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Soziales Kostenexplosion Pflegeheimplätze

Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von sirod49

… oft bleibt dann heute nur noch der Antrag beim Sozialamt auf “Hilfe zur Pflege”
Aber das sind doch dann auch wieder staatliche Gelder, die dann ebenfalls explodieren …

Ich frage mich heute ernsthaft, ob ich einen eventuell benötigten Pflegeheimplatz von meiner Rente noch bezahlen kann oder ob dann auch nur so ein “Antrag” ans Sozialamt bleibt.

Wo gehen diese ganzen Gelder von der Pflegeversicherung hin?

War diese Versicherung nicht mal dafür gedacht, dass sich alte Menschen keine großen finanziellen Sorgen um eine gute gesundheitliche Versorgung machen müssen?

… und zum Schluss noch meine Frage:
Warum muss sich ein pflegebedürftiger Mensch bei stationärer Pflege an den Investitionskosten der Betreiber des Pflegeheimes finanziell beteiligen?

In unserer Sächsischen Zeitung war in der vorigen Woche (27. August 2020) in einem Artikel zu lesen,
... dass in einem Bespiel aus Chemnitz

der Eigenanteil für den Pflegeplatz innerhalb von 5 Jahren um etwa 1000 Euro gestiegen ist

ich bin fassungslos und ratlos wohin das noch führen soll.

sirod49


 

olga64
olga64
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von olga64
als Antwort auf sirod49 vom 03.09.2020, 11:44:12

Sie haben einen sehr wichtigen Punkt vergessen: die Bezahlung der Mitarbeiter in diesen Einrichtungen muss besser werden. Das wird ja tagtäglich nicht nur von denen selbst, sondern von der Gesellschaft allgemein gefordert.
Wird das nicht getan, gibt es zukünftig noch weniger MitarbeiterInnen in diesem Segment.
Und auch das muss jemand bezahlen und zwar die Nutzer der Einrichtungen. Man sollte mit überzogenen Forderungen an den Steuerzahler vorsichtig sein ; denn sollte sich unsere Konjunktur eintrüben und die Arbeitslosenzahlen steigen, so sinken auch die Einzahlungen in die Steuerkassen und auch in die Sozialkassen wie Kranken- und Pflegeversicherungen.
Ähnlich verhält es sich bei den so oft bescholtenen Investoren für Altenheime. Verwenden die ihr Geld anderweitig, gibt es weniger solcher Einrichtungen. Und auch damit wäre einer stets älter werdenden Gesellschaft nicht geholfen, oder? Olga

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von sirod49
als Antwort auf olga64 vom 03.09.2020, 15:21:45
Sie haben einen sehr wichtigen Punkt vergessen: die Bezahlung der Mitarbeiter in diesen Einrichtungen muss besser werden.
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geschrieben von olga64
Ja, Olga die Bezahlung muss besser werden. Das ist natürlich ganz klar.
... Aber doch nicht auf Kosten der Heimbewohner !!!
 

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Juttchen
Juttchen
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von Juttchen

Auf wessen Kosten denn sonst? Wer die Leistungen eines Pflegeheimes in Anspruch nimmt, muß auch dafür zahlen. Man wird doch nicht gezwungen, in ein Heim zu gehen. Es könnten sich auch die Angehörigen um die alten Eltern kümmern, so wie es früher einmal war. Dann bräuchten wir keine Pflegeeinrichtungen.

freddy-2015
freddy-2015
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von freddy-2015
als Antwort auf sirod49 vom 03.09.2020, 17:48:39
 
Ja, Olga die Bezahlung muss besser werden. Das ist natürlich ganz klar.
... Aber doch nicht auf Kosten der Heimbewohner !!!

 
Man könnte ja dann die Kosten den eigenen Kindern anlasten.
Denn irgendwo muss der Lohn für das Personal doch herkommen.
Und die Kinder sind ja auch die grossen Nutzniesser dieser Regelung,
Eltern ins Heim und weiterleben wie immer....................................
Der Traum das der Staat alles bezahlt und das bei Privaten und kirchlichen Trägern der Heime,
ist geplatzt bzw. war nie Realität, denn selbst staatliche Heime müssten Gehälter zahlen.

 
Sirod  :
War diese Versicherung nicht mal dafür gedacht, dass sich alte Menschen keine großen finanziellen Sorgen um eine gute gesundheitliche Versorgung machen müssen?
Dann hätte die Pflegeversicherung 90 % der Alten nicht berücksichtigen müssen weil es ja früher diese Versicherung garnicht gab.
Ich hatte das am Anfang auch so gedacht, wir zahlen ein und später gehts an uns zurück.

Puste-Kuchen, wie die Rente einer zahlt ein und 1 Rentner kassiert sofort.
Mal bildlich gesprochen.
Pflegeversicherung war eine politische Entscheidung,
auf den schnellen Zuwachs an immer mehr älteren Menschen.
Und davon werden bekanntlich auch dann wesentlich mehr Pflegebedürftige.

Auch die,
die nie einbezahlt haben,
wurden doch auch unterstützt aus der Pflegekasse.


 
RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von Heidrun44
als Antwort auf Juttchen vom 03.09.2020, 23:12:54
Auf wessen Kosten denn sonst? Wer die Leistungen eines Pflegeheimes in Anspruch nimmt, muß auch dafür zahlen. Man wird doch nicht gezwungen, in ein Heim zu gehen. Es könnten sich auch die Angehörigen um die alten Eltern kümmern, so wie es früher einmal war. Dann bräuchten wir keine Pflegeeinrichtungen.
Pflegeeinrichtungen hat es schon immer gegeben. Wenn die Kinder ein Haus oder eine große Wohnung haben geht das vielleicht 😏. Wenn man die "frühere" Generation hört, wie es war als sie ihre Eltern gepflegt haben, das war zum Teil sehr schwierig. Ich möchte jedenfalls nicht zu meinen Kindern ziehen. In die Nähe ja, damit sie immer nach dem Rechten sehen können. Entweder ich habe genug Geld das ich alles, oder zumindest den größten Teil selber zahlen kann, oder ich muß zurück stecken. 😐
LG Heidrun

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Monja_moin
Monja_moin
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von Monja_moin
als Antwort auf Juttchen vom 03.09.2020, 23:12:54
Auf wessen Kosten denn sonst? Wer die Leistungen eines Pflegeheimes in Anspruch nimmt, muß auch dafür zahlen. Man wird doch nicht gezwungen, in ein Heim zu gehen. Es könnten sich auch die Angehörigen um die alten Eltern kümmern, so wie es früher einmal war. Dann bräuchten wir keine Pflegeeinrichtungen.

Die Zeiten haben sich geändert.

Diese Großfamilien, wo alle räumlich dicht beieinander wohnen und sich so die Angehörigen gemeinsam um den zu pflegenden Familienangehörigen kümmern können, trifft man nur noch selten an. Meist wohnen sie weit verstreut, so bleibt es überwiegend an einem Familienmitglied hängen.
Hinzu kommt, daß in den Familien beide Elternteile voll berufstätig sind und die Pflege / Betreuung zeitlich nicht leisten können.
Auch räumlich werden die meisten Probleme haben.
 
Überlegen solle man auch, wer kommt denn in ein Pflegeheim. Das sind betroffene, die in ihrem Zuhause nicht mehr alleine leben und sich selbst versorgen können und die Hilfe durch ambulante Pflege nicht mehr ausreicht. Sie brauchen überwiegend Betreuung rund um die Uhr. Welcher Familienangehörige kann dies leisten ohne selbst an seine Grenzen zu stoßen?
 
Monja.
Juttchen
Juttchen
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von Juttchen
als Antwort auf Monja_moin vom 04.09.2020, 10:54:53

Sorry, ich kenne es nicht anders, dass man sich um seine Angehörigen kümmert und sie pflegt. Meine Mutter hat schon ihre Eltern gepflegt und meine Schwiegermutter hat mir das auch so vorgelebt, sie hat auch ihren Vater, der mit 96 Jahren verstorben ist, bis drei Wochen vor seinem Tode, gepflegt. Und so habe ich es auch mit meinen Eltern "gehandhabt". Meine Eltern haben mir ein sorgenloses Leben ermöglicht, und so konnte ich mich erkenntlich zeigen und meinen Dank ausdrücken.
Aber es soll jeder das machen, was er für richtig hält.

werderanerin
werderanerin
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf Monja_moin vom 04.09.2020, 10:54:53

Ja, die Zeiten haben sich grundlegend verändert aber die Möglichkeiten, einen angemessenen aber vor allem bezahlbaren Heimplatz im Fall des Falles zu bekommen, hat sich eben insofern verändert, als das enorme Summen selbst aufgebracht werden müssten, um einen Platz zu bekommen.

Wer aber kann sich das leisten? Ein schier unendliches Thema.

Wo aber soll das alles noch hinführen...wir wissen alle, dass Pflegekräfte rar und vor allem nicht angemessen bezahlt werden...eine Endlosspirale nach oben. 

Hat aber ein Mensch nicht auch "Anspruch" auf eine humane Unterbringung..., warum spielt auch hier Geld die entscheidende Rolle, das kann nicht gerecht sein.

Am schlimmsten aber finde ich, dass seit Jahren nur geredet wird, wirklich durchgreifende Änderungen gibt es nach wie vor nicht.

Geldbeutel sind entscheidend. Wer Geld genug hat, hat gewonnen !


Kristine

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von sirod49
als Antwort auf Juttchen vom 04.09.2020, 11:49:53

Juttchen, darf ich dich mal fragen, ob deine Kinder auch so denken wie du?


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