Forum Soziales und Lebenshilfe Soziales Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt

Soziales Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt

Bruny
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 31.05.2016, 17:37:47
Olga, ich habe lang und breit erklärt wie ich die Zukunft unserer nächsten Generationen sehe. Die Schweiz stimmt jetzt ab, für oder wider wird sich zeigen. Aber auch Deutschland wird irgendwann abstimmen. Finnland hat bereits abgestimmt (glaube ich wenigstens)

Was kam von Ihnen? Wie üblich ihre Biografie die doch keinen interessiert weil es nicht um die jetzige Generation sondern um die kommenden Generationen geht.
Ich wäre durchaus gewillt die möglichen Szenarien durchzuspielen, angefangen bei den jetzigen Robotern bis hin zur ausgeweiteten Industrialisierung/Digitalisierung. Vom Wegfall vieler Arbeitsstellen, zur Schaffung von neuen, aber wenigen Arbeitsstellen. Wo sollen denn die Menschen Arbeit hernehmen, wenn alles automatisiert ist? Machen Sie sich Gedanken darüber dann können wir diskutieren. Auf Ihre üblichen dummen und persönlichen Unterstellungen sollten Sie dabei verzichten. So schafft man keine Diskussionsbasis.
Bruny
olga64
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 31.05.2016, 17:53:56
Als treue SZ-Leserin und Informations-Junkie helfe ich Ihnen gerne:
Finnland hat vor einem Jahr erklärt, man wolle ein Experiment mit dem Grundeinkommen starten; sie sagten aber nie, wann und wie dieses aussähe. Ein Experiment oder gar die Einführung fand bis heute nicht statt.
In Ländern mit ca 5 Mio Einwohnern (Finnland) oder 8 Mio (Schweiz) wären die Kosten für solche Grundeinkommen, an denen dann vermutlich 30 - 40% in diesen Hochlohnländern partizipieren würden, finanzierbar. Anders sähe es natürlich bei einem 82 Mio Volk wie Deutschland aus.
Auch die Niederlande wollen ein solches Experiment wagen (Einwohner ca 17 Mio).
ABer wie steht eigentlich Spanien dazu? Es würde den dort leidenden Menschen sicher helfen? War dies Thema des wieder erwachten Wahlkampfes oder gar der linken Podemos? Da wissen Sie doch sicher besser BEscheid als bei Finnland? Lassen Sie uns daran teilhaben. Danke Olga
Bruny
Bruny
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 31.05.2016, 18:05:10
Bei Finnland sagte ich ja (glaube ich - wie sie wissen heisst glauben nicht gleich wissen). Aber das nur als Randnotiz.
Es geht doch nicht darum wie groß ein Land ist. Das ist zunächst total unerheblich, es geht darum wie viele Arbeitsplätze noch zu verteilen sind, denn dass die Industrialisierung/Digitalsierung mehr Arbeitsplätze vernichtet als schaffen wird, darüber sind sich wohl alle Experten einig. Wenn die Arbeit automatisiert ist, woher soll dann die Arbeit kommen? Maschinensteuer wurde ja von Ihnen abgelehnt.
Aber ohne Maschinensteuer können die finanziellen Mittel nicht geschaffen werden um die Menschen in irgendeiner Weise zu unterstützen.
Gute Politiker sollten sich jetzt Gedanken darüber machen wie es in etlichen Jahren zu bewerkstelligen sein wird, eine Vielzahl von Menschen zu ernähren ohne dass diese für ihr Einkommen arbeiten werden.
Ich weiß es ist schwer vorstellbar, dass dies einmal die ganz normale Zukunft sein wird. Aber es war auch einmal nicht vorstellbar, dass Menschen keine durchgängige Arbeit haben werden. 35 Jahre und mehr bei einer Firma ist genauso Vergangenheit wie auch die jetzige Arbeitswelt Vergangenheit sein wird.
Bruny

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Elmos
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von Elmos
Hallo,

nur weil es grade passt: in der Wochenzeitschrift "der Freitag" (die ich persönlich sehr schätze) wird morgen, zum Anlass des Volksentscheid, das bedingungslose Grundeinkommen eines der Hauptthemen sein.

Vielleicht hat ja der eine oder andere Lust das zu lesen (gibts an gut sortierten Kiosken oder online zu kaufen).

Liebe Grüße
Andrea
olga64
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 31.05.2016, 18:28:13
Da ich grundsätzlich nichts ablehne, worauf ich keinen Einfluss habe, tat ich dies auch bei einer "Maschinensteuer" nicht, zumal mir völlig unklar ist, was das eigentlich sein soll.
Die Menschen arbeiten seit vielen Jahren nicht mehr 35 Jahre in einer Firma oder länger. Zum einen, weil viele Unternehmen gar nicht so lange bestehen,bzw. weil die Arbeitnehmer selbst viel flexibler und mobiler geworden sind und dies nicht mehr wollen. Das war früher anders, als ganze Generationen in einem Grossunternehmen jahrzehntelang beschäftigt waren. Das änderte sich sehr, auch durch Fusionen,die eine völlig andere Landschaft erstehen liessen.
Bei diesem gesamten Thema, das sicherlich nicht innerhalb der nächsten Jahre gelöst sein wird, denke ich,dass wir alten Menschen nichts mehr davon erleben werden und froh sein können, wenn es noch arbeitswillige Menschen gibt, die Steuern bezahlen und auch durch ihre Einzahlungen in Rentenkassen usw. sicherstellen, dass wir unsere Renten erhalten.

Es ist natürlich rechnerisch schon relevant, wie hoch die Einwohnerzahl eines Landes ist, das irgendwann mal Geld ausgeben möchte für Menschen, die sich dies nicht mehr selbst verdienen wollen. Das rechnet sich in kleinen Ländern positiver als z.B. in Deutschland. Von Spanien und den Bestrebungen wissen wir ja noch nichts; auch von Frankreich und Italien hören wir dazu nichts. Das sind aber alles innerhalb Europas LÄnder mit sehr viel mehr Einwohnern als in der Schweiz, Finnland oder den Niederlanden. Olga
Bruny
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 02.06.2016, 15:23:51
Olga, ich dachte nicht, dass ich Ihnen den Sinn einer Maschinensteuer erklären muss. Eigentlich ist es egal wie man diese Steuer benennt, aber wenn Maschinen mehr und mehr die Arbeit der Menschen übernehmen, dann ist es auch nur logisch, dass diese eine Art (Lohn)Steuer begleichen. Demzufolge geht es auch nicht darum ob der Mensch sich sein Einkommen verdienen will, wenn er durch Maschinen ersetzt wird, dann hat er wohl wenig bis keine Wahl.
Und nein, von den südlichen Ländern wird man so etwas wie ein bedingungsloses Grundeinkommen wohl nicht hören. Das sind Länder mit wenig Produktivität aber verschuldet bis über beide Ohren.
Im Übrigen habe ich auch darauf hingewiesen, dass es hierbei um die zukünftigen Generationen gehen wird, dass deren Arbeitsbiografie sich total verändern wird. Von den jetzigen Senioren haben nur Sie geschrieben.
Bruny

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olga64
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 02.06.2016, 17:32:41
Sie meine ndie Wertschöpfungsabgabe, die seit Jahrzehnten in einigen Ländern diskutiert wird, aber nie installiert wurde.
Zuletzt wollte sie die PDS, jetzt die LInke, konnte sich aber nicht durchsetzen. Da auch die Grünen mal mit ihr operierten (im Zusammenhang mit der Bürgerversicherung) kann es ja sein ,dass dieses Projekt wieder auflebt, wenn es zu einer Schwarz-Grünen Koalition in Berlin kommt. Olga
Bruny
Bruny
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 02.06.2016, 18:05:32
Nein Olga, das meine ich nicht. Ich sagte doch, es wird eine vollkommen andere Arbeitswelt kommen, die für unsere Nachkommen ganz normal sein wird, die wir Senioren uns heute nicht vorstellen können. Menschen bleiben zu Hause, Roboter erledigen die Arbeit. Nicht für alle Menschen natürlich, aber durchaus für einen Großteil, vielleicht sogar die Mehrheit. Bruny
schorsch
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von schorsch
als Antwort auf Bruny vom 02.06.2016, 20:01:10
Wenn das Szenario, das dir - und mir - vorschwebt, nicht zu rasant eintrifft, wird sich das einpendeln; Arbeit wird von jenen erledigt, die es am besten können - oder wollen. Güter werden genügend vorhanden sein, dass niemand darben muss. Und eines Tages werden die Menschen wieder ums Lagerfeuer rumsitzen und sich Geschichten erzählen von der Guten Alten Zeit, als die Vorfahren noch hektisch ihren Herzinfarkten nachrannten - und darob richtig zu leben vergassen.....
olga64
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Re: Über das bedingungslose Grundeinkommen wird in der Schweiz abgestimmt
geschrieben von olga64
als Antwort auf schorsch vom 03.06.2016, 09:59:42
Ja, und wir heutigen Senioren kuscheln uns dann in der Hölle um das Lagerfeuer und denken hoffentlich ehrlich darüber nach, was wir selbst auch dazu beigetragen haben, dass die leidenden Nachfahren so viel freie Zeit haben, aber keine Ideen, wie sie sie verbringen wollen.
Die Psychotherapeuten werden sehr gefragt sein; es heisst dann das aufzuarbeiten, was die Eltern (als unsere Generation) an diesen Menschen so alles versäumt hat.
Aber wg. Robotnik brauchen wir gar nicht so lange warten: Adidas hat ein anscheinend in Europa sehr gefragtes Sneaker-Modell entwickelt, das die Kunden (in Europa) umgehend wollen. Bisher wurde in China produziert, weil dort die Lohnkosten nach wie vor sehr viel günstiger sind als in Europa.

Adidas holt jetzt die Produktion zurück und zwar in die Nähe von Ansbach. Dort wird mit Robotern produziert - die Lohnkosten fallen also völlig weg; die Kunden erhalten ihre Sneakers schnell und die Marge bei Adidas steigt weiter nach oben, was die Eigner von Adidas, also die Aktionäre, arg freuen mag.

Kuka ein Roboterunternehmen in der Nähe von Augsburg wird derzeit arg von chinesischen Interessenten umworben; ein Aktienangebot liegt bereits vor. Der Focus des chinesischen INteressenten liegt darauf, dass die Kuka-Mitarbeiter grosse Experten auf ihrem Gebiet sind und man deshalb diese Firma ins chinesische Portfolio übernehmen möchte.
Unser Wirtschaftsminister möchte sich einschalten, was sicher nicht viel helfen wird, wenn sich sowohl Kuka als auch die dortige Mitarbeitervertretung so gar nicht sträuben, in andere HÄnde zu kommen.
Das letzte Wort haben sowieso die Anker-Aktionäre bei Kuka mit ihrer Aktienmehrheit -. Olga

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