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Weihnachten & Advent Gar nicht mehr weit bis Weihnachten

karl
karl
Administrator

Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von karl

Liebe Seniorentreffler, bei uns jedenfalls haben die Vorbereitungen schon begonnen und ich denke, das wird zumindest bei einigen von Euch auch schon so sein. Jetzt ist es gerade 16 Uhr und wenn ich aus dem Fenster schaue, dann ist es schon dämmrig. Das neblige Wetter hat seinen Anteil daran.

Man kann aber auch der Dämmerung Schönes abgewinnen. Ich erinnere mich in dieser Zeit immer sehr gerne an einen kurzen Text von Patrizia Bendel, geschrieben im "Alten Seniorentreff" vor 2007.
 

Dämmerstunde
 
von   Patrizia   Bendel



Der eigentümliche Reiz dieser Zeitspanne zwischen Tag und Nacht begleitet mich seit meiner Kindheit.

Klirrender Frost zauberte Eisblumen an unsere Fenster. Im alten Küchenherd mühte sich das Feuer beharrlich, Wärme in den Raum abzugeben. Auf dem Herd summte das Wasser im blank geputzten  Schiff, und unter der leicht gerußten Decke trockneten an Schnüren hutzlige Apfelringe.

Oben auf dem altertümlichen Küchenschrank lag unsere Katze, unbewusst auf Distanz bedacht. Für Fremde musste dieser Platz ungewöhnlich erscheinen, und von uns wagte es niemand, ihn ihr streitig zu machen. Sie war schon alt und hatte sich einige, von uns nie angetastete, Gewohnheitsrechte erstritten. Mit meiner Großmutter verstand sie sich ohne Worte. Beide verbreiteten Behaglichkeit, die Katze durch ihr sanftes Schnurren und meine Oma durch ihre bloße Anwesenheit.

Waren wir als Kinder krank und glühten im Fieber, hatte sie kühle Hände und erfrischenden Himbeersaft. In meiner Erinnerung am tiefsten eingegraben hat sich die eigentümliche Stimmung in der Adventszeit. Wenn verstohlen der Duft frisch gebackener Plätzchen durch die Räume zog, wenn im Ofen Tannenzweige knisternd verbrannten und ihren harzigen Geruch verströmten, wenn am selbst gebundenen Adventskranz die Kerzen angezündet wurden und sich draußen die Dunkelheit unaufhaltsam ausbreitete, dann kam die schönste Stunde des Tages.

Die Arbeiten waren beendet und wir erlagen, immer wieder aufs Neue, dem Zauber dieser Stunde, der Stunde unserer Oma. Wir aßen mit Begeisterung etwas zu dunkel geratene Plätzchen, hörten gespannt ihren Kindheitserinnerungen zu oder sangen mit Inbrunst: “Schneeflöckchen - Weißröckchen” bis sich der Himmel erbarmte und zarte Flocken herab rieseln ließ.

Vergeblich habe ich in späteren Jahren versucht, diesen Zauber wieder zu finden, ihm noch einmal zu erliegen. Er war unwiederbringlich vorbei. Unsere Zeit ist nicht ausgerichtet auf Gefühle, sondern auf Ehrgeiz und Geld. Von beiden hatte meine Oma nur das Nötigste...

Wenn ich heute die Möglichkeit habe, mich in der Vorweihnachtszeit zurückzuziehen und bei Kerzenschein dem schwinden Licht nachzuschauen, sehe ich sie manchmal auf ihrem Samtsofa sitzen und unsere Katze streicheln, und dann streift mich wie ein Hauch:
 
“Der Zauber einer Dämmerstunde.”
Ich finde Patrizia hat die Stimmung einer Dämmerstunde wunderbar eingefangen und dies hilft auch mir dabei, einmal zur Ruhe zu kommen und zu entspannen.

Herzliche Grüße

Karl
 
old_go
old_go
Mitglied

RE: Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von old_go
als Antwort auf karl vom 20.11.2019, 16:16:28

Danke,Karl!

Diese Erzählung bringt die Erinnerung an meine Kinderzeit und danach die vorweihnachtliche Zeit mit meinen Kindern in zurück.
Sie sind nun selber schon Großeltern,aber immer wieder erzählen sie bei Familientreffen von diesen Stunden.

Erzählungen im Dämmerlicht bei Kerzenschein und knisterndem Kaminfeuer sind so heimelig,diesem Zauber kann sich niemand entziehen.

Auch Bastelarbeiten und Hausmusik gehörte bei uns dazu.

Es ist so lange her,aber die Erinnerung geblieben und diese Tradition führen sogar meine Enkel-Eltern weiter. 

Was ich aus einem guten Elternhaus weitergeben konnte,ist nicht verloren.

Ich wünsche allen eine besinnliche Zeit!
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Gudrun


 
JuergenS
JuergenS
Mitglied

RE: Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von JuergenS

aus "betreut.de" ein kleiner Rückblick:

Weihnachten vor 100 Jahren:

"Vergleicht man ein typisches Weihnachtsfest von heute mit einem Christfest vor 100 Jahren, werden viele Veränderungen deutlich. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts bekamen Kinder hauptsächlich nützliche Kleinigkeiten, wie Handschuhe oder Mützen, geschenkt. Spielzeug war teuer und selten. Die Jungen und Mädchen bereicherten ihr Spiel mit Fantasie und zufällig gefundenen Gegenständen. Statt mit Lichterkette und Glaskugeln wurde der Christbaum einfach mit Weihnachtsgebäck, Nüssen, Äpfeln und Silberpapier geschmückt. Zuvor segnete der Hausherr das gesamte Haus mit Weihwasser und Weihrauch. Bauern bezogen auch ihr Vieh in diesen Brauch mit ein. Den Höhepunkt des Christfestes bildete die Mitternachtsmesse, auch Christmette genannt. Eine Tradition, die Ruhe in den Weihnachtsalltag bringt und besinnliche Feiertagsstimmung aufkommen lässt. Ein weiteres Ritual, das sich bis heute gehalten hat, ist das traditionell reichhaltige Weihnachtsessen. Der servierte Gänsebraten geht übrigens auf den katholischen Brauch der Martinsgans zurück. Demnach wurde am 11. November, zu Beginn der Fastenzeit, das knusprige Geflügel kredenzt. Am Heiligabend hat das Fasten ein Ende und es wird erneut eine Gans als Festtagesbraten zubereitet."

Ich kann mich nur etwa 70 Jahre zurückerinnern, das war noch nicht weit weg davon, im Gegensatz zu heute. Gefastet wurde damals unmittelbar nach dem Krieg oft eher unfreiwillig.



 


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schorsch
schorsch
Mitglied

RE: Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von schorsch

Vor-Adventliches.....

....heute am Senioren-Informations-Nachmittag unserer Gemeinde.....

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wandersmann_1
wandersmann_1
Mitglied

RE: Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf schorsch vom 20.11.2019, 17:46:26

@ schorsch

Die sinnlichen Gedanken, die die Dame am rechten unteren Bildrand angesichts der Kerze ergriffen haben mögen, kann man ihrer Handbewegung entnehmen und erahnen. *ggggg*.

Typisch wandersmann. Nicht mal den spirit der besinnlichen Vorweihnachtszeit kann der ernst nehmen ...
 

karl
karl
Administrator

RE: Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von karl
als Antwort auf wandersmann_1 vom 20.11.2019, 21:10:26

@wandersmann_1,

ich habe das Bild einmal still gestellt, damit Du bis Weihnachten wieder bei Kräften bist 😄

Karl


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wandersmann_1
wandersmann_1
Mitglied

RE: Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf karl vom 20.11.2019, 21:33:44

Danke karl, wobei ich anfügen möchte, dass ich in dieser Hinsicht durchaus ausgelastet bin, wenn auch mittlerweile auf einem deutlich reduzierten level ... 😉.

barbarakary
barbarakary
Mitglied

RE: Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von barbarakary
als Antwort auf karl vom 20.11.2019, 16:16:28

Schön, dass Du das eingestellt hast, lieber Karl. Wir hatten heute Familienessen bei mir mit den Enkeln (fast 24 und 26) - irgendwie sind wir noch nicht auf Weihnachten eingestellt. Meine Tochter meinte, sie schreibe versehentlich dauernd Oktober statt November....

Wenn man keine kleinen Kinder mehr hat, fällt einiges von der Stimmung weg. Jetzt werden sich vielleicht diejenigen wehren, die weder Kinder noch Enkel haben. Natürlich können die es sich auch stimmungsvoll machen - eine Bekannte von mir ist Weltmeisterin im Dekorieren. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass wir das Gefühl haben, die Zeit überrollt uns förmlich....

Allen demnächst eine schöne Adventszeit!

LG barbarakary

schorsch
schorsch
Mitglied

RE: Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von schorsch
Advent im Sälipark: 1.) Die Girlanden sind wohl etwas zu üppig geraten. // 2.) Der überlebensgrosse Sämichlaus zählt den Verkehr, der sich in den Sälipark bewegt. // 3.) Das Haus hat sich heuer für die Kinder etwas einfallen lassen: Kinderspielplatz. Der Boden ist mit dicken Gummiplatten bedeckt.

Weihnachtsschmuck Gif 1.GIF
Klaus Gif.GIF
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Den Kinderspielplatz habe ich extra ans Ende genommen -, damit sich eure schwindelig gewordenen Augen wieder beruhigen können!
 
wolke07
wolke07
Mitglied

RE: Gar nicht mehr weit bis Weihnachten
geschrieben von wolke07
Ja die Vorweihnachtszeit ist eine heimelige Zeit mit Kerzenschein.
Am Vorabend des 1.Advents wird bei mir geschmückt und die erzgebirgischen Sachen aus dem Keller geholt.Immer  möchte ich weniger hinstellen,doch dann leere ich die Kisten.Welch ein schöner Anblick,wenn die Schwibbögen dann leuchten.Früher hatte man noch einen echten Weihnachtsbaum,doch nun erfreue ich mich an der erzgeb. Pyranide.
Wünsche allen eine besinnliche Adventszeit.
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