Soziales Meine Stiefmutter

elisa7
elisa7
Mitglied

Meine Stiefmutter
geschrieben von elisa7
Dieses Erlebnis, das mir meine Freundin erzählte, ging mir schon an die Nieren. Ich darf es hier veröffentlichen.

Nach der Scheidung meiner Eltern entschloss sich mein Vater, wieder zu heiraten. Von Anfang an spürte ich die Abneigung, die seine zweite Frau mir entgegenbrachte. Im Laufe der Zeit wurde daraus eine offene Feindschaft. Jeder Besuch bei meinem Vater kostete mich viel Überwindung. Fast jedes Mal kam es zu einem heftigen Wortwechsel zwischen ihr und mir. Dann kam der Monat mit dem 'Wort des Lebens' (Nach dem ich und eine Gruppe ihr Leben nach ausrichten): "Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen, geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und bringe deine Gabe."

Sofort kam mir diese ungelöste Situation in den Sinn. In mir begann ein heftiger Kampf, der dann aber schliesslich zu dem Entschluß führte, mein Verhalten zu ändern. Mit kleinen Geschenken oder Blumen versuchte ich, der Frau meines Vaters eine Freude zu bereiten. Sie ging jedoch auf meine Bemühungen nicht ein. Im Gegenteil: Sie versuchte, meine Besuche bei meinem Vater immer mehr einzuschränken. Sie öffnete meine Briefe und unterbrach unsere Telefonate. Es wurde nahezu unmöglich, unter vier Augen mit meinem Vater zu sprechen.

So vergingen viele Jahre, in denen sich nichts zwischen uns veränderte. Sie hatte mich wissen lassen, dass sie mich auf keinen Fall benachrichtigen würde, sollte es meinem Vater einmal nicht gut gehen. Als ich eines Sonntags anrief, war mein Vater angeblich gerade außerhalb. Später nahm niemand mehr das Telefon ab. Ich blieb im Ungewissen. Erst Tage später erfuhr ich von einer Sozialarbeiterin, dass mein Vater im Sterben lag. Ich fuhr mit dem nächsten Zug hin, doch als ich ankam, war mein Vater bereits verstorben. Fassungslos stand ich an seinem Bett. Auch über den Termin der Beisetzung wurde ich nicht informiert. In all den Jahren hatte ich immer auf eine Versöhnung mit seiner zweiten Frau gehofft. Aber selbst beim Tod des Vaters wies sie mich ab. Es war mir wirklich, wirklich nicht leicht, aber ich nahm ich vor, trotz allem den Kontakt mit ihr nicht abbrechen zu lassen.

Kurz danach ging ich ins Ausland. Als ich nach über einem Jahr zurückkam, wollte ich sie unbedingt besuchen und fand sie schließlich in einem Pflegeheim. Ich wusste nicht, ob sie mich überhaupt empfangen wollte. Zu meinem Erstaunen jedoch strahlte ihr Gesicht, als sie mich sah. Den anwesenden Pflegern stelle sie mich als ihre Tochter vor. Vermutlich war ihr bewußt geworden, dass ich mich immer um eine gute Beziehung bemüht hatte. Ihre eigenen Kinder aus erster Ehe hatten seit Jahren jeden Kontakt mit ihrer Mutter abgebrochen. Sie hatte nur noch mich. Von da an begann eine ganz neue Beziehung, die etwa zwei Jahre dauerte. Einmal sprachen wir auch über ihre Kinder. Ich riet ihr, für sie zu beten. Jedesmal bedankte sie sich für meinen Besuch. "Ich freue mich, wenn du wiederkommst", sagte sie mir immer zum Abschied. So auch beim letzten Mal. Kurz darauf verstarb sie." E.M.
old_go
old_go
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Re: Meine Stiefmutter
geschrieben von old_go
als Antwort auf elisa7 vom 17.07.2011, 10:20:57

Amen
margrit
margrit
Mitglied

Re: Meine Stiefmutter
geschrieben von margrit
als Antwort auf old_go vom 17.07.2011, 10:23:42
Elisa schreibt immer solche rührenden Geschichten.
Ob sie stimmen? Ich hab da so meine Bedenken.
Margrit

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liz
liz
Mitglied

Re: Meine Stiefmutter
geschrieben von liz

Sie unterzeichnet mit E.M. = Ein Märchen


ingo
ingo
Mitglied

Re: Meine Stiefmutter
geschrieben von ingo
als Antwort auf elisa7 vom 17.07.2011, 10:20:57
Wie gut, dass ich mich nach dem ersten Absatz an den Mitgliedsnamen erinnert habe....Warum kannst Du diesen Mist nicht sein lassen, elisa? Merkst Du nicht, dass Du mit solchen erfundenen oder (wahrscheinlicher) abgeschriebenen Geschichten nervst?
gitti66
gitti66
Mitglied

Re: Meine Stiefmutter
geschrieben von gitti66
als Antwort auf ingo vom 17.07.2011, 13:40:38
klingt irgendwie nach Jehovas Zeugen
gitti66

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ingo
ingo
Mitglied

Re: Meine Stiefmutter
geschrieben von ingo
als Antwort auf gitti66 vom 17.07.2011, 14:34:57
Das wäre in der Tat eine Erklärung für diese Harntäckigkeit.....
sonja47
sonja47
Mitglied

Re: Meine Stiefmutter
geschrieben von sonja47
als Antwort auf ingo vom 17.07.2011, 14:44:32
Schön!

Jetzt hab ich doch noch das Wort zum Sonntag lesen können,
wenn auch etwas spät!

Sonja
digi
digi
Mitglied

Re: Meine Stiefmutter
geschrieben von digi
als Antwort auf ingo vom 17.07.2011, 14:44:32
...Harntäckigkeit...

Im ersten Zug entwirrte mein Hirn das Wort Harntätigkeit.
Aber das Wort passte nicht in den Kontext.

Der Heisenberg'sche Fuzzi-effekt kam dann zu dem Schluss,
daß Du Dich vorausichtlich vertippselt hast; und es 'Hartnäckigkeit' sei.
Und schon passte es wieder (in beiden Versionen) ins Gerüst.

Aber 'Harntäckigkeit' ist auch nicht übel.
marianne
marianne
Mitglied

Re: Meine Stiefmutter
geschrieben von marianne
als Antwort auf digi vom 17.07.2011, 15:14:33
Wer halbwegs gründlich liest, die oder der kennt mittlerweile "Elisa"!

Das nächstemal kommt dann wieder mit einer rührenden Story der "Stefan". Der Turnus ist bekannt....

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