Forum Allgemeine Themen Veranstaltungen/Termine TuWat setzt sich ein gegen Wohnungsnot.

Veranstaltungen/Termine TuWat setzt sich ein gegen Wohnungsnot.

Maryah
Maryah
Mitglied

TuWat setzt sich ein gegen Wohnungsnot.
geschrieben von Maryah
Ist Deutschland wirklich ein Mieterland, wie in Focus bemerkt?
Laut Wikipedia sind rund 40 Millionen Wohnungen in Deutschland und damit knapp 24 Millionen Mietwohnungen ab 1 Mai 2013 vom neuen Mietrecht betroffen.
Aber sind die wichtigsten Gesetze wirklich "mieterfreundlich", so wie man es uns verkaufen möchte.

Oder entpuppen sie sich als "reiner Zucker im Popo der Vermieter" denen die Entsorgung ungeliebter Mieter noch weiter erleichert wird.
Wenn ich solche Paragrafen wie:.
"Erleichterte Durchsetzung der Räumung und Vereinfachung der Wohnraumkündigung und schnellere gerichtliche Verfahren", dann habe ich mehr Sorge, dass Vermieter noch mehr Macht an die Hand gegeben wird.

Ich kann den berechtigten Zorn aller Vermieter verstehen und nachvollziehen, die Mieter ihre Räumlichkeiten zur Verwüstung überlassen haben.
Was ich ebenso verurteile.
Aber hier gilt es im Vorfeld, Möglichkeiten zu schaffen, die Situationen erst gar nicht eskalieren lassen.
Nicht immer steckt Mutwilligkeit hinter solchen Mauern, oft ist persönliches Leid der Grund.
Früher haben viele Gemeinden und Städte Schiedsstellen, also Ombudsstellen angeboten, die von beiden Seiten ein Zusammensetzen und die Suche nach Kompromissen oder gemeinsamer Klärung verlangen.

Das kann ein Weg sein, die tatsächlichen Unstimmigkeiten bereits im Vorfeld zu klären und zu verhindern.
Es muss darüber nachgedacht werden, die überhöhten Mietkosten zu drosseln, Kautionen zu reduzieren.
Und vor allem, wenn schon Makler, diese Kosten nicht ebenfalls dem Mieter aufs Auge zu drücken, sondern die Zeche von der Person zahlen zu lassen, die sich dieser Gruppe bedient.
Es kommt leider immer öfter vor, dass Makler weniger am "perfekten Mieter" als am zusätzlichen Gewinn interessiert sind.

Und es gibt ebenso wenig backfertige Mieter, wie gebackene Vermieter und es wundert mich immer, wenn ich mit ähnlichen Postings sämtliche Vermieter an die Oberfläche locke, die alle bereits Bekanntschaft mit sogenannten Messis gemacht haben wollen.
Bei der Vielzahl plötzlicher Messis frage ich mich, ob wir dann wohl ein Messistaat sind.
Keiner spricht von den unwilligen Vermietern, denen fast jeder Mieter in mehrfacher Weise im Laufe seiner Miet Lebenszeit begegnet ist.
Ich kann ein Lied von Vermietern singen, die im Grunde wenig Begabung gezeigt haben, einer anderen Persönlichkeit die eigene Regie bei Überlassung seiner Mieträume zu lassen, sondern ähnliche Haltungen wie die eigene Voraus gesetzt haben.

Es gibt gerade im Land der steigenden Wohnungsnot und Überteuerung von Mieten viel zu überdenken. und vor allem zu verändern.
Denn wie bereits im Grundgesetz, also dem Gesetz, auf das jede Justiz und jeder Politiker einen Schwur leistet, sehr sinnvolle Paragrafen.
Nämlich:
Die Würde des Menschen ist unantastbar
Reichtum und Eigentum verpflichtet
Keiner darf aufgrund seiner Rasse, Schicht usw. benachteiligt werden.

Und ich frage mich besorgt, ob das in unserem Land nur noch für elitär geglaubte Gruppen gilt.

Wie musste ich vor Kurzem in einer Zeitung lesen.
München öffnet seine Wohnungstüren nicht mehr für ausgesonderte Gruppen.
Welche Gruppen gelten bei uns als nicht erwünscht.
Ältere Mitbürger
Ausländische Mitbürger
Arbeitslose und durch Hartz 4 zusätzlich gestrafte Mitbürger
Behinderte Menschen
Mütter mit Kinder oder kinderstarke Familien.

Zur Entsorgung vorgesehene Menschengruppen, aus dem Städten gedrängt.
Aber wohin
Und was kommt dann.

Bei uns in Deutschland gibt es insgesamt etwa 860.000 Obdachlose.
Ein so reiches Land mit gepriesener und steigender Leistungsfähigkeit produziert 860.000 obdachlose Menschen.
Wobei nicht alle diese Menschen als nicht integrierbar gelten, dem Alkohol verfallen sind.
Aber dies ist ein anderes Thema.

Ich spreche von den Menschen, die unfreiwillig aufgrund zahlreicher Situationen, Notlagen, Arbeitslosigkeit, Schicksalsschlägen, Mehrbelastung Mieten nicht mehr zahlen können und auf der Straße landen.
Menschen die nicht wissen, dass die sogenannte Sozialklausel (Härteklausel) laut BGB § 574ff ihm einen besonderen Schutz bietet.

Und dies sind keine Unterschichten mehr, die heute von Obdachlosigkeit betroffen sind, sondern es kann alle Menschengruppen treffen.
Ganz dramatisch, wenn Mütter mit Kinder, behinderte oder ältere Mitbürger auf die Straße gesetzt werden.
In einem so reichen Staat haben die neuen Mietgesetze gerade diese Faktoren erleichtert.
Ohne das Eigentum verpflichtet und die Würde der Menschen unantastbar bleibt.

Mir begegnen immer die gleichen Aussagen.
Jeder hat doch die Möglichkeit der frühzeitigen Hilfe.
Abgesehen, dass helfende Anlaufstellen überlaufen und der Begriff "frühzeitig" durch dieses Gesetz verhindert wird, haben die meisten Einrichtungen keine geeigneten Räumlichkeiten mehr.
Oder platzieren in billigen Abstiegen, oder weit auf dem Land verstreuten möblierten Zimmern.
Ohne sozialen Bindungen und Mobilität.
Dem größten Feind der Armut.

Wir alle müssen aufhören, in Töpfchen zu denken und damit lediglich die Verantwortung abschieben zu wollen.
Jeder muss wieder in seine Verantwortung gezogen werden.
Unsere politischen Vertreter, und allen juristischen Personen, denen eine Under Cover in betroffenen Gruppen oder einem Hospiz eine Bereicherung, Erfahrung und vor allem ein Zugang zu selbst entworfenen Lebensmodellen für Andere ermöglichen könnten.
Unsere Städten und Kommunen, wobei es Pflicht sein muss, Häuser oder Objekte zur Verfügung zu stellen, sozial schwache Gruppen würdevoll aufzufangen.
Makler, deren Augenmerk weniger auf den eigenen Geldbeutel, als auf die tatsächlichen Missstände gelenkt werden muss.
Eigenheimbesitzer, die sich ihrer Position wieder bewusst werden, denn Eigentum verpflichtet.
Und natürlich auch jeder Mieter, dessen Augenmerk auf die Sorgfalt im Umgang mit dem Eigentum des Anderen gelenkt werden muss.
Wir alle sind verantwortlich.
Und das es funktionieren kann, haben andere Länder und Städte gezeigt.
Jeder Mensch hat das Recht auf bezahlbaren Wohnraum und soziale Integration.
Und die Pflicht, dies zu ermöglichen.
Das bedeutet:

mehr Wohnmodelle für Menschen.
Ob als Mehrgenerationshaus, Seniorenwohngemeinschaften, aber auch Landkommunen, Wohnparks.
Aber auch Campingplätze und Schrebergärten dürfen nicht an starrer Gesetzgebung scheitern.
Die Green Villages in skandinavischen Ländern, die Sargfabrik in Wien, es gibt zahlreiche Modelle.
Denn wenn wir unseren Kindern keine Obdachlosenflut im Städte umrankenden Slums hinterlassen wollen, wenn unsere Gesetzgebung in realitätsfremdem Gedankengut die Hartz 4 Sätze glaubt aufrecht halten zu müssen, sind die Mieten diesen Sätzen anzupassen.

Welches Wort nehmen unsere politischen Vertreter nur zu gerne in den Mund: "WIR".
Also sind wir ein WIR.
Aber wir können ein WIR werden.

Dies ist eines der Themen, dem wir von TuWat nach unserer Vereinsgründung besondere Beachtung widmen.
Neben einem Nachrichten Sender, ob als Radio oder Video, wollen wir breite Information-und Aufklärungsarbeit leisten.
Hilfestellung in Notfällen anbieten, entsprechend der Thematik Infoveranstaltungen oder andere Events aufbauen.
Aber das Thema Wohnraum für alle Mitbürger, bezahlbarer Wohnraum für alle, und das ohne Haustierentsorgung bleibt zentrales Thema.
Am 14. Juni bieten wir einen Informationsabend zum Thema Wohnmodelle, Möglichkeiten, Wohnformen an.
Eine Woche später, am 21. Juni findet die Gründerversammlung statt.

TuWat ist bereits bundesweit vernetzt und kooperiert hier mit dem Verein "Miteinander Lebenswert".
Zudem sind wir dabei, uns mit dem Deutschen Armutsnetzwerk zusammen zu schließen.

Wir brauchen Deine Unterstützung, wenn Du Dich in unseren Zielen wiederfinden kannst.
Werde Mitglied, unterstütze uns bei unserer Gründung am 21. Juni.
digizar
digizar
Mitglied

Re: TuWat setzt sich ein gegen Wohnungsnot.
geschrieben von digizar
als Antwort auf Maryah vom 15.05.2013, 12:12:15
Ich korrigier mal den Link ohne Bewertung
http://www.tuewas.jimdo.com/

Auch hier gilt wie bei dem anderen Link (ist ja hier der gleiche):
Es wäre schön, wenn auf Deiner WebSite die Schrift von Courier auf Arial oder Lucida-Sans (o.ä.) geändert würde, also ohne Serifen.
Courier liest sich nicht nur für ältere Menschen sehr schwierig.
karl
karl
Administrator

Re: TuWat setzt sich ein gegen Wohnungsnot.
geschrieben von karl
als Antwort auf digizar vom 15.05.2013, 13:12:35
Beide Themen sind unter Veranstaltungen/Termine zumindest unglücklich platziert. Verschieben geht leider nicht.

Karl
olga64
olga64
Mitglied

Re: TuWat setzt sich ein gegen Wohnungsnot.
geschrieben von olga64
als Antwort auf Maryah vom 15.05.2013, 12:12:15
Im Gegensatz zu anderen (südlichen) Ländern ist Deutschland ein Mietmarkt, weil hier weniger Menschen in Wohneigentum als zur Miete leben.
ES gibt in den Grossstädten (ab einer Million Bewohner) Wohnungsmangel - dagegen gibt es in strukturschwachen Regionen ein Überangebot an Mietwohnungen. In einigen Regionen der früheren DDR wurden sogar Plattenbauten eingerissen, weil keiner mehr dort wohnen wollte.
Ich selbst kaufte mir vor ca 30 Jahren ein Eigentums-Appartement in München. Dank damals bestehender steuerlicher Subventionen ist diese Wohnung längst abbezahlt. Seit 10 Jahren habe ich die gleiche Mieterin. Wir sehen uns manchmal aber nicht allzu oft - warum auch? Damals wollte ich z.B. nicht an Studenten vermieten, ganz einfach, weil ich keine Lust hatte, mehrmals jährlich andere Mieter zu erhalten. Lieber erhalte ich eine geringere Miete als dass ich einen Fulltime-Job mit der Vermietung dieser Wohnung auf mich laden würde.
Diese Wohnung ist mein absoluter Notgroschen - wenn mal ein Pflegeheim o.ä. angesagt ist, werde ich sie verkaufen (in München ist das ja ein renditeträchtiges Objekt) und dieses Geld für die restlichen Jahre meines Lebens benützen, damit ich niemanden auf der Tasche liegen muss.
Heute ist die Miete ein Zusatzeinkommen zu meiner Rente, was ich allerdings alles versteuern muss, was ja auch richtig ist. Die Nebenkosten werden ja wieder "verkonsumiert". Rücklagen werden gebildet; im nächsten Jahr wird das Haus energetisch saniert, dafür muss auch ich wieder Geld locker machen, kann dann aber auch mehr Miete verlangen. Das neue Gesetz sagt ja in Grossstädten aus: 15% in 3 Jahren. Olga

Anzeige