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Sport Frauenfußball-WM 2015

mane
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Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von mane
Die Frauenfußball-WM 2015 in Kanada beginnt am 6. Juni um 16 Uhr mit dem Spiel Kanada gegen China VR. Die deutschen Frauen bestreiten ihr erstes Spiel am Tag danach um 16 Uhr gegen Elfenbeinküste.

Gibt es hier Fans für Frauenfußball?
In der Regel genießt der Frauenfußball weit weniger Interesse als der Männerfußball - nicht mal von Frauen. Es ist eher eine Randsportart, obwohl sich die Spiele von einigen Spitzenklubs mittlerweile durchaus sehen lassen können.

Woran liegt die mangelnde Begeisterung für Frauenfußball, wenn man die diese mit dem Hype um die WM der Männer vergleicht?
Ich spüre bei den Spielen der Frauen oft eine Leidenschaft für den Sport, den ich bei den Männern immer weniger sehe. Da hat Fußball mehr mit einem Haufen Kohle zu tun.

Gruß Mane
luchs35
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Re: Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von luchs35
als Antwort auf mane vom 28.05.2015, 14:12:15
Ich spüre bei den Spielen der Frauen oft eine Leidenschaft für den Sport, den ich bei den Männern immer weniger sehe. Da hat Fußball mehr mit einem Haufen Kohle zu tun.
geschrieben von mane:


So kannst Du das nicht wirklich sehen, mane. Ich schau mir gerne auch Frauenfußball an, und ich muss sagen, die Mädels habe es drauf: wesentlich weniger üble Fouls, dann haben sie ebenfalls gute technische Abläufe, was die Spiele sehr sehenswert macht. Sie fliegen auch weniger theatralisch durch die Luft, wenn sie auch nur ein quergestelltes Bein sehen und letztendlich ist Frauenfußball ein sportlich-ästhetischer Anblick.

So, und die Männer denken auch nicht nur an die Kohle, wenn ich sehe, wie manchen bei Spielverlust die Tränen rinnen oder wie sie sich bei einem gewonnenen Spiel oder auch einem Tor zur rechten Zeit in den Armen liegen.
Ich denke auch an Spieler und Zuschauer in kleinen Kreisligen, die hoffen, bangen, kämpfen.

Dass Spitzenspieler auch spitzenmäßig bezahlt werden, beißt mich nicht im mindesten. Sie bringen in ihrem Beruf, der ja nur wenige Jahre ausgeführt werden kann, ebenso die großen Leistungen wie auch in jedem anderen Beruf, wo ebenfalls die Spitzenkönner entsprechend bezahlt werden. Ich denke, dass viele den Sport ganz einfach unterschätzen, ihn nicht ernst nehmen und auch nicht berücksichtigen, dass nur wenige Berufssportler in nur relativ kurzer Zeit die Chance haben, zu Großverdienern aufzusteigen.

Allerdings muss Frauenfußball erst noch um Akzeptanz kämpfen - wie in vielen anderen Beruf auch. Aber es sind doch gerade in erster Linie die Frauen, die den Frauenfußball ablehnen. Und damit fallen sie ihren "Mitschwestern" in den Rücken. Quotenfrauen sind Fußballerinnen jedenfalls nicht.

Wütend allerdings machen mich jene korrupten Gangster, die sich an den Spielen dumm und dämlich verdienen, auch auf Kosten der Sportler, die dafür ihre Gesundheit aufs Spiel setzen müssen- siehe die bösen Verletzungen und die Spätfolgen.

Luchs
mane
mane
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Re: Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von mane
als Antwort auf luchs35 vom 28.05.2015, 14:57:38
Hallo Luchs,

meine Aussage, dass es im Männerfußball eher um Kohle als um Leidenschaft gehe, war nicht absolut zu sehen - siehe den Smiley. Das gilt besonders in den unteren Kreisligen, wie Du richtig schreibst.
Das ändert jedoch nichts daran, dass es im Profifußball nicht gleichen Lohn für gleiche Arbeit gibt. Hummels und Co verdienen Millionen, Profifußballerinnen bekommen deutlich weniger. Während die männlichen Nationalspieler von ihrem Verdienst durchweg leben können, ist Fußball für die Spielerinnen kein Beruf, der sie ernährt.

Es ist sicher davon auszugehen, dass sich die Profifußballerinnen ebenso anstrengen, wie ihre männlichen Kollegen. Da geht es um Angebot und Nachfrage. Wenn die Spiele der Frauen so gefragt würden, wie die der Männer (z.B. durch hohe Einschaltquoten), würde auch ihr Verdienst steigen. Da sind die Zuschauer gefragt.

Ob der Frauenfußball je die Akzeptanz und Begeisterung erlangen wird, wie der Männerfußball, bezweifle ich. Hier werden kaum die Spiele in Biergärten auf Großleinwand gezeigt oder sich mit Nachbarn/Freunden getroffen, Bierfässer besorgt und der Grill rausgeholt, wie bei vielen Spielen der Männer-WM üblich.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass die diesjährige Frauen-WM etwas für Nachtschwärmer sein wird. 16 Uhr Anstoß heißt nach MEZ Mitternacht. Das bedeutet, dass manche Spiele live erst um 4 Uhr nachts beginnen. Das werden sich nicht viele antun - dann lieber, wenn überhaupt, ausgeruht am nächsten Morgen.

LG Mane

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olga64
olga64
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Re: Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von olga64
als Antwort auf mane vom 28.05.2015, 21:27:00
Es stimmt natürlich ,dass die FrauenfussballerInnen nicht den Hype geniessen, wie die Männer - das liegt aber auch an uns Frauen, die wir anscheinend auch lieber die Buam beim Fussball sehen als die Mädels. Infam finde ich immer, dass den Mädels grundsätzlich unterstellt wird, sie seien lesbisch - was doch auch kein Problem wäre, oder? Eine etwaige Homosexualität von männlichen Fussballern wird - bis auf wenige Ausnahmen - vermutlich mit aller Kraft verdrängt und verheimlicht (passt ja nicht zum Image).
Aber die Übertragungszeiten sind keine internationale Bosheit - die Spiele finden in Canada statt und da gibt es nun mal einen beträchtlichen Zeitunterschied.
War ja auch schon bei den Männern so, wenn die in LÄndern spielten, wo es tagsüber entweder zu heiss war oder eben auch grosse Zeitdifferenzen vorherrschten. Der echte Fan wird dies vernachlässigen und trotzdem schauen. Olga
Sirona
Sirona
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Re: Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von Sirona
als Antwort auf luchs35 vom 28.05.2015, 14:57:38
Zitat Luchs:
So kannst Du das nicht wirklich sehen, mane. Ich schau mir gerne auch Frauenfußball an, und ich muss sagen, die Mädels habe es drauf: wesentlich weniger üble Fouls, dann haben sie ebenfalls gute technische Abläufe, was die Spiele sehr sehenswert macht. Sie fliegen auch weniger theatralisch durch die Luft, wenn sie auch nur ein quergestelltes Bein sehen und letztendlich ist Frauenfußball ein sportlich-ästhetischer Anblick.

Das kann ich unterstreichen, auch ich schaue gern den Fußballerinnen zu.
Man darf aber auch nicht vergessen dass Frauenfußball erst in den "Kinderschuhen" steckt und sich in den letzten Jahren erheblich gemausert hat. Ich weiß nicht ob die Vereine auch Sponsoren haben. Es könnte aber durchaus sein, dass der Frauenfußball in einigen Jahren ebenso populär ist wie der Männerfußball.

Sirona
olga64
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Re: Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von olga64
als Antwort auf Sirona vom 29.05.2015, 18:07:47
Na ja, diese Kinderschuhe sind aber dann schon sehr alt - Frauenfussball gibt es in Deutschland seit den 50er Jahren (in der übrigen Welt seit den 20er Jahren) des letzten Jahrhunderts.
Er hatte viele Hürden zu überwinden, zeigt aber auch mal wieder, dass Frauen oft zu lange warten und nicht mutig genug sind, um ihre Ansprüche durchzusetzen.
Sponsoren, die beträchtlich Gelder reinpumpen, wird es immer erst dann geben, wenn eine hohe Publikumsaufmerksamkeit etabliert ist. Diese Sponsoren wollen ja ihre Produkte verkaufen und sind keine Samariter, die gegen nix unterstützen.
Ob der Frauenfussball jemals den Männerfussball einholt, wage ich sehr zu bezweifeln - Olga

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Sirona
Sirona
Mitglied

Re: Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von Sirona
als Antwort auf olga64 vom 29.05.2015, 18:21:23
Mit den „Kinderschuhen“ meinte ich nicht die Jahre, sondern das bezog sich auf die Popularität. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass auch der Damenfussball zukünftig mehr Beachtung erhält als dies heute der Fall ist.
Noch vor nur wenigen Jahren wurden kaum Fußballspiele der Frauen in den Medien gezeigt. Und die Mädels hatten bisher gute Erfolge zu verzeichnen, was eigentlich Sponsoren hellhörig machen sollte. Denn bei denen zählen doch Erfolge – oder nicht? Oder gilt eine Weltmeisterschaft bei den Damen weniger als bei den Herren?

Sirona
mane
mane
Mitglied

Re: Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von mane
als Antwort auf olga64 vom 29.05.2015, 16:54:45

Infam finde ich immer, dass den Mädels grundsätzlich unterstellt wird, sie seien lesbisch - was doch auch kein Problem wäre, oder? Eine etwaige Homosexualität von männlichen Fussballern wird - bis auf wenige Ausnahmen - vermutlich mit aller Kraft verdrängt und verheimlicht (passt ja nicht zum Image).
Olga


Vorurteile wie:

"Frauen, die Fußball spielen, sind alle lesbisch" und "es gibt keine schwulen Fußballer", sind weit verbreitet.
Schwulen wird abgesprochen, überhaupt Fußball spielen zu können, denn das ist was für "harte Männer" und "echte Frauen" würden diesen "Männersport", sowieso nicht spielen wollen. Und wenn sie es doch tun, dann müssen es Lesben sein.

Das ist natürlich Blödsinn, denn Fußball ist ein Sport für Frauen und Männer, unabhängig von ihren sexuellen Vorlieben.
Möglicherweise ist u.a. die oben genannte Denkweise ein Grund dafür, warum so wenig Fußballerinnen in der Werbung zu sehen sind. Die Verantwortlichen glauben, dass die Konsumenten mit dieser sexuellen Orientierung ein Problem haben könnten.
Mane
Edita
Edita
Mitglied

Re: Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von Edita
als Antwort auf mane vom 30.05.2015, 10:35:26

Das ist natürlich Blödsinn, denn Fußball ist ein Sport für Frauen und Männer, unabhängig von ihren sexuellen Vorlieben.
Möglicherweise ist u.a. die oben genannte Denkweise ein Grund dafür, warum so wenig Fußballerinnen in der Werbung zu sehen sind. Die Verantwortlichen glauben, dass die Konsumenten mit dieser sexuellen Orientierung ein Problem haben könnten.
Mane
geschrieben von mane


Liebe Mane,
Homosexualität ist m.M.n. weder eine sexuelle Vorliebe noch eine sexuelle Orientierung, denn das würde ja beinhalten, daß der Mensch sich das aussuchen könnte, kann er aber nicht, und darum ist es für mich eine sexuelle Identität, deren Ursprung in den biologischen Wurzeln oder biologischen Gegebenheiten begründet ist, oder?

Edita
mane
mane
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Re: Frauenfußball-WM 2015
geschrieben von mane
als Antwort auf Edita vom 30.05.2015, 11:14:57
Hallo Edita,

Sexuelle Identität wird, meiner Meinung nach, häufig synonym für sexuelle Orientierung verwendet.
Dem Link zufolge sind die Begriffe jedoch nicht deckungsgleich.

Sexuelle Orientierung und sexuelle Identität
Das Geschlecht eines Menschen sowie seine Sexualität tragen neben seiner Herkunft, seinem Alter oder seiner Weltanschauung maßgeblich zur Ausbildung einer Identität bei. Der Begriff "sexuelle Identität" bezeichnet dabei das elementare Selbstverständnis über das geschlechtliche Wesen eines Menschen. Grundlegend dabei ist, wie ein Mensch sich selbst wahrnimmt und von anderen wahrgenommen werden will.

Die sexuelle Identität umfasst neben dem biologischen und dem sozialen Geschlecht auch die sexuelle Orientierung. Dieser Begriff beschreibt, auf wen sich die Sexualität eines Menschen richtet. Die sexuelle Orientierung kann zum Beispiel auf das andere (heterosexuell) oder das gleiche Geschlecht (homosexuell) oder auf beide Geschlechter (bisexuell) gerichtet sein.
geschrieben von Uni Freiburg


Gruß Mane

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