Gruppen Interessensgruppen # WiederVestand2020 - Selbstreflexion

# WiederVestand2020 - Selbstreflexion

# WiederVestand2020 - Selbstreflexion

Gelebte Demokratie: Der Fall der Sparkassenkunde(in) Marlies Krämer (83)


Gelebte Demokratie: Der Fall der Sparkassenkunde(in) Marlies Krämer (83)

In ihrem Kampf um Gleichberechtigung in der Sprache gegen die Sparkasse Saarbrücken ist Marlies Krämer vor dem Bundesgerichtshof gescheitert. Sie möchte vom Geldinstitut nicht mehr als Kunde, sondern als Kundin, nicht als Sparer, sondern als Sparerin angesprochen werden. Der BGH wies ihre Klage ab. Die männliche Form könne „geschlechtsblind“ verwendet werden. Frauen würden dadurch nicht geringgeschätzt (die SZ berichtete mehrmals darüber).


Marlies Kraemer, 83. Frauenrechtlerin.
... dann bleibt nur noch der Weg zum europäischen Gerichtshof.


In Vordrucken und Formularen verzichten Sparkassen und andere Institutionen meist darauf, Frauen mit grammatisch weiblichen Personenbezeichnungen wie „Kundin“ oder „Kontoinhaberin“ anzusprechen – und dürfen das vorerst auch weiter tun. Das Bundesverfassungsgericht wies die Klage einer Frau aus dem Saarland gegen diese Praxis wegen Mängeln in der Begründung ab. Das teilte das Gericht mit. Damit wurde über die rechtliche Frage nicht inhaltlich entschieden. Bisher scheiterte die Klage aber in allen Instanzen. Der BGH entschied, dass das sogenannte generische Maskulinum im Sprachgebrauch üblich sei und keine Geringschätzung gegenüber Menschen anderen Geschlechts zum Ausdruck bringe. Die Form werde auch in vielen Gesetzen und selbst im Grundgesetz verwendet.


Der Klägerin Marlies Krämer geht es aber ums Prinzip. Sie hat ihre Sparkasse verklagt und war 2018 mit 80 Jahren vor den Bundesgerichtshof (BGH) gezogen, weil sie auch in Formularen als Frau wahrgenommen werden will.


Die 83-jährige Frauenrechtlerin ließ sich davon nicht unterkriegen. Sie zog vor das Bundesverfassungsgericht. Seit Mai vergangenen Jahres ist die Klage dort anhängig. „Und je nachdem, wie dort entschieden wird, ziehe ich vor den Europäischen Gerichtshof“, sagt Krämer. Die Richter dort könnten sich schließlich nicht selbst in die Pfanne hauen. „Sie haben ja auch zugelassen, dass in allen Ausweisen und Pässen Inhaberin benutzt wird.“


Anzeige

Kommentare (10)

werderanerin

Habe diese furchtbare Genderbesessenheit noch nie verstehen können, habe mich komischerweise noch nie benachteiligt gefühlt.

Es ist mir letztlich egal, ob man mich als "Kunde oder Kundin" bezeichnet/anredet, deswegen kauf ich ja trotzdem ein...Ich persönlich empfinde das alles als übertrieben aber was solls..., mich tangiert es nicht.

Es ist mir egal , fühle mich schon immer als Frau, egal ob hinten ein "in" dran ist oder nicht !!

Kristine

JuergenS

allerdings fehlen nun noch ein paar Meinungen unserer weiblichen Mitglieder.

ahle-koelsche-jung

Wat et nit all jitt!

Also ich gehe mal davon aus das die "Kriegerin" nicht erst mit 80 angefangen hat für "ihre" Anrede zukämpfen. Tippe darauf das die Dame, seit sie Rentnerin ist, bestimmt Langeweile hatte und sich ein Hobby gesucht hat.

Man kann nur hoffen das sie mit ihrer Klage nicht durchkommt, man kann wirklich Alles übertreiben.

Gruss a-k-J 

Federstrich

@ahle-koelsche-jung  

Also ich gehe mal davon aus das die "Kriegerin" nicht erst mit 80 angefangen hat für "ihre" Anrede zukämpfen.
Sehe ich auch so. Sie wird ja auch gleich als "Frauenrechtlerin" vorgestellt. Das ist fast eine Lebensaufgabe und reicht bei ihr mindestens bis in die frühen 90er Jahre.
https://de.wikipedia.org/wiki/Marlies_Kr%C3%A4mer
VG, F.

JuergenS

*
auch was sind wir doch für ein Volk, weiss jemand ob es bei anderen Sprachen ein ähnliches "Dilemma" gibt und wie das dort gelöst wird?
Das würde mich interessieren, aber nur so nebenbei.😐

Federstrich

@JuergenS  
Also nur so nebenbei, d.h. ohne Beispiele und Details: Im Englischen gibt es die gleichen Verrenkungen um gender-neutral zu formulieren. Ähnlich verkrampft sehen die Löungen aus und ähnlich gespalten ist die Community dazu.
VG,F.

Pan

ich erwäge gerade, beim BGH ein Urteil zu erwirken, dass meine, seit etlichen Jahren verstorbene Großmutter nicht mehr als »Mensch« benannt wird,  sondern künftig als »Menschin« zu bezeichnen ist!

Wie weit kann dieser Blödsinn noch ausgeweitet werden? Am Einfachsten ist es, die Geschlechter völlig abzuschaffen. Jedermann(frau) bezeichnet sich künftig so, wie ihm/ihr  gerade zumute ist. 🔨 

Manfred36


Es gibt einen Formalismus, den man nicht überbewerten soll. Die Geschlechtsausprägung muss ja nicht immer wieder zum Ausdruck kommen, wenn man weiß, wer gemeint ist, Mann, Frau oder andere Formen (divers). In einem Post zum Blog „Malen“ vom 22.6. habe ich dazu geschrieben:

Personen mit dem Geschlechtseintrag „divers“ bilden seit Ende 2018 im deutschen Recht – gemeinsam mit denjenigen, deren Geschlecht personenstandsrechtlich offen gelassen wurde – eine eigene Geschlechtskategorie, die gesetzlich so umschrieben wird, dass diese Personen „weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet“ sind. Nichtbinär ist eine Sammelbezeichnung für Geschlechtsidentitäten aus dem Transgender-Spektrum, die weder ausschließlich männlich noch weiblich sind, sich also außerhalb dieser binären Einteilung befinden.

Die nichtbinäre Geschlechtsidentität einer Person steht
nicht in Zusammenhang mit ihrem biologischen Geschlecht oder ihren Geschlechtsmerkmalen, und nicht alle intersexuellen Menschen verstehen sich als nichtbinär.

Es gibt nichtbinäre Personen, die sich (zeitweise)
keinem Geschlecht zugehörig fühlen und sich als agender („ungeschlechtlich“) oder gender-neutral definieren.

Darüber hinaus gibt es weitere
Selbstbezeichnungen zur Beschreibung des eigenen Selbstempfindens.

Als nichtbinär verstehen sich auch Personen, die sich einem
dritten Geschlecht oder einer gänzlich anderen Geschlechtsvorstellung zuordnen

Für alldies Bezeichnungen finden, ohne Jemand(inn)en zu übertürken, würde doch Vieles in unserer Sprache aufblähen. Die Definition, dass die männliche Anrede auch für andere biologische und Bewusstseinsformen gilt, sollte vielleicht aufgegeben werden und stattdessen ein anderer Begriff gewählt werden, vielleicht (das sächliche) „Wesen“; aber auch da müsste ja klargestellt werden, dass das nicht herabmindernd gilt.
„Sehr geehrtes Wesen,....“😊
Für die männlichen und weiblichen Worte selbst müsste ebenfalls je ein sächlicher Ausdruck gefunden werden (vielleicht einfach im Artikel „das“).






 

Syrdal

@Manfred36

 
Lieber Manfred, die Sache ist doch ganz einfach: Statt Herr bzw. Dame – auf anderer Ebene Mann bzw. Frau – sagt oder schreibt man höflich „Etwas“. Was dieses "Etwas" dann genau bezeichnet, kann jedes „Etwas“ auf sich bezogen selbst bestimmen oder gerne einklagen, freilich auch vor dem EGH.

……………………

Wer mit 83 Jahren nichts anderes zu tun hat, als sich mit solchen Kleinkrämereien vor Gericht herum zu schlagen, ist… naja, den Ausdruck kann sich jedes „Etwas“ selbst ausdenken…
 

Pan

@Syrdal  -
ich lach mich schlapp: »etwas « bringt mich zum Lachen 
😷
Ich sag es unumwunden: Dieses(m) "Etwas" (darf ich das so nennen?) 
hat sicherlich nix anderes mehr zum Zeitvertreib ...


Anzeige