Forum Finanzen & Wirtschaft Wirtschaftsthemen Amazon - das Ausbeuter-Unternehmen

Wirtschaftsthemen Amazon - das Ausbeuter-Unternehmen

olga64
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Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von olga64
als Antwort auf clara vom 23.02.2013, 13:44:00
Das machte dieser unsägliche Wort und Bild-Verlag auch lange, der ja klerikalen Institutionen sehr nahe steht. Man hörte erst auf, als die Empörung gross wurde und - vor allem - die Kunden ausblieben. Auch in diesem Fall ist für mich Amazon nicht der einzige Schmutzfink, sondern in der Hauptsache die Leser und Kunden, die so etwas verlangen und kaufen. Olga
marina
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Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von marina
als Antwort auf olga64 vom 25.02.2013, 17:09:29
Wort und Bild-Verlag???
Vermutlich ist der Weltbild-Verlag gemeint.

Jetzt klagen auch die mit Amazon verbundenen Händler und vor allem Verleger über den Laden. Kein Wunder. Die örtlichen Buchhändler haben leider ohnehin Schwierigkeiten, sich zu halten wegen der Konkurrenz der Online-Großkonzerne. Wenn es die Buch-Preisbindung in Deutschland nicht gäbe, sähe es noch viel düsterer aus. Wie ich in einem anderen Artikel der SZ gelesen habe, mussten in in England nach Aufhebung der Preisbindung noch viel mehr Buchhandlungen dicht machen als in Deutschland, wo diese Gott sei Dank noch existiert.
Der Online-Versandhändler gerät neben seinen schlechten Arbeitsbedingungen jetzt auch wegen Steuertricks und Knebelverträgen für Buchhändlern in die Kritik. Rückendeckung bekommt er vom Bundesarbeitsministerium.
geschrieben von Rheinische Post
clara
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Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von clara
als Antwort auf marina vom 25.02.2013, 18:31:27
Marina, für mich ist Amazon erstmal "gestorben". Bücher kaufe ich nur noch in unserer kleinen Buchhandlung im Ort, wo ich meine Bestellung schon am nächsten Tag habe. Für Elektronikartikel habe ich ebenfalls bewährte andere Internetshops.
Die Preisbindung für Bücher begrüße ich auch im Interesse der kleinen Buchhändler, die oft hervorragende Empfehlungen geben können und ihren Beruf meist mit Lust und Liebe ausüben. Das merkt man dann bei der Beratung.

Clara

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marina
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Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von marina
als Antwort auf clara vom 25.02.2013, 19:56:36
Das ist gut, Clara. Ich auch. Man kann sowieso fast jedes Buch in fast jeder (auch kleinen) Buchhandlung in 24 Stunden bestellen, sofern nicht vorhanden. Und der örtliche Buchhandel muss unbedingt gestärkt werden und darf nicht diesen Riesen zum Opfer fallen. Es ist traurig, wie viele kleine Buchhandlungen und Verlage deshalb schon gestorben sind.
Das führt irgendwann dazu, dass der Markt nur noch von Bestsellern beherrscht wird und die Nischenliteratur für Liebhaber und Kenner ausstirbt, ein Trauerspiel!
pilli
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Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von pilli
als Antwort auf olga64 vom 25.02.2013, 17:09:29
Das machte dieser unsägliche Wort und Bild-Verlag auch lange, der ja klerikalen Institutionen sehr nahe steht. Man hörte erst auf, als die Empörung gross wurde und - vor allem - die Kunden ausblieben. Auch in diesem Fall ist für mich Amazon nicht der einzige Schmutzfink, sondern in der Hauptsache die Leser und Kunden, die so etwas verlangen und kaufen. Olga


jou olga

wenn du den "Weltbild-Verlag", für die *olli-und-molli-schnullbulli-lesergemeinde* meintest, war das ja wohl der lachflash auslösende moment, als bekannt wurde, dass die erzkatholischen inhaber, die seinerzeit auf ihre veranlassung hin filter einbauen liessen, das ihrer meinung nach pornografisches lesegut, zu erkennen und aus ihren regalen zu verbannen, plötzlich selbst sich ihren anteil des fetten kuchens gesichert haben.

Kontroversen

...Weltbild gehört zu 100% der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Eine 70-seitige Dokumentation der katholischen Initiative Katholisches! Weltbild kritisierte 2008 das angebliche Angebot an „Sexbüchern, gewaltverherrlichenden, esoterischen, magischen und satanischen Schriften“. Die deutschen Bischöfe als verantwortliche Eigentümer wurden angeschrieben; die Resonanz war jedoch gering.

Im Januar 2011 kam das Unternehmen Hugendubel in die Schlagzeilen, weil dem Konzern im firmeneigenen Gewerkschaftsblog Zensur vorgeworfen wurde. Durch die Kooperation mit dem Weltbild-Verlag wurde im Online-Shop von Hugendubel kurzzeitig ein „Filter“ verwendet, der zahlreiche schwul-lesbische, kirchenkritische, esoterische und kommunistische Artikel herausfilterte.[/b] Nach einhellig kritischem Medienecho wurde der Filter entfernt und entsprechende Titel wieder gelistet.

Im Oktober 2011 berichtet das Magazin buchreport, dass die [b]katholische Verlagsgruppe auch Erotik publiziere, auf der anderen Seite aber im Hugendubel-Onlineshop, den Weltbild zu Jahresanfang übernommen hatte, plötzlich kirchenkritische Literatur fehle.
Die Fachzeitschrift resümierte, dass der Versender gegenüber erotischer Literatur „deutlich aufgeschlossener“ sei. Daraufhin reagierten die deutschen Bischöfe mit der Mitteilung, dass man den „Vertrieb möglicherweise pornografischer Inhalte“ unterlassen wolle und dass möglicherweise ein Filtersystem versagt habe.

Alexander Kissler forderte im Focus den „komplette[n] Ausstieg“ der Kirche aus Weltbild und Droemer Knaur sowie den „Verkauf sämtlicher Anteile [...] und sei es mit Verlusten“. Diesen Preis müsse „eine Kirche sich leisten können, für die eine Entweltlichung um der Welt willen nicht nur eine fromme Phrase ist.“
Der Verlag gab an, dass dieser Umsatz lediglich knapp 0,2 ‰ ausmache und er auf den „mündigen Bürger“ setze; Zensur fände nicht statt. Darüber hinaus versuche man „unserer Verantwortung gerecht“ zu werden; bei Holocaust-Leugnern, Kriegs- und Gewaltverherrlichung sowie bei Sex setze man Grenzen, „genauso bei polemischen Büchern über seine Gesellschafter, die Diözesen“.

In solchen Fällen behalte sich das Unternehmen vor, diese Bücher aus dem Angebot zu nehmen. Beim Sortiment von Weltbild fände laut Geschäftsführer Carel Halff „ein sehr intensiver und zuweilen auch kritischer Dialog“ statt. Auf Drängen des Aufsichtsrates wurde vor Jahren ein Speziallektorat eingerichtet. Laut Klaus Donaubauer, bischöflicher Finanzdirektor der Diözese Augsburg und Weltbild-Aufsichtsratsvorsitzender, habe es die Aufgabe, „inhaltlich nicht tolerable Publikationen“ aus dem Vertrieb zu nehmen.

Da sich Weltbild im Versandhandel mit Wettbewerbern wie Amazon behaupten müsse, habe die Verlagsgruppe ihr Angebot im Internet um das lieferbare Großhandelsangebot von KNV und Libri ergänzt. Darin „finden sich auch Bücher erotischen Inhalts“. Widersprochen wurde dem Vorwurf, der Verlag betreibe Pornografie. In einer Stellungnahme heißt es, das Unternehmen prüfe rechtliche Schritte gegen die „Verleumder“; ebenso behalte sich Droemer-Knaur rechtliche Schritte vor. Klaus Donaubauer trat Mitte November mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Verlagsgruppe zurück.

Die Deutsche Bischofskonferenz beschloss Ende November „ohne jeden Verzug“ sich vom Verlag zu trennen. Nach einer Pressemitteilung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz vom 22. November 2011 könne „die internetgestützte Verbreitung sowie die Produktion von Medien, die den ideellen Zielen der Gesellschafter widersprechen, im eigenen Bereich bzw. im Bereich der Unternehmensbeteiligungen“ nicht hinreichend unterbunden werden. Darunter hätte die Glaubwürdigkeit der Verlagsgruppe und ihrer Gesellschafter gelitten.

Am 26. Juni 2012 beschloss die Gesellschafterversammlung, sämtliche Anteile an der Verlagsgruppe Weltbild in eine neu zu gründende kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts einzubringen. Die Stiftung soll alleiniger Gesellschafter der Verlagsgruppe Weltbild werden, auf Verkaufserlöse und zukünftige Gewinnausschüttungen soll verzichtet werden. Die Stiftung soll ausschließlich gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele verfolgen.

Adresshandel/ Listbroking

Seit März 2012 vermarktet Weltbild seine ca. 5 Mio Adressdaten aus der ganzen Verlagsgruppe exklusiv über ein Tochterunternehmen der Bertelsmann AG, die Firma AZ Direkt GmbH. Auf Basis des Listenprivilegs ist das ohne Zustimmung der Kunden möglich. AZ Direkt wiederum reichert die Adressen auf Wunsch mit weiteren Kriterien, wie Vornamenanalyse, Wohndauer, Einkommens-Score, Kaufkraft, Wohngebietstyp, 1-2 Familienhäuser und Kinderwahrscheinlichkeit im Haushalt an...
geschrieben von wiki


verlagsgruppe weltbild

die dummen sterben halt nicht aus, wie man an der zahl des gesamtumsatzes (erwirtschaftet von 6500 mitarbeitern) klar erkennen kann:

"Als unkonsolidierter Gesamtumsatz wurden im Geschäftsjahr 2009/2010 rund 1,65 Milliarden Euro ausgewiesen."

schon klar, wennz feiste pfründe zu sichern hat, sind sie gerne dabei, die jungs mit dem schwarzen rock! die aufgrund der bekannt gewordenen geschehnisse in windeseile eingerichtete "Stiftung" rettet den guten ruf der nachfolgend zitierten Gesellschafter sicherlich nicht?

" Gesellschafter des Unternehmens sind zwölf katholische deutsche Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands und die Soldatenseelsorge Berlin. Zu den Eigentümern gehören die Diözesen Augsburg, Aachen, Bamberg, Eichstätt, Fulda, Freiburg, München/Freising, Münster, Passau, Regensburg, Trier und Würzburg. Größere Beteiligungen halten unter anderem der Verband der Diözesen (24,2 %), die Erzdiözese München und Freising (13,2 %) und die Diözese Augsburg (11,7 %).

wann wird in den Diözesen endlich das gemacht, watt datt seelenheil der alles leichtgläubigen betrifft? ob die wissen, wie blamabel es für die jungs ist, von wasser zu predigen und allerfeinsten wein zu meinen?

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pilli
lupus
lupus
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Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von lupus
HW schrieb:Amazon bezahlt nicht die Leiharbeiter! Das ist ein weit verbreiteter Irtum und müsste auch Verdi bekannt sein. Die Lohnsklaven arbeiten nach den Bedingungen, welche die Leiharbeitsunternehmen ihren Sklaven, die sie in jede beliebige Ecke Europas karren können, auferlegen. Diese Unternehmen sind es welche den höchsten Profit abschöpfen.

Amazon bezahlt die Sklavenhalter vertragsgemäß und diese sind auch für die Arbeitsbedingungen und Unterkünfte verantwortlich. Leiharbeitsunternehmen unterliegen der deutschen Rechtsprechung. Protestiert bei eurer Bundesregierung, weil sie diese Lohnsklaverei zulässt und gesetzlich unterstützt!


So sehe ich das auch und es ist deutlich dargestellt. Warum empören sich hier viele über die Nutzung der Bestimmungen und nicht über diese selbst?

lupus

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olga64
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Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von olga64
als Antwort auf marina vom 25.02.2013, 18:31:27
Danke Marina und Pilli - ich habe mich im Namen geirrt (ist natürlich Weltbild); von Wort und Bild kommt glaube ich die Apotheken-Umschau, das Zentralorgan von Senioren.
Ich persönlich bin beim Buchkauf etwas unfair: ich schmökere gerne bei Hugendubel in München bei einer Tasse Kaffee. Dann bestelle ich im Internet und erhalte ohne Schlepperei die Bücher meiner Wahl versandkostenfrei zugeschickt, meist noch preisermässigt.
Bei Amazon war ich nie Kundin und werde es nie sein; es reicht mir schon, die vielen Päckchen für eine Hausbewohnerin annehmen zu dürfen, die tagtäglich mit diesem Absender hier eintrudeln (und von ihr vermutlich am nächsten Tag zurückgeschickt werden). Amazon ist ja Kaufhaus für viele Artikel - also nicht nur Bücher.
Mittlerweile kaufe ich sowieso nicht mehr viele Bücher, da ich zufriedenes Mitglied unserer öffentlichen Bücherei bin. Die sind gut sortiert, immer auf dem laufenden - vieles läuft über das Internet: die Suche nach den Büchern, das Verlängern,die Reservierungen. Man wird benachrichtigt - toller Service und kostet gerade mal 15 Euro im Jahr.Eine spürbare Einsparung in meinem Budget. Olga
Edita
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Mitglied

Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von Edita
Es ist mir unverständlich, daß auf einmal in der Republik so ein Geschrei um die Leiharbeit gemacht wird, und unsere gewählten Damen und Herren Volksvertreter ihr Gesicht ( am liebsten würde ich Fresse sagen, aber ich bin ja gut erzogen ) in jede sich darbietende Kamera halten, und ihre ach so große Empörung kundtun! So ein verlogenes Theater! Seit Jahren werden im Deutschen Bundestag solche Leiharbeiter eingesetzt, ( Schreibarbeiter, Sicherheitskräfte, Reinigungspersonal, und wie ich vorgestern hörte, auch Fahrer! Im eigenen Hause dulden sie das, und außerhalb verteufeln sie das? Wenn ich jetzt keinen Anstand hätte, würde ich sagen " verlogenes Pack ", aber ich sage es nicht!

Dumpinglöhne für Schreibkräfte im Bundestag

Ich zitiere meinen Mann, " Lug und Trug wo de hinkiekst "!

Edita
olga64
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Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von olga64
als Antwort auf Edita vom 01.03.2013, 12:44:25
ABer Edita - bevor man jemand als Lügner oder Schlimmeres beschimpft, sollte man erst mal wirklich den Beweis für diese Sünden haben. Im Bundestag ist es sicher so,dass die angestammte Belegschaft mit all ihren Zulagen usw. auf höhere Löhne kommt, die dann aber auch vor dem deutschen Steuerzahler gerechtfertigt werden müssen, genau wie die Politikergehälter, die ja auch ständig Anlass für Beschimpfungen bieten.
Also was wollen wir? Gutbezahlte Politiker und ihre Hilfskräfte - dann evtl. höhere Steuern? Oder Einsparmöglichkeiten ausnützen, wenn möglich?
Zu dem besagten Thema hörte ich übrigens, dass hier Teilzeit-Schreibkräfte sich mit Vollzeit-Schreibkräften vergleichen - ist ja auch medienwirksamer. Und auch hier gilt: es wird keiner geprügelt, dort zu arbeiten - irgendwelche Vorteile bietet es der Einzelnen sicher, es trotzdem zu tun, oder? Männer sind wohl dort seltener anzutreffen; die gehen sowieso nicht gerne in Unternehmen, wo sie nicht anständig verdienen. Olga
Edita
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Re: Amazon ist mehr, als nur Ausbeuter-Firma
geschrieben von Edita
als Antwort auf olga64 vom 04.03.2013, 17:03:16
Olga mein Mäusken, meine Bewunderung für Sie ist gerade dabei ins Unermessliche zu steigen!
Für mich grenzt es schon fast an " göttliche Unbedarftheit ", wie sie jedes Ding, und wenn es noch so krumm ist, gerade biegen können! Ich zähle mich ja auch zu dem Typus Mensch, der versucht, allen negativen Erscheinungen etwas Positives abzugewinnen, ich lasse mich auch nicht unterkriegen, und ich bin auch der Überzeugung, von nichts kommt nichts, ich vergesse auch nicht, daß zum eigenen Geschick auch immer ein Quentchen Glück gehört, aber........was Sie hinbekommen, da muß ich passen! Freuen tut mich dabei, daß Sie mit sich sehr zufrieden sind, und das Leben genießen können, weiter so!

Eine grübelnde Edita

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