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Soziales Kostenexplosion Pflegeheimplätze

Klara39
Klara39
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von Klara39
Na, da bin ich ja gespannt, wie es mir gehen wird, wenn ich nicht
mehr alleine kann. Angehörige habe ich keine und wenn ich
dann das Pflegeheim von meiner Durchschnittsrente nicht mehr
bezahlen kann, bleib nur noch die Luft anhalten oder um einen
schmerzlosen Abgang bitten (das soll ja heute schon möglich sein!)
Klara
RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von sirod49

Pflegebedürftige Menschen, die schon stationär in Pflegeheimen untergebracht waren, hatten doch gar keine Wahl diese neuerdings immer wieder Preiserhöhungen abzulehnen. Ich kann mir vorstellen, dass so ein Druck enorm sein muss und die Sorge, dass das Geld nicht aufgebracht werden kann, auch Angehörigen gewaltig zusetzt.
Das alle Pflegekräfte eine bessere Bezahlung erhalten müssen, ist doch selbstverständlich. Aber das darf nicht auf den Rücken der Menschen passieren, die im Pflegebett liegen und ein Recht auf gute Pflege haben.
Vielleicht sollte noch einmal darüber nachgedacht werden, ob der monatliche Beitrag zur Pflegversicherung so erhöht werden müsste, dass diese zusätzlichen Kosten abgefedert werden. Ich denke, es ist eine gemeinschaftliche Aufgabe.

sirod49

 

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von Achim2020

Meine Mutter ist nun 17 Jahre tot. Mit 87 Jahren ging sie noch selbst zum Einkauf und bedurfte keiner fremden Hilfe. Dann wurde ein Lymphom diagnostiziert. Es folgten 3 Wochen Klink. Von dort aus wurde sie ein Hospitz verlegt. Das Haus wurde von Ordensfrauen geführt und bot eine angenehme Atmosphäre. Dort verbrachte sie ihre letzten 4 Wochen. Ein guter Ort zum sterben, möchte ich in der Rückschau sagen.

Normalerweise hätten mein Bruder und ich Teile der Kosten tragen müssen, aber aus unerfindlichen Gründen kam nie eine Rechnung. Die Nonnen habe ich dann mit einer Spende bedacht. Es waren dort auch Menschen untergebracht, die nicht soviel Glück im Leben hatten.

Ich selbst will nur so lange Leben, wie ich meine Obliegenheiten selbst erledigen kann. Sollte eine finale Diagnose kommen, weiß ich was zu tun ist. Das ist lange und gründlich durchdacht. Natürlich kann mich auch unvermittelt im Supermarkt der Schlag treffen. Dann habe ich eben die A****-Karte. Ich hoffe, es bleibt mir erspart.

Achim


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RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von Juttchen
als Antwort auf sirod49 vom 04.09.2020, 11:59:11

Hallo Sirod,
ja klar darfst Du mich fragen.
Also ich erkläre es mal so: In unserer Familie wurde schon immer Menschen geholfen, wo man konnte. Meine Mutter hat alle Enkelkinder großgezogen, und alle finanziell unterstützt, die Hilfe brauchten. Wer schwer erkrankte, wurde von ihr gepflegt. Es bestand und besteht immer ein großer Familienzusammenhang.
Auch ich werde mich, wenn es einmal erforderlich werden sollte, um meine Enkelkinder kümmern. In welchem zeitlichen Umfang, das ist noch nicht geklärt, aber grundsätzlich schon.
Auch heute schon kümmert sich unser Sohn um uns, obwohl wir seine Hilfe noch nicht nötig haben. Und wir wissen, dass wir uns auf ihn verlassen können. Damit glaube ich, dass er so ähnlich denkt wie ich.😉
Lieben Gruß

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von Heidrun44
als Antwort auf Juttchen vom 04.09.2020, 12:28:13

Es ist schön wenn ihr in eurer Familie so denkt / lebt. Das ist bei uns auch so (meine Enkelin wohnt seid dem 4ten Lebensjahr bei mir) und zwei meiner drei Töchter helfen mir wann immer ich Hilfe brauche, aber trotzdem werde ich nie bei meinen Töchtern oder bei meiner Enkelin (sie ist wie die 4 Tochter für mich 😊) wenn sie erwachsen ist, einziehen.
Wie ist es mit denen die gar keine Kinder haben?
LG Heidrun

Klara39
Klara39
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von Klara39
als Antwort auf Heidrun44 vom 04.09.2020, 12:44:47
Ja, Heidrun, das frage ich mich auch! Wenn genügend Vermögen vorhanden ist,
mag es ja noch gehen - aber ohne?
Klara

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RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von sirod49
als Antwort auf Klara39 vom 04.09.2020, 13:58:05

Ja liebe Klara, es ist leider so, dass dann nur ein Antrag beim Sozialamt “Hilfe zur Pflege” gemacht werden kann …und das finde ich besonders entwürdigend für all diese Menschen,.
Diese Anträge beim Sozialamt, die leider durch diese aktuellen preislichen Erhöhungen scheinbar besonders zunehmen, sind doch auch nur eine Verlagerung einer undurchdachten Sozialpolitik.

Liebe Grüße von sirod49


 

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von sirod49
https://www.saechsische.de/plus/warum-ein-platz-im-pflegeheim-immer-teurer-wird-5260235.html


Mir liegt es noch mal am Herzen, dass mein Thema “Kostenexplosion Pflegeheimplätze” heißt
Ich kann ja verstehen, wenn einige von Euch aus der Vergangenheit erzählen möchten aber das wäre dann vielleicht doch noch ein separates Thema oder?

Ich meine wirklich diese enormen Preisanstiege in den Pflegeheimen, die sprichwörtlich zu explodieren scheinen.

Wie ich schon zum Anfang schrieb: … in den letzten 5 Jahren eine Erhöhung um 1000 Euro.
Anfang 2015 lagen diese Zuzahlungen ( Beispiel aus Chemnitz lt. Zeitung 27. 08.2020 ) bei 945,42 Euro und im Jahr 2020 beträgt der Eigenanteil 1942 Euro.


Da muss man sich doch wirklich fragen, wie solche Preiserhöhungen zustande kommen …

sirod49



 
werderanerin
werderanerin
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf Heidrun44 vom 04.09.2020, 12:44:47

Die Frage scheint berechtigt, jedoch haben sich viele gegen Kinder, Enkelkinder entschieden. 

Es ist schön, zu lesen, dass du genug Hilfe hast/hättest und vor allem aber nicht allein bist. Darum gehts letztlich auch, wie ich finde.

Dennoch wird Jeder solange, wie möglich selbständig  sein wollen, solange es eben geht. 
Wenn dann der Tag X kommt, finden sich auch Lösungen aber auch mir geht es so, liebe Heidrun..., ich wäre niemals allein.

Der Gedanke ist schön und beruhigt ungemein !

Kristine

heide †
heide †
Mitglied

RE: Kostenexplosion Pflegeheimplätze
geschrieben von heide †
als Antwort auf Achim2020 vom 04.09.2020, 12:23:18

Achim, so ähnlich wie Deiner Mutter wird es mir auch ergehen...und ich sage es Dir, ich habe - noch -  keine Angst davor.

Meine Kinder haben mir zwar angeboten, in ihrem Haus in Herne die obere Etage zu beziehen, denn sollte tatsächlich Tag x eingetroffen sein, dass mein Mann vor mir geht, werde ich in unserem großen Haus nicht wohnen bleiben, aber in ein Pflegeheim auch nur ungern gehen.

Nun ja, ich bin zwar keine Weissagerin, aber allzu rosig male ich mir meine weitere Zukunft auch nicht aus. 

Heide


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