Wirtschaftsthemen Aus für Opel Bochum!

olga64
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Aus für Opel Bochum!
geschrieben von olga64
Jetzt scheint es sicher zu sein - ab 2016 wird Opel Bochum keine unverkäuflichen Fahrzeuge mehr produzieren. Die jüngeren Mitarbeiter werden Angebote erhalten, in anderen Opel-Werken zu arbeiten - einige Hundert können wohl bei einer Umstrukturierung zu einem Logistik-Center neue Jobs bekommen.
Der Rest dürfte mit einem Sozialplan abgefunden werden.
Lange wurde diskutiert, wie es mit Opel Bochum weitergeht. Andere Werke ausserhalb Deutschlands sind diesen Weg längst gegangen.
Bochum als Stadt tut mir leid. Erst sahnte Herr STeinbrück und andere berühmte Redner (auch Vater Gauck) dort ab und nun entfallen wichtige Steuerzahler. Olga
wandersmann_1
wandersmann_1
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Re: Aus für Opel Bochum!
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf olga64 vom 10.12.2012, 17:11:02
Was sich nicht rechnet, ist auch nicht wert zu leben.
Das war die erste Lehre, die uns die bundesdeutsche Wirtschaft nach dem 1.7.1990 erteilte. Konsequenterweise wurde unsere Belegschaft binnen kürzester Zeit von rund 8.000 auf 420 "eingedampft". Die thüringer Landesregierung feierte dies damals als Erfolg. 420 Arbeitsplätze, so hieß es, konnten gesichert werden. Ich brauchte eine ganze Weile, diese Logik zu verstehen. So richtig gelungen ist mir dies vermutlich nicht so ganz, dennoch bin ich heute soweit, dass ich kein Mitgefühl gegenüber Opfern von Werksschließungen entwickeln kann.
Das Wirtschaftssystem, in dem wir leben, lässt eben kaum Alternativen zu.
pschroed
pschroed
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Re: Aus für Opel Bochum!
geschrieben von pschroed
als Antwort auf olga64 vom 10.12.2012, 17:11:02
Dear Olga

Es ist ein Drama, Opel baut gute Autos, schade daß GM diese Modelle nicht in der USA / CHINA zuläßt.

Europa Autosindustrie steht vor einem großen Wendepunkt, Peugeot - Renault am Sterben, SAAB weg, LANCIA am sterben

Billigauto DACIA zeigt die Zukunft für Europa.

Phil.

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rolf †
rolf †
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Re: Aus für Opel Bochum!
geschrieben von rolf †
als Antwort auf pschroed vom 11.12.2012, 08:10:52
Auch bei GM sitzt das Hemd näher als die Jacke.
Warum also Konkurrenz aus der EU, auch wenn sie von der eigenen Tochter kommt, ins Land holen?
wolfgang
wolfgang
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Re: Aus für Opel Bochum!
geschrieben von wolfgang
als Antwort auf pschroed vom 11.12.2012, 08:10:52
andere bauen auch gute autos. röslers getue um opel ist dem wahlkampf geschuldet. jeder im land weiß, auch die opel-arbeiter wissen das und haben das prinzip jahrzehntelang akzeptiert, dass der real existierende kapitalismus keine veranstaltung ist zur sicherung von arbeitsplätzen. im gegenteil - arbeitsplätze stören in diesem verrückten system. sie sind systemelemente, die noch nicht wegrationalisiert werden konnten.
kapitalverwertungslogik
anders ausgedrückt: arbeitsplätze sind nur für arbeitnehmer quelle ihres lohnes und damit erhaltenswert; für arbeitgeber sind arbeitsplätze quelle von kosten, die es zu minimieren gilt.
---
w.
clara
clara
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Re: Aus für Opel Bochum!
geschrieben von clara
als Antwort auf wolfgang vom 11.12.2012, 10:58:18
Wenn die Lohnquelle weg fällt, können die Leute auch keine Autos mehr kaufen, noch nicht mal die in Billiglohnländern produzierten. Dies müssen Arbeitgeber schon auch bedenken.

Clara
olga64
olga64
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Re: Aus für Opel Bochum!
geschrieben von olga64
als Antwort auf clara vom 11.12.2012, 13:02:37
Gerade hier in Bayern stellen wir dies ja fest (mit BMW und Audi vor der Haustüre). Das fehlende Geld ist es nicht - dafür fahren viel zu viele Autos im Premium-Segment auf der Strasse rum, auch trotz hoher Spritkosten.
Es findet ein Umdenken statt, gerade unter jungen Leuten. Wer in den Grossstädten wohnt, muss für Garage so viel bezahlen wie anderswo jemand für eine 1-Zimmer-Wohnung. Die Infrastruktur ist gut - die Leute können ohne Probleme mit U- und S-Bahn, Bussen und Trambahnen fahren. Ausserdem gibt es Rent-a-Car, eine sehr gute Sache, wie ich finde. Da Autos erwiesenermassen von 24 Stunden mindestens 20 Stunden nur rumstehen (aber trotzdem Kosten produzieren) ist dies ökonomisch ein Unsinn.
Die Automobilfabriken machen seit Jahren nur noch gute Geschäfte ausserhalb von Europa - der europäische Markt ist gesättigt. Deshalb wandern auch alle sukzessive in diese Erfolgsmärkte ab, dort wo ihre Kunden sitzen. Ist auch nachvollziehbar.
Den Bochumer Opel Mitarbeitern sei schon empfohlen, sich bei BMW, Daimler oder Audi zu bewerben - sollten sie gut spezialisiert sein, sähe ich dafür gute Chancen. Sie müssten dann aber auch Mobilität und Flexibilität beweisen - insbesondere die jungen Leute. Olga

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