Soziales Empfindlichkeiten

Adoma
Adoma
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Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von Adoma
als Antwort auf Gillian vom 18.11.2012, 12:20:44
Wieso habe ich immer das Gefühl, dass wir Ostdeutschen von oben herab betrachtet werden...

Ich bin davon überzeugt, wenn ich voll zu dem stehe was ich bin und war.
Zu allem was mich geprägt und ausgemacht hat..
dann kann niemand auf mich herabschauen, denn das würde ich nicht wahr-nehmen, weil es NICHT wahr IST.
Wenn ich Empfindlichkeiten spüre, dann suche ich die Schwachstelle in mir, und beginne mich neu "aufzurichten".
Adoma
loretta †
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Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von loretta †
als Antwort auf lars vom 18.11.2012, 15:57:19
Auch ich war 1990 unterwegs von Kassel Richtung Eisenach - Lena - Berlin Ostseite.

In Lena verspeiste ich das Mittagessen für sage und schreibe 5 DM.

In Berlin chekten wir in ein Hotel ein, auf der Ostseite, da bekamen wir den Unterschied zu spüren, die U Bahn kostete nur 40. Pfennig, was sicher positiv war!
geschrieben von lars


lars, ich blicke in deinem Beitrag bei einigen Dingen nicht ganz klar.

Wer ist Lena? Lena-Meyer-Landrut oder vielleicht Jena ????

Donnerwetter, und dass die U-Bahn in Berlin 1990 nur 40 Pfennig gekostet hat, das wüsste ja selbst ich als eingefleischte Berliner Autofahrerin.

Komm schon, klär mich mal auf, was du da geschrieben hast, zwinka.

loretta
lars
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Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von lars
als Antwort auf loretta † vom 18.11.2012, 16:07:49
Sorry Lorette, habe mich verschrieben, natürlich heisst die Stadt Jena!

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loretta †
loretta †
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Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von loretta †
als Antwort auf lars vom 18.11.2012, 16:16:53
Macht ja nix, lars. Ich dachte es mir fast.

Und mit der U-Bahn denke ich, hast du die S-Bahn gemeint, die zu dieser Zeit in Berlin-Ost noch fuhr - im Gegensatz zur U-Bahn.

Die Ostberliner U-Bahnhöfe hingegen waren 1990 noch geschlossen. So schnell haben sie diese gar nicht flott gekriegt, denn hier sind die Züge ja immer ohne Stopp durchgefahren und der Fahrgast hat bewaffnete Volkspolizisten, die dort auf den Ostbahnhöfen mit MP im Anschlag dumm rummstanden, bewundern können.

Hauptsache ist, du hast Berlin in guter Erinnerung behalten.

Lieben Gruß
loretta
Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von ozimmi
als Antwort auf Gillian vom 18.11.2012, 12:20:44
Liebe Gillian,

die Verteilung der "Genies" dürfte in allen Teilen gleich aussehen.

Ich kann Deine Empfindungen sehr gut nach voll ziehen, hoffe aber sehr, daß die gegenseitige Akzeptanz irgendwann gegeben ist.

Eigentlich hatte ich gedacht, daß nach über 20 Jahren über diese Thematik nicht mehr gesprochen oder geschrieben werden müßte. Ich gebe es zu: Ich habe mich gewaltig geirrt!!

Liebe Grüße - ozimmi
claudiawien
claudiawien
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Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von claudiawien
als Antwort auf Gillian vom 18.11.2012, 12:20:44
Liebe Gillian, ich finde, man darf ruhig empfindlich reagieren, wenn jemand etwas eindeutig Doofes sagt.
Herzliche Grüße!

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barbarakary
barbarakary
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Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von barbarakary
als Antwort auf Gillian vom 18.11.2012, 12:20:44
Ja, es ist seltsam, dass diese Empfindlichkeiten nach so vielen Jahren immer noch bestehen. Seit 9 Jahren lebe ich Wessi im Osten - sehr glücklich, habe viele nette Leute kenengelernt. Besonders stolz bin ich, wenn jemand erstaunt fragt: Sie sind aus dem Westen? Naja, meistens merkt man es schon etwas an meinem südwestdeutschen Tonfall. Leider haben die Leute auch hier in den ersten Jahren nach der Wende nicht die besten Erfahrungen gemacht mit den 'Besserwessis'...
Mein Fazit: Von der Vereinigung hat vor allem der Westen profitiert - freier Zugang zur Wiege der deutschen Kultur, Kontakt zu Menschen, die ihr Leben kreativ anpackten und bis auf wenige (gibt es überall auf der Welt) sehr freundlich sind. Also Kopf hoch, liebe Gillian!!!
LG barbarakary
Klara39
Klara39
Mitglied

Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von Klara39
als Antwort auf barbarakary vom 18.11.2012, 16:59:20
Vielleicht darf ich auch noch etwas von meinem Erfahrungs"senf" dazugeben. Ich bin nach der "Wende" hier in Thüringen arbeitslos geworden und bekam eine Stelle in Süddeutschland angeboten, die ich auch annehmen konnte, weil ich keine Famile hatte. Meine Chefin hat mich anfangs betrachtet, wie jemand, der aus einem Reservat in die Freiheit entlassen wurde. Es waren für beide Seiten völlig neue Erfahrungen. Mein Glück war, dass ich immer auf Wohlwollen gestoßen bin. Es war eine neue Welt, man musste plötzlich entscheiden, welche Krankenkasse man wählt, wie man mit seinen Ersparnissen umgeht und wie man für das kämpfen muss, was einem zusteht. In der ehem. DDR gab es eine Krankenkasse, für´s Ersparte ein Sparbuch mit 3% Zinsen und überall Einheitspreise. Man musste nicht viel Hirnschmalz ins tägliche Leben investieren - es lief. Plötzlich war alles ganz anders und daraus resultierte bei vielen die Unsicherheit. Ich stelle mir immer vor, wenn mir jemand damals gesagt hätte, alles, was du bisher geglaubt hast, war falsch. Ich hätte mich gewehrt. Und dann kam es auch darauf an, ob man auf wohlmeinende "Wessis" traf, die einen mit der neuen Freiheit vertraut machten oder auf Abzocker, die die Unwissenheit anfangs schamlos ausnutzen konnten. Ich bin auch heute noch empfindlich, wenn mir "Besserwessis" Ratschläge geben wollen, wie ich für mein Alter hätte vorsorgen sollen und die eigentlich keine Ahnung hatten, wie wir gelebt haben. Nun denke ich, dass wir uns langsam besser verstehen und bin milder geworden, wenn mich jemand verladen will (Motto: "Was juckt es die Eiche, wenn sich die Schweinchen dran scheuern!") Wir leben ja schließlich alle in einem Land und ich bin not amused, wenn jemand meint, ich wohne im Osten - ich wohne im grünen Herzen Deutschlands.
Klara
Malinda
Malinda
Mitglied

Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von Malinda
als Antwort auf Klara39 vom 18.11.2012, 17:25:29
und ich bin not amused, wenn jemand meint, ich wohne im Osten

Tja Klara, und damit habe ich so meine Schwierigkeiten. Ich wohne in Westdeutschland, habe Verwandte in Süddeutschland, Freunde in Norddeutschland und Freunde...in Brandenburg. Für mich wäre es der Geografie geschuldet die normalste Sache der Welt, Ostdeutschland zu sagen und zu schreiben, ohne den kleinsten Nebengedanken! Wehe ich tue das!

Gillian, ich schrieb schon mehrmals, dass wir oft in der DDR waren. Für mich war ein deutlicher Unterschied zwischen Land- und Stadtbevölkerung zu erkennen. Genau so erlebe ich es heute immer noch, besonders bei älteren Menschen.

Ich werde nie vergessen, wie unsere Freunde nach der Wende zum ersten Mal bei uns waren. Die Kinder spielten fröhlich im Garten und wurden von ihren Eltern nach kürzester Zeit ruhig gestellt. Sie durften doch die Nachbarn nicht stören!
Abends, als bei Bier und Wein die Gespräche lauter wurden, standen sie kurz vor einem Infarkt. Ob denn auch ja alle Fenster und Türen geschlossen geschlossen seien.. Ich hatte wirklich vollstes Verständnis, war mir ihr Leben doch bekannt. Heute sind sie wie umgewandelt und ich mahne manchmal die Lautstärke an

Befindlichkeiten kenne ich auch sehr gut. So gab es eine Zeit, in der ich allergisch reagierte, wenn Hausfrauen herabgesetzt wurden. Ich fühlte ich mich kollektiv betroffen.
Adoma hat es treffend beschrieben: ich habe mich gefragt, warum das so war und habe Selbstwertgefühl gewonnen. Das hast Du doch ganz bestimmt auch, oder?!

Nimm Klara beim Wort: was kümmert es die Eiche... Diese Lektion lerne ich hier im Forum immer neu.

Liebe Grüße
Malinda
geli
geli
Mitglied

Re: Empfindlichkeiten
geschrieben von geli
als Antwort auf loretta † vom 18.11.2012, 16:30:09
...
Die Ostberliner U-Bahnhöfe hingegen waren 1990 noch geschlossen.


????? Welche Ostberliner U-Bahnhöfe waren geschlossen ????

Vielleicht meinst Du ja die U-Bahnlinien, die früher (und dann später wieder) in den Westen fuhren?

Denn mit der U-Bahn bin ich im Osten auch schon lange vor 1990 gefahren - halt nur in Ostberlin.

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