Forum Soziales und Lebenshilfe Soziales Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)

Soziales Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)

elisa7
elisa7
Mitglied

Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von elisa7
In der Bahnhofshalle war mir ein Schaukasten aufgefallen, in dem Nacktfotos von Frauen - die ich bei näherem Hinsehen quasi als Pornos ansah - ausgestellt waren. Diese Fotos gehören da nicht hin, sagte ich mir, und ich müßte was dagegen tun.

Nachdem mich mein Mann in meiner Haltung bestärkt hatte, erkundigte ich mich, wer in der Bahnhofsverwaltung dafür zuständig war. Um die Sache nicht vor mir herzuschieben, suchte ich gleich am Morgen die entsprechende Dienststelle auf.

Als ich die Treppen hochstieg, war mir ein wenig bange ums Herz: Werde ich es gut sagen können? Im Büro empfing mich die Sekretärin und fragte mich nach meinem Anliegen. Ich war nicht besonders davon begeistert, dass ich ihr nun alles erzählen sollte. Ich befürchtete, schon im Vorzimmer abgewiesen zu werden. Aber ich war nun einmal bei ihr gelandet; also mußte ich sie auch mit ihrer Aufgabe ernst nehmen. Nachdem ich mich vorgestellt hatte, sagte ich: "Ich habe eine Eingabe: Auf unserem Bahnhof hängen Naktfotos, quasi Pornos, öffentlich im Schaukasten. Es kommen Kinder vorbei, die das sehen, und außerdem fühle ich mich in meiner Würde als Frau verletzt. Ich bitte darum, dass die Bilder weggenommen werden."

Was ich befürchtet hatte, trat ein. Die Sekretärin erwiderte, dass dies nicht ginge. Die Zeitschriften müßten schließlich verkauft werden, und als Werbung sei ein Schaukasten dafür am geeignetsten. Außerdem seien in zwei Nachbarstädten die gleichen Fotos ausgestellt, und es habe sich dort noch niemand beschwert. "Aber ich komme, um mich zu beschweren", antwortete ich ruhig und verlangte, ihren Vorgesetzten zu sprechen.

Während sie telefonierte, hatte ich den Eindruck, sie wollte ihren Chef daran erinnern, dass es zunächst einmal um das Geschäft ginge. Ich überlegte mir schon, welche weiteren Schritte ich unternehmen könnte, wenn ich hier nichts erreichte. Als die Sekretärin den Hörer aufgelegt hatte, sagte sie mir: "Der Chef läßt Ihnen danken für den Hinweis. Die Bilder werden entfernt."

Ich wollte mich nun nicht einfach triumphierend von der Sekretärin verabschieden, und so entwickelte sich noch ein kurzes Gespräch. Ich versuchte, ihr ein wenig meine Gedanken und Beweggründe zu erläutern. Schließlich meinte sie: "Ja, Sie haben recht. Unter diesem Gesichtspunkt haben wir das gar nicht gesehen." Ich bedankte mich bei ihr und ging. Die Bilder waren wirklich am nächsten Tag schon weg.
Re: Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf elisa7 vom 28.09.2010, 10:53:25

gut gemacht. leider ist es in der heutigen zeit so, daß wohl

kaum jemand mehr eine hemmschwelle hat. und die profitgeier

schon gar nicht.

leider gibts ja genug frauen, die sich für fotos dieser art

hergeben
zwergi
zwergi
Mitglied

Re: Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von zwergi
als Antwort auf vom 28.09.2010, 10:58:58
Mit wehmütigem Schmunzeln erinnere ich mich an die Aktion von Inge Meysel und vielen aufrechten Frauen, die gegen die Nacktfotos auf Zeitschriften wetterten...

Wie schnell war das vorbei, weil doch so manches junge und nicht ganz so junge Ding das schnelle Geld verdienen wollte.
Und uns "Alte", pardon, "Ältere" nehmen sie ja leider nicht.

Dabei bin ich nackisch sooo hübsch... sagt jedenfalls mein Spiegel.
Und Spiegel sagen ja oft die Wahrheit.

meint zwergi.

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Urego
Urego
Mitglied

Re: Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von Urego
als Antwort auf elisa7 vom 28.09.2010, 10:53:25

@elisa7

Auch als Mann muß ich sagen: Du hast vorbildlich gehandelt. So etwas nenne ich Zivilcourage!
Sie zeichnet sich nämlich dadurch aus, daß man etwas gegen etwas unternimmt, bei dem man selber Nachteile erleiden kann. Du hast Dich trotzdem beschwert. Ich kann mir Deinen Gang und die Dich begleitenden Gedanken vorstellen. Eine Frage zum Schluß: Warum hat sich Dein Mann nicht beschwert? Ich hätte meiner Frau das nicht zugemutet.

Urego
peter25
peter25
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Re: Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von peter25
als Antwort auf elisa7 vom 28.09.2010, 10:53:25
In der Bahnhofshalle war mir ein Schaukasten aufgefallen, in dem Nacktfotos von Frauen - die ich bei näherem Hinsehen quasi als Pornos ansah - ausgestellt waren. Diese Fotos gehören da nicht hin, sagte ich mir, und ich müßte was dagegen tun.




Sind nicht Pornofotos in der Öffentlichkeit zu zeigen verboten?


Wenn es sich nur um Nacktfotos(Zeitschriften) gehandelt hat,was soll da so anstössig dran sein.
Nackte Frauen und Männer sieht man auch im Fernsehen.....auch im Nachmittagsprogramm.

Wenn ich Nacktfotos (Porno???) im "Schaukasten" sehe,dann gehe ich nicht hin und schaue sie mir noch näher an.Wie nackte Menschen aussehen weiß man doch.

Wenn es natürlich pornografische Bilder waren,dann haste natürlich richtig gehandelt.

Die Bilder müßte man aber kennen um sich ein richtiges Urteil zu bilden.
peter25
peter25
Mitglied

Re: Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von peter25
als Antwort auf Urego vom 28.09.2010, 11:45:38


Eine Frage zum Schluß: Warum hat sich Dein Mann nicht beschwert?

Urego



Überleg mal bitte -------------eine nackte Frau im "Schaukasten" anzuschauen, ist doch schöner als ein leerer Schaukasten?


Wie heißt das so schön.........je oller ...so toller ?

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hafel
hafel
Mitglied

Re: Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von hafel
als Antwort auf elisa7 vom 28.09.2010, 10:53:25
Na ich denke, hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Nacktfotos müssen nicht notgedrungen Pornos sein. Was waren es denn nun wirklich?

"Pornos" sind in der Öffentlichkeit verboten. Für Pornografie gibt es eine klare Gesetzgebung.

Reine Nacktfotos dagegen sind nicht verboten und sind an jedem x-beliebigen Kiosk zu sehen. Das ist eine Frage der persönlichen Moral. Wer sie nicht sehen möchte kann da wegschauen.

Mit der Moral ist das auch so eine Sache….. oft wird dort gekratz, wo es anderen juckt.

Hafel
pilli †
pilli †
Mitglied

Re: Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von pilli †
als Antwort auf Urego vom 28.09.2010, 11:45:38
erlaubst du mir eine kleine persönliche zwischbemerkung, urego

damit ich nix missverständliches in deinen beitrag interpretiere?

Eine Frage zum Schluß: Warum hat sich Dein Mann nicht beschwert? Ich hätte meiner Frau das nicht zugemutet.




traust du der allerliebsten vielleicht nicht zu, ihre eigenen empfindungen mitzuteilen bzw. zu artikulieren? es war doch, wie ich gelesen habe, eleisa, die ihre würde als frau verletzt sah? :

Es kommen Kinder vorbei, die das sehen, und außerdem fühle ich mich in meiner Würde als Frau verletzt. Ich bitte darum, dass die Bilder weggenommen werden."



stell dir vor urego,

es soll da frauen haben, die können sehr selbstständig ihre gedanken äussern! die können und dürfen auch für sich und ihre anliegen sprechen und wie im beispiel genannt, sich entsprechend einsetzen, ohne gleich als emanze zu gelten...


--
pilli
Medea
Medea
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Re: Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von Medea
als Antwort auf pilli † vom 28.09.2010, 12:42:15
Meistens sind es die Stellungen, in denen nackte Frauenkörper fotografiert werden, die ein harmloses Bildchen von denen, die in Richtung Pornografie gehen, unterscheiden.

Von in "schamverletzender Weise" ausgestellten Fotos wende ich mich auch mich Grausen. Elisa, du hast dich nicht nur abgewandt, sondern bist einen Schritt weitergegangen und hast dagegen opponiert.
Mir gefällt das und dadurch auch einen Erfolg verzeichnen können.
Auch eine Art von Zivilcourage.

Medea.



heide †
heide †
Mitglied

Re: Mir war bange ums Herz... (Nacktfotos in der Öffentlichkeit)
geschrieben von heide †
O man, welch große Tat. Sollten die Fotos doch sowieso erneuert werden, frisches Nacktfleisch musste her...

Heide,
die nackten Frauen allemal den Vorzug gibt, als sich unbekleidete Männer ansehen zu müssen

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