ein grundsätzliches "Gebot", welches die Eltern erlassen haben, weil es mir als junge Frau auch nicht gepasst hat, wenn Oma gegen meine ausdrückliche Wünsche handelte. @ cathalina: das sehe ich so wie du.

Ich bin sogar konsequenter als die Eltern - bitte nicht mit diktatorisch verwechseln! Ich versuche schon den kleinen Schätzchen eine altersgerechte Verantwortung für ihr eigenes Tun aufzuerlegen. Z.B.: "Bald fängt das Sandmännchen an. Du musst jetzt anfangen aufzuräumen, damit du bis zum Beginn der Sendung fertig bist. Du weißt doch, dass das Sandmännchen nicht wartet". Seit mein Enkel einmal erlebt hat, dass er die Hälfte vom Sandmännchen verpasste, weil er rumtrödelte, klappt das ohne jedes Murren prima. Mal abwarten, ob das in 10 Jahren noch immer so ist – das fehlende Murren bei ungeliebten Tätigkeiten, nicht das Sandmännchen .

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ZEIT und persönliche Zuwendung die schönsten Geschenke sind, die man Enkelkindern machen kann. @ karin 2: in diesem Punkt hast du zu 100% recht. Alles andere haben die meisten heutzutage sowieso im Überfluss, wenigstens in der westlichen Durchschnittsfamile.



Lalelu
hinterwaeldler
hinterwaeldler
Mitglied

Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von hinterwaeldler
Großeltern sind nicht erziehungsberechtigt. Großeltern dürfen aber alles tun, das die Enkel sich bis in ihr eigenes hohes Alter an sie Erinnern. Beispielsweise: "Bei Oma und Opa wuchsen Erdbeeren, Birnen und Melonen nicht im Aldi sondern im Garten hinter dem Haus und die schmeckten viel besser!" Das ist auch die Garantie zum Generationsvertrag, die Enkel sollen wissen wozu sie in die geseztliche Rente einzahlen. Sie werden sich dann genauso verhalten. Auch dann, wenn die Eltern es anders wollen. Dem Vortrag von Karel Gott: Babicka habe ich nichts hinzuzusetzen!

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Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von mart1
als Antwort auf hinterwaeldler vom 23.09.2010, 11:43:52
Großvater von STs, ein Lieblingslied von mir.

[i]Bei jeden Wickel mit der Mutter war mein erster Weg von daheim zu dir. Du host gsagt sie ist allein das muaßt versteht - ois vergeht komm drink a Bier. Du host nur gemeint es ganze Leben besteht aus nehmen und viel mehr geben. Worauf I aus deim Kosten in der Nocht dei paar tausend Schilling gefladert hob. Zum Verputzen in der Diskothek a poa Tog drauf host mi danach gefrogt. I hos bestritten hysterisch blead, dei Blick war traurig dann hob I gread. Du host nur gsogt kumm loss mas bleiben, geld kann goa nie so wichtig sein. Oda dei Frau die den ganzen Tag dir die Ohren vollgesungen hot. Du hast nur gemeint I hob sie gern i muas net alles was sie sogt immer höhrn. Großvater kannst du net owakumman auf an schnön Kaffee. Großvater I möcht dir soviel sagen wo I erst jetzt versteh. Großvater du warst mei erster Freund und deis vergiß I ni Großvater ...
Wie du vom Krieg erzählt host, wie du an Russen aug in Aug gegenübergestanden bist, Ihr habts euch gegenseitig an Tschick angeboten die Hand am Abzug hat zittert vor lauter schiss. Und durch die Art wie du dein Leben gelebt hast hab I a Ahnung gegrigt wie man es vielleicht schafft. Bei Grundsatz war zuerst überlegen, a Meinung haben dahinter stehen. Niemals Gewalt olles bereden owa a ka Angst vor irgendwem
Großvater kannst du net owakumman auf an schnön Kaffee....
[/indent]
nasti
nasti
Mitglied

Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von nasti
als Antwort auf omasigi vom 23.09.2010, 04:13:06
Danke Omasigi


die Kinder lieben mich, und das zählt nur.
Nachdem ich meine Beleidigung überwidme, werde ich wieder mein Koffer packen.
Wir sind ohne TV großgeworden, und unsere Fantasien sind mit Bücher gesprengt. Diese Tatsache elektrisiert die Kinder, Sie lieben die Fantasiegeschichten.
In Familienkreise ist ein Mensch mehr empfindlich als woanders, deswegen gibt es so viele Streitigkeiten in vielen Familien.
Sollte mir gelungen mein gewöhnlichen "Kroki-Krokodil Haut" in Familienkreise anziehen,vielleicht wird es weiter gehen.


Grüßt

Nasti
pilli †
pilli †
Mitglied

Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von pilli †
als Antwort auf Urego vom 22.09.2010, 21:18:49
Ohne Zweifel liegt die Erziehung bei den Eltern. Ist es verwerflich, den Kindern mal ein Bonbon zuzustecken, auch, wenn sie keins haben sollten? Ich spreche nur von kleinen Sünden der Großeltern.

Urego


mit der "Erziehung" also dem schrecklichen
hin-und-her-ziehen
von kindern haben meine süssen und ich die gleichen probleme. kinder sind für uns partner, die im zusammenleben im besten falle vorgelebtes übernehmen.

http://up.picr.de/5271449.jpg[/img]

kann oma diesen augen eine wunsch abschlagen?

jou...kann sie, wenn gefahr für leib und seele droht. ansonsten hat es die gespräche mit *[i]allerbestem schwiegersohn von allen
* und tochter und das, seitdem ich das grosse glück hatte, Sophie vom siebten monat an bis zum dritten lebensjahr an drei tagen in der woche stundenweise zu betreuen während der berufstätigkeit von tochter. zum zweiten male wird mir dieses glück im januar gewährt, wenn ich nach ende der elternzeit stundenweise miterleben darf, wie sich Sarah entwickelt.

wir haben gemeinsam eine, wie ich meine, gute lösung gefunden.

im hause der eltern wendet sich Sophie mit bitten an diese und wenn sie das wochenende bei mir erlebt, entscheide ich, wie diese "auszeit" von den kleinen heimischen pflichten im elternhaus gestaltet wird. gemeinsam erleben wir einmal im jahr einen zweiwöchigen urlaub und dann gilt ganz klar das wort der eltern...bis auf sehr wenige, winzige ausnahmen,die natürlich nicht im beisein von Sophie besprochen werden.

wir halten uns strikt an unsere vereinbarung; auch wenn da manchmal witzige situationen entstehen. wird sophie z.bsp. von ihren eltern abgeholt und wir trinken noch rasch eine kaffee bei mir, fragt sie ihren vater keck, ob sie ebenfalls kaffee trinken darf. der schaut sie ruhig an und meint. "du bist gast bei oma, bitte frage sie" das sind dann die kleinen, nicht erwarteten zwickmühlen; aber ich konnte die ernst und ohne zu lachen lösen:

ich habe ihr soviel milch in die tasse geschüttet, dass der kaffeetropfen, den ich dann eingeschenkt habe, keinen weiteren schaden anrichten konnte.

in den nun fünf jahren hat es sich so eingespielt, das Sophie, so meine ich jedenfalls, genau weiß: gegeneinander ausspielen, datt wird nicht funzen.

dass ich aber an einem wochenend-besuch sophie dann verwöhnen darf, dafür danke ich meinen süssen und ihrem verständnis, datt oma diese wunderbare zeit mit den enkeln erleben darf. ich weiß, das ist ein kostbares geschenk und werde das nicht mit im selbstherrlichen alleingang entschiedenen fragen, gefährden.


--
pilli
Cathalina
Cathalina
Mitglied

Re: Dürfen/Sollten Großeltern bei ihren Enkeln mal ein Auge zudrücken?
geschrieben von Cathalina
als Antwort auf vom 23.09.2010, 08:11:30
Hallo karin2,

da haben wir aneinander vorbei geredet bzw. meinen verschiedene Punkte. Das was Du anführst sollten Selbstverständlichkeiten sein, wenn die Großeltern die Zeit dazu haben.

Mit Erziehung torpedieren meinte, ich das die Kinder grundsätzlich bei den Großeltern das machen dürfen, was zu Hause verboten ist. Also beispielsweise stundenlang Fernsehen, abends bis in die Puppen auf bleiben dürfen, trotzdem es am anderen Tag in die Schule geht, Süßigkeiten bis zum erbrechen essen usw. Genau das hat nämlich meine Mutter betrieben und dagegen bin ich eingeschritten.

Märchen erzählen, mit den Kindern Ausflüge machen, mit ihnen Basteln und singen usw. Das sind doch später die schönsten Erinnerungen. Jedenfalls bei mir. Opa hat uns Kindern vorm Einschlafen immer selbst erfundene Märchen erzählt. Mit seinem Fundus hätte er Märchenbücher schreiben sollen, hat er leider nicht getan. Meine Lieblingsbücher waren die original Grimms Märchen, Heidi etc. Die Ausflüge in die Natur, Dampferfahrten mit den Großeltern, alles Dinge zu denen meine Mutter sich selten die Zeit genommen hat, aber die Großeltern. Es war einfach nur schön und genau das haben wir, solange wir noch in DE wohnten, auch an unsere Enkel weitergegeben.

@nasti

Deine Schwiegertochter kann einem nur leid tun. Sie hat keinerlei Phantasie und meint das die Kinder diese auch nicht brauche. Im Grunde ist sie ein armer Mensch.

Gruß

Cath

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