Forum Finanzen & Wirtschaft Wirtschaftsthemen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:

Wirtschaftsthemen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:

youngster
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Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:
geschrieben von youngster
Berlin - Angesichts der schweren Wirtschaftskrise stellen die großen deutschen Konzerne den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen im kommenden Jahr in Aussicht. Bei einem siebenstündigen Spitzentreffen zur Konjunktur am Sonntagabend im Kanzleramt boten sie an, eine entsprechende Selbstverpflichtung anzustreben.

Quelle STN 14.12.2008

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Bin mal gespannt ob da die Politik was ausrichten kann, denn wahrscheinlich sind das alles wieder bloß Sonntagsreden. Wenn es dann darauf ankommt ziehen die Bosse sich ganz schnell von ihren Absichten zurück.
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youngster
susannchen
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Re: Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:
geschrieben von susannchen
als Antwort auf youngster vom 16.12.2008, 17:44:20
Zu bedenken ist dabei,dass 70% aller Arbeitnehmer in mittelständischen oder Kleinbetrieben arbeiten.
Der Verzicht bezieht sich nur auf Grosskonzerne.
Die mittelständischen Betriebe sind aus nachvollziehbaren Gründen nicht in der Lage diese Garantie zu geben.

Anzumerken ist auch, dass der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bereits durch die meisten Tarifverträge festgelegt wurde Dass Grossbetriebe jetzt grossartig Reklame damit fahren , finde ich etwas populistisch.
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susannchen
rolf †
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Re: Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:
geschrieben von rolf †
als Antwort auf susannchen vom 16.12.2008, 18:00:02
Nicht zu vergessen, daß die vielen Tausend Mitarbeiter, die in Kurzarbeit mit 0 Stunden geschickt wurden, nur auf dem Papier noch beschäftigt sind, also die Statistik schönen.
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rolf

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heinzdieter
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Re: Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:
geschrieben von heinzdieter
als Antwort auf rolf † vom 16.12.2008, 18:24:37
Und wer bezahlt alles ????
Herr Gysi stellt übrigends die gleiche Frage.
Das sind dann Zustände nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft in der DDR
im Oktober 1989.
Arbeiter raus zum Schneeschippen falls vorhanden andernfalls Skatkarten mitbringen.
Arbeiterin bringt euer Nähabeiten mit.
So kann doch keine Volkswirtschaft funktionieren.

Am letzten Sonntag wurde in der Sendung Weltspiegel u.a. auch ein Beitrag über Neuseeland gebracht.
Diese Sendung befasste sich mit der Rotwildjagd, Haltung und Aufzucht zu Exportzwecken nach Europa.
Dieser Unternehmer äusserte sich dann auf die Frage:
Wenn der Export zusammen bricht was machen sie dann.
Die Antwort:
Dann stelle ich auf Schaf- oder Rinderzucht um.

Vielleich sollten unsere Wirtschaftbosse einmal "über den Zaun" sehen und nicht den Kopf in den Sand stecken und warten was kommt oder wer hilft.

Z. B. die Fa Bosch baut die Sparte Solartechnik und Nebengewerke aus.
Ein Schritt in die richtige Richtung und benötigt für diese Produktion ca 400 neue Arbeitskräfte.

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heinzdieter
youngster
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Re: Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:
geschrieben von youngster
als Antwort auf susannchen vom 16.12.2008, 18:00:02
Da hat susannchen völlig recht, denn die Mittelständler haben sich zu Recht schon von dem Verzicht distanzeirt, da sie es gar nicht stämmen können.

Andererseits sind die mittelständischen Unternehmen die jenigen, welche ihre Arbeitkräfte in Krisensituationen am längsten halten und nicht gleich freisetzen.
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youngster
hugo
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Re: Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:
geschrieben von hugo
als Antwort auf youngster vom 17.12.2008, 08:44:09
oft ist es ja auch so das ein Großunternehmen massenhaft Klein-, und Mittelständische Betriebe mit Aufträgen versorgt wenns gut läuft,,,,aber sobald es nicht mehr läuft werden keine Zuarbeiten mehr vergeben und der Kleine ist ruck zuck Pleite,,wozu soll er dann noch die Arbeiter bezahlen und behalten ??

Ich würde in der heutigen Situation als Kleinunternehmer auch keine Riesenüberbrückungskredite aufnehmen (die ich vermutlich auch gar nicht bekommen würde ohne Sicherheiten) um meinen Mitarbeitern Lohnausfallgelder zu bezahlen,,wofür auch ? für höhere Gewalt ?

immerhin hab ich als seriöser Unternehmer treu und brav meinen Anteil in die Arbeitslosenversicherung meiner Mitarbeiter gezahlt (oder ist das heutzutage anders ?) und wenn ich sie nun -falls überschaubare Kurzarbeit nicht machbar ist- zum Jobcenter schicken muss werden sie ja einige Monate lang Alg 1 bekommen und davon kann ein gutbezahlter Facharbeiter auch noch bis zu 18 Monate gut leben,

und wenn es bis dahin nicht wieder aufwärts geht mit unserer Wirtschaft und er nicht wieder neue Arbeit -bei mir oder anderswo- bekommt ok dann sollten wir unsere Regierung mit Schimpf und Schande davonjagen

dann hätten sie diese 800 Milliarden nicht den Banken und der Wirtschaft versprechen, sondern den kleinen Leuten zum Ankurbeln des Binnenmarktes aushändigen sollen.
--
hugo

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susannchen
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Re: Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:
geschrieben von susannchen
als Antwort auf youngster vom 17.12.2008, 08:44:09
Nun fängt auch die Windindustrie an zu jammern !
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susannchen
youngster
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Re: Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:
geschrieben von youngster
als Antwort auf hugo vom 17.12.2008, 09:01:54
Also die Beiträge in die Arbeitslosenversicherung zahlen immer noch die Arbeitnehmer nicht die Arbeitgeber. Den Arbeitsloseversicherungsbeitrag bekommen nämlich die AN von ihrem Bruttolohn abgezogen, deshalb haben sie dann auch ein Recht auf Arbeitslosengeld.

Im Übrigen bin ich sowieso der Meinung , dass hier die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I je nach Einzahlungsdauer zu der Arbeitsloasenversicherung gestaffelt gehört. D.h. wer lange eingezahlt hat sollte auch länger Arbeitslosengeld I bekommen. Denn wenn die Leutchen dann mal in das Arbeitslosengeld II bzw. Hartz IV rutschen können sie einem wirklich leid tun Vor allem die älteren Arbeitnehmer so ab 40 Jahren, die z.T. über 20 jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.
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youngster
hugo
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Re: Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angestrebt:
geschrieben von hugo
als Antwort auf youngster vom 17.12.2008, 09:32:56
ich denke es ist schon gestaffelt je nach Alter und Arbeitsjahre, nur nicht mehr so langanhaltend wie vor 10-20 Jahren

nach der Wende hatten die Westunternehmer die für eine DM den Ostbetrieb übernahmen keine Skrupel eine sofortige Entlassungsorgie zu starten -äh damals sagte man Abwicklungswelle oder sozial verträglich umstrukturieren-

in meinem Betrieb wurden ca 12000 Bauarbeiter zwischen Freitag (Wochenendheimfahrt )und Montag -(Wiederarbeitsbeginn) davon informiert das sie die Baustele nicht mehr betreten dürften und tausende davon waren auf 100% Kurzarbeit gestellt also Null Stunden Arbeit im Monat,,,und das war abgestimmt mit dem Arbeitsamt.

Am günstigsten kamen dann noch die älteren, kurz vor der Rente stehenden Kollegen weg, die bekamen Abfindungsregelungen, Übergangsregelungen, Ausscheidungsbeihilfen usw, da kann man nicht meckern und der Arbeitsmarkt wurde dadurch etwas entlastet, aber natürlich war das auch ein Schönen der Arbeitslosen-Statistik, sowie berechnendes wahltaktisches Vorgehen der damaligen Regierung auf Kosten der westdeutschen Steuerzahler,

auf alle Fälle werden uns diese Themen Wirtschafts-, und Finanzkrise und wer weiß was da noch dazukommt, noch ne Weile beschäftigen,,

--
hugo

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