Forum Soziales und Lebenshilfe Soziales Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen

Soziales Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen

myrja
myrja
Mitglied

Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von myrja
Im Grunde ist die Idee, Hartz IV-Empfänger im Pflegebereich einzusetzen, bestimmt nicht schlecht, wenn sie vernünftig für diese äußerst schwere Arbeit ausgebildet und bezahlt werden.

Aber es sollte auf freiwilliger Basis stattfinden. Nicht jeder eignet sich für diesen Job. Ich habe meine Mutter gepflegt und weiß wovon ich rede. Beruflich würde ich diese Arbeit nicht machen wollen. Er geht auch auf die Gesundheit.

Meine Mutter war halbseitig gelähmt, konnte nicht sprechen und hatte einige Kilo zu viel. Ich hatte in dieser Zeit sehr starke und sehr schmerzhafte Rücken- und Armmuskulaturbeschwerden, die mir oft die Tränen in die Augen treiben und die ärztlich behandelt werden mussten. Während der ganzen Zeit lebte ich fast nur von starken Schmerzmitteln.

Zudem sind auch menschliche Qualitäten wie Verständnis für die Leiden der Kranken und viel, viel Geduld gefragt.

Nicht jeder Hartz IV-Empfänger bringt diese Voraussetzungen mit!

Myrja
Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf myrja vom 07.09.2010, 18:24:07

da hast du vollkommen recht.
wer möchte schon von jemandem gepflegt werden, der dazu
zwangsverdonnert wurde?

das kann und wird auch nicht gut gehen,
viele sind für diese art beruf überhaupt nicht geeignet.
physisch und auch psychisch.
Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf olga64 vom 07.09.2010, 16:00:03
Wer das gut findet dem wünsche ich von so einer "Zwangspflegekraft " vesorgt zu werden.
Das ist wieder ein Schnellschuss der Politik. Hört sich ja auch gut an so schnell ein Problem zu lösen.
"Endlich hätten diese Hartz IV-Empfängern wieder etwas zu tun und könnten sich nützlich machen". Leider denken hier viele so wenn ich mir die Beiträge durchlese.

Nur noch mal zur Erinnerung an alle die es vergessen haben:

Altenpfleger sollen mit Menschen umgehen, auf sie eingehen, ihre Bedürfnisse erkennen und sich fachgerecht plegen.
Beruf kommt auch von Berufung!

So einfach ist das nicht.
Das Problem der Hartz IV-Empfänger ist zu komplex, als es mit ein paar einfachen Phrasen, die jemenaden vor dem Einschlafen oder "auf dem stillen Örtchen" eingefallen sind zun lösen.

Es geht nicht darum die Strasse zu fegen oder in einem Park den Müll wegzuräumen.

Das sind Ausbildungsberufe die nach Beendigung der Ausbildung sehr schlecht bezahlt werden. Deshalb ist dort auch ein grosser Anteil von ausländischen Mitbürgetrn zu finden!
Ist doch toll so einen schweren Job zu haben mit Schichtdienst und davon nicht ein Mal ohne staatliche Hilfe die Familie unterhalten zu können. Das wollen doch tatsächlich " die faulen Deutschen nicht!!"
Leider konnten sich diejenigen die den Arbeitskräfte Mangel beklagen ausserdem nicht dazu entschliesen die entsprechenen Ausbildungsstellen zu schaffen.
Gruss Halli

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karl
karl
Administrator

Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von karl
als Antwort auf vom 07.09.2010, 19:23:02
Wer das gut findet dem wünsche ich von so einer "Zwangspflegekraft " vesorgt zu werden.
geschrieben von Halli
Wir sollten das keinem wünschen. Ich halte die Aussage von Merkel für Populismus. Richtig ist, dass wir in einen großen Pflegenotstand hineinschlittern. Falsch ist zu glauben, man könne dies einfach mal so durch Dienstverpflichtung von Arbeitslosen lösen und somit quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Ich kenne übrigens eine HartzIV-Empfängerin (alleinerziehend) mit zwei gemeldeten Aushilfejobs. Ein dritter Job geht schon aus Zeitgründen nicht.

Eine sehr wichtige Maßnahme wäre es, Pflegekräfte anständig zu bezahlen und ihnen eine gute Ausbildung zu geben, um den Beruf attraktiv zu machen. Geld ist vorhanden, es muss richtig eingesetzt werden. Das Thema "Pflegenotstand" wird von Jahr zu Jahr aufgrund der relativen Alterung der Bevölkerung immer brisanter werden, es wird deshalb hierzu noch viele Diskussionen geben.

Wenn wir keine japanische Lösung wollen, dann muss uns etwas einfallen. Wenn ich drüber nachdenke: Ich würde mir lieber einen kompetenten Roboter als einen unwilligen Menschen wünschen.

Karl
Felide1
Felide1
Mitglied

Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von Felide1


Arbeitslose, Hartz IV- Empfänger sollen wieder an die Arbeit heran geführt werden.
Ob dies gerade im Pflegebereich sein soll ist fraglich. Pflegekräfte in diesen Bereichen müssen doch die erforderlichen Kenntnisse, Geduld, viel Einfühlungsvermögen und auch die körperlichen Fähigkeiten haben.

Wenn ich mir vorstelle,dass ein Arno Dübel (größster Abzocker Deutschlands) der auch Andere die es bitter nötig haben unterstützt zu werden in Verruf bringt, dann graut mir bei dem Gedanken, von so einem Taugenichts der nichts von Arbeit hält und dies auch öffentlich kund tut,eventuell einmal gepflegt zu werden. Da bin ich froh weit genug entfernt zu wohnen ,dass diese Situation nie zutrifft.

Felide
Christine1951
Christine1951
Mitglied

Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von Christine1951
als Antwort auf karl vom 08.09.2010, 07:07:09
... ich hänge mich einfach mal hier dran ...

Mein Sohn macht gerade eine Ausbildung zum Altenpfleger, es ist ein sehr harter Job, nervlich sehr belastend, körperlich sehr schwer, was er vor allen Dingen sehr beklagt ist der ständige Zeitdruck, gern würde er mehr tun, ab und zu sich mehr Zeit für die Pflege nehmen, mehr auf die Bewohner eingehen, auch persönliche Zuwendung, ein offenes Ohr ... nicht nur hetzen
Er ist der Meinung, dort wo mit Menschen gearbeitet wird ist ein "Zeitfaktor" störend. Er arbeitet auf einer Station mit mehrheitlich dementen Menschen und da ist z.B. Körperpflege heute nicht gleich Körperpflege morgen mal dauert es länger als geplant (veranschlagt) mal viel, viel länger denn der Zustand der Menschen ist ja auch vom täglichen Befinden abhängig. Zeit für Förderung bleibt da wenig obwohl gerade dies sehr nötig wäre um nicht noch vorhandene Fertigkeiten zu verlieren sondern stets am "Nichtvergessen" zu arbeiten. Der Zeitdruck der Pfleger wirkt sich natürlich auch auf die Bewohner aus.
Wie stellt sich die Frau Merkel das vor? Ein Job der kaum eine Familie ernährt .... manch Hartz 4 Empfänger hat sicherlich mehr zur Verfügung als eine Altenpflegefachkraft. Selbst wenn es möglich wäre wirklich interessierte Hartz 4 Empfänger gut auszubilden wo soll denn dann der Anreiz sein? Sollten dann diese Hartz 4 Empfänger ein höheres Gehalt bekommen als die die bisher in der Branche arbeiten? Das ganze ist von Frau Merkel so wenig durchdacht und ich wundere mich wie eine Kanzlerin mit solch einem "Halbwissen" in die Öffentlichkeit treten kann.
Übrigens wird mein Sohn bereits jetzt während der Ausbildung offen angesprochen ob er nicht nach der Ausbildung ins Ausland gehen möchte.
Christine

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eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von eleonore
als mein fast schwiegermutter pflege bedürftig wurde, beuaftragten wir einen pflegedienst.

angeblich das beste vor ort.
mangels fachkräfte arbeitete diese dienst mit angelernte kräfte.
ob es hausfrauen oder arbeitslose waren, weiss ich nicht.

ich war schlicht entsetzt, angesichts die "pflege", was verrichtet wurde.
die alte dame wurde windelträgerin mit der zeit, trotzdem war die morgentoilette in knapp 20 minuten fertig.
es wurden waschlappen mehrmals benutzt und andere unappetitlichkeiten waren am tagesordnung.

in heim, wo sie dann hinkam, war der größte teil des personals 400,-€ kräfte und zivis.
aber die zivis entfallen demnächst, dank herrn guttenberg, ebenfalls.

frau merkel besitzt eventuell die güte zu erklären, wie sie einen langzeit arbeitslosen motivieren will, die sensible und aufwendige pflege eines alten menschen, schwerbehinderten oder andere patienten,ohne nennenswerte ausbildung zu bewältigen.
da hilft kein kurs in galopp.
eine selten dämliche schnapsidee.

die politiker sollten lieber darüber nachdenken, wenn ich jemand privat zuhause pflege, bekomme ich 225,-€ monatlich beim pflegestufe 1.
ein beaftragte pflegedienst wird mit 440,-€ monatlich entlohnt.
(bei uns kam die dame 1 mal am tag)


in gegensatz zu pflegedienst sind wir zuhause tag und nacht einsatz bereit.
irgendwas stimmt dann nicht, oder?
ingo
ingo
Mitglied

Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von ingo
als Antwort auf olga64 vom 07.09.2010, 17:17:15
Zwei Dinge muss ich da wohl noch aufklären: Mit "Stuss" meinte ich nur den Unterton, wie z.B. hier: Damit bekämen Hartz IV-Empfänger endlich eine Aufgabe, die sie ja anscheinend stets reklamieren. Sowas ist für mich polemisch; das hätte ich von Ihnen bei einem so ernsten Thema eigentlich nicht erwartet. Was Deutschkurse angeht, meinte ich das natürlich nur als Vergleich im Zusammenhang mit der Sarrazin-Debatte; nicht im Zusammenhang mit Ihrem Beitrag. Dazu noch einmal ganz sachlich: Wer berufsfremd aus Hartz IV in einen Pflegeberuf kommt, muss vorher zumindest einen Crashkurs in Sachen Pflege machen, in dem auch seine Eignung festgestellt werden muss. Ich weiss, worüber ich rede; denn Menschen einfach so zur Pflege von Grünanlagen zu schicken, ist nämlich auch nicht so einfach. Sowas würde stets, bzw. lange Zeit einer Aufsichtsperson bedürfen, weil sonst mehr Schaden als Nutzen dabei rauskommen kann. Und wenn derjenige zwei linke Hände hat und sich mit einem Elektrogerät verletzt, ist der Ärger auch grösser als der Nutzen. So; ich hoffe, ich habe mich jetzt genau genug ausgedrückt, um verständlich zu machen, dass es ganz so einfach nicht ist; dass ich es aber durchaus für sinnvoll und machbar halte; übrigens schon seit Jahrzehnten.
loretta †
loretta †
Mitglied

Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von loretta †
als Antwort auf ingo vom 08.09.2010, 09:18:03
Fein, Frau Merkel, haben sie sich das ausgedacht.

Da können wir uns ja alle warm anziehen, wenn im Falle einer Pflegebedürftigkeit im Seniorenheim die ungeschulten Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger uns dereinst baden und Windeln anlegen.

Wenn es dann noch solche Flachpfeifen wie ein Arno Dübel sind, die eh keinen Bock auf Arbeit haben, können wir davon ausgehen, dass die Situation in den Pflegeheimen noch schlechter wird, als sie ohnehin schon ist.

Tja, was lehrt uns das immer wieder: alte Menschen haben keine Lobby.

Niemals hätte Frau Merkel gewagt, anzubieten, das Heer von Arbeitslosen in den Kitas einzusetzen. Den Gegenwind protestierender Eltern hätte sie mit Sicherheit nicht ausgehalten.

Ich gehe davon aus, dass für den Altersruhesitz einer Frau Merkel bestens und luxuriös vorgesorgt ist. Auf keinen Fall wird sie sich von einem Arbeitslosen den Hintern abwischen lassen müssen.

loretta
ingo
ingo
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Re: Einsatz von Hartz IV-Empfängern als Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen
geschrieben von ingo
als Antwort auf loretta † vom 08.09.2010, 09:21:40
Loretta: Hast Du nach meiner sehr differenzierten Antwort wirklich mich angesprochen. Genau das, was Du beschreibst darf ja nach meiner Meinung nicht passiere. Ich habe eben übrigens noch ein PS. in meinen Beitrag geschrieben, der das noch verdeutlicht. Ich denke übrigens auch, dass wir da schon seit Jahrzehnten Züge haben abfahren lassen. Wenn man sich schon vor 20 Jahren derartige Gedanken gemacht hätte, hätte man viele "Arbeitsentwöhnungs-Probleme" gar nicht erst bekommen.

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