Wirtschaftsthemen Kampf um Honorare

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Kampf um Honorare
geschrieben von youngster
Immer mehr Ärzte proben den Aufstand

Stuttgart - Immer mehr Krankenversicherte im Südwesten melden Probleme mit Praxisärzten, die sie aus Protest gegen die Honorarreform nicht behandeln wollen. Bei der DAK sind in Baden-Württemberg 200 Fälle bekannt, bei der Techniker Krankenkasse 115 und beim Verband der Betriebskrankenkassen 76.

Dabei handelt es sich um ganz unterschiedliche Erfahrungen der Patienten: Einmal sollen sie nur gegen Vorkasse behandelt werden, einmal werden ihnen Leistungen gänzlich verweigert, weil das Budget der Ärzte schon ausgeschöpft sei. Dann werden sie auf die Warteliste gesetzt. Betroffen sind vor allem die Fachgruppen der Magen-Darm-Spezialisten und der Hautärzte, die wegen aus ihrer Sicht zu niedriger Vergütung von Magenspiegelungen beziehungsweise Hautkrebsfrüherkennungs-Untersuchungen rebellieren.
Der Verband der Krankenversicherten Deutschlands hat die Weigerung von Praxisärzten im Südwesten, wichtige Untersuchungen auf Krankenschein vorzunehmen, als "unmoralisch" bezeichnet. "Bei allem Verständnis für die Honorarsituation kann es nicht sein, dass Patienten als Druckmittel genutzt werden, um Honorarforderungen durchzusetzen", sagte Verbandschef Heinz Windisch. "Die Mediziner dürfen den Eid des Hippokrates nicht vergessen, der ihnen gebietet, Kranken nicht zu schaden."

Windisch rief die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg auf, die Honorarverteilung, die zu Einbußen bei manchen Arztgruppen führt, zu überdenken. Sie müsse auch dafür sorgen, dass die Versorgung der Kassenpatienten sichergestellt sei. "Bei mehreren hundert Fällen bezweifele ich, dass die Kassenärztliche Vereinigung ihre Pflichten noch erfüllt." Der Chef des Versichertenverbands mit Sitz in Berlin wies auf die noch vergleichsweise gute Lage der baden-württembergischen Ärzte hin: "Viele Ärzte im Osten Deutschlands würden sich über eine solche Honorarsituation freuen."

Betroffenen Patienten riet er davon ab, für Kassenleistungen in Vorkasse zu gehen. Ein Arztwechsel sei dann angeraten. "Sie sollten den Mediziner der Krankenkasse und der Ärztekammer melden, die für die Ethik zuständig ist." Sein Verband werde entsprechende Hinweise ebenfalls in Empfang nehmen, um mit der Ärztekammer in Verbindung zu treten.

Die gesetzlichen Kassen im Südwesten haben bereits gegen drei Ärzte bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) den Entzug der Kassenzulassung beantragt - gegen zwei Dermatologen und einen Orthopäden. Manuela Ill-Groß von der BKK sagte: "Wir lassen uns nicht erpressen. Honorarverteilungskonflikte lassen sich nicht auf dem Rücken der Patienten austragen." Auch bei der DAK hat man kein Verständnis für die aufgebrachten Ärzte, die "die Patienten im Regen stehen lassen": Sie erhielten bundesweit in diesem Jahr im Vergleich zum Jahr 2007 rund 2,7 Milliarden Euro mehr. Verwerfungen innerhalb der Arztgruppen müsse die KVBW bereinigen. Die Techniker Krankenkasse hatte das Verhalten der Ärzte als Verstoß gegen Patientenrechte bezeichnet.

Dpa Quelle StN 24.02.2009
24.02.2009 - aktualisiert: 24.02.2009 09:00 Uhr


Was soll man denn dazu sagen? Wie ist eure Erfahrung bei den Ärzten. Sei ihr auch schon mal auf Krankenkasse nicht behandelt worden bzw. wurden euch Leistungen nur gegen Privathonorar gewährt. Was ist bloß mit unserem Gesundheitswesen los? Und dann auch noch der große Blödsinn mit der Einführung eines Gesundheitsfonds. Da wird alles noch bürokratischer und teuerer für die Patienten und die gesetzlich krankenversicherten.




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youngster
bigi
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Re: Kampf um Honorare
geschrieben von bigi
als Antwort auf youngster vom 24.02.2009, 10:35:49
ja, youngster, das gab es schon vor ein paar Jahren in Hessen. Die Augenärzte wollten eine Honorarerhöhung für Laserungen durchsetzen. Es ging um 0.05 Promille, soweit ich mich erinnere.
So wurde nur gegen Honorarrechnung und Zahlung gelasert.
Da es dringend war, bezahlte ich diese und reichte sie anschließend bei der BEK ein, die die Erstattung des verauslagten Betrages dann übernahm.

bigi
peter25
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Re: Kampf um Honorare
geschrieben von peter25
als Antwort auf youngster vom 24.02.2009, 10:35:49
Ich kann nix negatives berichten.Was ich an Behandlung haben wollte,hab ich immer bekommen.Aber Vorschläge über eine zusätzliche Sonderleistung (privat bezahlen) hab ich schon mal bekommen.
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peter25

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susannchen
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Re: Kampf um Honorare
geschrieben von susannchen
als Antwort auf peter25 vom 24.02.2009, 22:08:30
Ich muss alles selber bezahlen, bekomme aber auch alles was ich möchte.
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susannchen
wikinger
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Re: Kampf um Honorare
geschrieben von wikinger
als Antwort auf susannchen vom 24.02.2009, 22:34:46
Ich muss alles selber bezahlen, bekomme aber auch alles was ich möchte.
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susannchen


ist doch wohl auch logisch wenn Du alles zahlst. Gegen Geld gibt es nur das Beste, es sei Dir auch gegönnt . Wer hat, der hat

LG
wikinger
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Re: Kampf um Honorare
geschrieben von wikinger
als Antwort auf youngster vom 24.02.2009, 10:35:49
Erfahrung mit der Vorsorge.
Mich ärgerte es immer wenn meine Frau zur Vorsorge die 10,-- € Praxisgebühr zahlen mußte, die eigentlich denn nicht fällig ist. Meine Vermutung war, daß die Ärztin damit einen guten steuerfreien Nebenverdienst hat. Kommt doch was zusammen. Ich erkundigte mich bei der Krankenkasse. Bekam die Antwort, wenn die Ärztin mit meiner Frau spricht, ist es ein Beratungsgespräch und denn ist die Praxisgebühr fällig. Von mir kam nur ein ironisches Lachen und war sprachlos. Das Röntgen mußte sie auch zahlen.
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susannchen
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Re: Kampf um Honorare
geschrieben von susannchen
als Antwort auf wikinger vom 24.02.2009, 22:42:26
Sorry, habe mich falsch ausgedrückt, vorlegen muss ich das Geld für die Rechnung bis die Kasse es mir erstattet.
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susannchen
wikinger
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Re: Kampf um Honorare
geschrieben von wikinger
als Antwort auf susannchen vom 24.02.2009, 23:03:12
denn habe ich es falsch verstanden
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wikinger
majana
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Re: Kampf um Honorare
geschrieben von majana
als Antwort auf wikinger vom 24.02.2009, 22:48:51
Mir ist nur bekannt, dass man die 10,-- EUR Praxisgebühr entrichten muss, wenn eine Behandlung stattfindet, nicht aber für eine reine Vorsorgeuntersuchung. Egal ob beim Gynäkologen oder Zahnarzt. Sobald der Arzt darüber hinaus tätig wird, kostet es.

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majana
wikinger
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Re: Kampf um Honorare
geschrieben von wikinger
als Antwort auf majana vom 24.02.2009, 23:51:02
so meinte ich es ja auch, denn das Röntgen muß sie selbst zahlen. Aber laut KK ist es ein Beratungsgespräch, also extra zur Vorsorge und denn wird die Gebühr fällig. Ist wohl eine Auslegungssache
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wikinger

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